Folge deiner Wunde…

…und finde dein Leuchten!

Ich sitze gerade an den Vorbereitungen zu meinem 4-Tages-Retreat im Juni und bin dabei u.a. auf einen ganz wunderbaren Podcast von Ilan Stephani mit dem gleichnahmigen Titel (Folge deiner Wunde) gestoßen, den ich dir sehr gerne unter den Blog-Artikel verlinke.

Wunden, sind in der Regel Erfahrungen, die wir als derart schmerzhaft empfinden, dass wir uns nicht zutrauen, sie in ihrer ganzen Tiefe und Tragweite anzuschauen. Würden wir uns das nämlich getrauen, wären sie lediglich eine sehr (vielleicht sehr, sehr, sehr) schmerzhafte Erfahrung, die jedoch mit dem vollständigen lebendigen Erleben sozusagen „rund“ werden würde. Gemäß der Lebendigkeit würde sich auch diese (schmerzhafte) Erfahrung von Moment zu Moment weiter und weiter und weiter ent-wickeln. Das heißt, es würde nichts zurückbleiben. Es wäre Ganzheit. Vorher. In diesem Moment. Und nach diesem Augenblick. Ganzheit, die sich in diesem Moment so ausdrückt und in einem anderen Augenblick so.

Nun ist es so, dass wir als Menschen dieses Ganzheit in der Regel als etwas sehr persönliches erleben – und damit nicht mehr als Ganzheit 😉

Wir haben unser Leben unzählbar eingeteilt in dieses und jenes und vor allem in „richtig“ und „falsch“. Alles, was wir als „falsch“ verstehen, ist etwas, dass wir loswerden wollen. Daher können wir uns diesem auch nicht wirklich annähern (außer eventuell theoretisch), geschweige denn erfahrungsrelevant damit verschmelzen.

Nun ist es jedoch so, dass auch das künstliche Abtrennen von diesem Teil der Lebendigkeit eine enorme Kraftanstrengung bedeutet. Dies ist uns jedoch insofern nicht bewusst, als dass es uns augenscheinlich hilft, unser Leben gut zu organisieren und vermeintlich unter Kontrolle zu bekommen. Und genau das ist es, was wir als Minimum für uns wollen: Gut durchs Leben kommen!

Der Kontakt mit unserer Wunde (bzw. unseren Wunden, die möglicherweise alle am Ende in einer ganz bestimmten „Urwunde“ münden) schleudert uns im ersten Augenblick jedoch erst einmal aus diesem Funktionieren heraus. Wir müssen die Haltegriffe zwangsläufig loslassen und uns hineinbegeben in etwas, das uns einerseits sehr nah ist, das uns andererseits jedoch höllische Angst bereitet. Dieser andere abgetrennte Teil von uns enthält nämlich einerseits die fehlende Energie in sich, nach der wir so lange so verzweifelt im außen gesucht haben und andererseits erscheint dieser Teil jedoch als genau DAS, was wir auf gar, gar keinen Fall als zu uns zugehörig verstehen wollen.

Ich plädiere keineswegs dafür, sich auf die Suche nach irgendeiner Wunde zu begeben, wenn du das Gefühl hast, alles scheint am richtigen Ort zu sein und du fließt frei und neugierig mit dem Strom des Lebens. Aber wenn dem wirklich so wäre, würdest du vermutlich auch nicht einen solchen Artikel hier lesen.

Weiterhin geht es hier auch nicht um irgendeine Einteilung von Geschichten, die „groß“ genug sind, um „Wunde“ genannt zu werden oder eher klein genug, um getrost überschaut werden zu können. Vielmehr geht es darum, dass deine wunden Punkte, dich tagtäglich deine Leben organisieren lassen. Sie machen, dass du dich hier schützt und dort nicht hin schaust, dass du dort suchst und das versuchst zu vermeiden,…

…wäre es da nicht sinnvoll, allen Mut zusammen zu nehmen und sich ganz in DEINEM Tempo und ganz und gar auf DEINE ureigene Weise von deinen Wunden führen zu lassen?

Ich glaube, dass das Leben sich so oder so immer und ganz natürlich als eine „Heilungsreise“ gestaltet und das jede Wunde im Grunde eine Einladung ist, Lebendigkeit in seiner Ganzheit lebendig zu schauen. Nicht nur mit dem Kopf und nicht ausschließlich mit dem Körper und auch nicht ausschließlich durch das Fühlen, sondern in jedem dieser Bereiche. Deshalb erscheint menschliches Leben zeitlich. So erscheint es zuerst als dieses, dann als jenes. Und gerade durch diesen Wechsel bekommen wir einen spürbaren Geschmack von Lebendigkeit. Wir erleben gerade im Unterschied, im Hin- und Her zwischen diesem und jenem Erleben, was Liebe ist und was sie nicht ist. Bis dahin ist auch der Begriff von „Lebendigkeit“ nicht mehr als nur eine esoterisch Vorstellung.

Auf welche Weise du dich also von deiner Wunde führen lässt, ist äußerst individuell, so wie deine Wunde individuell ist.

Solange du jedoch im Lichtkegel deiner Bewusstheit suchst, drehst du dich im Kreis des bereits bekannten. Hier kann nur das erscheinen, was du bereits zu kennen glaubst.

Wenn du Zugang bekommen möchtest zu den Aspekten, die du so so sehr ablehnst, dass du deinen Blick bisher äußerst geschickt immer in die anderen Richtungen gelenkt hast, dann musst du dort hin schauen, wo du bisher nicht hingeschaut hast. Dort, wo du nicht weißt. Dort, wo du den Weg nicht kennst. Dort, wo nicht klar ist, was richtig ist und was nicht richtig ist. Dort, wo du bereits bist, „Fehler“ zu machen, durch diese zu lernen, jedoch ohne diesen Aspekt von Lebendigkeit einzuteilen in „fehlerhaft“ und ohne ihn von dir abzuspalten…

In welchen Aspekt von Lebendigkeit würdest du dich hineinbewegen – auch im Alltag, in deiner Sprache, in deinen Handlungen, in deinem ganzen Sein – wenn diese gigantische Wildheit in dir und um dich herum tatsächlich SEIN dürfte? Wenn du kämpfen dürftest, wenn dir danach ist? Wenn du NEIN sagen würdest, wenn du nein meinst. Wenn du ganz offen und ohne Schutz- und Anstandsschild zeigen würdest, was du fühlst? Wenn du tatsächlich da hingehen würdest, wozu du dich hingezogen fühlst? Wenn du tatsächlich tun würdest, was du am liebsten tun würdest? Und damit aufhören würdest, Dinge zu tun, die du so gar nicht tun willst?

Was würde passieren, wenn du sehen würdest, dass sich ein anderer Mensch (in seinem Tempo) traut, genaus das (in seinem Tempo) zu leben?

Ein sehr, sehr interessantes Untersuchungsfeld wie ich finde 🙂

Wer ein bisschen gemeinsam mit mir forschen möchte, hat u.a. im Juni-Retreat (Stiersbach, 74420 Oberrot) vom 20.-23. Juni 2019 eine wunderbare Gelegenheit dazu! Mehr Infos findest du unter:

http://www.teck-yoga.de/yoga_STILLE_RETREAT.html

Link zum Podcast von Ilan: https://www.youtube.com/watch?v=6vz2yJgReok

Von Herzen,

Verena

Als Menschen haben wir verschiedene Frequenzen zur Verfügung …

Alles, was wir sagen, sprechen wir in einer bestimmten Energie/Frequenz.

Und auch das, was wir wahrnehmen, nehmen wir entsprechend der Qualität wahr, von wo aus wir eben gerade „hören“:
Das mag die Frequenz der Angst sein, die oft dann am präsentesten (aber eben auch am wenigsten sichtbar ist), wenn wir uns am sichersten fühlen. Denn warum fühlen wir uns gerade so sicher? Weil wir glauben, in diesem Moment alles unter Kontrolle zu haben. Wir scheinen genau zu wissen, was in diesem Moment passiert und ebenso wissen wir, wie wir uns hier zu verhalten haben, damit wir „sicher“ und „erfolgreich“ aus dieser Situation heraus kommen: Verstanden und Anerkannt.

So spricht oft die Frequenz des Verstandes mit seinen konditionierten Mustern und unbewussten Strukturen. Nicht, dass diese Frequenz irgendwie minderwertig wäre. Sie ist wunderbar. Sie ist eben eine Frequenz, die zum Mensch-Sein dazu gehört. Sie ermöglicht uns unglaublich viel, nämlich das systemische Begreifen innerhalb von Raum und Zeit.

Aber es ist nicht die einzige Qualität menschlichen Seins. Und: natürlich können wir unseren Verstand auch nutzen, mit weniger aktiver Angst-Energie.

In der Regel aber ist uns die Angst-Energie nicht einmal wirklich bewusst. Wir lernen sie erst dadurch mehr und mehr kennen, wenn wir Momente mit weniger Angst erleben. Momente, in denen wir auf einmal in der Lage sind, klar zu sehen und dabei nicht zu bewerten. Statt dessen tut sich ein weiter Raum auf, in dem alles gesehen ist und gleichzeitig vollkommen akzeptiert und angenommen. Es ist ein anderes Gefühl von „Liebe“, als wir es normalerweise vermuten…

Das ist die Frequenz des Herzraumes, die aufgrund ihrer unfassbaren Sanftheit und Weite gar nichts einordenen muss…

Es ist in etwa, wie das ändern der Frequenz am Radio!

Um uns auf die verschiedenen Frequenzen mehr oder weniger bewusst einstimmen zu können, müssen wir sie zuerst mehr und mehr kennenlernen!

Wenn wir Mantren hören (oder singen), dann rückt unser konditionierter Verstand allein schon wegen der anderen Sprache, die ja nicht unsere Alltagssprache ist, ein bisschen in den Hintergrund.

Und das Melodische spricht ebenfalls einen ganz bestimmten Teil unsers Seins an: Es ist die Qualität des „Fließen lassens“, der Hingabe, der fließenden Bewegung, statt der Statik des „so und so ist es“.

Die „Energie“ der Mantren ist immer lichtvoll. Sie beziehen sich niemals auf die alltäglichen Kleinlichkeiten des Mensch-Seins, diese oder jene Situation, sondern immer auf das, was jenseits dieser Kleinlichkeiten auch noch präsent ist.

Beim Hören und Singen von Kirtan, nähren wir also diese Qualität, die immer auch schon in uns schwingt, die wir aber im Gewusel des Alltags so leicht übersehen und überhören.

Am 17.05. (Freitag) ist es wieder soweit:
Es gibt eine weitere Yogastunde mit live Musik (Mirko Mitschele) und mir, mit anschließendem gemeinsamen Singen
im Yogaloft Kirchheim 18:00- ca. 21:00 Uhr

Verbindliche Anmeldung bis zum 15.04. 35,-€ danach 40,-€

Ich freue mich auf einen wunderbaren Abend mit euch

Was passiert, wenn wir den Kopf ablegen?

Jede Asana (jede Körperhaltung), die wir einnehmen, entspricht einer bestimmten Qualität. Das passiert ganz automatisch, ohne dass wir irgendetwas dafür tun müssten, denn unser Körper ist ganz natürlich Ausdruck von Lebendigkeit. Wir spüren das zum Beispiel wenn aufgeregt sind und ein mulmiges Gefühl im Bauch haben oder wenn unsere Augen müde sind und wir nicht mehr konzentriert nach außen schauen wollen…

Das heißt: Unser Körper zeigt uns gewissermaßen, was „innerlich“ gerade so abgeht. Er zeigt uns wieviel Kraft gerade zur Verfügung steht, er zeigt uns unsere wunden oder weichen Stellen…

Das heißt aber auch, dass – wenn wir anfangen unseren Körper zu bewegen – auch unsere inneren Strukturen mitbewegt werden. Wir stärken also beispielsweise unsere Basis (unseren Beckenboden) und damit berühren wir u.a. auch das Thema unseres Urvertrauens. Oder wir dehnen und öffnen vorsichtig (körperliche) Bereiche, die vielleicht seit langer Zeit hart und zusammengezogen waren und damit rühren wir ganz automatisch auch unsere eigene Berührbarkeit an.

Unser Körper ist Ausdruck unserer Schutz-, Flucht-, und Kampfreflexe – und all diese werden angesprochen, sobald wir mit einem körperlichen „Schmerz“ konfrontiert werden (damit arbeiten wir zum Beispiel in den passiven Yin-Haltungen ganz bewusst).

Was passiert nun, wenn wir unseren Kopf ablegen?

In den letzten Jahrzehnten hat sich das menschliche Denken zu einem immer schärferen Werkzeug herausgebildet. Und das ist wunderbar! Wir haben gelernt, uns unseres eigenen Verstandes mehr und mehr zu bedienen. Wobei man jedoch ehrlicherweise sagen muss, dass wir sehr, sehr oft eher die Gedanken (und Traditionen (auch spirituelle Traditionen)) von anderen denken, anstatt wirklich unseren eigenen Verstand zu benutzen. Ein Grund dafür ist sicherlich der, dass wir uns wenig Raum und Zeit nehmen, genauer Hinzuschauen! Oftmals scheinen wir so sehr beschäftigt, dass es notwendig ist, in Automatismen zu verfallen, anstatt Energie aufzuwenden, wirklich neu zu schauen – und dann vielleicht eben auch mal zuzugeben, dass man falsch lag oder es mittlerweile anders sieht oder dass man noch gar nicht so genau weiß, was man eigentlich darüber denkt!

Da ich menschliches Sein als ein sehr „komplexes Gebilde“ verstehe, sehe ich das Denken als einen wertvollen Teil dieses Seins – aber eben nicht als den einzigen.

Wenn ein Bereich lange Zeit intensive Aufmerksamkeit bekommt und dadurch wächst und sich ausbildet, kommt es vor, dass andere Bereiche zu kurz kommen und irgendwann ein enormes Ungleichgewicht entsteht. In der Regel gleicht das Leben das irgendwann ganz automatisch aus. Denn unser menschliches Leben formt sich gerade durch die Spannung (mindestens) zweier Pole.

Die Ganzheit wird erst sichtbar und erfahrbar durch das Gegenteil. Wir lernen über die Liebe u.a. dadurch, dass wir erfahren, wie sich die Abwesenheit von Liebe anfühlt…

Zum menschlichen Sein gehört neben dem notwendigen gedanklichen Erfassen von Lebendigkeit auch das körperliche Erleben von Kraft, Kraftlosigkeit, Anspannung, Entspannung, Weichheit, Verletzlichkeit, Sinnlichkeit, Genuss, Schmerz,…

…ebenso wie das emotionale Erleben von Lebendigkeit. Und auch „feinere“ Ebenen von Energie sind durchaus individuell und real erlebbar.

Wenn wir unseren Fokus lange Zeit im Kopf haben, kommt es vor, dass wir uns dort verhaspeln. Dann brauchen wir ein bisschen Aus-Zeit um wieder neu und weit denken zu können. Dabei kann uns u.a. der Körper und Körperarbeit dienlich sein.

Manchmal ist es hilfreich, ganz neue gedankliche Inspirationen einzuholen, um einen neuen Blick zu bekommen.

Manchmal ist es heilsam, die komplette Geschichte mal für einen Moment loszulassen und gar nichts wissen zu müssen und stattdessen mit der Erleichterung des nicht-Wissen-müssens zu sein (die u.U. vielleicht auch zunächst erst einmal als furchterregend erlebt wird – denn oftmals identifizieren wir uns wirklich komplett mit unseren Gedanken über uns und eine bestimmte Situation. Deswegen haben wir auch oft das Gefühl, genau diese Sichtweise verteidigen zu müssen).

Was passiert aber, wenn wir unsere Sicht komplett anerkennen und gleichzeitig offen dafür sind, dass diese Sicht nicht alles ist?

Sondern nur eine Sichtweise.

Was passiert?

Wenn wir uns einen Moment Zeit nehmen, mal ganz authentisch und selbstständig nachzuforschen, werden wir herausfinden, dass Gedanken zunächst ungefragt erscheinen. Auch wenn sich Gedanken also quasi durch uns ausdrücken, so erscheinen sie doch zunächst ungefragt (in uns). Wir sind also nicht diese (tollen oder schrecklichen) Gedanken. Wir könnten auch ganz anders darüber denken…

Tun wir aber nicht.

Egal warum, wir gerade genau dieses hier für bedeutsam halten, – HIER entfaltet sich gerade diese Form.

Und wir sind Ausdruck dieser Form und gleichzeitig Beobachter dieses Ausdrucks.

Im Anschluss an das Auftauchen eines Gedankens, legt sich das Bewusstsein mehr oder weniger darauf (d.h. der Gedanke wird uns mehr oder weniger bewusst oder eben nicht bewusst) und zusätzlich wird dieser Gedanken mehr oder weniger für wahr gehalten – oder für weiter erforschungsbedürftig erachtet. Gleichzeitig mit dem Gedanken (bzw. kurz darauf) zeigt sich dann auch ein entsprechendes Gefühl zu jenem Gedanken. Dieses veranlasst uns direkt zu einer Reaktion, der – je nach innerer Struktur – blind gefolgt wird oder die mit mehr oder weniger Spielraum erforscht wird.

Wenn wir unseren Kopf jetzt ablegen, passiert etwas in unserem Körper- und Nervensystem. Denn wir legen den Teil ab, mit dem wir uns zumeist indentifizieren. Ohne, dass wir irgendetwas dafür tun müssten, entspannt etwas in unserem System. Und das kannst du ganz einfach selbst überprüfen:

Leg deinen Kopf einmal vor dir auf den Boden ab.

Was passiert?

Was passiert, wenn du gar nicht „nach draußen in die Welt“ schauen kannst und damit auch nicht so wie sonst in das ganze Spiel von „ich“ und „du“ eintreten kannst. Du siehst – selbst wenn du die Augen jetzt öffnest – nicht weit, sondern gerade auf den Boden, auf den Platz, an dem du stehst (bzw. gerade sitzt/liegst).

Du bist weniger mit dem konfrontiert wie irgendetwas aussieht, was die anderen machen, wie es bei den anderen aussieht,…

Du bist mehr bei dir.

Stell dir jetzt vor, jemand würde dich ansprechen und mit dir über irgendeine Sache diskutieren wollen. Was würdest du tun? Du würdest deinen Kopf heben und deinen Standpunkt deutlich machen wollen, indem du dem anderen auf Augenhöhe gegenüber trittst (inklusive all deiner anderen energetischen, psychischen und körperlichen Muster von Vertrauen, Schutz, Angst und Kontrolle).

Hier kannst du einen Eindruck davon bekommen, wie die Körperhaltungen (immer schon) wirken – in die eine und in die andere Richtung.

Wenn du mehr darüber herausfinden magst, dann komme doch mal in eine meiner Yogastunden (in Kirchheim/Teck) oder besuche micht auf youtube:

Yin-Yoga:

https://www.youtube.com/edit?o=U&video_id=rY1O4kpdpNQ

 

Yoga für die Schultern/Rücken:

https://www.youtube.com/edit?o=U&video_id=LSGox63HTgs

 

Gespräch über „Raus aus dem Kopf – Rein in den Moment“:

https://www.youtube.com/edit?o=U&video_id=TkKhbRsrCCg

 

Ich freu mich auf dich!

Von Herzen, Verena

Yoga im Alltag – Alltag mit Kinder…

Warum machen wir Yoga?

Ich meine: Warum nehmen wir Körperhaltungen ein, arbeiten mit dem Atem und genießen in der Schlussentspannung das wohlige Gefühl?

Geht es im Grunde vielleicht genau um dieses wohlige Gefühl NACH der Yogastunde?

Und was genau lässt uns so wohlig fühlen?

Wenn wir eine Stunde lang unseren gesamten Körper gedehnt, geöffnet und gestärkt haben, befindet sich unser Bewusstsein nicht aussschließlich im Kopf, sondern verteilt sich gleichmäßig auch in unseren Körperempfindungen und Emotionen. In diesem Gleichgewicht ist unser Denken weniger aufgestachelt von all dem „sollte“ und „müsste“ und „könnte“ und stattdessen mehr präsent in dem, was sich ganz natürlich und lebendig eben gerade zeigt. Dann ist da in aller Bewegung auch ein Ruhen.

DAS macht Yoga so attraktiv für uns.

Und JA! Dafür sind Körperübungen nicht unbedingt notwendig. Manchmal katapultiert uns zum Beispiel die frische Morgenluft mit einem schönen Lichtspiel und zwitschernden Vögeln geradewegs aus unserem eben noch müden, nörgelnden und kämpfenden Selbst mitten in einen Moment des berührt-Seins hinein. Und plötzlich erscheinen all die Widerstände und Probleme in einem anderen Licht.

Manchmal hören oder lesen wir einen Satz, der uns genau da berührt, wo wir berührt werden möchten und manchmal fühlt es sich so an, als bräuchten wir eine Menge Bewegung, um all die Spannungen irgendwie ausagieren zu können…

Es gibt keine Regel!

Nicht mal für uns selbst – denn auch wir stecken immer wieder in neuen Lebenssituationen, die mit denen von gestern eben nicht mehr wirklich vergleichbar sind. Im Grunde ist tatsächlich jeder Augenblick neu!

Und wir lernen mit jedem dieser neuen Momente. Wir lernen INDEM wir leben. Unser Lernen ist nicht etwas, das allein geistig begriffen werden könnte. Denn es ist ganzheitlich: Körperlich, emotional, geistig, seelisch,… Es ist so viel mehr, als jedes Wort. Es ist LEBENDIG!

Jeder – wirklich jeder – Augenblick des Lebens ist VOLL von diesem Ruf DU zu sein! Jedes Gespräch, jede Tätigkeit am Computer, Wäsche waschen, Hausis mit den Kindern machen,…  Jeder Moment, in dem wir GEGEN diesen Moment sind (auch wenn es nur minimal und sehr subtil ist), sowie jeder Moment, in dem wir uns leicht und berührt fühlen. Jeder Moment der Freude und jeder Moment der Wut. Jeder Moment des Nicht-Verstehens, sowie jeder Moment des Begreifens. Und dabei ist jeder Augenblick genauso vollkommen wie jeder andere. Jeder birgt einen Schatz in sich: Das Leben selbst!

Ja! Wütend sein IST Leben. Es ist kein halbes Leben, es ist volles Leben.

Auch jeder Moment, in dem wir hadern und unser Verstand Pirouetten dreht ist dieselbe Fülle (auch wenn es sich nicht voll anfühlt). Es ist genau DAS, was gerade gelebt, erfahren und damit „gelernt“ wird. Wir lernen wie es sich anfühlt. Wir lernen die unterschiedlichen Qualitäten des Lebens kennen. Lebendig kennen.

Wir lernen „Hilflosigkeit“ und die Idee „Kontrolle haben zu können“. Wir lernen Angst, Vertrauen und alle Dimensionen dazwischen.

Ein Tag, an dem also alles schief zu laufen scheint, ist kein verlorener Tag. Es ist ein wertvoller Tag. Er gibt uns ein Gefühl von Leiden und zeigt uns gleichzeitig, wie die „Idee von Ich“ der Grund von allem Leiden ist. Wenn wir im Widerstand sind, ist es immer das: „ICH will das so nicht. So ist es falsch (finde ICH!). So hatte ICH mir das nicht vorgestellt.“

Oder: ICH verliere die Kontrolle. Keiner sieht MICH. Keiner versteht MICH.

Wer zum Teufel ist eigentlich dieses „Ich“???

Mal findet es dies, mal das,…

Wenn wir jedoch das, was IST, einfach in seiner ganzen Fülle passieren lassen, mit all der Enttäuschung oder Überraschung, mit all dem Unbekannten, Zauberhaften und Erschreckenden, das darin liegt, dann verändert sich etwas. Schmerz löst sich nicht einfach auf. Was sich aber auflöst (oder zumindest lockert), ist der Widerstand und die Angst vor dem Schmerz. Und manchmal bemerken wir dann, dass zum Beispiel auch im Schmerz eine „Tür“ zu dem selben Frieden und der selben Ruhe liegt, die wir oft am Ende der Yogastunde empfinden.

Der Schlüssel liegt in der Erlaubnis, sich ganz mit dem Leben zu bewegen – trotz all seiner Unsicherheit, trotz all seiner Tiefen, Grausamkeiten und trotz all seiner unbeschreiblichen Höhen.

Und das geht während wir Gute-Nacht-Lieder singen (und uns damit selbst berühren) oder während wir vor unseren Kindern zugeben, dass wir gerade voll den Mist gebaut haben, so dass wir JETZT nochmal NEU anfangen können (zum Beispiel mit den Hausaufgaben oder irgendeiner anderen Diskussion).

Das geht auch indem wir während eines Streitgespräches mit dem Partner bemerken, dass wir gerade nicht von unserer Sichtweise ablassen können, dass wir kämpfen. Unabhängig davon, ob wir dann weiter kämpfen und den Schmerz davon, aber auch die Anziehungskraft dieses „Recht-haben-wollens“ spüren oder ob wir tatsächlich plötzlich umschwenken und dem anderen Standpunkt Raum geben.

Was in beiden (in allen) Fällen gleich bleibt, ist dieses SEIN mit uns. BewusstSEIN. Und die Schönheit dieser Weite, die all das zulässt. Die uns zulässt – mit all unseren „verqueeren“ Eigenheiten. Und die den anderen zulässt, mit all seiner undurchschaubaren Ganzheit, die sich in jedem Augenblick neu zeigt. Ebenso wie die meine.

Am Ende verschwimmt möglicherweise diese Trennung in „dein“ und „mein“, die im Grunde sowieso nur auf der Sprach- und Denkebene existiert.

Was bleibt ist pure Lebendigkeit.

Lebendigkeit, die immer VOLL ist. Egal, ob wir uns gerade bewusst entspannen (in der Sauna oder der Badewanne zum Beispiel) oder ob wir gerade mitten in einem Wäscheberg sitzen oder drei Kinder gleichzeitig anziehen müssen, Büroarbeit machen, müde ins Bett fallen oder uns nach den Asanas zur Meditation hinsetzten 🙂

 

Yoga mit Verena     yogalini.de