Das Geheimnis der Rishikesh-Reihe

Heute erfährtst du etwas über meine ganz persönliche Erfahrung mit dieser Reihe. Es hat mit der Dimension zu tun, die trotz aller Unterschiedlichkeit von Erfahrung immer gleich bleibt. Aber dazu später mehr.

Die Rishikesh-Reihe ist das „Basis-Gerüst“ mit dem in der Sivananda-Tradition Asanas praktiziert werden.

Nach dem Ankommen (des Bewusstseins im Körper und damit HIER in diesem Moment) und dem „Aufwärmen“, ist die erste richtige Haltung der Rishikesh-Reihe: Der Kopfstand.

Für alle, die den Kopfstand körperlich nicht ausführen können, schreibe ich später etwas zu Alternativen.

Der Kopfstand aktiviert die „Verbindungstelle“ zwischen menschlichem Bewusstsein und dem „göttlichen Funken“ in uns, denn er spricht das Sahasrara Chakra an. Das Sahasrara Chakra ist das „Tor“ zu der Dimension, in der all die scheinbaren Trennungen, die wir als menschliche Wesen erleben, all die Einteilungen in „ich“ und „du“, „richtig“ und „falsch“, „voll“ und „leer“, „Mann“ und „Frau“,… …in ihrer Scheinbarkeit offensichtlich werden.

Eigentlich beginnt dieses „Sehen“ bereits im Herzraum (Anahata-Chakra) und ist eine ganz natürliche Entwicklung menschlicher Evolution. Eine Evolution des Bewusstseins, die natürlich in all unseren Handlungen Form annimmt.

Diese Entwicklung nimmt u.a. Form an durch das Erwachen der sogenannten „Kundalini-Kraft“. Dieses Wort und die damit verbundenen Erklärungen sind jedoch nur EINE bestimmte Weise, diese natürliche Entwicklung zu beschreiben und zu erklären. Letztlich gibt es unendlich viele Ausdrucksmöglichkeiten. Und natürlich einige, die überhaupt keiner yogischen Begriffe bedürfen. In diesem Sinne sind natürlich auch keine Asanas (Yogahaltungen) von Nöten, um hier irgendwie vorwärts zu kommen. So wie in einem Garten die verschiedensten Sträucher, Bäume, Gräser, Blumen und „Nutzpflanzen“ wachsen, ist auch Yoga lediglich eine Form von unendlich vielen Ausdrucksmöglichkeiten des Lebens selbst.

Wenn du dich jedoch aus irgendeinem Grund von Yoga und der Arbeit mit dem Körper angezogen fühlst, dann ist jede einzelne Yogahaltung wie eine Tür.

Der Kopfstand ist nun die Tür, die dich mit deinem „höheren Selbst“ verbindet. Also mit dem, was „Oberhalb“ der Kleinlichkeit des menschlichen Geistes existiert. Mit all dem, was hinausgeht über die Ideen von „richtig“ und „falsch“. Mit all dem, was jenseits von diesem oder jenem so wunderbar und detailliert dargelegten (emanzipierten, menschlichen, politischen, wirtschaftlichen, religiösen, spirituellen,…) Konzept IST. Insofern ist es sogar ein Hinausgehen über jede Form von Erfahrung, die du als „Ich“ machen kannst.

Es ist die Tür, die menschliches und „göttliches“ miteinander verbindet.

Während deine Wurzel (das Muladhara Chakra) dich verbindet mit der „Tiefe“ von Menschlichkeit. Diese hebt sich deutlich ab von der Qualität des Tieres oder der Pflanzenwelt. Gleichzeitig verbindet dich dieses Chakra (diese Qualität) mit der gesamten Qualität von Erde. Die Erde hat eine gewisse Schwingung und „Energiequalität“ – die sich natürlich auch entwickelt. Du bist über das Wurzelchakra mit der Energie der Erde verbunden. Die Energie der Erde ist u.a. die Qualität des Form-Annehmens.

Das Wurzelchakra ist am unteren Ende der Wirbelsäule. Wenn wir aufgerichtet sind, fließt Energie durch uns hindurch. Die Energie der Erde UND die Energie des „Himmels“. Deswegen ist das Thema der Aufrichtung nicht unbedeutend.

Das Wurzelchakra wird insbesondere durch den Muskel- (und Energie-) Verschluss der Beckenbodenmuskulatur aktiviert. Letztlich aber geht es natürlich nicht um irgendeine Muskel- oder Körperbewegung, sondern um diese besondere Qualität von Bewusstsein, die jedoch zugänglich wird, durch den Körper (die Form).

Die Rishikesh-Reihe legt also den Fokus auf die Ebene, die die Form belebt – nicht auf die Form selbst. Deswegen fangen wir mit dem Kopfstand an.

Im Alltag sind wir so vielen Eindrücken und Einflüssen ausgeliefert: Persönliche Sichtweisen, Recht-haben-wollen, die Idee, sich verteidigen oder schützen zu müssen,… all das ist ebenso an der Tagesordnung, wie das blinde Ausgeliefert-Sein an diese Haltegriffe und psychischen Muster.

Aus diesem Grund beginnt die Rishikesh-Reihe als erstes mit der Öffnung der Dimension, in der alles bereits voll ist: Reines, lebendiges Potential!

Die Dimension, die „über“ der Menschlichkeit Form annimmt, ist ebenfalls bewegt und hat durchaus unterschiedliche Formen. Jedoch gibt es Getrenntheit nicht auf die selbe Weise wie wir es menschlich erfahren. Demenstsprechend gibt es auch kein „gegen“ und keinen Grund das „Eigene“ darzustellen und vom anderen abzuheben. Es gibt keine Form von „Krieg“.

Menschliches Sein jedoch bewegt sich in der Dualität. Wir lernen den Unterschied zwischen „Krieg“ und „nicht Krieg“, also haben wir beides. Und deshalb sind wir verbunden mit dem „Himmel“ und der Erde.

Das Kronenchakra wird nun nicht alleine im Kopfstand aktiviert, sondern beispielsweise auch in der Meditation, bzw. ganz natürlich, wenn die „Zeit“ reif dafür ist. So gesehen ist keine einzige Asana nötig. Oftmals ist der Weg über den Körper jedoch ein hilfreicher, angenehmer oder irgendwie anziehender, um sich überhaupt bewusst wahrzunehmen und ein Gefühl für die unterschiedlichen Qualitäten von Bewusstsein zu entdecken.

Weiterhin kann die Energie des Kopfstandes sogar aktiviert werden, indem wir uns vorstellen, wie es sich (körperlich) anfühlt, in den Kopfstand hineinzugehen und in ihm zu SEIN. Wir arbeiten dann tatsächlich mit unserem Energiekörper, der dem physischen Körper wie einem Abbild gleicht.

Nach dem Kopfstand, folgt der Schulterstand, der die Kehle aktiviert. Die Kehle steht für den RAUM, so dass Form-Annehmen überhaupt möglich wird. Mit der Kehle entstehen also alle Richtungen. Diese beinhalten alle möglichen Formen. In diesem Sinne ist alles erlaubt! Alles dient der lebendigen Erforschung von Menschlichkeit!!! Egal wie angenehm oder unangenehm es auch erscheinen mag.

Sarvangasana (Schulterstand) heißt übersetzt: Die Stellung aller Teile! Die Stellung hilft dir ganz natürlich, all deine Teile anzuerkennen.

Der Pflug verstärkt diese Energie. Du ziehst dich wie eine Schnecke in dein Innerstes zurück.

Das Annehmen aller Teil ist der Ausdruck von reiner Liebe. Liebe urteilt nicht. Sie sieht völlig klar. Jede Form.

Das ist die Qualität, die im Herzraum Form annimmt. Die Asana, die diesen Bereich körperlich und energetisch anspricht, ist der Fisch – Matsyendrasana.

Es folgt die Vorbeuge, die (nach dem öffnen des Herzens) alle menschlichen Aspekte (alle Chakren) miteinander verbindet und bis zur Wurzel arbeitet. Die Vorbeuge ist wie eine Art „Kreis“ (Atemkreislauf).

Die Vorbeuge ist außerdem Ausdruck der Hingabe angesichts dieser unbeschreiblichen Ganzheit.

Nach der Vorbeuge kommt die Kobra, die bereits in der Dualität arbeitet. Einerseits verstärkt sie die Wurzel (Beckenboden-Mulabhanda), andererseits öffnet sie Herz und Geist.

Die Heuschrecke legt den Fokus auf die Wurzel. Jetzt sind wir auf der Erde angekommen.

Der Bogen verbindet – nachdem wir auf der Erde angekommen sind – erneut alle Chakren miteinander.

Im Drehsitz fließt die Energie schließlich von der Erde aus wieder nach oben. Gleichzeitg werden hier beide (körperlichen) Seiten (beide Pole – Dualität) miteinander verbunden…

Energetisch kann die Reihe hier aufhören.

Es gibt eine lustige Geschichte, die besagt, dass der Kopfstand ursprünglich am Ende der Übungsreihe – bzw. nach dem Drehsitz (Ardha Matsyendrasana ) – stand. Da aber einige Schüler, dieser doch etwas „herausfordernden Stellung“ entgehen wollten und den Unterricht gerne etwas früher verließen, wurde sie kurzerhand an den Anfang der Reihe gesetzt ;- )

Ich schreibe dies extra dazu, weil ich nicht glaube, dass es irgendeinen Sinn macht, auf irgendeine Erklärung zu bestehen!!! Letztlich geht es um NICHTS! In jedem Fall geht es nicht darum, dass du in einer bestimmten Reihenfolge übst, die Haltungen „richtig“ machst oder irgendeine bestimmte Erfahrung machst! Alle Erfahrungen dienen dir gleichermaßen. Auch die, dass egal welche tolle Erklärung du hörst, du trotzdem nur mit deinem Körper (und damit mit deinen Möglichkeiten und Grenzen) arbeiten kannst. Möglicherweise machst du also sehr lange einfach irgendwelche Basis-Haltungen, um Stabilität zu erlangen. Und möglicherweise kommen deine „tiefsten“ Erkenntnisse auch ganz unbahängig von irgendwelchen Yogahaltungen in deinem Alltag mit (oder ohne) Mann und Kind…

Verstehst du was ich meine?

Ich hoffe, ich konnte dich ein wenig inspirieren <3

Von Herzen

Verena

Wer mehr von mir hören oder lesen magst findest du mich in Kirchheim Teck und auf youtube

2 Tage schweigen…


Was glaubst du, was passiert, wenn du zwei Tage lang komplett aus deiner Alltagsroutine aussteigst – und nicht einmal die Gewohnheit des Sprechens mitnimmst?

Wenn du also deine Wut, deinen Unmut, deine Genervtheit, wie auch deine Freude, dein Berührt-Sein, deine kreative Energie nicht direkt nach außen „schleuderst“ (indem du sie in Worten mitteilst), sondern sich alles IN DIR zeigen darf?

Wenn du gleichzeitig auch nichts dergleichen von Außen zugespielt bekommst: Keine Telefon klingelt. Keiner erzählt dir so nebenbei seine Geschichte oder erwartet deinen Standpunkt zu hören, möchte dein Mitgefühl, dein Verständnis oder einen Lösungsvorschlag.

Kein Vergleichen und Abwägen der Meinungen, Ideen und Geschichten anderer.

…vielleicht fällt dir erst jetzt auf wie oft wir uns im Alltag durch Worte auf eine Ebene begeben, auf die wir vielleicht gar nicht wollen (wenn wir uns kaum merkbar beschweren (be-SCHWER-en) zum Beispiel…)

Keine Nachrichten, keine Termine zu organisieren, nichts muss zu irgendeinem Zeitpunkt fertig sein, du musst nicht mal das Essen einkaufen und vorbereiten, was du zu dir nimmst.

Was meinst du, was sichtbar wird, in diesem gigantischen Raum, der dir dann zur Verfügung steht?

Warst du dir schon einmal so nah?

Ganz ohne Ablenkung?

Auch in den Yoga-Stunden wird ja in der Regel nicht gesprochen und auch dort hast du jeweils die Gelegenheit, dich anders wahrzunehmen, als im Alltag. Du spürst vielleicht ganz deutlich, welche Gedanken dich eigentlich gerade beschäftigen (und sie beeinflussen dich nicht nur unbewusst nebenbei).

Du spürst deine Neigungungen. Deine eigene Kraft oder deine momentane Kraftlosigkeit…

Im besten Fall kannst du sowohl das eine als auch das andere einfach da SEIN lassen.

Du erkennst dich!

Und gleichzeitig kannst du lieben, was du erkennst!

Vielleicht beginnst du, deine Tiefe genauso zu lieben, wie deine Oberfläche. Deine Härte, ebenso wie deine Weichheit, deine Stärke ebenso wie deine Kraftlosigkeit und Schwäche.

Möglicherweise kannst du die größeren Zusammenhänge dahinter erkennen und alleine weil du siehst, was du siehst, passiert ein immer feineres Anerkennen…

…was tatsächlich als „LIEBE“ bezeichnet werden könnte.

Wenn du diese Worte nicht nur mit deinem Verstand verstehen möchtest, sondern der Erfahrung Raum geben magst, dann hast du vielleicht Lust gemeinsam mit mir in das Yoga-Stille-Retreat nach Stirsbach zu fahren?

Mehr Infos darüber findest du hier:

http://www.teck-yoga.de/yoga_STILLE_RETREAT.html

Ich wünsche dir einen Tag mit Momenten, in denen du DICH hören kannst!

Von Herzen

Verena

Was ist eigentlich Sivananda-Yoga?


Seit 2001 unterrichte ich Yoga – und die Sivananda-Tradition ist sozusagen meine Wurzel!

Es ist die Basis von der aus ich mich körperlich sozusagen ent-deckt habe: Ich habe wirklich innerlich erspürt, wie alles im Körper miteinander in Verbindung steht.

Aber nicht nur das, sondern auch wie sich meine Anspannung, meine Angst oder meine Vertrauen körperlich ausdrückt.

Ich habe gelernt (innerlich erfahren, in meinem ganz gewöhnlichen Alltag, wieder und wieder und immer wieder neu) wie der Geist funktioniert und wie all das Ausrücke von Energie sind…

Sivananda Yoga ist in erster Linie also sicher keine bestimmte Art, Asanas auszuführen, sondern steht für Ganzheitlichkeit. Aus all den Aspekten, die menschliches Dasein ausmachen besteht letztlich auch der Yoga. Bevor ich das jedoch weiter ausführe, möchte ich noch einen kurzen Exkurs in die Welt der Asanas machen, denn das ist ja das, was wir am häufigsten mit Yoga verbinden:

Und um das einmal klarzustellen: Asanas – die Körperhaltungen im Yoga – sind keine ausgedachten Haltungen, die auf irgendeine „besondere“ Person oder gar Tradition zurückgeführt werden könnten. Sie sind quasi menschliches „Allgemeingut“, so wie all die Pflanzen uns da draußen frei zur Verfügung stehen und wir ihre Wirkung ganz frei und lebendig selbst erforschen können – wenn wir wollen.

Wenn ihr euch Babys anschaut (völlig egal in welcher Kultur), dann werdet ihr beobachten können, wie sie alle – von ganz alleine, ohne jegliche Unterstützung – die gleichen Bewegungen machen, um von der „hilflosen“, liegenden Position aus in die Bewegung, ins Rollen, in den Vier-Füßler-Stand und schließlich in die aufrechte Position zu gelangen, um sich (aufrichtig) selbstständig fortzubewegen. Diese körperliche Entwicklung ist gleichzeitig eine Entwicklung in das „Ich“ hinein. Mit der wachsenden Fähigkeit, die eigene Körperhaltung zu verändern, wächst auch die Perspektive, aus der das kleine Kind die Welt betrachten kann. Während es am Anfang nur daliegt und alles lediglich von oben auf es zukommt, kann es irgendwann seinen Kopf heben und die Dinge aus der Bauchlage betrachten. Später fängt es an sich so zu „drehen“, dass es sich um sich selbst drehen kann. Irgendwann kann es sich selbstständig auf Dinge zu bewegen oder von ihnen weg. Dies geschieht langsam. Gemeinsam mit dem Körper wächst die Fähigkeit, die Einflüsse der Umgebung zu verarbeiten.

Im Yoga machen wir im Grunde nichts anderes 😉

Die „Kobra“ (Bhujangasana) und die „Heuschrecke“ (Shalabhasana), sind zentrale Yogapsoitionen der Rishikesh-Reihe (Sivananda-Tradition) – aber auch einiger anderer Yoga-Traditionen. Beide Haltungen sind klassische Bewegungen, die jedes Kind macht, um genug Kraft zu entwickeln, um in den 4-Füßler-Stand zu kommen, und sich so langsam aufzurichten.

Die Aufrichtung des Menschen – im Gegensatz zum völlig anders bewegten SEIN in der Pflanzen- und Tierwelt – steht auch für eine ganz bestimmte Qualität des Bewusstseins. Dies weist nämlich im Menschen völlig andere Qualitäten auf, als eben im Bereich der Tiere, Pflanzen, Mineralien,…

Diese Qualität des Bewusstseins ist natürlich nichts statisches! Es ist (seit Beginn der Menschheit) eine sich immer weiter und weiter entwickelnde Qualität – mit jedem Augenblick des Formannehmens!

Jede Haltung, die wir im Yoga einnehmen, verändert etwas in unserem Energiesystem und in unserem Bewusstsein.

Das gleiche passiert in jeder menschlichen Begegnung: Durch alles, was wir sehen und nicht sehen, durch alles, was wir hören und nicht hören. Es ist ein ganz natürliches Wachsen und Reifen. Und ein ganz natürliches weiteres Form annehmen.

Yoga ist also EINE Form. Es ist eine mögliche Form. Und damit eine „Tür“, durch die wir gehen können.

Sivananda Yoga ist ein Integraler Yoga, bei dem die Körperhaltungen nicht an erster Stelle stehen. So wie menschliches Sein – auch wenn wir das oft vergessen – nicht nur aus Gedanken, Ideen und Interpretationen besteht, sondern AUCH aus einem Körper, Emotionen und einer „Seele“, so berührt der Integrale Yoga all diese Facetten menschlichen Seins:

Raja Yoga (Teil des integralen Yogas) bezieht sich auf die Qualität des Verstandes: Was ist der Verstand? Wie beinflusst er menschliches Sein? Bhakti Yoga (ein weiterer Teil des integralen Yogas) bezieht sich auf die Gefühlsebene und die Möglichkeit von Hingabe. Karma Yoga (ja, gehört auch zum integralen Yoga) greift die Tatsache auf, dass wir handeln. Wir können als Menschen nicht nicht handeln. Selbst wenn wir den ganzen Tag im Bett liegen würden, wäre das ein Art Handlung, die eine Wirkung nach sich zieht. Natürlich ist auch jeder Gedanke eine Handlung (völlig egal ob du daran glaubst, dass es „dein“ Gedanke ist und auch völlig egal ob du daran glaubst oder selbst erforscht hast, dass die Gedanken lediglich „durch“ dich Form annehmen und gleichzeitig dem Gesetz von Ursache und Wirkung unterliegen).

Karma steht für das Gesetz von Ursache und Wirkung.

Achtung: Beim KARMA geht es nicht um Wertung! Es geht einfach nur darum, Zusammenhänge zu erkennen. Wertfrei!

Der Teil in uns, der wertet, ist lediglich der – eigentlich austauschbare Teil – der konditionierten Gedanken. Andere Prägung = andere Vorstellung von „richtig“ und „falsch“.

Selbst wenn wir behaupten, dass wir wissen, dass es EIGENTLICH kein „richtig“ und „falsch“ gibt, – was ist mit unserem realen (unbewussten) Erleben von „richtig“ und „falsch“?

Wenn ich „zu viel“ esse, muss dieses Essen verdaut werden. Wenn ich etwas sage oder nicht sage, gibt es diese oder jene Reaktion von außen und daraufhin wieder eine Reaktion von mir. Vielleicht habe ich die Idee, diese Reaktion steuern zu können, vielleicht meine ich, dass ich das nicht kann (je nachdem woran das Ich gerade glaubt oder was es kürzlich herausgefunden hat). Das alles ist das System von Ursache und Wirkung, das wir Karma nennen und das völlig unabhängig von unserem Glauben, Verstehen und nicht Verstehen ganz natürlich funktioniert.

Jnana Yoga (ein weiterer Teil des integralen Yogas) befasst sich nun mit dem menschlichen Aspekt, der unberührt ist von der Ich-Struktur. Der Teil, der jedoch selbst die Ich-Struktur belebt.

Man könnte es auch so ausdrücken: Der Teil, der selbst in der Ich-Struktur Form annimmt:

Unser „Wesen“, unser „Selbst“, der „göttliche Funken“, unsere „Seele“,…

…und schwupps sind schon wieder alle Vorstellungen (Raja-Yoga) aktiviert 😉

Wo sind denn nun endlich die Yoga-Haltungen versteckt?

Klassisch gesehen gehören diese in den Bereich von Tantra (NEIN! Hier geht es nicht um Sex, sondern um eine „philosophische Richtung“, die sich jedoch nicht im Geistigen verlieren will, sondern ihren Fokus im Bereich des Erfoschens von Menschlichkeit – IM menschlichen Dasein selbst – hat). Im Druchdringen des Mystischen bejaht Tantra Menschlichkeit und wendet sich nicht von ihr ab, so wie viele andere Richtungen, in denen man alles typisch Menschliche leicht als „illusorisch“ oder „niedrig“ im Gegensatz zum „All-Ganzen“ verstehen könnte.

Ist Menschlichkeit nicht gerade ein Teil dieses „All-Ganzen“?

Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich mich von all dem, was ich bis dahin lediglich mit dem Verstand begriffen hatte, zurückziehen musste, um ich SELBST zu werden.

…um selbst zu erforschen!

Wie eine „Pubertierende“ musste ich mir demnach auch meine Yoga-Wurzeln aus der Distanz anschauen. Vieles in mir war in Bewegung geraten. Sicher auch durch die Yogapraxis. Aber mehr noch durch das Leben selbst. Fragen, die ich schon seit meiner Kindheit kannte, wurden auf andere Weise präsent: Wer oder was bin ICH wirklich? Was ist diese verrückte Lebendigkeit? Gibt es tatsächlich irgendwelche „Regeln“?

Ich hatte Philosophie studiert, war schon eine zeitlang Yogalehrerin und bereits Mutter. Ich hatte schon viele Antworten auf meine Fragen gefunden und dennoch war da wie so ein Drängen hinein in eine noch tiefere Authentizität. Ein Drängen nach einem „inneren“, absoluten Wissen, das keine Zweifel mehr zuließ.

Es durchdrang wirklich ALLE Lebensbereiche, nicht nur meine Tätigkeit als (Yoga-)Lehrerin, die ich immer wieder komplett in Frage stellte. Es durchdrang ebenso meine Ideen von Beziehung, Glück, Familie, Geld, Sicherheit, Spiritualität, Wissen im Allgmeinen.

Am Ende – wobei man hier nicht wirklich von einem „Ende“ sprechen kann – stand dann tatsächlich so etwas wie ein Berühren meiner eigenen Innerlichkeit. Jedoch auf eine Weise, die so ganz anders war/ist, als das „Ich“ es sich vorgestellt hatte.

Denn DAS ist nichts, was die Ich-Energie haben könnte!

Und dennoch ist ES stabiler als alles, woran sich diese „Ich-Struktur“ klammert

– insbesondere wenn sie meint, sich selbst zu durchschauen ;- )

Auf diesem weglosen Weg, auf dem ich wirklich alles mögliche immer und immer wieder in Frage gestellt hatte – und genauso oft (meist unbemerkt) versucht habe, mir ein neues, anderes Konzept zurechtzulegen – stellte ich also auch meine Yoga-Wurzeln in Frage, begann nach und nach in meine eigene, authentische Weise des Unterrichtens hineinzuwachsen… …und kehrte irgendwann zu einem Weiterbildungsseminar zu meinen Wurzeln zurück: neugierig, interessiert, aber durchaus auch skeptisch.

Als ich damals also zu meinen Wurzeln zurückfand (ähnlich als würdest du nach sehr, sehr langer Zeit das Haus oder das Dorf deiner Kindheit besuchen), war es natürlich NICHT irgendein theoretisches Wissen, was mich berührte. Ich war durchaus so klar, dass ich all die vermeintlichen „Fehler“, die ich damals kritisiert hatte, immer noch sehen konnte. Aber sie störten den Schatz nicht, der eben auch sichtbar wurde!!!

Das Gleiche passiert wohl auch, wenn du deine eigene Kindheit mit all ihren Höhen und Tiefen, mit all den Geschenken und Verletzungen – die im gewissen Sinne selbst Geschenke waren – mit den Augen der Klarheit siehst.

All die „Fehler“ sind auf einmal „menschlich“ und akzeptiert. So wie ich selbst jeden Tag mit meiner eigenen „Fehlbarkeit“ konfrontiert bin und gerade DURCH sie, tiefer und tiefer blicke, lerne, vergebe (mir und den anderen), immer weiter aufwache – und natürlich Ganzheit BIN!

Vollkommenheit ist etwas völlig anderes, als Perfektion. Perfektion hat ein Gegenteil. Ganzheit enthält alles.

Menschliches Dasein nimmt Form an durch Dualität. Wir begreifen und erleben gerade durch (die scheinbare Trennung von) Körperlichkeit und auch durch das Wechselspiel zweier Pole: Tun und Geschehen lassen, verstehen und nicht verstehen, Liebe und nicht Liebe,…

In meinem Fall war ich – als ich nach einigen Jahren zum „Schnuppern“ zu meinen Yoga-Wurzeln zurückkehrte – so unendlich dankbar für die Fülle, die ich insbesonders bei Yoga Vidya geschenkt bekommen hatte. Es war wirklich so, als würde eine gereifte Frau, die als Teenager das Elternhaus verlassen hatte, um ihren eigenen Weg zu finden, mit neuen Augen nach vielen Jahren nach Hause kommt. Während sie als Teenager einige Dinge an ihren Eltern auszusetzen hatte, war sie inzwischen selbst Mutter geworden. Neben all den „Fehlern“, die ihre Eltern gemacht hatten, war sie nun in der Lage auch die Liebe zu sehen, die die ganze Zeit über dagewesen war. Sie hatte erfahren, dass sie nicht umhin kam, dieselben (und andere) Fehler mit ihren eigenen Kindern zu machen – und dass einige davon gar keine „Fehler“ waren, auch wenn sie von außen vielleicht so aussahen. Sie hatte gelernt, die größeren Zusammenhänge zu sehen. Gleichzeitig was sie dehmütig geworden angesicht dieses unfassbaren Paradoxes von Komplexität und EInfachheit, Form und Leere.

Als ich also zu meinen Wurzeln zurückkehrte, erkannte ich die Fülle, mit der ich all die Jahre (unbewusst) gearbeitet hatte. Und auch wenn sich mein eigener Unterrichtsstil (augenscheinlich) zumindest von der Rishikesh-Reihe etwas entfernt hatte, so ist der integrale Geist noch immer derselbe.

Unterrichten passiert nun aus dem Sehen heraus, was für die Teilnehmer körperlich möglich ist und was energetisch gebraucht wird. Es passiert aus dem heraus, was ich BIN. Ich kann nur DIES hier sein, das genau auf diese Weise Form annimmt (und sich natürlich weiterhin verändert). Das was ich BIN, ist weder gut noch schlecht, weder richtig noch falsch. Und doch lerne ich und lerne ich und lerne ich… während ich gleichzeitig vollständig bin.

Auch ich lege mit meinem Unterricht lediglich eine Basis, mit der jede Seele, jeder Körper, jedes Leben, in jedem Moment „weiterarbeitet“.

Ein besonders kostbares Geschenk der Sivananda-Tradition bei Yoga Vidya – für mich persönlich – war die Einführung und Begleitung der (fortgeschrittenen) Energiearbeit in Verbindung mit intensivem Pranayama (Kundalini Yoga, als Teil von Tantra-Yoga). Zuerst als Technik genutzt, wurde es mit der Zeit eine ganz natürliche Bewegung, die völlig unbahängig von irgendeiner körperlichen Praxis immer offensichtlicher wurde!

Es gab und gibt so viele Lehrer in meinem Leben: tolle Yogalehrer, Satsang-Lehrer, Menschen, die mich geliebt haben und Menschen, die mich nicht geliebt haben – und natürlich jeder Augenblick dieses unglaublichen Lebens, jedes Form-Annehmen meiner eigenen Innerlichkeit, jede Frage, jede Antwort, jedes Verwerfen irgendeiner Antwort…

Was für eine Reise!

Wer Lust hat, zusammen mit mir Yoga zu machen, findet mich in Kirchheim unter Teck oder auf youtube!

Von Herzen

Verena

Rückzug

Oder: Die Bereitschaft vollkommen ehrlich mit mir zu sein!

Der 11. Januar 2019

Das neue Jahr ist also schon ganze 11 Tage alt.

Wie geht es euch damit?

Schon wieder richtig „angekommen“ im Alltagsleben?

Oder vielleicht sogar gar nicht richtig rausgekommen, weil die Zeit zwischen den Jahren auch ganz schön turbulent war?

Wißt ihr was? Es ist immer noch Winter!!! Auch wenn die längste Nacht schon vorbei ist, dauert es dennoch eine ganze Weile bis die ersten Blumen aus der Erde sprießen werden. Unsere Kraft darf sich immernoch nach Innen zurückgezogen haben. So wie die Bäume immernoch im tiefsten Winterschlaf stecken. Wir dürfen immernoch verarbeiten und vorbereiten…

Das ist das kostbare auf der Erde. Es gibt so etwas wie „Zeit“. Innerhalb der Zeit findet Ent-wicklung statt, d.h. Form annehmen und Trans-FORM-ation (also Veränderung).

Und wir alle haben unseren UREIGENEN Rhythmus, der nicht an bestimmte Daten gebunden ist, sondern sich ganz allein durch unser „Innerstes“ im Zusammenspiel mit den äußeren Erscheinungen ergibt.

Wo stehst du gerade?

Was ist DRAN?

Was ist WIRKLICH gerade DRAN für DICH?

Ich für meinen Teil hatte ein sehr turbulentes Jahr 2018 und es gab wirklich einiges anzuschauen! Ich habe mich daher sehr auf die Weihnachtszeit und die Zeit zwischen den Jahren gefreut und sie diesmal auch wirklich ganz bewusst genutzt, um in meine eigene „Tiefe“ zu tauchen. Dabei geht es gar nicht in erster Linie darum, mit irgendetwas abzuschließen, etwas loszulassen oder neu zu visualisieren oder zu manifestieren. Für mich ist das nährenste und befreienste eigentlich die Erfahrung, dass ich es quasi „aushalte“ mit „mir“ zu sein – in all den unkontrollierten Tiefen meiner Selbst.

…was im turbulenten Alltag ja oft durch allerhand Geschäftiges nur bedingt Raum findet.

Es sei denn, wir halten Ausschau uns diesen Raum immer wieder und wieder neu zu nehmen!

Es ist ein bisschen schwierig das in Worte zu fassen, was da in unserer „Tiefe“ auf uns wartet. Denn die Begrifflichkeiten, die wir ansonsten benutzen, um verschiedene Befindlichkeiten und Qualitäten mit dem Verstand greifbar zu machen, existieren dort irgendwie auf andere Weise.

Es ist so NAH dran an mir, an pulsierender Lebendigkeit, an „Liebe“ (und ich meine damit eben genau nicht das, was wir gemeinhin recht schnell als „Liebe“ bezeichnen), dass Worte und Begrifflichkeiten absolut unnötig werden. Anstatt dieser taucht eine Art Offensichtlichkeit, Fraglosigkeit und Klarheit auf. In dieser Qualität fällt alles natürlich an seinen Platz, während es absolut frei und lebendig bleibt. Da ist Vollkommenheit – jedoch ohne eine Einteilung wie „richtig“, „gut“ oder deren scheinbare Gegenteile.

Wenn ich mich auf diese Weise auf „MICH“ einlasse, dann stelle ich mir kein Ziel VOR mich hin. In der Art, dass ich irgendwo ankommen muss, was ich meine „Mitte“ nennen könnte. Das einzige, was mich gewissermaßen leitet, ist die Bereitschaft ehrlich mit mir zu sein.

Da ist also niemand, dem ich Rechenschaft ablegen müsste, der mich bewerten könnte, der mich ablehnen könnte, loben oder anhimmeln – außer ich selbst. Also erlaube ich mir durchaus auch diesen Perspektiven Raum zu geben, während ich mich quasi durch all diese Persepktiven „hindurcharbeite“ bis ich fühle, dass es WAHR ist.

Wahrheit in diesem Sinne, ist nichts, was ich auf einen Zettel schreiben könnte oder was für alle Zeiten so und so bleiben muss. Es ist einfach ein PURER Moment. Ein Moment ohne Maske.

Und alleine WEIL er ohne Maske ist, ist er WUNDER-, wunderschön!

Die abgrundtiefste Traurigkeit, der größte Schmerz, die unglaublichste Weitsicht, Gefühle, welcher Art auch immer, werden in diesem Augenblick zu einer Feier des Lebens.

Das alles ist ziemlich „still“. Kein Feuerwerk. Und doch ist es auch ein Feuerwerk. Aber da ist kein „Jemand“ der Angst haben müsste oder sich stolz auf die Schulter klopft. Da ist eine Art nüchterndes Anerkennen und eine zarte Liebe, die all das in einen Zauber taucht. Es ist der Zauber der Echtheit.

Aber wie ich schon sagte, er taucht auf, wenn er auftaucht. Wenn alle Erwartungen über Bord geworfen wurden, wenn du bereit bist, die nackte Wahrheit zu ertragen.

Manchmal ist der Weg bis dahin ganz schön steinig, kalt, öde, langweilig, dunkel, heiß, wild, beängstigend,…

…und natürlich gibt es unzählige Möglichkeiten, sich auf dem Weg zu verirren. Der spielerische, kreative Verstand hat so, sooo viele Deutungsmöglichkeiten parat, um NICHT still zu werden. Er liefert zuerst hunderte von Gründen in diese Richtung hier zu schauen und danach ebensoviele Gründe, um in die genau gegenteilige Richtung zu blicken – und danach sucht er nach einer weiteren Perspektive.

Vielleicht fängt er mit dem Schuld-Thema an. Dann ist – je nach Programmierung – entweder zuerst der andere, die anderen oder eben du selbst SCHULD an was auch immer. Wenn du das durch hast (selbst wenn du nirgendwo so richtig ankommen konntest, weil alles irgendwie stimmt und irgendwie auch nicht stimmt), bietet er dir etwas neues an. Vielleicht eine Strategie, mit der du deine Gedanken oder Gefühle in eine bestimmte Richtung hin kontrollieren könntest. Ob das wirklich funktioniert, überlasse ich an dieser Stelle deiner eigenen Erforschung.

Wie weit es uns überhaupt möglich ist, den Verstand nicht ganz so ernst zu nehmen – oder ihn tatsächlich kreativ zu nutzen – ist meiner Meinung nach ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, die wir sicher nicht alle beeinflussen können. Die Grenze ist letzendlich immer die Bewusstheit, die dir zur Verfügung steht.

Innerhalb unserer Bewusstheit gibt es durchaus so etwas wie einen Fokusspielraum. Gewissermaßen können wir uns also tatsächlich „entscheiden“, denn wir spüren Anziehung und Abstoßung (auch wenn wir diese Empfindungen nicht selbst wählen).

Wir bewegen uns in der Dualität. Also eigentlich nehmen wir (als körperlich-geistige Wesen) durch die (scheinbare) Dualität Form an und erfahren so „Trennung“. Trennung zwischen „ich“ und „du“, „außen“ und „innen“, „Tag“ und „Nacht“, „Nähe“ und „Distanz“,…

Diese „Trennung“ wiederum ermöglicht uns einen sehr besonderen Erfahrungsraum, der seine ganz eigene Schönheit hat. Und JA, das hat gerade auch mit unserem Wesenskern zu tun, der wiederum niemals wirklich „getrennt“ ist.

Als Menschen sind wir immer beides…

Wir können den Körper nicht leugnen. Egal was da als Ich-Bewusstsein gerade auftaucht oder nicht auftaucht. Als Mensch besteht unser Dasein daraus, „Energetisches“ in die Form zu bringen. Ganz einfach ausgedrückt: Menschlich zu SEIN. Zu sprechen, nicht zu sprechen, zu handeln, zu gestalten, zu berühren, nicht zu berühren,…

Dies alles macht besonders viel „Freude“, wenn wir uns unseres Wesens bewusst sind. Für mich ist unser „Wesen“ der Punk, wo sich das Vertikale mit dem Waagerechten trifft.

Das Vertikale ist das „göttliche Prinzip“, das sich durch das „Energetische“ in uns verkörpert. Vom Feinen ins Grobe. Von der Unendlichkeit in die Endlichkeit. Von der Verbindung in die (scheinbare) Trennung. Von der Weite in die scheinbare Enge der Form, als DIESE Empfindung hier, als dieses Körpergefühl, als dieser Gedanke, als dieses Wort, dieser Satz, diese Handlung…

…und schon bewegen wir uns (scheinbar) in der Zeit (hier beginnt die Wirkung der Waagerechten). Es wird möglich eine Geschichte zu erzählen. Jede Geschichte hat unzählige Perspektiven. Du bist eine dieser möglichen Perspektiven. Und diese ändert sich von Moment zu Monent.

Das Waagerechte sind die Erscheinungen der Erde: Form und Zeit. Entwicklung. Etwas nimmt Form an, verändert sich, löst sich (scheinbar) auf, nimmt eine andere Form an,… Angesichts des Zeitbewusstseins machen wir eine Geschichte daraus, versuchen Ursache und Wirkung auszumachen. Kein Stillstand.

Ist das nicht wunderbar?

Sobald wir uns also innerlich bewusst aufrichten, fangen wir an, uns für diesen vertikalen Kanal zu öffnen. Wir sind dann nicht mehr allein festgelegt auf die konditionierten Muster unseres Verstandes (die Vergangenheit, die wir auf die Zukunft projizieren), sondern haben Zugang zu der „Weitsicht“ des SELBST und der „Liebe“ des reinen Herzens.

Kannst du dich noch an „dein“ Problem erinnern? Das, was dich gerade aufwühlt und irgendwie „suchen“ lässt? Suchen nach einer Antwort, einer Lösung, einer befriedigenden Interpretation?

Versuch auf dieses „Problem“ mal aus der Perspektive deines „höheren Selbst“ zu schauen!

Ich weiß, dass du das kannst!!!

Du hast deinen ganz UREIGENEN Weg mit dem in Kontakt zu kommen. Nimm dir einen Moment Zeit. Schließe die Augen deines Körpers. Werde still. Richte dich aus.

Mach das wirklich mal! Ja, JETZT!

Oder gibt es wirklich etwas, was gerade anziehender ist?

Ja?

Genau das ist es, was wir in der Meditation machen: Wir verbinden uns mit der Vertikalität in uns. Diese ist bereits Teil von uns.

Die Yogapraxis bereitet diese Hinwendung gewissermaßen vor: Sie hilft dir, dich für diese Dimensionen in dir zu öffnen. Wenn du dich davon angezogen fühlst… Wenn es dich interessiert. Ansonsten ist es dir natürlich freigestellt, auch alles mögliche andere zu verkörpern! Beziehungsweise kreiert deine „innere Dynamik“ aktuell dann eben einfach irgendeinen anderen Erfahrungsraum.

Guck dir die Bäume an, die du siehst, wenn du jetzt gerade aus dem Fenster schaust: Sie tragen aktuell keine Früchte. Nicht mal ein Blätterkleid. Deswegen sind sie keinesfalls falsch oder schlecht. Sie „bewegen“ sich sogar in absoluter Harmonie mit ihrer Umgebung. Und ein anderer Baum, der gerade auf einem anderen Teil dieser Erde zu erblühen beginnt, ist keinesfalls wertvoller, reifer oder richtiger als die Bäume, die du siehst, wenn du heute aus dem Fenster schaust. Verstehst du?

Es gibt keine „richtige“ oder „falsch“ Hinwendung. Es gib kein falsches Form annehmen.

Alles dieselbe Lebendigkeit!

…in unterschiedlicher Form.

Aber wenn du das hier liest, dann kitzelt dich vermutlich die Frage nach deinem Wesenskern. Und dieser ist niemals wirklich im Verstand zu finden. Ganz einfach, weil der Verstand nur eine Möglichkeit des Formannehmes darstellt. Und dein Wesen viel mehr ist als das.

Alles, was im konditionierten Verstand möglich ist, ist ein sehr, sehr billiger Abklatsch im Vergleich zu dem, was der Verstand an Klarheit bereithält, wenn wir gleichzeitig mit unserem „Wesen“ in Verbindung stehen. Um diese Verbindung sozusagen zu aktivieren, braucht es jedoch so etwas wie den Wunsch danach.

Was willst du wirklich, wirklich, wirklich?

Was steht hinter deinen oberflächlichen Gedanken, Wünschen, Ablenkungen,…?

Bist du bereit immer mal wieder TIEFER zu FALLEN?

Der konditionierte Verstand ist wie ein Haltegriff, um nicht zu fallen. Und manchmal sind seine Theorien (insbesondere die „spirituellen“) auch die Fallstricke in denen dein „Ich“ sich verhäddert.

Bist du bereit ins Nicht-Wissen „aufzusteigen“? Und dort pure Offensichtlichkeit DIREKT (das heißt JETZT!) zu erleben – ohne zu „wissen“? Also ohne das, was du als „Wissen“ mitnehmen kannst?

Das, worüber wir diskutieren können, was wir glauben, verteidigen zu müssen, was wir meinen zu „wissen“, istabsolut leer. Deswegen haben wir das Gefühl, es verteidigen zu müssen.

Das „Ich“ hat sich an dieses „Wissen“ gehaftet, bzw. DU glaubst an diesen oder jenen Gedanken, jene Erfahrung, an die du mit Hilfe dieses „Wissens“ festhältst und deshalb existiert dieses DU in Abhängigkeit von all diesen Ideen über dich, diese Situation, diese Welt, usw.

Dein Wesen jedoch ist so viel größer, weiter und freier, als all dieses Wissen (egal wie schön oder schrecklich es auch erscheinen mag).

Weil wir uns damit identifizieren, mögen wir nicht so gerne dahin schauen. Deshalb halten wir uns an der Oberfläche fest.

Wir mögen auch nicht so gerne dahinschauen wo es wehtut. Wir meinen dann, dass „Wir“ uns auflösen, angegriffen werden, usw. wenn wir das Ganze in vollkommener Wahrhaftigkeit schauen.

Was sich aber auflöst, ist nur dieses konditionierte, verletzte, trotzige, ängstliche „ICH“. Nicht unser Wesen. Nicht die Lebendigkeit. Nicht die Kreativität. Nicht die Liebe.

Von Herzen

Verena

Du bist absolutes, kreatives Potential!

Wie können wir das Gedankenkarussel der alten, konditionierten Gedanken durchbrechen und NEU! Jetzt! lebendig spüren, erforschen, feiern, genießen, ent-decken,…?

Manchmal haben wir das Glück, dass uns die unberechenbare Wildheit, Zartheit und Berührbarkeit eines Kindes aufweckt. Vielleicht durch einen Satz oder einfach wenn wir ihnen beim Spielen zuschauen.

Manchmal ist es die Natürlichkeit der Natur, – vielleicht der kühle Regen auf unserem Gesicht, – der uns ins Spüren zurückholt. Und wenn wir diese körperlichen Empfindungen genießen können, die Freiheit des Windes uns inspiriert und nicht stört oder „bedroht“, dann bringt uns diese dadurch wachgeküsste Sensitivität direkt mit dem Ursprung unserer Lebendigkeit in Kontakt.

Manchmal aber überhören und übersehen wir das alles. Wir tun so, als wäre dieser Moment nicht gut genug. Wir glauben, es bräuchte etwas anderes, als DAS HIER, damit es „gut“ wäre.

Vielleicht wäre Tanzen dann die beste Alternative, alles ein bisschen ins Fließen zu bringen, diese unglaubliche Steifheit im Körper und Geist zu erlösen und die Illsuion des Nicht-gut-genug-seins aufzubrechen. Auf diese hartnäckige Ernsthaftigkeit, Zielstrebigkeit und Suche nach dem „Höhepunkt“ zu pfeifen und stattdessen einfach nur zu leben. Wild und gefährlich. Unbekannt. Nicht wissend. Unangepasst. Ver-rückt. Einmalig. Tief. Kraftvoll. Zart. Hauchdünn. Alles!

Vielleicht sollten wir nicht auf die nächste Gelegenheit WARTEN, um zu tanzen, sondern einfach mal MUSIK anmachen?

Aber ja, vielleicht ist uns gerade so gar nicht nach Tanzen zu Mute.  Wenn du JETZT für einen Moment, einfach nur DAS bist, was du eben bist – ohne die Idee, WAS das sein könnte. Du BIST es einfach. Wissen spielt keine Rolle, Zeit spielt keine Rolle, es läuft auf nichts hinaus, es ist für nichts gut. Einfach GANZ das sein, was du BIST!

Wie wäre das?

In meiner neuen Reihe: „Verenas Türchen“ arbeite ich ein wenig mit der Körperlichkeit, um in diesen Moment und damit in den freien Fluss der Lebendigkeit zu kommen. Vielleicht hast du Lust, da mal hineinzuschauen?

Von Herzen

Verena



Was passiert, wenn wir den Kopf ablegen?

Jede Asana (jede Körperhaltung), die wir einnehmen, entspricht einer bestimmten Qualität. Das passiert ganz automatisch, ohne dass wir irgendetwas dafür tun müssten, denn unser Körper ist ganz natürlich Ausdruck von Lebendigkeit. Wir spüren das zum Beispiel wenn aufgeregt sind und ein mulmiges Gefühl im Bauch haben oder wenn unsere Augen müde sind und wir nicht mehr konzentriert nach außen schauen wollen…

Das heißt: Unser Körper zeigt uns gewissermaßen, was „innerlich“ gerade so abgeht. Er zeigt uns wieviel Kraft gerade zur Verfügung steht, er zeigt uns unsere wunden oder weichen Stellen…

Das heißt aber auch, dass – wenn wir anfangen unseren Körper zu bewegen – auch unsere inneren Strukturen mitbewegt werden. Wir stärken also beispielsweise unsere Basis (unseren Beckenboden) und damit berühren wir u.a. auch das Thema unseres Urvertrauens. Oder wir dehnen und öffnen vorsichtig (körperliche) Bereiche, die vielleicht seit langer Zeit hart und zusammengezogen waren und damit rühren wir ganz automatisch auch unsere eigene Berührbarkeit an.

Unser Körper ist Ausdruck unserer Schutz-, Flucht-, und Kampfreflexe – und all diese werden angesprochen, sobald wir mit einem körperlichen „Schmerz“ konfrontiert werden (damit arbeiten wir zum Beispiel in den passiven Yin-Haltungen ganz bewusst).

Was passiert nun, wenn wir unseren Kopf ablegen?

In den letzten Jahrzehnten hat sich das menschliche Denken zu einem immer schärferen Werkzeug herausgebildet. Und das ist wunderbar! Wir haben gelernt, uns unseres eigenen Verstandes mehr und mehr zu bedienen. Wobei man jedoch ehrlicherweise sagen muss, dass wir sehr, sehr oft eher die Gedanken (und Traditionen (auch spirituelle Traditionen)) von anderen denken, anstatt wirklich unseren eigenen Verstand zu benutzen. Ein Grund dafür ist sicherlich der, dass wir uns wenig Raum und Zeit nehmen, genauer Hinzuschauen! Oftmals scheinen wir so sehr beschäftigt, dass es notwendig ist, in Automatismen zu verfallen, anstatt Energie aufzuwenden, wirklich neu zu schauen – und dann vielleicht eben auch mal zuzugeben, dass man falsch lag oder es mittlerweile anders sieht oder dass man noch gar nicht so genau weiß, was man eigentlich darüber denkt!

Da ich menschliches Sein als ein sehr „komplexes Gebilde“ verstehe, sehe ich das Denken als einen wertvollen Teil dieses Seins – aber eben nicht als den einzigen.

Wenn ein Bereich lange Zeit intensive Aufmerksamkeit bekommt und dadurch wächst und sich ausbildet, kommt es vor, dass andere Bereiche zu kurz kommen und irgendwann ein enormes Ungleichgewicht entsteht. In der Regel gleicht das Leben das irgendwann ganz automatisch aus. Denn unser menschliches Leben formt sich gerade durch die Spannung (mindestens) zweier Pole.

Die Ganzheit wird erst sichtbar und erfahrbar durch das Gegenteil. Wir lernen über die Liebe u.a. dadurch, dass wir erfahren, wie sich die Abwesenheit von Liebe anfühlt…

Zum menschlichen Sein gehört neben dem notwendigen gedanklichen Erfassen von Lebendigkeit auch das körperliche Erleben von Kraft, Kraftlosigkeit, Anspannung, Entspannung, Weichheit, Verletzlichkeit, Sinnlichkeit, Genuss, Schmerz,…

…ebenso wie das emotionale Erleben von Lebendigkeit. Und auch „feinere“ Ebenen von Energie sind durchaus individuell und real erlebbar.

Wenn wir unseren Fokus lange Zeit im Kopf haben, kommt es vor, dass wir uns dort verhaspeln. Dann brauchen wir ein bisschen Aus-Zeit um wieder neu und weit denken zu können. Dabei kann uns u.a. der Körper und Körperarbeit dienlich sein.

Manchmal ist es hilfreich, ganz neue gedankliche Inspirationen einzuholen, um einen neuen Blick zu bekommen.

Manchmal ist es heilsam, die komplette Geschichte mal für einen Moment loszulassen und gar nichts wissen zu müssen und stattdessen mit der Erleichterung des nicht-Wissen-müssens zu sein (die u.U. vielleicht auch zunächst erst einmal als furchterregend erlebt wird – denn oftmals identifizieren wir uns wirklich komplett mit unseren Gedanken über uns und eine bestimmte Situation. Deswegen haben wir auch oft das Gefühl, genau diese Sichtweise verteidigen zu müssen).

Was passiert aber, wenn wir unsere Sicht komplett anerkennen und gleichzeitig offen dafür sind, dass diese Sicht nicht alles ist?

Sondern nur eine Sichtweise.

Was passiert?

Wenn wir uns einen Moment Zeit nehmen, mal ganz authentisch und selbstständig nachzuforschen, werden wir herausfinden, dass Gedanken zunächst ungefragt erscheinen. Auch wenn sich Gedanken also quasi durch uns ausdrücken, so erscheinen sie doch zunächst ungefragt (in uns). Wir sind also nicht diese (tollen oder schrecklichen) Gedanken. Wir könnten auch ganz anders darüber denken…

Tun wir aber nicht.

Egal warum, wir gerade genau dieses hier für bedeutsam halten, – HIER entfaltet sich gerade diese Form.

Und wir sind Ausdruck dieser Form und gleichzeitig Beobachter dieses Ausdrucks.

Im Anschluss an das Auftauchen eines Gedankens, legt sich das Bewusstsein mehr oder weniger darauf (d.h. der Gedanke wird uns mehr oder weniger bewusst oder eben nicht bewusst) und zusätzlich wird dieser Gedanken mehr oder weniger für wahr gehalten – oder für weiter erforschungsbedürftig erachtet. Gleichzeitig mit dem Gedanken (bzw. kurz darauf) zeigt sich dann auch ein entsprechendes Gefühl zu jenem Gedanken. Dieses veranlasst uns direkt zu einer Reaktion, der – je nach innerer Struktur – blind gefolgt wird oder die mit mehr oder weniger Spielraum erforscht wird.

Wenn wir unseren Kopf jetzt ablegen, passiert etwas in unserem Körper- und Nervensystem. Denn wir legen den Teil ab, mit dem wir uns zumeist indentifizieren. Ohne, dass wir irgendetwas dafür tun müssten, entspannt etwas in unserem System. Und das kannst du ganz einfach selbst überprüfen:

Leg deinen Kopf einmal vor dir auf den Boden ab.

Was passiert?

Was passiert, wenn du gar nicht „nach draußen in die Welt“ schauen kannst und damit auch nicht so wie sonst in das ganze Spiel von „ich“ und „du“ eintreten kannst. Du siehst – selbst wenn du die Augen jetzt öffnest – nicht weit, sondern gerade auf den Boden, auf den Platz, an dem du stehst (bzw. gerade sitzt/liegst).

Du bist weniger mit dem konfrontiert wie irgendetwas aussieht, was die anderen machen, wie es bei den anderen aussieht,…

Du bist mehr bei dir.

Stell dir jetzt vor, jemand würde dich ansprechen und mit dir über irgendeine Sache diskutieren wollen. Was würdest du tun? Du würdest deinen Kopf heben und deinen Standpunkt deutlich machen wollen, indem du dem anderen auf Augenhöhe gegenüber trittst (inklusive all deiner anderen energetischen, psychischen und körperlichen Muster von Vertrauen, Schutz, Angst und Kontrolle).

Hier kannst du einen Eindruck davon bekommen, wie die Körperhaltungen (immer schon) wirken – in die eine und in die andere Richtung.

Wenn du mehr darüber herausfinden magst, dann komme doch mal in eine meiner Yogastunden (in Kirchheim/Teck) oder besuche micht auf youtube:

Yin-Yoga:

https://www.youtube.com/edit?o=U&video_id=rY1O4kpdpNQ

 

Yoga für die Schultern/Rücken:

https://www.youtube.com/edit?o=U&video_id=LSGox63HTgs

 

Gespräch über „Raus aus dem Kopf – Rein in den Moment“:

https://www.youtube.com/edit?o=U&video_id=TkKhbRsrCCg

 

Ich freu mich auf dich!

Von Herzen, Verena

Dem Leben antworten… Oder: Virabhadrasana – der Krieger im Yoga

Virabhadrasana – der Krieger im Yoga

Jede Yoga-Haltung ist nicht ausschließlich eine Körperhaltung, sondern verkörpert vielmehr eine gewisse Qualität des Lebens. Die Qualität von „Virabhadrasana“ verstehe ich als die Fähigkeit, dem Leben zu antworten:

Mit dem Einatmen erlaube ich allem, was sich in diesem Augenblick zeigt, da zu sein. Das Einatmen ist wie so ein “ JA! – Okay DAS hier“.

Mit dem Einatmen richte ich mich auf. Das heißt: Ich wachse – mit jedem zarten Atemzug – in meine eigene Aufrichtigkeit hinein.

Da ist eine Echtheit mit dem, was gerade stattfindet. Egal, ob ich mich in diesem Moment körperlich wirklich kraftvoll fühle oder mich in einer äußeren Situation erkenne, die ich als schwierig empfinde. Ich bin. Und was immer sich zeigt, zeigt sich. In mir, durch mich, mit mir. Völlig egal, WIE ich das gerade finde.

Jeder Atemzug hebt sanft mein Brustbein an und berüht mein Herz – und damit die Qualität, berührbar zu sein.

Meine Füße berühren den Boden. Ich stehe auf dem Boden. Ich habe Bodenhaftung. Ich träume nicht. Ich stehe hier. Fest auf dem Boden der Tatsachen.

Ich stehe dort, wo ich stehe.

Ich stehe HIER!

Und hier ist genau der „richtige“ Platz!

 

In der Bhagavad-Gita (eine Erzählung, die die verschiedenen Aspekte des Yogas veranschaulicht) steht Arjuna (der Krieger) mitten auf dem Schlachtfeld. Das Schlachtfeld ist der Schauplatz dieser Erzählung. Es symbolisiert unser Leben. Das GANZE Leben! Denn menschliches Sein bedeutet, ALLE! Facetten des Lebens lebendig zu erfahren (nicht nur gedanklich zu verstehen ;- )

Alle Facetten: Das heißt, es geht darum, sich mit dem Leben „dreckig“ zu machen (anstatt mit sauberen Sonntags-Klamotten nur zuzusehen).

Sich „dreckig“ machen bedeutet, sogenannte „Fehler“ zu machen und lebendig zu erfahren, wie sich dieses oder jenes anfühlt. Es bedeutet, sich kraftvoll aber auch kraftlos zu fühlen. Es bedeutet, sich klar aber auch völlig im Dunkeln tappend zu erleben. Es bedeutet letzlich, über die Ideen von „Verstehen“ hinauszuwachsen und im Erleben selbst ganz lebendig zu werden.

Es gibt kein „falsch“!

Und natürlich gibt es „falsch“.

Beides stimmt.

Und es geht überhaupt nicht darum, ob hier irgendetwas stimmt oder nicht stimmt

(…)

Als Arjuna erkennt, dass an beiden Fronten, Freunde, Verwandte, Lehrer und Schüler stehen, die im Begriff sind, sich gegenseitig umzubringen, beginnt er zu zögern.

Arjuna ist ein „Krieger“. Es ist gewissermaßen seine Aufgabe – sein Dharma – zu kämpfen. So wie ein Musiker das Dharma hat, zu „musizieren“ – auf welche Weise auch immer.

Es gibt unendliche Weisen, das zu SEIN, was man IST. In jedem Körper, zu jeder Zeit, in jeder Situation nimmt dieses SEIN eine einmalige Form an. Und alles, was auftaucht, IST dieses Sein: Jede Erkenntnis, jedes Körpergefühl, jede Empfindung, jeder Gedanke, jedes Geräusch, jeder Geruch und jede Bewegung, die von Moment zu Moment von ganz alleine geschieht, ist Teil dessen und absolute Perfektion. Auch wenn sie sich so anfühlt, wie „verloren sein“ oder „hektisch sein“ oder „ängstlich sein“.

Arjuna, der Krieger, steht also auf dem Schlachtfeld und ganz plötzlich weiß er nicht mehr, was das „richtige“ ist und er beginnt ein Zwiegespräch mit „Gott“:

Was kann ich tatsächlich mit meinen Waffen verletzen und was ist und bleibt ewig unversehrt?

Ist diese Qualität der absoluten Unversehrtheit so ein „Spiri-Konzept“ oder kann ich das tatsächlich selbst für mich herausfinden?

Ist angesichts dieses „heilen Kerns“ alles erlaubt?

Wer ist der Handelnde? Welche Instanz in mir entscheidet darüber, was Form annimmt, was geschieht, was ich tue oder nicht tue?

Woher stammen, die Ideen von „richtig“ und „falsch“?

Wer bin „Ich“?

Diesen Fragen lebendig nachzugehen, zu erleben, wie es sich anfühlt, aus dieser oder jener Strategie heraus zu handeln – einfach weil es das naheliegenste ist oder weil es das einzig ist, was mir gerade zur Verfügung steht…

…ist Yoga!

Sich zu fragen: Gibt es eine Weise, die näher dran ist am Leben. Die sich echter anfühlt, lebendiger, zarter, berührter,…

…ist Yoga!

Nicht auszuweichen, sondern weiter zu gehen, Schritt für Schritt, Atemzug für Atemzug. DAS hier lebendig zu erfahren – egal wie erschreckend, egal wie erhebend es auch sein mag,…

…ist Yoga!

Auszuweichen, Eiertänze um dieses Gefühl herum zu veranstalten, um bloß, bloß nicht hineinzufallen in dieses unberechenbare Leben,…

…ist Yoga!

Yoga ist die Verbindung von der scheinbaren Trennung von „richtig“ und „falsch“, „innen“ und „außen“, „Liebe“ und „keine Liebe“, „Angst“ und „Mut“, „Ich“ und „nicht-Ich“,…

 

Nächster Retreat-Tag zu genau diesem Thema:

Samstag, 29.09.2018  9:00-17:00 Uhr in Kirchheim/Teck

 

Von Herzen

Verena

 

 

 

Was bleibt absolut „heil“, wenn…

…unser „Ich-Gedanke“ (unsere Egostruktur) sich tief verletzt fühlt,

angegriffen,

unsicher,

missverstanden,

überfordert,

gestresst,

wutentbrand,

hilflos,

… ?

Das, was in all diesen Situationen, in all diesen lebendigen Formen, völlig heil und rein bleibt, ist nicht nur eine Idee oder ein Konzept, an dem wir uns festhalten können. Es ist etwas, dass wir alle in uns selbst lebendig ent-decken können.

Vermutlich kennt ihr es bereits!

Es war schon da, als ihr ein kleiner Säugling wart. Damals hatte ihr noch keinen Abschluss, keinen Beruf, nichts geleistet, keinen Besitz, um den ihr hättet kämpfen oder streiten können. Ihr hattet noch nicht einmal Worte oder irgendein gedankliches Verstehen. Ihr wart einfach da. Unschuldig. Dieser Körper war da und bestimmte „Eigenheiten“ und Leben entfaltete sich…

In jenen Momenten war dieses „Heilsein“ (dein „Strahlen“) bereits absolut vollkommen  –  denn es ist nichts, was du erst erreichen oder TUN musst. Du musst es nicht mal erkennen! Es ist einfach deine natürliche Natur 🙂

In unserem Alltag, in dem es SCHEINBAR oft darum geht, etwas „gut“ hinzubekommen, gut zu organisieren oder zu verstehen, wird diese „heile“ Qualität oft übersehen.

Das ist kein Problem. Es ist einfach so, weil unser Fokus woanders liegt.

Wenn wir möchten (also wenn wir uns davon angezogen fühlen), können wir unseren Fokus jedoch auch immer mal wieder auf diese Qualität legen.

Tun wir das lediglich gedanklich, haben wir meist das Gefühl, uns fehle etwas. Da ist dann oft so ein (subtiles) Unbefriedigtsein. So als könnten wir da nicht wirklich ankommen. Es scheint immer so, als wäre die Idee der Vollkommenheit zu groß. Gedanklich und theoretisch und auch wenn wir versuchen, UNS zu vergleichen, mit unserer Vorstellung von „reinem Bewusstsein“, bekommen wir das nie wirklich zusammen…

Das, was wir SIND, ist eine Qualität des SEINS, nicht (in erster Linie) des Wissens.

Wenn wir jedoch ganz spielerisch, erforschend unsere eigene Weise ent-decken, wie wir dies lebendig geschehen lassen: Uns dieser Qualität in uns zuzuwenden –  dann passiert meistens etwas wunderschönes:

Das gesamte Nervensystem fängt an zu entspannen!

…wir beginnen uns lebendig zu fühlen. Und verspüren LUST, genau das zu machen, was uns Freude macht.

…wir kommen in Kontakt mit unserer „Seele“.

…Die Bereiche in uns, die bis eben noch ängstlich, verschlossen waren, beginnen sich zu „öffnen“

…und die eine oder andere (Egostruktur-) Wunde (die Idee, dass wir nicht gut genug sein könnten, nicht schnell genug lernen, nicht stark genug sind oder nicht zart genug), beginnt in ihrem eigenen Tempo langsam zu heilen.

Es gibt Orte, Situationen, Worte, Bücher oder Menschen, die uns hier und da erinnern, unseren Blick auf dieses „innere Licht“ fallen zu lassen. Ich für meinen Teil liebe es, diese Orte aufzusuchen, diesen Worten zu lauschen oder mir Zeit und Raum zu nehmen, diese innere Qualität zu genießen!

Yoga ist (für mich) einer dieser „Räume“.

Am Samstag, den 29.09. (Retreat-Samstag in Kirchheim/Teck) werden wir uns gemeinsam auf die Spur nach dieser „heilen Qualität“ in uns machen. Ich möchte euch dazu die Geschichte vom Krieger Arjuna erzählen, der sich unglücklicherweise mitten auf dem Schlachtfeld gegen seine eigene Verwandschaft stellen soll. In diesem Konflikt (Soll ich kämpfen? Soll ich nicht kämpfen? Soll ich wirklich meine Brüder töten? Wofür soll ich kämpfen? Ist Kämpfen etwas schlechtes? Was soll ich tun? Was ist richtig? Gibt es ein „richtig“? Kann ich auch „nichts“ tun? Wer tut hier überhaupt irgendetwas?) wendet er sich an Gott (Krishna) und es ergibt sich ein Zwiegespräch.

Natürlich werden wir nicht die gesamte Bhagavad-Gita lesen, sondern nur einen kleinen Ausschnitt, der euch inspirieren soll. Ich werde diese Zeilen direkt auf unseren Alltag beziehen. Es wird Zeit für Fragen und Austausch geben und natürlich Zeit für stille Meditation und Asanas.

Nach den letzten (vorbereitenden) Retreat-Samstagen, wird es nun zum Jahresende hin intensiver werden, denn der Herbst läd ganz natürlich zur Innenkehr ein:  Was berührt mich wirklich?

Das, was ich mit „Intensivität“ meine, ist jedoch durchaus für alle Körper geeignet und eher eine „innere“ Qualität.  Es gibt genug Flexibilität für alle Bedürfnisse.

Ich würde mich sehr freuen, wenn noch einige von euch dazustoßen und sich – wenn möglich – bis zum 15.09. fest anmelden.

Von Herzen

Verena

Ich mute dir dein Schicksal zu

…dieser Satz weckte mich vor kurzem auf, als ich gerade mal wieder das Gefühl hatte, meine Tochter vor unangenehmen Gefühlen bewahren zu müssen.

Dabei war mein Grund eigentlich genau derselbe, denn auch ich mag in manchen Situationen, in denen ich meine, dass gerade alles total „schief“ läuft,  den Schmerz, der darin aufsteigt, nicht fühlen.

Mit diesem Satz aber wurde mir schlagartig klar, dass sie hier auf dieser Welt ist, um Erfahrungen zu machen – und zwar alle, die ihr begegnen. Und dass ich ihr keine dieser Erfahrungen abnehmen kann.

Ich kann sie begleiten. Ich kann einfach da sein und ihr damit signalisieren, dass es „OKAY“ ist. Dass auch das zum Leben gehört und dass ihr SEIN dadurch in keinster Weise gemindert wird – selbst wenn es sich für Momente ganz furchtbar anfühlt.

Das kann ich allerdings nur dann machen, wenn auch ich keine Angst vor dieser oder jener Erkenntnis, dieser oder jener unerwarteten oder schmerzhaften Erfahrung habe. Also muss auch ich mir mein eigenes Schicksal zumuten. Ich kann mir zumuten und zugestehen, meinen ureigenen, einzigartigen Weg zu gehen und all die damit verbundenen ent-Täuschungen zu ertragen, zu fühlen und vielleicht sogar zu genießen. All die unerwarteten, großartigen, kleinen, feinen, angsteinflössenden, traurigen, kraftvollen, stürmischen,…  Momente.

Wie fühlt sich das an?

In dem Moment, in dem ich mir mein Schicksal zumute, weiß ich um meine Kraft und um die ewige Unberührtheit des SEINS in allem Lebendigen.

Von hier aus ist es nicht leicht – aber möglich – sich auf das Leben TOTAL einzulassen. Und wenn ich das tue, kann ich es auch dem anderen zugestehen. Und damit stärke ich letztlich auch den anderen – selbst wenn es augenscheinlich vielleicht zunächst nicht so aussieht.

Sobald wir an die Kraft des anderen glauben, können wir ihm seine eigenen Erfahrungen, seine eigenen Entscheidungen und damit auch seine eigenen Talente zugestehen. Wir gestehen ihm zu, dem Leben voll und ganz zu begegnen.

Das ist besonders dann herausfordernd, wenn es sich um die eigenen Kinder handelt, denn diese sind oder waren ja durchaus eine lange Zeit in vielen Bereichen wirklich abhängig von uns.

Aber egal wie alt wir sind und egal wo wir stehen – wir sind immer alle miteinander verbunden und voneinaner abhängig:  Wir essen, was irgendjemand (viele verschiedene, an verschiedenen Orten) angebaut hat, was irgendjemand her transprotiert hat und jemand anderes verkauft hat. Was wir lesen, hat jemand anderes gedacht und dann aufgeschrieben. Wir sitzen auf Stühlen, die viele Menschen in verschiedenen Arbeitsschritten hergestellt, verkauft und transportiert haben. Damit überhaupt irgendetwas transportiert werden kann, sind zum Beispiel Autos nötig, die wiederum von jemandem erfunden, gebaut, verkauft und gekauft wurden…

Wir lernen gerade dadurch, dass wir uns aneinander reiben. Wir fordern uns gegenseitig heraus, mit dem was wir sagen und tun und lernen dabei ganz automatisch und natürlich, was es heißt zu lieben und was es heißt nicht zu lieben. Wir lernen ganz automatisch (so automatisch wie ein Apfel von alleine reift, während er gleichzeitig abhängig ist von der Sonne und dem Regen, den Wurzeln des Baumes,…) was es bedeutet in der Liebe zu sein und was es bedeutet nicht in der Liebe zu sein.

Dieses Lernen ist nicht etwas, das wir „nebenbei“ tun und das nach ein, zwei Bücher lesen oder eins, zwei Erfahrungen sammeln, bereits erledigt wäre. Unser gesamtes Leben dreht sich um nichts anderes. Und wir tauchen immer „tiefer“ und „tiefer“ hinein in dieses unbeschreibliche „Geheimnis“, das uns keiner abnehmen kann, denn kein anderer kann unser Leben leben.

 

 

 

weibliche Kraft

In unserem Alltag handtieren wir mit Personen, die von uns getrennt erscheinen. Da ist unser Partner, der natürlich eine eigene Persönlichkeit hat. Da sind unsere Kinder, unser Chef, unsere Kollegen, unsere Nachbarin, unsere Freunde,…

Manchmal spielt unser körperliches Geschlecht da scheinbar eine Rolle, manchmal (scheinbar) eher nicht.

Es gibt viele Vorstellungen, was „Weiblichkeit“ bedeuten könnte. Und in manchen Zeiten scheint dieses Qualität auch keine besondere Aufmerksamkeit zu benötigen.

Fakt ist, dass sich unser gesamtes Leben zwischen zwei Polen abspielt. Es bewegt sich mit der Bewegung des Atems zwischen der „Fülle“ und der „Leere“. Es bewegt sich aufgrund der Anziehung zwischen den Geschlechtern, die letztlich nicht nur dem Fortbestand der Menschheit dient, sondern auch für die meisten unserer Dramen und Hoffnungen verantwortlich ist. Immer geht es um das Spiel der Suche nach Ganzheit. Komplett-Werden. Sich im anderen finden. Sich in sich selbst finden.

Um in sich selbst mehr und mehr anzukommen (während sich natürlich alles im Fluss des Lebens weiter bewegt), ist es notwendig, die Spaltungen, die wir irgendwann (manche haben eine sehr lange Tradition), in uns vorgenommen haben, zu heilen. Das heißt: Alles, was wir bisher als „falsch“ verleugnet haben, darf nach und nach wieder-ent-deckt und integriert werden.

Das heißt nicht, dass wir alles „gut“ finden müssen, was wir da so entdecken. Aber die Tasache, dass wir in der Lage sind zu SEHEN und zu FÜHLEN, was da ist, ist auf jeden Fall ein Schritt Richtung Ganz-Sein.

Einer der Teile, die im Laufe der Zeit irgendwie vergessen oder oft vernachlässigt wurden, ist der Körper. Denn in den letzten Jahrzehnten wurde das Geistige und der Verstand sehr hoch gehalten (was ja nicht unbendigt schlecht ist – nur geht ein so gelegter Fokus meistens auf Kosten eines anderen: in diesem Fall u.a. auf Kosten des Körpergefühls und des Spürens überhaupt).

Hinzukommt, dass insbesondere das weibliche Körpergefühl stark beinflusst wird durch Wirtschaftlichkeit und Werbung. Dadurch ist es natürlich sehr, sehr herausfordernd, das eigene Gespür von den „sozialen Werten“ zu unterscheiden und dann auch noch einen eigenen (individuell stimmigen) Umgang IN dieser Welt und im Alltag damit zu finden.

Aber natürlich ist Weiblichkeit viel, viel mehr als Körperlichkeit.

Wie zum Beispiel würde eine Wohnung aussehen, die keine Frau bewohnt? Wären da Blumen auf dem Tisch?

Wie würde eine Familie aussehen, in der keine Frau präsent ist? Was würde fehlen?

Wie sähe Mode aus, wenn es keine Frauen gäbe?

Ich weiß, ich bewege mich hier gerade auf sehr heißem Boden, wenn ich gerade die Bereiche anspreche, auf die wir als Frau oft nicht reduziert werden wollen. Natürlich sind wir unbeschreiblich und jede für sich einzigartig!!! Aber ich finde es so schade, wenn die weiblichen Qualitäten der liebevollen Führsorge, der Schönheit, der Wärme oder der Zartheit nicht gewürdigt werden!

Natürlich sieht keine Wohnung aus wie die andere. Es gibt Frauen, die mögen es, die Wohnung kreativ einzurichten und anderen ist dies eher nebensächlich. Es gibt Frauen, die genießen es, mit ihren Kindern zu basteln und andere mögen basteln einfach nicht. Nicht für jede Frau ist es der Traum, eine Familie zu gründen. Und obendrauf haben alle Frauen, „männliche Anteile“ und alle Männer „weibliche Anteile“. Und genau das ist der Punkt, warum wir uns gegenseitig anziehen, uns ergänzen und herausfordern – gleichzeitig.

In der Energiearbeit des Yogas geht es gerade darum, die beiden Pole in uns selbst (Ida und Pingala bzw. die männliche und weibliche Kraft in uns) miteinander zu verbinden und schließlich über alle menschlichen Ebenen (die verschiedenen Chakren) hindurch nach „oben“ zu lenken…

In einer Zeit, in der das Weibliche aber kaum Wertschetzung erfährt – außer dadurch, dass es den Frauen mehr und mehr ermöglicht werden soll, auch männliche Qualitäten zu leben, ist es sehr herausfordernd ein inneres und äußeres Gleichgewicht beider Kräfte zu leben.

Bevor das möglich sein kann, muss das Weibliche zunächst wiederentdeckt und dann wertgeschätzt werden!

Dieser Prozess beginnt bei DIR!

In welchem Kontakt bist du mit deiner eigenen Weiblichkeit?

Wie geht es dir in deinem Körper?

Wie geht es dir mit deiner Blutung?

Mit deiner Fruchtbarkeit?

Mit deinem Zyklus?

Mit deinen Gefühlsschwankungen?

Mit deiner Zartheit?

Mit deiner Kraft?

Wenn wir von Weiblichkeit sprechen, sprechen wir natürlich auch von Sexualität und von den verschiedenen Phasen einer Frau. Wir sprechen von Zyklen, wir sprechen von den Qualitäten des jungen Mädchens, der Mutter, der Zauberin, der Kriegerin, der Amazone und der weisen Frau.

Weiblichkeit ist im Gegensatz zum Männlichen (das von der Sonne symbolisiert wird und für Aktivität steht, für strukturiertes und zielgerichtetes Denken (Logik)), die Qualität des „Dunklen“, des nicht-Sichtbaren, des Mystischen, der Mondin in uns. Das Weibliche ist nicht zielgerichtet, es verläuft zyklisch, gleichzeitig und intuitiv.

Hier geht es nicht um ein entweder oder. Es geht nicht um ein besser oder schlechter, sondern darum, das eine vom anderen zu unterscheiden und beides zu ehren.

Der weibliche Körper symbolisiert das „Aufnehmende Prinzip“. Die Frau hat die Qualität das Leben (und den Mann) in sich aufzunehmen und damit zu bejahen!

Wow! Was für eine Kraft!

Das ist eine heilige Qualität, die durchaus verweigert werden darf!

Sie sollte in jedem Fall geehrt werden, indem wir uns dieses Schatzes bewusst werden!

Es ist eine enorme Stärke, sich seiner eigenen Zartheit bewusst zu sein. Es ist genauso eine Stärke, sich seiner eigenen Stärke bewusst zu sein.

Wenn ich beide Kräft in mir absolut anerkenne, fühle ich mich ganz! Aus dieser Ganzheit heraus passiert Liebe natürlich!

Am 12. Mai gibt es einen Tages-Retreat-Workshop zum Thema „weibliche Kraft“ mit mir (Verena Kamphausen) in Kirchheim unter Teck.

Du bist herzlich eingeladen 🙂