lebendig sein… (Familien-Yoga)

Lebendig sein…

Lebendig sein heißt nicht, immer voller Power und super motiviert zu sein, immer zu überzusprudeln vor Energie, Freude und Feuer!

Lebendig sein heißt auch, in einem Moment von Nicht-Wissen und mangelnder Berührtheit DA zu bleiben und in Lebendigkeit zu vibrieren – einfach weil DAS gerade so Form annimmt.

Wenn wir ehrlich mit uns sind, halten wir beides mitunter nicht so gut aus und deswegen ist es auch nicht immer so leicht, diese wahnsinnig lebendigen Kinder zu begleiten und immer zu um sich zu haben.

Andererseits können wir von ihnen und voneinander auch eine ganze Menge lernen und zwar:

Wie können wir miteinander in Kontakt bleiben auch wenn es an allen Ecken und Kanten brodelt und vibriert!?

Wie können wir miteinander in Kontakt bleiben, OHNE auf die alten Muster zurückzugreifen und stattdessen NEU zu schauen!?

In meinen Familien-Workshops arbeite ich genau damit:

– einander spüren
– einander berühren
– miteinander körperlich werden
– spielen und experimentieren
– sich auspowern, verrückte Bewegungen machen und still werden

Am Sonntag, den 10.11. von 17:00-19:00 Uhr ist es wieder soweit im YogaLoft Kirchheim

Mehr Infos auf meiner Website

www.yogalini.de

Was ist eigentlich erfüllend?

Möglicherweise fällt uns dazu direkt eine Antwort ein:

Zeit haben, zum Genießen – zum Beispiel!

Augenblicke mit Menschen, die uns berühren.

Ein nahrhaftes Essen.

Entspannt und ausgeruht aufzustehen,…

Egal, welche Antwort wir uns auch auf diese Frage geben mögen, oft taucht gleichzeitig damit auch diese Frage auf: Wie kann ich dafür sorgen, dass ich (öfter) erfüllt – oder er-fühlt – bin?

Wie kann ich Fülle fühlen?

Oder: Was kann ICH tun, damit diese Fülle für mich möglichst oft spürbar wird?

 

Ich möchte euch dazu gerne folgende Gedanken mit auf dem Weg geben:

In der Regel ist es unmöglich, alles „unter Kontrolle“ zu haben. Gerade im Zusammenspiel mit Anderen kann immer irgendetwas Unerwartetes passieren, das unsere Pläne über den Haufen wirft. Was wir aber immer dabei haben sind: wir SELBST!

Jedoch können wir auch uns selbst unmöglich komplett „in der Hand haben“. Und das hieße ja auch, dass wir irgendwo in 2 geteilt wären: So als ob irgendein Teil vom anderen abgekoppelt, diesen beobachtet und dann kontrollieren könnte. Zumindest in meiner Wahrnehmung fühlt sich das NICHT voll und komplett an. Also so gar nicht nach er-FÜLL-ung.

Und wenn wir genau hingucken: Sind wir am Ende nicht auch einfach ein „Produkt“ einer endlosen Geschichte: nämlich all unserer Erfahrungen 😉

Handeln wir nicht irgendwie „automatisch“ entsprechend unserer Ideen, die sich im Laufe der Zeit, aufgrund der Kultur und Geschichte, in der wir leben und aufgrund unserer eigenen Erfahrungen gebildet haben? D.h. wir würden anders denken, anders sehen, anders verstehen und anders handeln in dem Maße in dem irgendetwas irgendwie anders passiert wäre…

…je nachdem welche „Form“ wir also haben, haben wir bestimmte „Trigger“. Da muss also irgendeine beliebe Situation für uns in einer für uns bestimmten Weise erscheinen und SCHWUPS wird zum Beispiel in irgendeinem Panik-Programm. Und das läuft dann erstmal einfach so ab.

Das gleiche passiert natürlich auch bei allen anderen um uns herum.

Und das passiert mit unserer Affinität zu Ehrgeiz, Ordnung, Essen, Ehrlichkeit,…   …was auch immer.

Wir können also ganz sicher nicht immer völlig unabhängig und klar sehen! Und wir können ganz sicher nicht triggerlos durch die Welt maschieren. EGAL wie lange wir bereits Yoga machen oder meditieren!

Aber die Erkenntnis, dass das völlig „normal“ ist, lässt Mitgefühl und Offenheit uns selbst gegenüber ganz natürlich wachsen. Das heißt nicht, dass uns das immer bewusst ist. Es ist wie das Laufen-Lernen von kleinen Kindern: Es passiert ganz automatisch und es passiert in einem ganz individuellen Rythmus UND es passiert vor allem auch dann, wenn wir fallen.

Im Grunde ist FÜLLE immer da.

Sie wartet nur darauf, von uns als bereits VOLL wahrgenommen zu werden.

Durch irgendwelche Umstände, sind wir meist auf die sogenannten Fehler fokussiert. Dabei steckt Fülle auch IN all unsere „Fehlern“.

Sie ist in jedem Moment der Müdigkeit und in jedem Moment der Unaufmerksamkeit enthalten.

In jedem Moment der Auseinandersetzung und in jedem Moment der Stille ist Fülle.

Wenn wir in diesem Augenblick aufhören zu suchen und statt dessen einfach „genießen“ (oder einfach LEBEN) was IST, können wir dies vielleicht erahnen.

Viel Spaß beim Experimentieren!

Von Herzen

Verena

 

Wem oder Was wir Aufmerksamkeit geben…

… verstärken wir.

Auf diese Weise können aus Gedankenfetzen (zumindest SCHEINBAR ;- ) riesen große Probleme werden.

Aber:

Wir können – beispielsweise – auch unseren Körper dabei unterstützen, im Gleichgewicht zu bleiben, bzw. wieder ein Gleichgewicht zu finden, indem wir ihm einfach ein bisschen Aufmerksamkeit schenken.

Da ist vielleicht ein Schmerz irgendwo im Rücken, der sich seit langer Zeit und durch verschiedenste Ursachen gebildet, und dann irgendwie verhärtet hat. Oder da ist eine leichte Anspannung im Bereich der Schultern. Jemand hat etwas gesagt, was uns verunsichert hat. Oder wir fühlen uns unwohl in dieser Situation hier. Das ist körperlich spürbar.

Jetzt können wir in den Verstand „flüchten“. Wir können uns ärgern, dass wir es nicht „besser“ hingekriegt haben. Oder wir bemühen uns, mögliche Ursachen zu finden, loglisch zu erklären und daraufhin Strategien zu entwickeln, die uns künftig vor „unangenehmen“ oder „schmerzhaften“ Situationen schützen sollen.

Natürlich lernen wir!

Dennoch haben wir alle auch die Erfahrung gemacht, dass wir uns vor dem LEBEN nicht schützen können (und es auch nicht müssen).

Im Kern SIND wir PURE Lebendigkeit. Und diese zeigt sich nun mal in allerlei Formen. In angenehmen wie in unangenehmen.

Wenn wir uns hin und wieder ein bisschen Zeit und Raum nehmen, dieses Spiel der Formen einfach lebendig zu leben. Und anstatt es zu ernst zu nehmen, einfach voll und ganz zu spüren und vielleicht sogar „still“ damit zu werden, dann löst sich unser angespanntes Verhältnis zu diesen Formen langsam mehr und mehr auf.

Eine angespannte Schulter (oder eine emotionale Traurigkeit) ganz „zart“ zu erFÜHLEN, ist etwas völlig anders, als gegen diesen Schmerz zu kämpfen.

Im ersten Fall, entsteht Raum. Dieser Raum ist wie ein zartes „Ja“ sagen. Das, was da ist, darf sein.

Im zweiten Fall, wird es eng. Wir geben unserer negativen Beurteilung Aufmerksamkeit und dadurch Kraft und Energie. Der Schmerz geht dadurch nicht weg. Aber das „Dagegen-Sein“ kreiert mehr und mehr Anspannung und dadurch mehr und mehr körperliche Verhärtung.

Wenn wir das Gefühl haben, dass wir gesehen werden. Also in unserer Unbeschreiblichkeit, mit all unseren Macken, Ecken, Kanten und bezaubernden Liebeswürdigkeiten, dann ist das wie so eine „Energiedusche“. Dabei braucht gar niemand irgendetwas zu sagen. Es geht schlicht und einfach darum, dass wir das Empfinden haben, da ist RAUM, in dem wir SEIN dürfen, wie wir eben sind.

In diesem Raum ist unendlicher „Platz“.

Platz für Nicht-Wissen, Platz für Neugier, Platz für Vergebung.

Selbstvergebung – und Vergebung für den anderen. Wir sind menschlich. Und wir dürfen menschlich sein.

Hier ist Platz für unsere vielschichtige Geschichte, die wir niemals komplett erzählen könnten. Da ist also Platz für unsere Wurzeln, ohne dass wir diese vollkommen kennen könnten. Hier ist Platz für unser Geworden-Sein.

Platz für unsere Ängste, unsere Träume, unsere (verborgenen) Talente.

Platz für jeden einzelnen Gedanken, jede noch so kleine Gefühlsregung, alle angenehmen und unangenehmen Erfahrungen,…

Manchmal können wir es zulassen, uns auf diese Weise selbst zu begegnen.

Irgendetwas entspannt sich

…und es fühlt sich ganz WUNDERbar an.

 

Herausfordernde Zeiten…

Manchmal im „Alltag“ ist da so ein ganz subtiles Suchen und Fragen: Wie kann ich es SO machen, dass es „gut“ ist?

Dieses „Fragen“ treibt uns an. Es leitet uns durch den Alltag und ist letztlich das Streben nach „Vervollkommnung“ – nach diesem Gefühl, dass alles „rund“ und an der richtigen Stelle ist: Angekommen sein.

Wenn wir uns für Momente – es sind immer nur Momentaufnahmen – so ganz und gar nicht wohlig fühlen, haben wir oft die Idee, irgendetwas MACHEN zu müssen, damit es (wieder) „gut“ wird. Wir versuchen dann die Gedanken, die diesen Moment beschreiben, anders zu deuten. Oder: MIT den Gedanken, „Lösungen“ für das scheinbare „Problem“ zu finden.
Eine Idee könnte dann sein: Besser für sich zu sorgen, öfter „nein“ zu sagen oder „härter“ zu arbeiten, es „besser“ zu machen,…

Wenn wir uns von der Inspiration leiten lassen und diese Ideen nicht all zu ernst nehmen, sind sie meist sogar eine ganz tolle Orientierung: Sie öffnen Türen für neue Erfahrungen.

Wenn wir allerdings zu streng mit uns sind und uns für unser eigenes Verhalten in erster Linie verurteilen, bringen wir als erstes Ablehnung in unser System.

Ablehnung gehört zwar – wie ALLES – auch EINFACH zu der Unendlichkeit möglicher Erfahrungen, durch die wir Lebendigkeit erfahren. Aber es ist eben eine Form, die in ihrer Wurzel zu noch mehr Trennung führt: Wir spalten uns geistig und energetisch von uns selbst ab, indem wir Momente ablehnen und als wenig wertvoll beWERTEN.

Wenn wir alles, was auftaucht, in erster Linie jedoch wertSCHÄTZEN können, dann ist die Basis jedes Momentes ein erhabener.
Aus dieser Perspektive kann Fülle offensichtlich werden.

Das heißt nicht, dass alles automatisch als angenehm erlebt wird.

Trauer bleibt Trauer, körperliches Unwohlsein bleibt körperliches Unwohlsein, Phasen von Kraftlosigkeit sind Phasen von Kraftlosigkeit.
Jedoch wird diese Kraftlosigkeit in ihrer „Vollkommenheit“ erLEBT und nicht hauptsächlich durch die Brille des Mangels BETRACHTET.
Diese Brille nämlich verbraucht die letzte Energie dann dafür, den aktuellen Ausdruck der Lebendigkeit zu bekämpfen. Das Ergebnis: Die Kraft schwindet mehr und mehr und das Gefühl von Mangel wird größer und größer.

Dass auch das lediglich EIN Ausdruck von Lebendigkeit ist, ist völlig vergessen. Und doch ist es nichts anderes als DAS!

Jeder Atemzug begleitet uns durch all diese unterschiedlichen Erfahrungen.
Das Tolle: Er ist Ausdruck der Vollkommenheit jedes Momentes!
Und deshalb ist es der Atem, der immer wieder als Hilfsmittel benutzt wird, um wieder mit uns selbst in Kontakt zu kommen.

Der Atem ist ein beständiger Fluss. Die Idee, dass man einen Augenblick herauspicken könnte, um ihn dann als „ich bin in dieser oder dieser Situation“ zu beschreiben und festzusetzen, wird angesichts des beständigen Flusses in seiner Absurdität offensichtlich. In Wahrheit ist diese scheibare „Situation“ eine Erfindung des Verstandes. Und sie ist abhängig vom Verstand. Er kann sie in alle MÖGLICHEN Richtungen deuten: positiv, negativ, erklärend, fragend,…

Wenn ich diese Geschichte jetzt mal für einen Augenblick verlasse und statt dessen lediglich HIER bin, einfach mit diesem Moment „fließe“, atme, fühle, sitze, schaue,… dann ist da eigentlich kein „Problem“. Dann ist da einfach DAS…

Und das verändert sich von Augenblick zu Augenblick.

Auf einmal sagt irgendjemand irgendetwas, es taucht ein Gedanke auf oder der Blick fällt auf irgendeine Sache. Auf einmal passiert Aufstehen, irgendetwas wird weggeräumt oder aufgeschrieben oder was auch immer…

Jede Erfahrung ist in sich absolut stimmig und DAS kann und muss von keinem Verstand begriffen werden. Allein im ERLEBEN passiert eine Vollkommenheit, die jenseits von „gut“ oder „schlecht“, „richtig“ oder „falsch“ liegt.

Pädagogik, Elternschaft und „Nicht-Dualität“


Aus gegebenem Anlass (ich habe meine Diplom-Arbeit (Pädagogik) über Nicht-Dualität online gestellt), möchte ich ein bisschen was dazu schreiben:

1. Was könnte das bedeuten: Nicht-Dualität?

Das Wahrnehmen von Welt gestaltet sich in Form von Dualität: „Hier“ ist scheinbar jemand, der „dort“ etwas bestimmtes wahrnimmt – das können auch „innerliche“ Prozesse sein, wie Gedanken, Gefühle oder Körperempfindungen.

Nicht-Dualität weist nun auf eine „Qualität“ hin, die gewissermaßen jenseits oder aber auch gleichzeitig, während dieser dualen Wahrnehmung existiert.
Das Wort „Nicht-Dualität“ weist darauf hin, dass Trennung, die in jeder Wahrnehmung (und scheinbar stabiler in jedem Wort, noch stabiler in jeder Idee und Theorie) Gestalt annimmt, gewissermaßen eine SCHEINBARE ist: Für diesen Augenblick SCHEINT etwas so oder so zu sein. Wir scheinen dies oder das zu sein,…
Bei genauem Hinsehen wird jedoch deutlich, dass nichts jemals seine Form behält.

Auch der Wahrnehmende (also die Idee von „Ich“) taucht gewissermaßen aus dem Nichts auf. Schwupps und schon wird dies oder jenes gedacht (…und mehr oder weniger ernst genommen. Natürlich! Denn DAS HIER ist für den Moment alles, was IST).

Die Qualität von NICHT-DUALITÄT kann in diesem Sinne keine „Etwas“ sein. Sie ist nichts, was „Jemand“ erfahren würde. Auch nichts, was „Jemand“ irgendwie entwickeln müsste… Sie ist vielmehr das, was bereits IST – auch wenn es nicht als solche erscheint 😉

Hört sich kompliziert an? Als neues THEORIE-Gebäude ist es das mit Sicherheit auch!!! Aber auch jeder Geübte Advaita-Leser hat letztendlich nicht wirklich etwas vom Verstehen eines Konzeptes.

Tröstlich? Ja UND NEIN 🙂 Denn ich kann sehen, dass ein Verstehen (welches auch immer ;- ) durchaus hier und da hilfreich sein kann. Es kann letztlich aber ALLE MÖGLICHEN Gefühle auslösen. Also wie immer: Alles kann, nichts muss.
Und weiter: Auch die Erkenntnis, dass Verstehen nicht notwendig ist, kann Erleichterung oder Angst erzeugen.

2. Was bedeutet das für die Pädagogik? Oder im ganz gewöhnlichen Alltag einer Mama oder eines Papas?

Gewissermaßen bedeutet es gar nichts 😉 Denn was immer wir sehen, denken, wahrnehmen, taucht letztlich ungefragt auf. Es hat natürlich eine Geschichte. Wir sind irgendwie geworden und aus diesem Geworden-SEIN schauen wir. Und entfalten uns und die Welt weiter und weiter…
Andererseits kann es einen großen Unterschied machen, wenn wir uns auf irgendeine Weise der „Bewegtheit“ und gleichzeitigen „Leerheit“ der Wahrnehmungen, Bilder, Situationen und Handlungen „bewusst“ werden. Was dann passiert, ist eine andere Form von Authentizität. Nicht dass wir urplötzlich aufhören würden, in unseren irgendwie gearteteten Mustern zu sehen und zu handeln. Aber auf eine gewisse Weise werden sie weniger „stabil“. Sie werden leichter. Fast durchscheinend (manchmal).

In dieser Qualität, in der Nicht-Wissen(-Können) Platz hat, verlieren Kategorien und Gegensätze wie „richtig“ und „falsch“ ihre SCHEINBARE Stabilität. Auch hier wird eine Art „Gleichzeitigkeit“ offensichtlich… Ich weiß nicht in wie weit Worte hier tatsächlich transportieren können, wovon ich rede. Denn es geht um nichts magisches. Es bleibt das ganz gewöhnliche Leben mit all seinen verschiedenen Facetten und Formen.

Und dennoch:
Wenn diese scheinbare Grenze zwischen „dir“ und „mir“, „richtig“ und „falsch“ auf gewisse Weise anfängt sich zu verflüchtigen, können wir uns viel leichter begegnen, denn wir müssen nicht mehr so für unsere Ideen kämpfen. Sie werden als IDEEN offensichtlich.
Auf der anderen Seite, fällt es gleichzietig viel leichter, sich selbst zu zeigen, wie man gerade ist. Das krampfhafte Aufbauen dieser Maske, die uns Anerkennung, Sicherheit und vielleicht Liebe versprechen soll, wird weniger notwendig. Denn die Angst, die uns dazu bringt, das scheinbar tun zu müssen, verliert nach und nach ihre Macht. Wir erkennen: Das, wovor wir uns fürchten, passiert gar nicht. Selbst in dieser scheinbar abstrusen Situation, die wir immer verhindern wollten, passiert gar nichts. Es scheint vielleicht absurd zu sein oder schmerzhaft oder unglaublich oder pervers, aber im Grunde? Wir sind berührt und doch unversehrt.

Das ist jetzt NICHT exakt das, was in meiner Diplom-Arbeit steht 😉 Denn es ist eine Theorie-Arbeit und keine Wiedergabe meiner eigenen Erfahrung. In der Arbeit stelle ich Zusammenhänge her, die Nicht-Dualität (und Verbindungen zu Yoga) VIELLEICHT offensichtlicher werden lassen. Es gibt einige nette Zitate und einige Stellen, die das HERZ berüren. Und natürlich gibt es auch Teile, die für den ein oder anderen ganz furchtbar langweilig oder höchst kompliziert erscheinen 😉

Und was macht das schon?

Nichts!

Da ist diese unendlich, unglaubliche Lebendigkeit, für die wir weder ein Wort, noch eine Theorie finden müssten (oder könnten).

Und EINE From dieser wahnsinnigen Unbegrenztheit ist natürlich auch, dass manche (wunderbaren) Verstände (aus Angst oder Freude) immer mal wieder hier und da ganz beschäftigt damit sind, zu verstehen.

Verstehen ist wunderbar! Jedoch bleibt jedes Verständnis letztlich EIN Augenblick. Eine Momentaufnahme…

Und schwupps ist da eine neue…

Und DAS ist es!

Jeder dieser Augenblicke… unendlich VOLL!

In sich komplett!

(und das schreibt eine Schnupfen-Nase mit Gliederschmerzen,… …die ab und an sehr gerne denkt,… …und es manchmal als „zu viel“ empfindet,… …und es manchmal genießt,… …die, ab und zu von der Stille berührt wird und darin verschwindet,… …die, täglich irgendwie mit ihren Kindern umgeht und keine Ahnung hat, ob das gut oder richtig so ist… …die manchmal ganz beflügelt ist und manchmal betrübt oder müde…)

Das „beste“ Selbst sein – JUNGS und YOGA – Auszug aus einem Workshop

Ich muss zugeben, ich war selbst überrascht, als die 7 Jungs (11-12 Jahre) sich tatsächlich gleich bereitwillig (mit Augenkissen ;- ) in die Anfangsentspannung gelegt haben – und gleichzeitig war es wunderschön zu sehen, wie sehr sie genossen, gleich zu Beginn die Möglichkeit zu bekommen, ZUERST bei sich anzukommen, anstatt ihre Position in der Gruppe finden und „verteidigen“ zu müssen…
…wobei dafür natürlich auch schon vor Stundenbeginn Mini-Situationen super geeignet erschienen…
Gelegenheiten gibt es immer ;- )

Gleich in den ersten Augenblicken, in denen die Jungs wirklich regungslos da lagen, bat ich sie ihre Aufmerksamkeit zum Atem zu bringen und einen Moment zu fühlen, wie sich die Bauchdecke mit dem Atem automatisch bewegt – ohne dass sie irgendetwas dafür tun müssten.

Ich sagte, dass Sie einfach beobachten könnten, was von alleine geschieht.

„Jedes Einatmen ist ein Nähren. Und versorgt euch mit Sauerstoff und Energie. – Ohne dass ihr dafür etwas tun müsst. Es passiert automatisch. – Aber ihr könnt euch dessen bewusst werden! – Das ist dann wie so ein Ankommen mitten in eurer Kraft.“

„Heute geht es nicht darum, wie irgendetwas aussieht. – Sondern darum, wie es sich anfühlt!“

„Und ihr müsst nichts machen, was ihr nicht machen wollt. Dann setzt ihr euch einfach auf die Matte und schaut einen Moment zu.“

„Heute geht es darum, Erfahrungen zu machen. Und dabei kann man gar nichts falsch machen. Es sind eure Erfahrungen, die nur ihr fühlen könnt. Und dabei gibt es kein „Richtig“ oder „Falsch“. Es sind einfach unterschiedliche Erfahrungen.“

„Wenn ihr eine Pause machen wollt, dann setzt oder legt ihr euch auf die Matte und lasst die anderen ihre Erfahrungen so machen, wie sie es gerade machen.“

„Fühlt jetzt nochmal in euren Bauch hinein. Wie sich der Bauch immer noch von alleine bewegt. Einfach so. Ohne Anstrengung.

Mit jedem Ausatmen verlässt euch nicht nur die verbrauchte Luft. Wenn ihr euch auf die Bewegung im Bauch konzentriert, dann könnt ihr vielleicht auch bemerken, wie der Aus-Atem euch hilft, alle möglichen Spannungen im Körper loszulassen… Auch alle komischen Geschichten im Kopf…

Das passiert automatisch. Mit jedem Atemzug!
Auch wenn ihr euch dessen nicht bewusst seit.
Aber wenn ihr einen Augenblick lang diese Bewegung tatsächlich fühlt, dann wird es wie „stärker“.

Das ist euer Kraftzentrum da im Bauch!
Und ihr könnt da immer hin fühlen.
Wenn ihr aufgeregt seid –
Wenn jemand etwas blödes zu euch gesagt hat –
Wenn ihr nicht einschlafen könnt…

Ihr könnt euch hier immer für einen Moment ausruhen und auftanken.“

Unser Übungsprogramm bestand dann zunächst aus Partnerübungen. Die Jungs sollten sich aufwärmen, indem einer den anderen an die Hüfte anfasst und diesen leicht zurückzieht, während der andere versucht mit hochgezogenen Knien vorwärts zu laufen.
Ich erklärte nochmal, dass das Ziel dieses Spiels nicht darin besteht, den anderen so doll festzuhalten, dass er sich nicht vom Fleck bewegen kann bzw. dass man es schafft sich loszureißen. Bei diesem Spiel liegt das „Gewinnen“ darin, dass man spürt, wie es sich anfühlt. Und wir helfen uns gegenseitig dabei, das auszuprobieren.

Ich selbst habe mitgespielt und es hat einfach einen Riesenspaß gemacht. Alle müssen sofort lachen, kommen sich nah und entspannen sich, während der Körper warm wird und einiges in Bewegung kommt. Klar kommt man so sofort aus dem Kopf und genießt einfach dieses Spiel, bei dem es um nichts geht…

Zuerst wurden die Rollen getauscht, dann die Partner und es gab eine weitere Aufwärmübung: Sie ist ähnlich, jedoch geht es anstatt ums Laufen, um das Springen. Der Partner greift mal fester und mal weniger fest an die Hüfte. Mal arbeitet er gegen das Hüpfen und mal unterstützt er den Partner noch höher zu springen. Der Springer hat keine Ahnung was als nächstes passiert… eine Überraschung 😉

Nach zwei weiteren Partner-Übungen gab es kraftvolle und stärkende Körperübungen für den Bauch, die Arme und den Rücken. Die Jungs genossen sichtlich den Wechsel zwischen Kraft und Entspannung.

In der Endentspannung konnten sie den Körper als Klangkörper erleben, da ich mit Klangschalen gearbeitet habe. Durch die Augenkissen war jeder wieder in seinem inneren „space“ und nicht abgelenkt, was jemand anders macht oder denken könnte.

Anschließend habe ich die Jungs gefragt, ob sie noch Lust auf Atem-Übungen haben. Es gäbe eine, die die Kraft im Bauch verstärkt und das Gefühl vermittelt, ganz leicht und energiegeladen zu sein, so dass man sich viel leichter konzentrieren kann. Eine Übung die man z.B. gut vor den Hausaufgaben machen kann. Eigentlich ist es eine Übung für Erwachsene, es kann also sein, dass es nicht auf Anhieb sofort klappt. Die Jungs wollten es auf jeden Fall probieren und einige haben sich tatsächlich darauf eingelassen, die Augen zu schließen, um auch bemerken zu können, wie es sich anfühlt – wie sie es wahrnehmen.
Ich habe ihnen erklärt, dass sie die Augen jederzeit aufmachen können. Das man mit offenen Augen jedoch einfach auf die anderen gerichtet ist und dann eben nicht so gut mitbekommt, wie es sich innen anfühlt. Zumindest die Wirkung der Atemübung ist so fein. Und um den Atem anhalten zu können, ist es leichter, wenn die Augen zu sind. Das ist dann auch wie so ein sicherer Raum.

Ich war erstaunt wie viel Freude, die Jungs beim Ent-decken und Erforschen hatten. Sie waren total begeistert und wollten die Atemübungen mehrere Male wiederholen. Von einigen Eltern habe ich die Rückmeldung bekommen, dass die Jungs gleich am nächsten Tag einige der Übungen alleine Zuhause wiederholt haben…

Ich selbst war so gerührt, dass sie so viel mitgenommen haben, dass ich so einen Workshop in unregelmäßigen Abständen wieder anbieten werde. So gibt es die Möglichkeit, ohne regelmäßige Verpflichtungen, immer wieder Impulse für den eigenen Alltag zu bekommen, die dann so umgesetzt werden können, wie jeder es für sich kann und will.

Als Eltern haben wir gerne sichtbare Beweise für Wirkungen, denn wir sind natürlich auch sehr daran gewöhnt, alles in „richtig“, „gut“ und „nicht so gut“ einzuteilen. Jedoch ist unsere Sichtweise da leider oft wenig hilfreich. Denn um zu lernen, bedarf es EIGENER Erfahrungen und diese spielen sich im Inneren ab. Sie folgen einer Logik, einer Größe und Komplexität, die von Außen und einem einzelnen (anderen) Menschen nicht zu erfassen ist. Wenn man jedoch – als Kind oder als Erwachsener – vom anderen das GEFÜHL vermittelt bekommt, dass alles in Ordnung ist (dass dieses EIGENHEIT gesehen und einfach in Ordnung ist, ohne die Notwendigkeit irgendeiner Einordnung), WOW! was für eine Erleichterung. DAS ist eine Atmosphäre in der man aufblühen kann. DAS genau ist die Atmosphäre, in der jeder einzelne das „beste“ Selbst sein kann 🙂

 

Yoga mit Verena Kamphausen in Kirchheim/Teck

Der Zauber der Kinder… (Mama-Sein und Yoga)

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Ich bin nicht nur selbst Mama, sondern unterrichte u.a. auch Mama-Kind-Yoga-Kurse (0-3 Jahre)…
…und immer wieder kommt es vor, dass ich auch so ein ganz kleines Wesen im Arm halte und mich jemand mich mit großen Augen anschaut. Laaaange…!!!

Das ist wirklich erstaunlich und berührt mich immer wieder zu tiefst. Weil es so ein ganz anderer Kontakt ist als der, zu erwachsenen Menschen.
Dieses offene Schauen.
Einfach schauen.
Ohne Angst.
Ohne ein Wort zu sagen.
Ohne irgendetwas zu denken,…

…und da ist niemand, der dann versucht, diese Stille zu füllen.
Sie ist bereits voll.
Leer und absolut VOLL.

Ja! Es kommt auch vor, dass da jemand hemmungslos weint. Laut weint!

Oder dass jemand ganz frei herausruft, was er gerade braucht…!

Einfach so. Völlig egal, was irgendjemand darüber denken könnte.

Für mich ist das immer ganz WUNDERbar! Denn ich unterrichte ja die Mamas. Ich schaue, was SIE brauchen könnten. Und meistens sind da ganz unterschiedliche Frauen, mit unterschiedlichen Körpern…
…und dann diese Kinder. Mittendrin. Wild, frei und lebendig!

Es erinnert mich daran, nichts zu wollen, außer das, was gerade IST!

Ich bin immer wieder fasziniert, wie EINFACH es ist, Kindern zu begegnen – und wie anders als mit Erwachsenen.
Erwachsene begegnen sich zu einem Großteil immer auch im Kopf.
Wir begegnen uns in dem, was wir meinen, über den anderen zu wissen, wie wir ihn einschätzen… . Und wir begegnen uns in dem, was diese Ideen in uns selbst auslösen: Unsere Ängst, unsere Wünsche und Hoffnungen… All dies schwingt ganz automatisch und meist unbewusst mit.
Und das ist nicht schlimm! Denn so lernen wir. Ganz nebenbei. In jedem Augenblick. Wir lernen wie wir funktionieren. Wir lernen, was sich gut anfühlt und was nicht… und wir probieren aus: Wir spielen 🙂

Genau wie die Kinder. Nur nehmen wir es etwas ernster… so als gäbe es etwas zu verlieren.

Aber was gibt es tatsächlich zu verlieren?

Nichts, außer ein (mittlerweile) veraltetes Selbst-Bild, oder?

Ja, wir haben manchmal Angst vor den Konsequenzen unserer Ent-deckungen. Weil wir nicht wissen können, was diese nach sich ziehen.

Wenn wir jedoch wahrhaftig LEBEN wollen, wenn wir Lebendigkeit spüren wollen, dann gibt es keine wirkliche Alternative als DEM hier, jetzt zu begegnen.

Und das kann nicht schneller, nicht langsamer und nicht anders sein, als so, wie es gerade IST (und sich in jedem Augenblick verändert).

Diese kleinen Wesen sind dabei eine BESONDERE Herausforderung, weil sie uns immer wieder aus den Ideen herausholen und uns mit etwas anderem konfrontieren: mit Lebendigkeit!

– sie durchkreuzen spontan alle möglichen Pläne
– lassen intellektuelle Diskussionen und Wissen hinfällig erscheinen
– zeigen die Grenzen von Sprache
– berühren unsere KRAFT und VERLETZLICHKEIT
…unsere Zartheit, unsere Offenheit und dessen scheinbare Grenzen….

Die Momente, in denen wir (als Frau, aber auch als Mann) mit diesen kleinen, frischen Wesen auf so zauberhafte Weise zusammen sind, sind MOMENTE.
Es ist immer JETZT!
Jetzt, als Möglichkeit, dir und dem anderen auf diese einzigartige Weise zu begegnen. Das ist ein enormer Schatz! Kein Nachschlagewerk über Erziehung, kein spirituelles Wissen und keine Yoga-Session könnte das je ersetzen.

Warum? Weil es ECHT ist und weil es JETZT ist – wenn es ist!

Wenn die Kinder gerade mit etwas anderem beschäftigt sind, dann ist Zeit für etwas anders. Für was auch immer.

Und wenn sie groß werden, verändert sich die Art und Weise der Begegnung – scheinbar.

Vielleicht können wir gemeinsam mit ihnen wachsen. Und diesen unschuldigen Kern, den wir am Anfang so zart erfahren durften, immer wieder neu entdecken.

Selbst wenn wir Erwachsenen begegnen.

Wenn wir den Männern und Frauen begegnen, die wir meinen zu kennen. Die uns jedoch in diesem Augenblick ganz neu begegnen…
…so wie wir in diesem Moment ganz neu einfach sind, was wir sind.

Vielleicht können wir also auch uns selbst in dieser Zartheit begegnen.

Und darum geht es ja letztendlich im YOGA.

In die Grenzenlosigkeit zu fallen, die man IST.

Einander Begegnen

Alb_Flieger

Ich glaube, dass ist schon ewig „mein Thema“ 😉

Manchmal scheint man sich viel näher zu sein, wenn man sich nicht gerade gegenüber steht.
Kennst du das?
Du bist gerade total entspannt und in Frieden. Wenn du an den anderen denkst, dann ist da so eine Freude. Vielleicht sogar eine ganz zarte, kaum zu fassende Innigkeit und Verbindung.
Oder du bist auf einmal total im Glück… und du würdest das so gerne teilen…

Aber dann, wenn da tatsächlich eine zweite Person anwesend ist, mit ihrer Energie und ihren Geschichten,… dann passiert oftmals etwas ganz anderes: Man redet über irgendetwas!

Oft erzählt man sich dann erst einmal was heute schon alles passiert ist.
Und selbst wenn über die Schönheit von dem, was man gerade sieht, spricht, schrappt man irgendwie haarscharf am eigentlichen Erleben vorbei!
Und damit an der ganzen Fülle.

Was bleibt, ist irgendwie ein subtiles „Suchen“. Ein Suchen nach dieser Innigkeit und Er-FÜLLe-ung.

Aber anstatt HIER (in der Absolutheit dieses Augenblicks) zu SEIN und anstatt einander auch HIER zu begegnen, sind Begegnungen meistens etwas, das im Verstand stattfindet.

Ich hab nichts gegen den Verstand.

Wirklich nicht. Ich schätze ihn sogar. Und ich liebe das Spielen mit Worten, deswegen schreibe ich wohl auch so gerne.

Worte

– und auch Gedanken

sind wunderbar.

Sie können so wunderbar sein, wie der Duft in der Luft, wenn es an einem warmen Sommertag zu regnen anfängt.

Sie können auch scharf sein, klar, desillusionierend. Sie können aber auch ablenken, verwirren, einen beschäftigt halten… Sie können verschiedene Formen annehmen. So wie alles andere eben auch.

Die Gedanken sind also nicht das Problem. Eigentlich ist gar nichts ein Problem. Dennoch gibt es einen Unterschied der…   sagen wir „Energie“. Manchmal schaffen wir es, uns mit Worten zu berühren. Aber manchmal scheinen die Worte eher zu trennen und gar nicht recht das zu sagen, was man eigentlich sagen wollte.

Das ist heute mein Thema.

Und ich bin traurig darüber, dass ich mit meinen Worten nur den einen Teil von mir gezeigt habe – und nicht die anderen Seiten, die ich auch fühle, die ich auch bin.

Das, was ich gesagt habe, war echt. Und dennoch ist da so viel mehr…

Und wenn ich jetzt damit hadere, dann bleibe ich genau da stecken. Ich dreh mich im Kreis.

Ich könnte aber auch still werden…

…und lauschen.

Wenn ich es gerade kann 😉

Wenn ich mich daran erinnere und die „Stille“ mich kriegt.

Dann werde ich zart und  fange an zu fühlen.

Dann fühle ich den Schmerz der in mir wohnt.

Und es ist okay.

Da ist eine Zartheit, die diesen Schmerz auf gewisse Weise liebkost. Ich komme mir nah. Sehr nah. Und aus dieser Nähe heraus, begegne ich auch der Welt mit derselben Zartheit. Jetzt habe ich das Gefühl, dass wir uns begegnen. Ehrlich. Wach. Offen. Echt.