Herausfordernde Zeiten…

Manchmal im „Alltag“ ist da so ein ganz subtiles Suchen und Fragen: Wie kann ich es SO machen, dass es „gut“ ist?

Dieses „Fragen“ treibt uns an. Es leitet uns durch den Alltag und ist letztlich das Streben nach „Vervollkommnung“ – nach diesem Gefühl, dass alles „rund“ und an der richtigen Stelle ist: Angekommen sein.

Wenn wir uns für Momente – es sind immer nur Momentaufnahmen – so ganz und gar nicht wohlig fühlen, haben wir oft die Idee, irgendetwas MACHEN zu müssen, damit es (wieder) „gut“ wird. Wir versuchen dann die Gedanken, die diesen Moment beschreiben, anders zu deuten. Oder: MIT den Gedanken, „Lösungen“ für das scheinbare „Problem“ zu finden.
Eine Idee könnte dann sein: Besser für sich zu sorgen, öfter „nein“ zu sagen oder „härter“ zu arbeiten, es „besser“ zu machen,…

Wenn wir uns von der Inspiration leiten lassen und diese Ideen nicht all zu ernst nehmen, sind sie meist sogar eine ganz tolle Orientierung: Sie öffnen Türen für neue Erfahrungen.

Wenn wir allerdings zu streng mit uns sind und uns für unser eigenes Verhalten in erster Linie verurteilen, bringen wir als erstes Ablehnung in unser System.

Ablehnung gehört zwar – wie ALLES – auch EINFACH zu der Unendlichkeit möglicher Erfahrungen, durch die wir Lebendigkeit erfahren. Aber es ist eben eine Form, die in ihrer Wurzel zu noch mehr Trennung führt: Wir spalten uns geistig und energetisch von uns selbst ab, indem wir Momente ablehnen und als wenig wertvoll beWERTEN.

Wenn wir alles, was auftaucht, in erster Linie jedoch wertSCHÄTZEN können, dann ist die Basis jedes Momentes ein erhabener.
Aus dieser Perspektive kann Fülle offensichtlich werden.

Das heißt nicht, dass alles automatisch als angenehm erlebt wird.

Trauer bleibt Trauer, körperliches Unwohlsein bleibt körperliches Unwohlsein, Phasen von Kraftlosigkeit sind Phasen von Kraftlosigkeit.
Jedoch wird diese Kraftlosigkeit in ihrer „Vollkommenheit“ erLEBT und nicht hauptsächlich durch die Brille des Mangels BETRACHTET.
Diese Brille nämlich verbraucht die letzte Energie dann dafür, den aktuellen Ausdruck der Lebendigkeit zu bekämpfen. Das Ergebnis: Die Kraft schwindet mehr und mehr und das Gefühl von Mangel wird größer und größer.

Dass auch das lediglich EIN Ausdruck von Lebendigkeit ist, ist völlig vergessen. Und doch ist es nichts anderes als DAS!

Jeder Atemzug begleitet uns durch all diese unterschiedlichen Erfahrungen.
Das Tolle: Er ist Ausdruck der Vollkommenheit jedes Momentes!
Und deshalb ist es der Atem, der immer wieder als Hilfsmittel benutzt wird, um wieder mit uns selbst in Kontakt zu kommen.

Der Atem ist ein beständiger Fluss. Die Idee, dass man einen Augenblick herauspicken könnte, um ihn dann als „ich bin in dieser oder dieser Situation“ zu beschreiben und festzusetzen, wird angesichts des beständigen Flusses in seiner Absurdität offensichtlich. In Wahrheit ist diese scheibare „Situation“ eine Erfindung des Verstandes. Und sie ist abhängig vom Verstand. Er kann sie in alle MÖGLICHEN Richtungen deuten: positiv, negativ, erklärend, fragend,…

Wenn ich diese Geschichte jetzt mal für einen Augenblick verlasse und statt dessen lediglich HIER bin, einfach mit diesem Moment „fließe“, atme, fühle, sitze, schaue,… dann ist da eigentlich kein „Problem“. Dann ist da einfach DAS…

Und das verändert sich von Augenblick zu Augenblick.

Auf einmal sagt irgendjemand irgendetwas, es taucht ein Gedanke auf oder der Blick fällt auf irgendeine Sache. Auf einmal passiert Aufstehen, irgendetwas wird weggeräumt oder aufgeschrieben oder was auch immer…

Jede Erfahrung ist in sich absolut stimmig und DAS kann und muss von keinem Verstand begriffen werden. Allein im ERLEBEN passiert eine Vollkommenheit, die jenseits von „gut“ oder „schlecht“, „richtig“ oder „falsch“ liegt.