Verpuppungsphasen und Schmetterlingsflügel

Hallo ihr Lieben Zuhause 😉

Jedes Jahr im Winter haben wir die Chance zu einer „Innenkehrphase“. Andererseits gibt es natürlich auch persönliche Rhythmen, die es uns manchmal nicht erlauben, still zu werden, wie auch Phasen, in denen wir uns sogar über zwei, drei Jahre ein bisschen „verpuppen“, um danach in veränderter Form ein verändertes Leben zu leben.

Ich hatte ja schon im letzten Newsletter und Blog-Artikel (Willkommen 2021) darüber geschrieben, dass ich 2020 als erste Verpuppungsphase wahrgenommen habe.

Wenn wir ehrlich sind, ist Veränderung das LEBENDIGSTE was es gibt. Es ist ein untrübliches Zeichen von Lebendigkeit.

Und das ist es doch, wonach es uns dürstet – oder?

Uns wirklich lebendig zu fühlen. Uns im Innern lebendig und berührt zu fühlen. Alleine oder aber im Kontakt mit jemand anderem.

Größere Veränderungen vollziehen sich in unserem Erleben in der Regel durch Zeit. Es erscheint wie eine zeitliche Ent-wicklung aus dieser Form in eine andere hinein…

Dabei ist es egal, ob es sich um strukturelle Veränderungen der Gesellschaft oder aber um Persönliches handelt: Die Entscheidung, Umsetzung und Verarbeitung einer Trennung (beruflich, räumlich oder privat) oder irgendein Neuanfang – am Ende geht ja beides auch nur Hand in Hand.

Jeder NEU-Anfang ist immer auch ein Abschied von irgendetwas altem – seien dies nun Eßgewohnheiten oder eine bestimmte Gewohnheit zu Denken oder zu Fühlen. Denn auch das sind Strukturen, die uns einerseits prägen aber andererseits nicht das sind, was wir SIND! Deshalb kann es sich wandeln.

Wandeln tut sich immer nur die Form, in der sich Lebendigkeit ausdrückt.

Zurück zur aktuellen Zeitqualität:

Meinem Empfinden nach bekommen wir gerade kollektiv (nochmal) eine Chance, einiges in unserem Leben mit ANDEREN Augen anzuschauen. Dabei geht es weniger um eine persönliche Stellungnahme und Meinung bezüglich irgendwelcher Maßnahmen oder Entscheidungen, als vielmehr um dein ganz und gar persönliches, INNERES Leben.

Bist du am richtigen Platz?

Weswegen bist du hier? Was wolltest du hier erleben?

Anstatt bei der Beantwortung auf die VORstellungen und Bilder (von dir selbst) zu schauen, könntest du auch mit deinem Gefühl gehen:

Wie fühlt es sich an?

Welcher Teil in dir ruft wonach?

Worin fühlst du dich glücklich, berührt und genährt?

Mein Tipp: Gehe mit der Freude!

Wo ist es leicht? Was fühlt sich freudvoll an? Was hat am meisten Energie? Lass dich davon leiten und es wird dich dahin führen, wo es für dich freudvoll ist – für DICH (nicht unbedingt für die VORstellung über dich).

Ein Warten darauf, dass alles wieder wie „vorher“ wird oder auf gar keinen Fall wie vorher wird oder auf gar keinen Fall so oder so wird, ist nicht wirklich eine Option.

Es geht vielmehr um kleine, aber wahrhaftige Entscheidungen im EIGENEN Leben.

Ich persönlich gehe davon aus, dass die Yogaschulen noch (mindestens) bis Ende März geschlossen bleiben. Es lohnt sich vermutlich noch, in die Online-Community einzusteigen, falls es dich ruft. Dort werde ich in der kommenden Zeit versuchen, eher kleinere Einheiten (45 -50 min.) einzustellen. Außerdem findest du dort weiterhin alle Meditationen der Rauhnächte, sowie die dazugehörigen Texte. Ich lasse alles IN DER COMMUNITY noch eine ganze Weile online. Vielleicht ist es gerade JETZT die richtige Zeit, sich auf diese innere Reise zu begeben (https://elopage.com/s/Yogalini/wohnzimmer-yoga-community

Und auf alle diejenigen, die keine Lust auf Online-Yoga haben, freue ich mich, wenn wir uns wieder im Loft in Kirchheim sehen können!

http://www.teck-yoga.de/

Herzensgrüße und bis bald!

Verena

Pädagogik, Elternschaft und „Nicht-Dualität“


Aus gegebenem Anlass (ich habe meine Diplom-Arbeit (Pädagogik) über Nicht-Dualität online gestellt), möchte ich ein bisschen was dazu schreiben:

1. Was könnte das bedeuten: Nicht-Dualität?

Das Wahrnehmen von Welt gestaltet sich in Form von Dualität: „Hier“ ist scheinbar jemand, der „dort“ etwas bestimmtes wahrnimmt – das können auch „innerliche“ Prozesse sein, wie Gedanken, Gefühle oder Körperempfindungen.

Nicht-Dualität weist nun auf eine „Qualität“ hin, die gewissermaßen jenseits oder aber auch gleichzeitig, während dieser dualen Wahrnehmung existiert.
Das Wort „Nicht-Dualität“ weist darauf hin, dass Trennung, die in jeder Wahrnehmung (und scheinbar stabiler in jedem Wort, noch stabiler in jeder Idee und Theorie) Gestalt annimmt, gewissermaßen eine SCHEINBARE ist: Für diesen Augenblick SCHEINT etwas so oder so zu sein. Wir scheinen dies oder das zu sein,…
Bei genauem Hinsehen wird jedoch deutlich, dass nichts jemals seine Form behält.

Auch der Wahrnehmende (also die Idee von „Ich“) taucht gewissermaßen aus dem Nichts auf. Schwupps und schon wird dies oder jenes gedacht (…und mehr oder weniger ernst genommen. Natürlich! Denn DAS HIER ist für den Moment alles, was IST).

Die Qualität von NICHT-DUALITÄT kann in diesem Sinne keine „Etwas“ sein. Sie ist nichts, was „Jemand“ erfahren würde. Auch nichts, was „Jemand“ irgendwie entwickeln müsste… Sie ist vielmehr das, was bereits IST – auch wenn es nicht als solche erscheint 😉

Hört sich kompliziert an? Als neues THEORIE-Gebäude ist es das mit Sicherheit auch!!! Aber auch jeder Geübte Advaita-Leser hat letztendlich nicht wirklich etwas vom Verstehen eines Konzeptes.

Tröstlich? Ja UND NEIN 🙂 Denn ich kann sehen, dass ein Verstehen (welches auch immer ;- ) durchaus hier und da hilfreich sein kann. Es kann letztlich aber ALLE MÖGLICHEN Gefühle auslösen. Also wie immer: Alles kann, nichts muss.
Und weiter: Auch die Erkenntnis, dass Verstehen nicht notwendig ist, kann Erleichterung oder Angst erzeugen.

2. Was bedeutet das für die Pädagogik? Oder im ganz gewöhnlichen Alltag einer Mama oder eines Papas?

Gewissermaßen bedeutet es gar nichts 😉 Denn was immer wir sehen, denken, wahrnehmen, taucht letztlich ungefragt auf. Es hat natürlich eine Geschichte. Wir sind irgendwie geworden und aus diesem Geworden-SEIN schauen wir. Und entfalten uns und die Welt weiter und weiter…
Andererseits kann es einen großen Unterschied machen, wenn wir uns auf irgendeine Weise der „Bewegtheit“ und gleichzeitigen „Leerheit“ der Wahrnehmungen, Bilder, Situationen und Handlungen „bewusst“ werden. Was dann passiert, ist eine andere Form von Authentizität. Nicht dass wir urplötzlich aufhören würden, in unseren irgendwie gearteteten Mustern zu sehen und zu handeln. Aber auf eine gewisse Weise werden sie weniger „stabil“. Sie werden leichter. Fast durchscheinend (manchmal).

In dieser Qualität, in der Nicht-Wissen(-Können) Platz hat, verlieren Kategorien und Gegensätze wie „richtig“ und „falsch“ ihre SCHEINBARE Stabilität. Auch hier wird eine Art „Gleichzeitigkeit“ offensichtlich… Ich weiß nicht in wie weit Worte hier tatsächlich transportieren können, wovon ich rede. Denn es geht um nichts magisches. Es bleibt das ganz gewöhnliche Leben mit all seinen verschiedenen Facetten und Formen.

Und dennoch:
Wenn diese scheinbare Grenze zwischen „dir“ und „mir“, „richtig“ und „falsch“ auf gewisse Weise anfängt sich zu verflüchtigen, können wir uns viel leichter begegnen, denn wir müssen nicht mehr so für unsere Ideen kämpfen. Sie werden als IDEEN offensichtlich.
Auf der anderen Seite, fällt es gleichzietig viel leichter, sich selbst zu zeigen, wie man gerade ist. Das krampfhafte Aufbauen dieser Maske, die uns Anerkennung, Sicherheit und vielleicht Liebe versprechen soll, wird weniger notwendig. Denn die Angst, die uns dazu bringt, das scheinbar tun zu müssen, verliert nach und nach ihre Macht. Wir erkennen: Das, wovor wir uns fürchten, passiert gar nicht. Selbst in dieser scheinbar abstrusen Situation, die wir immer verhindern wollten, passiert gar nichts. Es scheint vielleicht absurd zu sein oder schmerzhaft oder unglaublich oder pervers, aber im Grunde? Wir sind berührt und doch unversehrt.

Das ist jetzt NICHT exakt das, was in meiner Diplom-Arbeit steht 😉 Denn es ist eine Theorie-Arbeit und keine Wiedergabe meiner eigenen Erfahrung. In der Arbeit stelle ich Zusammenhänge her, die Nicht-Dualität (und Verbindungen zu Yoga) VIELLEICHT offensichtlicher werden lassen. Es gibt einige nette Zitate und einige Stellen, die das HERZ berüren. Und natürlich gibt es auch Teile, die für den ein oder anderen ganz furchtbar langweilig oder höchst kompliziert erscheinen 😉

Und was macht das schon?

Nichts!

Da ist diese unendlich, unglaubliche Lebendigkeit, für die wir weder ein Wort, noch eine Theorie finden müssten (oder könnten).

Und EINE From dieser wahnsinnigen Unbegrenztheit ist natürlich auch, dass manche (wunderbaren) Verstände (aus Angst oder Freude) immer mal wieder hier und da ganz beschäftigt damit sind, zu verstehen.

Verstehen ist wunderbar! Jedoch bleibt jedes Verständnis letztlich EIN Augenblick. Eine Momentaufnahme…

Und schwupps ist da eine neue…

Und DAS ist es!

Jeder dieser Augenblicke… unendlich VOLL!

In sich komplett!

(und das schreibt eine Schnupfen-Nase mit Gliederschmerzen,… …die ab und an sehr gerne denkt,… …und es manchmal als „zu viel“ empfindet,… …und es manchmal genießt,… …die, ab und zu von der Stille berührt wird und darin verschwindet,… …die, täglich irgendwie mit ihren Kindern umgeht und keine Ahnung hat, ob das gut oder richtig so ist… …die manchmal ganz beflügelt ist und manchmal betrübt oder müde…)