Wurzelarbeit

Was ist dein Boden?

Worauf stehst du?

Was hält dich stabil?

Was wackelt?

Wo wackelt es?

Traust du dich hinzuspüren?

Wie viel Zeit und Raum bist du wirklich, wirklich, wirklich bereit, dir für deine eigene Tiefe zu nehmen?

Kein Buch, keine Inspiration, kein Workshop der Welt kann dir das geben, was du in deiner Tiefe ganz natürlich findest.

Bist du bereit dort hinzuschauen?

Immer und immer wieder?

Denn das ist der eigentliche Job – DEIN Job!

Es ist nicht damit getan, einmal dein Wesenskern zu „erkennen“ und dann zu glauben, du könntest das, was du bist irgendwie WISSEN oder gar in Besitz nehmen und so nach Belieben „einsetzen“, so als seist du nun für alles „gewappnet“.

Das Leben ist WILD!

Und es ist TIEF.

Auf dem Grund ist es still.

Und an der Oberfläche wild und sehr bewegt.

Beides zugleich.

Und du BIST diese unglaubliche Lebendigkeit.

DAS ist nichts, was man wissen kann. Und jedes Wissen darüber ist so viel Wert wie jede andere Erkenntnis, die sich im Laufe des Lebens ganz natürlich wandelt, sich oftmals als Illusion wieder verabschieden muss, vergessen wird, gar nicht zur Verfügung steht oder zwar gewusst wird, aber eben nicht auf Knopfdruck gefühlt.

Es geht also darum, immer wieder und wieder und wieder NEU „still“ zu werden und zu lauschen:

Was ist wirklich, wirklich, wirklich wahr?

Dieses Lauschen ist KEIN Suchen im Verstand. Es ist ein Lauschen!

Es ist ein Lauschen mit einem offenen Geist und einem offenen Herz, bereit ALLES zu hören – was immer es auch sein mag. Unendlicher Raum.

DAS ist dein Boden.

Bodenlos.

Und dennoch das einzige was wirklich, wirklich, wirklich trägt!

Es lohnt sich absolut diesesn Boden zu erforschen!!!

„Innerlich“.

IN diesem Moment.

Jetzt.

Hier.

Dieser Boden, – diese reine Lebendigkeit -, verkörpert sich in jedem Augenblick. Er nimmt Form an. Form an in Form von Bewegung: „Energie“. In Form einer gewissen Atmosphäre, einer Stimmung, fein oder eher grob, hitzig, kalt oder eher gemäßigt.

Diese Formen sind alles, was wir sind, sehen, hören, fühlen.

Es sind unsere Gedanken, unser Gespür für diesen Augenblick:

Fühlst du dich ruhig? Geerdet? Berührt? Abgeschnitten? Suchend? Bewegt? Aufgewühlt? Angespannt? Zusammengezogen? Zart? Verletzlich? Kraftvoll? Steif?

Alles, die selbe Lebendigkeit.

In allem derselbe Boden.

 

Körperlich gesehen haben wir auch einen Boden: Unseren Beckenboden. Er trägt förmlich unseren gesamten Oberkörper. Und tatsächlich können wir spüren wie er nachlässt, wenn wir uns zum Beispiel wie ein kleines Kind „ertappt“ fühlen und uns für (lassen wir es Mini-Sekunden sein) buchtsäblich in die Hosen machen. Die Beine werden zittrig, wir stehen für einige Augenblicke nicht stabil: Hab ich etwas falsch gemacht?

Um diese Frage, die tief in uns sitzt, überhaupt auszuhalten, müssen wir schon eine gewisse Portion an Vertrauen, Mut und Wurzelkraft ent-deckt haben. Ansonten würden wir uns diese Frage gar nicht stellen. Nicht mal für einen flüchtigen Augenblick. Wir bekommen das Zittern gar nicht mit. Der Fokus liegt einzig auf dem Festhalten an unserer Rüstung: Unsere Glaubenssätze. Es fühlt sich nämlich sehr viel sicherer an, wenn wir zu jedem Zeitpunkt GANZ GENAU WISSEN, was richtig und was falsch ist. Und genau diese Sicherheit gaukeln uns unsere gelernten Konditionierungen vor. Wir haben gelernt, wie man sich zu verhalten hat und auch wie man sich zu fühlen hat. Wir haben gelernt, unsere eigenen Impulse zu vernachlässigen und stattdessen dem zu folgen, was uns unsere Eltern, unsere Lehrer und vor allem unsere Angst (wir nennen es auch gerne den gesunden Menschenverstand) beigebracht haben, um möglichst „erfolgreich“ (gerne auch im gemäßigten Sinne) zu sein und so ein möglichst sicheres und glückliches Leben führen zu können.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte mit dem Fischer und dem Geschäftsmann, der dem Fischer vorschlägt, wie er ein gutes Geschäft machen könnte, um dann später gemütlich in der Sonne liegen zu können…

Wir kennen die Geschichte.

Aber es ist ja nur eine Geschichte. Wir bejahen sie und sie erinnert uns tatsächlich. Vielleicht lassen wir für einen Augenblick los. Den kleinen Finger unserer Faust. Denn wir müssen schließlich unsere Miete trotzdem zahlen und wir haben Kinder zu versorgen und außerdem kaum Raum für solche Fragen. Jedenfalls nicht jetzt. Und schließlich gehe ich ja schon zum Yoga und versuche jeden Tag ein bisschen zu meditieren…

Es geht natürlich nicht darum, in der Sonne zu liegen. Arbeit kann wunderschön und sehr erfüllend sein – insbesondere dann, wenn es die Arbeit ist, die deinem Talent entspricht. Und Yoga machen ist in der Tat eine wundervolle und sehr nährende Sache, ebenso wie sich Zeit zu nehmen, einfach mal nichts zu tun und sich den Wind durch die Haare streichen zu lassen. Und natürlich hat jeder, jeder, jeder und jede von uns Momente der Verzweiflung, der Verwirrung und tausend Fragen ohne Antworten.

Auch das: Alles – jeder dieser Ausdrücke – dieselbe Lebendigkeit.

Und unterdrunter: Immer, immer, immer derselbe Boden.

 

Diesen Boden immer mal wieder zu ent-decken ist ein Glück!

 

Wie können wir ihn entdecken?

Da gibt es so viele Möglichkeiten wie Momente in einem Menschenleben und so viele Arten und Weisen wie Menschen auf dieser Welt.

Eine davon ist das Lauschen.

Das Lauschen und Hineinsinken in diesen Moment.

Immer wieder und wieder und wieder.

Eine andere ist das körperliche Erforschen. Wie fühlt sich mein Körper an? Wie spricht er zu mir?

Nimm dir Zeit die Sprache des Körpers zu erforschen. Hab keine Eile und keine Hektik. Am Ende ist jede Erfahrung dasselbe SELBST. Jede ist gleich wertig. Gleich volle Lebendigkeit.

So viel für heute.

Bald gibt es einen weiteren BLOG-Artikel mit dem Titel: „Wurzelarbeit die Zweite“, da geht es dann um vergangene Erfahrungen (Wunden, Traumen und Schätze) und um die Wurzel der alten Traditionen (Yoga, Meditation,…), die wir ja immer im JETZT neu lernen.

Freu mich schon drauf!

Bis bald,

Verena <3

 

 

 

 

 

 

 

 

Folge deiner Wunde…

…und finde dein Leuchten!

Ich sitze gerade an den Vorbereitungen zu meinem 4-Tages-Retreat im Juni und bin dabei u.a. auf einen ganz wunderbaren Podcast von Ilan Stephani mit dem gleichnahmigen Titel (Folge deiner Wunde) gestoßen, den ich dir sehr gerne unter den Blog-Artikel verlinke.

Wunden, sind in der Regel Erfahrungen, die wir als derart schmerzhaft empfinden, dass wir uns nicht zutrauen, sie in ihrer ganzen Tiefe und Tragweite anzuschauen. Würden wir uns das nämlich getrauen, wären sie lediglich eine sehr (vielleicht sehr, sehr, sehr) schmerzhafte Erfahrung, die jedoch mit dem vollständigen lebendigen Erleben sozusagen „rund“ werden würde. Gemäß der Lebendigkeit würde sich auch diese (schmerzhafte) Erfahrung von Moment zu Moment weiter und weiter und weiter ent-wickeln. Das heißt, es würde nichts zurückbleiben. Es wäre Ganzheit. Vorher. In diesem Moment. Und nach diesem Augenblick. Ganzheit, die sich in diesem Moment so ausdrückt und in einem anderen Augenblick so.

Nun ist es so, dass wir als Menschen dieses Ganzheit in der Regel als etwas sehr persönliches erleben – und damit nicht mehr als Ganzheit 😉

Wir haben unser Leben unzählbar eingeteilt in dieses und jenes und vor allem in „richtig“ und „falsch“. Alles, was wir als „falsch“ verstehen, ist etwas, dass wir loswerden wollen. Daher können wir uns diesem auch nicht wirklich annähern (außer eventuell theoretisch), geschweige denn erfahrungsrelevant damit verschmelzen.

Nun ist es jedoch so, dass auch das künstliche Abtrennen von diesem Teil der Lebendigkeit eine enorme Kraftanstrengung bedeutet. Dies ist uns jedoch insofern nicht bewusst, als dass es uns augenscheinlich hilft, unser Leben gut zu organisieren und vermeintlich unter Kontrolle zu bekommen. Und genau das ist es, was wir als Minimum für uns wollen: Gut durchs Leben kommen!

Der Kontakt mit unserer Wunde (bzw. unseren Wunden, die möglicherweise alle am Ende in einer ganz bestimmten „Urwunde“ münden) schleudert uns im ersten Augenblick jedoch erst einmal aus diesem Funktionieren heraus. Wir müssen die Haltegriffe zwangsläufig loslassen und uns hineinbegeben in etwas, das uns einerseits sehr nah ist, das uns andererseits jedoch höllische Angst bereitet. Dieser andere abgetrennte Teil von uns enthält nämlich einerseits die fehlende Energie in sich, nach der wir so lange so verzweifelt im außen gesucht haben und andererseits erscheint dieser Teil jedoch als genau DAS, was wir auf gar, gar keinen Fall als zu uns zugehörig verstehen wollen.

Ich plädiere keineswegs dafür, sich auf die Suche nach irgendeiner Wunde zu begeben, wenn du das Gefühl hast, alles scheint am richtigen Ort zu sein und du fließt frei und neugierig mit dem Strom des Lebens. Aber wenn dem wirklich so wäre, würdest du vermutlich auch nicht einen solchen Artikel hier lesen.

Weiterhin geht es hier auch nicht um irgendeine Einteilung von Geschichten, die „groß“ genug sind, um „Wunde“ genannt zu werden oder eher klein genug, um getrost überschaut werden zu können. Vielmehr geht es darum, dass deine wunden Punkte, dich tagtäglich deine Leben organisieren lassen. Sie machen, dass du dich hier schützt und dort nicht hin schaust, dass du dort suchst und das versuchst zu vermeiden,…

…wäre es da nicht sinnvoll, allen Mut zusammen zu nehmen und sich ganz in DEINEM Tempo und ganz und gar auf DEINE ureigene Weise von deinen Wunden führen zu lassen?

Ich glaube, dass das Leben sich so oder so immer und ganz natürlich als eine „Heilungsreise“ gestaltet und das jede Wunde im Grunde eine Einladung ist, Lebendigkeit in seiner Ganzheit lebendig zu schauen. Nicht nur mit dem Kopf und nicht ausschließlich mit dem Körper und auch nicht ausschließlich durch das Fühlen, sondern in jedem dieser Bereiche. Deshalb erscheint menschliches Leben zeitlich. So erscheint es zuerst als dieses, dann als jenes. Und gerade durch diesen Wechsel bekommen wir einen spürbaren Geschmack von Lebendigkeit. Wir erleben gerade im Unterschied, im Hin- und Her zwischen diesem und jenem Erleben, was Liebe ist und was sie nicht ist. Bis dahin ist auch der Begriff von „Lebendigkeit“ nicht mehr als nur eine esoterisch Vorstellung.

Auf welche Weise du dich also von deiner Wunde führen lässt, ist äußerst individuell, so wie deine Wunde individuell ist.

Solange du jedoch im Lichtkegel deiner Bewusstheit suchst, drehst du dich im Kreis des bereits bekannten. Hier kann nur das erscheinen, was du bereits zu kennen glaubst.

Wenn du Zugang bekommen möchtest zu den Aspekten, die du so so sehr ablehnst, dass du deinen Blick bisher äußerst geschickt immer in die anderen Richtungen gelenkt hast, dann musst du dort hin schauen, wo du bisher nicht hingeschaut hast. Dort, wo du nicht weißt. Dort, wo du den Weg nicht kennst. Dort, wo nicht klar ist, was richtig ist und was nicht richtig ist. Dort, wo du bereits bist, „Fehler“ zu machen, durch diese zu lernen, jedoch ohne diesen Aspekt von Lebendigkeit einzuteilen in „fehlerhaft“ und ohne ihn von dir abzuspalten…

In welchen Aspekt von Lebendigkeit würdest du dich hineinbewegen – auch im Alltag, in deiner Sprache, in deinen Handlungen, in deinem ganzen Sein – wenn diese gigantische Wildheit in dir und um dich herum tatsächlich SEIN dürfte? Wenn du kämpfen dürftest, wenn dir danach ist? Wenn du NEIN sagen würdest, wenn du nein meinst. Wenn du ganz offen und ohne Schutz- und Anstandsschild zeigen würdest, was du fühlst? Wenn du tatsächlich da hingehen würdest, wozu du dich hingezogen fühlst? Wenn du tatsächlich tun würdest, was du am liebsten tun würdest? Und damit aufhören würdest, Dinge zu tun, die du so gar nicht tun willst?

Was würde passieren, wenn du sehen würdest, dass sich ein anderer Mensch (in seinem Tempo) traut, genaus das (in seinem Tempo) zu leben?

Ein sehr, sehr interessantes Untersuchungsfeld wie ich finde 🙂

Wer ein bisschen gemeinsam mit mir forschen möchte, hat u.a. im Juni-Retreat (Stiersbach, 74420 Oberrot) vom 20.-23. Juni 2019 eine wunderbare Gelegenheit dazu! Mehr Infos findest du unter:

http://www.teck-yoga.de/yoga_STILLE_RETREAT.html

Link zum Podcast von Ilan: https://www.youtube.com/watch?v=6vz2yJgReok

Von Herzen,

Verena

Als Menschen haben wir verschiedene Frequenzen zur Verfügung …

Alles, was wir sagen, sprechen wir in einer bestimmten Energie/Frequenz.

Und auch das, was wir wahrnehmen, nehmen wir entsprechend der Qualität wahr, von wo aus wir eben gerade „hören“:
Das mag die Frequenz der Angst sein, die oft dann am präsentesten (aber eben auch am wenigsten sichtbar ist), wenn wir uns am sichersten fühlen. Denn warum fühlen wir uns gerade so sicher? Weil wir glauben, in diesem Moment alles unter Kontrolle zu haben. Wir scheinen genau zu wissen, was in diesem Moment passiert und ebenso wissen wir, wie wir uns hier zu verhalten haben, damit wir „sicher“ und „erfolgreich“ aus dieser Situation heraus kommen: Verstanden und Anerkannt.

So spricht oft die Frequenz des Verstandes mit seinen konditionierten Mustern und unbewussten Strukturen. Nicht, dass diese Frequenz irgendwie minderwertig wäre. Sie ist wunderbar. Sie ist eben eine Frequenz, die zum Mensch-Sein dazu gehört. Sie ermöglicht uns unglaublich viel, nämlich das systemische Begreifen innerhalb von Raum und Zeit.

Aber es ist nicht die einzige Qualität menschlichen Seins. Und: natürlich können wir unseren Verstand auch nutzen, mit weniger aktiver Angst-Energie.

In der Regel aber ist uns die Angst-Energie nicht einmal wirklich bewusst. Wir lernen sie erst dadurch mehr und mehr kennen, wenn wir Momente mit weniger Angst erleben. Momente, in denen wir auf einmal in der Lage sind, klar zu sehen und dabei nicht zu bewerten. Statt dessen tut sich ein weiter Raum auf, in dem alles gesehen ist und gleichzeitig vollkommen akzeptiert und angenommen. Es ist ein anderes Gefühl von „Liebe“, als wir es normalerweise vermuten…

Das ist die Frequenz des Herzraumes, die aufgrund ihrer unfassbaren Sanftheit und Weite gar nichts einordenen muss…

Es ist in etwa, wie das ändern der Frequenz am Radio!

Um uns auf die verschiedenen Frequenzen mehr oder weniger bewusst einstimmen zu können, müssen wir sie zuerst mehr und mehr kennenlernen!

Wenn wir Mantren hören (oder singen), dann rückt unser konditionierter Verstand allein schon wegen der anderen Sprache, die ja nicht unsere Alltagssprache ist, ein bisschen in den Hintergrund.

Und das Melodische spricht ebenfalls einen ganz bestimmten Teil unsers Seins an: Es ist die Qualität des „Fließen lassens“, der Hingabe, der fließenden Bewegung, statt der Statik des „so und so ist es“.

Die „Energie“ der Mantren ist immer lichtvoll. Sie beziehen sich niemals auf die alltäglichen Kleinlichkeiten des Mensch-Seins, diese oder jene Situation, sondern immer auf das, was jenseits dieser Kleinlichkeiten auch noch präsent ist.

Beim Hören und Singen von Kirtan, nähren wir also diese Qualität, die immer auch schon in uns schwingt, die wir aber im Gewusel des Alltags so leicht übersehen und überhören.

Am 17.05. (Freitag) ist es wieder soweit:
Es gibt eine weitere Yogastunde mit live Musik (Mirko Mitschele) und mir, mit anschließendem gemeinsamen Singen
im Yogaloft Kirchheim 18:00- ca. 21:00 Uhr

Verbindliche Anmeldung bis zum 15.04. 35,-€ danach 40,-€

Ich freue mich auf einen wunderbaren Abend mit euch

Vom Umgang mit physischen und emotionalen Schmerzen

Wenn wir (körperliche oder emotionale) Schmerzen fühlen, gehen wir in der Regel davon aus, dass wir irgendetwas „falsch“ gemacht haben – denn sonst würden wir uns ja „gut“ fühlen.

Was wäre, wenn der Schmerz tatsächlich eine „Tür“ für uns ist?

Eine „Tür“, die uns in eine „Dimension“ von uns selbst hineinführt: Raus aus der Ebene des Verstandes, hinein in die Ebene des Spürens.

Im Fühlen des Schmerzes gibt es keinen „Fehler“, auf den uns der Schmerz hinweist, so dass wir es in Zukunft „besser“ machen können oder sollen. Im Fühlen des Schmerzes ist einfach nur DAS, was gerade ist. Und dafür ist nicht einmal ein Wort nötig. Keine Geschichte von „ich habe dies und jenes gemacht (oder nicht gemacht) und deswegen habe ich jetzt diesen Schmerz“, sondern einfach nur DAS HIER – sogar die Idee von „Schmerz“ löst sich auf gewisse Weise auf, wenn wir uns einlassen auf DAS HIER.

Kannst du hören, dass das eine ganz andere Qualität ist?

Eine Qualität, die immer schon auch IN uns wohnt?

Hast du Lust, diese Qualität in dir zu ent-decken?

Dann höre auf, den (emotionalen und physischen) Schmerz als deinen Feind zu betrachten. Höre auf, dir selbst eine Geschichte über den Schmerz zu erzählen und lass dich statt dessen von ihm führen – hinein in die Lebendigkeit DIESES Augenblicks, die natürlich AUCH im Schmerz liegt. Und da der Schmerz ganz natürlich all deine Aufmerksamkeit anzieht, ist er ein perfekter „Wegweiser“ hinein ins JETZT.

Hast du schon Erfahrungen gemacht mit den kleinen „Knubbeln“, die sich manchmal im Bereich des Schultergürtels bilden? In der Regel fühlen wir sie gar nicht. Wir haben gelernt mit ihnen zu leben. Aber wenn wir jetzt auf einmal eine wohltuende Massage bekommen oder aber ein paar ungewohnte Körperübungen machen, dann spüren wir unseren Körper plötzlich am nächsten Tag auf eine ganz neue – und manchmal schmerzhafte – Weise.

Warum?

Haben wir uns nicht eigentlich etwas „Gutes“ getan?

Sollten wir also lieber in den alten Mustern bleiben? So viel Sport, Yoga, gesunde Ernährung, Massagen und Sauna können wir ja gar nicht machen, dass sich alles einfach nur kraftvoll und entspannt im Gleichgewicht anfühlt – oder?

Stimmt! Und zusätzlich besteht gerade das menschliche Dasein aus dem Spiel der Dualität (wie uns schon der Atem anzeigt). Das heißt, es gibt dieses überirdische Ziel überhaupt gar nicht!!! Wir SOLLEN menschlich sein. Und zum menschlich-Sein gehört Bewegung! Die Bewegung zwischen angenehm und unangenehm… In der Regel ist es sogar so, dass wir einen „gesunden“ Körper erst dann bewusst wahrnehmen und zu schätzen wissen, wenn wir kurz zuvor mit seiner Zerbrechlichkeit konfrontiert wurden!

Wir dürfen also durchaus die Zerbrechlichkeit des Körpers spüren. Ebenso emotionale Schmerzen. Im Spüren dessen kommen wir nämlich erst zu unserer GANZHEIT!

Weiterhin ist es ganz normal, dass wenn wir anfangen, alte Muster zu verändern (seien das nun Gewohnheiten der Ernährung, Gewohnheiten des Denkens, Gewohnheiten der Bewegung oder nicht-Bewegung), sich alles neu ordnen muss. In diesem Prozess der Neuordnung gibt es eine natürliche Phase des „Durcheinanders“. So als würdest du einen vollgestopften Dachboden oder Keller ausräumen. Wenn du damit anfängst, vergrößert sich das Chaos in der Regel zuerst scheinbar und es dauert eine ganze Weile bis alles, was du behalten möchtest einen neuen Platz gefunden hat und alles, was du loswerden willst, dort angekommen ist, wo du es auch wirklich abgeben kannst (an Freunde und Verwandte, in die Kleiderkiste, Geschenkeläden, Flohmarkt, Sondermüll,…)

Verstehst du?

Erlaubst du dir die Phase des Neu-Sortierens?

Oder muss deiner Meinung nach alles viel schneller gehen?

Wohin willst du denn ankommen?

Musst du dahin wirklich rennen? Oder ist das nicht vielleicht das alte Muster?

Ist diese neue Richtung insgesamt zwar gut, aber dieses eine Mal war es nun wirklich „falsch“ und viel zu viel – deshalb auch diesmal dieser Schmerz!

Stimmt das wirklich?

Ist dieser Schmerz hier also wirklich, wirklich FALSCH???

Welcher Schmerz schadet, dir wirklich?

Welche Stimmer sagt dir ganz klar, was wahr ist?

Ist das nicht eine lohnenswerte Reise, die du da gerade beschreitest?

Von Herzen

Verena

Das Geheimnis der Rishikesh-Reihe

Heute erfährtst du etwas über meine ganz persönliche Erfahrung mit dieser Reihe. Es hat mit der Dimension zu tun, die trotz aller Unterschiedlichkeit von Erfahrung immer gleich bleibt. Aber dazu später mehr.

Die Rishikesh-Reihe ist das „Basis-Gerüst“ mit dem in der Sivananda-Tradition Asanas praktiziert werden.

Nach dem Ankommen (des Bewusstseins im Körper und damit HIER in diesem Moment) und dem „Aufwärmen“, ist die erste richtige Haltung der Rishikesh-Reihe: Der Kopfstand.

Für alle, die den Kopfstand körperlich nicht ausführen können, schreibe ich später etwas zu Alternativen.

Der Kopfstand aktiviert die „Verbindungstelle“ zwischen menschlichem Bewusstsein und dem „göttlichen Funken“ in uns, denn er spricht das Sahasrara Chakra an. Das Sahasrara Chakra ist das „Tor“ zu der Dimension, in der all die scheinbaren Trennungen, die wir als menschliche Wesen erleben, all die Einteilungen in „ich“ und „du“, „richtig“ und „falsch“, „voll“ und „leer“, „Mann“ und „Frau“,… …in ihrer Scheinbarkeit offensichtlich werden.

Eigentlich beginnt dieses „Sehen“ bereits im Herzraum (Anahata-Chakra) und ist eine ganz natürliche Entwicklung menschlicher Evolution. Eine Evolution des Bewusstseins, die natürlich in all unseren Handlungen Form annimmt.

Diese Entwicklung nimmt u.a. Form an durch das Erwachen der sogenannten „Kundalini-Kraft“. Dieses Wort und die damit verbundenen Erklärungen sind jedoch nur EINE bestimmte Weise, diese natürliche Entwicklung zu beschreiben und zu erklären. Letztlich gibt es unendlich viele Ausdrucksmöglichkeiten. Und natürlich einige, die überhaupt keiner yogischen Begriffe bedürfen. In diesem Sinne sind natürlich auch keine Asanas (Yogahaltungen) von Nöten, um hier irgendwie vorwärts zu kommen. So wie in einem Garten die verschiedensten Sträucher, Bäume, Gräser, Blumen und „Nutzpflanzen“ wachsen, ist auch Yoga lediglich eine Form von unendlich vielen Ausdrucksmöglichkeiten des Lebens selbst.

Wenn du dich jedoch aus irgendeinem Grund von Yoga und der Arbeit mit dem Körper angezogen fühlst, dann ist jede einzelne Yogahaltung wie eine Tür.

Der Kopfstand ist nun die Tür, die dich mit deinem „höheren Selbst“ verbindet. Also mit dem, was „Oberhalb“ der Kleinlichkeit des menschlichen Geistes existiert. Mit all dem, was hinausgeht über die Ideen von „richtig“ und „falsch“. Mit all dem, was jenseits von diesem oder jenem so wunderbar und detailliert dargelegten (emanzipierten, menschlichen, politischen, wirtschaftlichen, religiösen, spirituellen,…) Konzept IST. Insofern ist es sogar ein Hinausgehen über jede Form von Erfahrung, die du als „Ich“ machen kannst.

Es ist die Tür, die menschliches und „göttliches“ miteinander verbindet.

Während deine Wurzel (das Muladhara Chakra) dich verbindet mit der „Tiefe“ von Menschlichkeit. Diese hebt sich deutlich ab von der Qualität des Tieres oder der Pflanzenwelt. Gleichzeitig verbindet dich dieses Chakra (diese Qualität) mit der gesamten Qualität von Erde. Die Erde hat eine gewisse Schwingung und „Energiequalität“ – die sich natürlich auch entwickelt. Du bist über das Wurzelchakra mit der Energie der Erde verbunden. Die Energie der Erde ist u.a. die Qualität des Form-Annehmens.

Das Wurzelchakra ist am unteren Ende der Wirbelsäule. Wenn wir aufgerichtet sind, fließt Energie durch uns hindurch. Die Energie der Erde UND die Energie des „Himmels“. Deswegen ist das Thema der Aufrichtung nicht unbedeutend.

Das Wurzelchakra wird insbesondere durch den Muskel- (und Energie-) Verschluss der Beckenbodenmuskulatur aktiviert. Letztlich aber geht es natürlich nicht um irgendeine Muskel- oder Körperbewegung, sondern um diese besondere Qualität von Bewusstsein, die jedoch zugänglich wird, durch den Körper (die Form).

Die Rishikesh-Reihe legt also den Fokus auf die Ebene, die die Form belebt – nicht auf die Form selbst. Deswegen fangen wir mit dem Kopfstand an.

Im Alltag sind wir so vielen Eindrücken und Einflüssen ausgeliefert: Persönliche Sichtweisen, Recht-haben-wollen, die Idee, sich verteidigen oder schützen zu müssen,… all das ist ebenso an der Tagesordnung, wie das blinde Ausgeliefert-Sein an diese Haltegriffe und psychischen Muster.

Aus diesem Grund beginnt die Rishikesh-Reihe als erstes mit der Öffnung der Dimension, in der alles bereits voll ist: Reines, lebendiges Potential!

Die Dimension, die „über“ der Menschlichkeit Form annimmt, ist ebenfalls bewegt und hat durchaus unterschiedliche Formen. Jedoch gibt es Getrenntheit nicht auf die selbe Weise wie wir es menschlich erfahren. Demenstsprechend gibt es auch kein „gegen“ und keinen Grund das „Eigene“ darzustellen und vom anderen abzuheben. Es gibt keine Form von „Krieg“.

Menschliches Sein jedoch bewegt sich in der Dualität. Wir lernen den Unterschied zwischen „Krieg“ und „nicht Krieg“, also haben wir beides. Und deshalb sind wir verbunden mit dem „Himmel“ und der Erde.

Das Kronenchakra wird nun nicht alleine im Kopfstand aktiviert, sondern beispielsweise auch in der Meditation, bzw. ganz natürlich, wenn die „Zeit“ reif dafür ist. So gesehen ist keine einzige Asana nötig. Oftmals ist der Weg über den Körper jedoch ein hilfreicher, angenehmer oder irgendwie anziehender, um sich überhaupt bewusst wahrzunehmen und ein Gefühl für die unterschiedlichen Qualitäten von Bewusstsein zu entdecken.

Weiterhin kann die Energie des Kopfstandes sogar aktiviert werden, indem wir uns vorstellen, wie es sich (körperlich) anfühlt, in den Kopfstand hineinzugehen und in ihm zu SEIN. Wir arbeiten dann tatsächlich mit unserem Energiekörper, der dem physischen Körper wie einem Abbild gleicht.

Nach dem Kopfstand, folgt der Schulterstand, der die Kehle aktiviert. Die Kehle steht für den RAUM, so dass Form-Annehmen überhaupt möglich wird. Mit der Kehle entstehen also alle Richtungen. Diese beinhalten alle möglichen Formen. In diesem Sinne ist alles erlaubt! Alles dient der lebendigen Erforschung von Menschlichkeit!!! Egal wie angenehm oder unangenehm es auch erscheinen mag.

Sarvangasana (Schulterstand) heißt übersetzt: Die Stellung aller Teile! Die Stellung hilft dir ganz natürlich, all deine Teile anzuerkennen.

Der Pflug verstärkt diese Energie. Du ziehst dich wie eine Schnecke in dein Innerstes zurück.

Das Annehmen aller Teil ist der Ausdruck von reiner Liebe. Liebe urteilt nicht. Sie sieht völlig klar. Jede Form.

Das ist die Qualität, die im Herzraum Form annimmt. Die Asana, die diesen Bereich körperlich und energetisch anspricht, ist der Fisch – Matsyendrasana.

Es folgt die Vorbeuge, die (nach dem öffnen des Herzens) alle menschlichen Aspekte (alle Chakren) miteinander verbindet und bis zur Wurzel arbeitet. Die Vorbeuge ist wie eine Art „Kreis“ (Atemkreislauf).

Die Vorbeuge ist außerdem Ausdruck der Hingabe angesichts dieser unbeschreiblichen Ganzheit.

Nach der Vorbeuge kommt die Kobra, die bereits in der Dualität arbeitet. Einerseits verstärkt sie die Wurzel (Beckenboden-Mulabhanda), andererseits öffnet sie Herz und Geist.

Die Heuschrecke legt den Fokus auf die Wurzel. Jetzt sind wir auf der Erde angekommen.

Der Bogen verbindet – nachdem wir auf der Erde angekommen sind – erneut alle Chakren miteinander.

Im Drehsitz fließt die Energie schließlich von der Erde aus wieder nach oben. Gleichzeitg werden hier beide (körperlichen) Seiten (beide Pole – Dualität) miteinander verbunden…

Energetisch kann die Reihe hier aufhören.

Es gibt eine lustige Geschichte, die besagt, dass der Kopfstand ursprünglich am Ende der Übungsreihe – bzw. nach dem Drehsitz (Ardha Matsyendrasana ) – stand. Da aber einige Schüler, dieser doch etwas „herausfordernden Stellung“ entgehen wollten und den Unterricht gerne etwas früher verließen, wurde sie kurzerhand an den Anfang der Reihe gesetzt ;- )

Ich schreibe dies extra dazu, weil ich nicht glaube, dass es irgendeinen Sinn macht, auf irgendeine Erklärung zu bestehen!!! Letztlich geht es um NICHTS! In jedem Fall geht es nicht darum, dass du in einer bestimmten Reihenfolge übst, die Haltungen „richtig“ machst oder irgendeine bestimmte Erfahrung machst! Alle Erfahrungen dienen dir gleichermaßen. Auch die, dass egal welche tolle Erklärung du hörst, du trotzdem nur mit deinem Körper (und damit mit deinen Möglichkeiten und Grenzen) arbeiten kannst. Möglicherweise machst du also sehr lange einfach irgendwelche Basis-Haltungen, um Stabilität zu erlangen. Und möglicherweise kommen deine „tiefsten“ Erkenntnisse auch ganz unbahängig von irgendwelchen Yogahaltungen in deinem Alltag mit (oder ohne) Mann und Kind…

Verstehst du was ich meine?

Ich hoffe, ich konnte dich ein wenig inspirieren <3

Von Herzen

Verena

Wer mehr von mir hören oder lesen magst findest du mich in Kirchheim Teck und auf youtube

2 Tage schweigen…


Was glaubst du, was passiert, wenn du zwei Tage lang komplett aus deiner Alltagsroutine aussteigst – und nicht einmal die Gewohnheit des Sprechens mitnimmst?

Wenn du also deine Wut, deinen Unmut, deine Genervtheit, wie auch deine Freude, dein Berührt-Sein, deine kreative Energie nicht direkt nach außen „schleuderst“ (indem du sie in Worten mitteilst), sondern sich alles IN DIR zeigen darf?

Wenn du gleichzeitig auch nichts dergleichen von Außen zugespielt bekommst: Keine Telefon klingelt. Keiner erzählt dir so nebenbei seine Geschichte oder erwartet deinen Standpunkt zu hören, möchte dein Mitgefühl, dein Verständnis oder einen Lösungsvorschlag.

Kein Vergleichen und Abwägen der Meinungen, Ideen und Geschichten anderer.

…vielleicht fällt dir erst jetzt auf wie oft wir uns im Alltag durch Worte auf eine Ebene begeben, auf die wir vielleicht gar nicht wollen (wenn wir uns kaum merkbar beschweren (be-SCHWER-en) zum Beispiel…)

Keine Nachrichten, keine Termine zu organisieren, nichts muss zu irgendeinem Zeitpunkt fertig sein, du musst nicht mal das Essen einkaufen und vorbereiten, was du zu dir nimmst.

Was meinst du, was sichtbar wird, in diesem gigantischen Raum, der dir dann zur Verfügung steht?

Warst du dir schon einmal so nah?

Ganz ohne Ablenkung?

Auch in den Yoga-Stunden wird ja in der Regel nicht gesprochen und auch dort hast du jeweils die Gelegenheit, dich anders wahrzunehmen, als im Alltag. Du spürst vielleicht ganz deutlich, welche Gedanken dich eigentlich gerade beschäftigen (und sie beeinflussen dich nicht nur unbewusst nebenbei).

Du spürst deine Neigungungen. Deine eigene Kraft oder deine momentane Kraftlosigkeit…

Im besten Fall kannst du sowohl das eine als auch das andere einfach da SEIN lassen.

Du erkennst dich!

Und gleichzeitig kannst du lieben, was du erkennst!

Vielleicht beginnst du, deine Tiefe genauso zu lieben, wie deine Oberfläche. Deine Härte, ebenso wie deine Weichheit, deine Stärke ebenso wie deine Kraftlosigkeit und Schwäche.

Möglicherweise kannst du die größeren Zusammenhänge dahinter erkennen und alleine weil du siehst, was du siehst, passiert ein immer feineres Anerkennen…

…was tatsächlich als „LIEBE“ bezeichnet werden könnte.

Wenn du diese Worte nicht nur mit deinem Verstand verstehen möchtest, sondern der Erfahrung Raum geben magst, dann hast du vielleicht Lust gemeinsam mit mir in das Yoga-Stille-Retreat nach Stirsbach zu fahren?

Mehr Infos darüber findest du hier:

http://www.teck-yoga.de/yoga_STILLE_RETREAT.html

Ich wünsche dir einen Tag mit Momenten, in denen du DICH hören kannst!

Von Herzen

Verena

Was ist eigentlich Sivananda-Yoga?


Seit 2001 unterrichte ich Yoga – und die Sivananda-Tradition ist sozusagen meine Wurzel!

Es ist die Basis von der aus ich mich körperlich sozusagen ent-deckt habe: Ich habe wirklich innerlich erspürt, wie alles im Körper miteinander in Verbindung steht.

Aber nicht nur das, sondern auch wie sich meine Anspannung, meine Angst oder meine Vertrauen körperlich ausdrückt.

Ich habe gelernt (innerlich erfahren, in meinem ganz gewöhnlichen Alltag, wieder und wieder und immer wieder neu) wie der Geist funktioniert und wie all das Ausrücke von Energie sind…

Sivananda Yoga ist in erster Linie also sicher keine bestimmte Art, Asanas auszuführen, sondern steht für Ganzheitlichkeit. Aus all den Aspekten, die menschliches Dasein ausmachen besteht letztlich auch der Yoga. Bevor ich das jedoch weiter ausführe, möchte ich noch einen kurzen Exkurs in die Welt der Asanas machen, denn das ist ja das, was wir am häufigsten mit Yoga verbinden:

Und um das einmal klarzustellen: Asanas – die Körperhaltungen im Yoga – sind keine ausgedachten Haltungen, die auf irgendeine „besondere“ Person oder gar Tradition zurückgeführt werden könnten. Sie sind quasi menschliches „Allgemeingut“, so wie all die Pflanzen uns da draußen frei zur Verfügung stehen und wir ihre Wirkung ganz frei und lebendig selbst erforschen können – wenn wir wollen.

Wenn ihr euch Babys anschaut (völlig egal in welcher Kultur), dann werdet ihr beobachten können, wie sie alle – von ganz alleine, ohne jegliche Unterstützung – die gleichen Bewegungen machen, um von der „hilflosen“, liegenden Position aus in die Bewegung, ins Rollen, in den Vier-Füßler-Stand und schließlich in die aufrechte Position zu gelangen, um sich (aufrichtig) selbstständig fortzubewegen. Diese körperliche Entwicklung ist gleichzeitig eine Entwicklung in das „Ich“ hinein. Mit der wachsenden Fähigkeit, die eigene Körperhaltung zu verändern, wächst auch die Perspektive, aus der das kleine Kind die Welt betrachten kann. Während es am Anfang nur daliegt und alles lediglich von oben auf es zukommt, kann es irgendwann seinen Kopf heben und die Dinge aus der Bauchlage betrachten. Später fängt es an sich so zu „drehen“, dass es sich um sich selbst drehen kann. Irgendwann kann es sich selbstständig auf Dinge zu bewegen oder von ihnen weg. Dies geschieht langsam. Gemeinsam mit dem Körper wächst die Fähigkeit, die Einflüsse der Umgebung zu verarbeiten.

Im Yoga machen wir im Grunde nichts anderes 😉

Die „Kobra“ (Bhujangasana) und die „Heuschrecke“ (Shalabhasana), sind zentrale Yogapsoitionen der Rishikesh-Reihe (Sivananda-Tradition) – aber auch einiger anderer Yoga-Traditionen. Beide Haltungen sind klassische Bewegungen, die jedes Kind macht, um genug Kraft zu entwickeln, um in den 4-Füßler-Stand zu kommen, und sich so langsam aufzurichten.

Die Aufrichtung des Menschen – im Gegensatz zum völlig anders bewegten SEIN in der Pflanzen- und Tierwelt – steht auch für eine ganz bestimmte Qualität des Bewusstseins. Dies weist nämlich im Menschen völlig andere Qualitäten auf, als eben im Bereich der Tiere, Pflanzen, Mineralien,…

Diese Qualität des Bewusstseins ist natürlich nichts statisches! Es ist (seit Beginn der Menschheit) eine sich immer weiter und weiter entwickelnde Qualität – mit jedem Augenblick des Formannehmens!

Jede Haltung, die wir im Yoga einnehmen, verändert etwas in unserem Energiesystem und in unserem Bewusstsein.

Das gleiche passiert in jeder menschlichen Begegnung: Durch alles, was wir sehen und nicht sehen, durch alles, was wir hören und nicht hören. Es ist ein ganz natürliches Wachsen und Reifen. Und ein ganz natürliches weiteres Form annehmen.

Yoga ist also EINE Form. Es ist eine mögliche Form. Und damit eine „Tür“, durch die wir gehen können.

Sivananda Yoga ist ein Integraler Yoga, bei dem die Körperhaltungen nicht an erster Stelle stehen. So wie menschliches Sein – auch wenn wir das oft vergessen – nicht nur aus Gedanken, Ideen und Interpretationen besteht, sondern AUCH aus einem Körper, Emotionen und einer „Seele“, so berührt der Integrale Yoga all diese Facetten menschlichen Seins:

Raja Yoga (Teil des integralen Yogas) bezieht sich auf die Qualität des Verstandes: Was ist der Verstand? Wie beinflusst er menschliches Sein? Bhakti Yoga (ein weiterer Teil des integralen Yogas) bezieht sich auf die Gefühlsebene und die Möglichkeit von Hingabe. Karma Yoga (ja, gehört auch zum integralen Yoga) greift die Tatsache auf, dass wir handeln. Wir können als Menschen nicht nicht handeln. Selbst wenn wir den ganzen Tag im Bett liegen würden, wäre das ein Art Handlung, die eine Wirkung nach sich zieht. Natürlich ist auch jeder Gedanke eine Handlung (völlig egal ob du daran glaubst, dass es „dein“ Gedanke ist und auch völlig egal ob du daran glaubst oder selbst erforscht hast, dass die Gedanken lediglich „durch“ dich Form annehmen und gleichzeitig dem Gesetz von Ursache und Wirkung unterliegen).

Karma steht für das Gesetz von Ursache und Wirkung.

Achtung: Beim KARMA geht es nicht um Wertung! Es geht einfach nur darum, Zusammenhänge zu erkennen. Wertfrei!

Der Teil in uns, der wertet, ist lediglich der – eigentlich austauschbare Teil – der konditionierten Gedanken. Andere Prägung = andere Vorstellung von „richtig“ und „falsch“.

Selbst wenn wir behaupten, dass wir wissen, dass es EIGENTLICH kein „richtig“ und „falsch“ gibt, – was ist mit unserem realen (unbewussten) Erleben von „richtig“ und „falsch“?

Wenn ich „zu viel“ esse, muss dieses Essen verdaut werden. Wenn ich etwas sage oder nicht sage, gibt es diese oder jene Reaktion von außen und daraufhin wieder eine Reaktion von mir. Vielleicht habe ich die Idee, diese Reaktion steuern zu können, vielleicht meine ich, dass ich das nicht kann (je nachdem woran das Ich gerade glaubt oder was es kürzlich herausgefunden hat). Das alles ist das System von Ursache und Wirkung, das wir Karma nennen und das völlig unabhängig von unserem Glauben, Verstehen und nicht Verstehen ganz natürlich funktioniert.

Jnana Yoga (ein weiterer Teil des integralen Yogas) befasst sich nun mit dem menschlichen Aspekt, der unberührt ist von der Ich-Struktur. Der Teil, der jedoch selbst die Ich-Struktur belebt.

Man könnte es auch so ausdrücken: Der Teil, der selbst in der Ich-Struktur Form annimmt:

Unser „Wesen“, unser „Selbst“, der „göttliche Funken“, unsere „Seele“,…

…und schwupps sind schon wieder alle Vorstellungen (Raja-Yoga) aktiviert 😉

Wo sind denn nun endlich die Yoga-Haltungen versteckt?

Klassisch gesehen gehören diese in den Bereich von Tantra (NEIN! Hier geht es nicht um Sex, sondern um eine „philosophische Richtung“, die sich jedoch nicht im Geistigen verlieren will, sondern ihren Fokus im Bereich des Erfoschens von Menschlichkeit – IM menschlichen Dasein selbst – hat). Im Druchdringen des Mystischen bejaht Tantra Menschlichkeit und wendet sich nicht von ihr ab, so wie viele andere Richtungen, in denen man alles typisch Menschliche leicht als „illusorisch“ oder „niedrig“ im Gegensatz zum „All-Ganzen“ verstehen könnte.

Ist Menschlichkeit nicht gerade ein Teil dieses „All-Ganzen“?

Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich mich von all dem, was ich bis dahin lediglich mit dem Verstand begriffen hatte, zurückziehen musste, um ich SELBST zu werden.

…um selbst zu erforschen!

Wie eine „Pubertierende“ musste ich mir demnach auch meine Yoga-Wurzeln aus der Distanz anschauen. Vieles in mir war in Bewegung geraten. Sicher auch durch die Yogapraxis. Aber mehr noch durch das Leben selbst. Fragen, die ich schon seit meiner Kindheit kannte, wurden auf andere Weise präsent: Wer oder was bin ICH wirklich? Was ist diese verrückte Lebendigkeit? Gibt es tatsächlich irgendwelche „Regeln“?

Ich hatte Philosophie studiert, war schon eine zeitlang Yogalehrerin und bereits Mutter. Ich hatte schon viele Antworten auf meine Fragen gefunden und dennoch war da wie so ein Drängen hinein in eine noch tiefere Authentizität. Ein Drängen nach einem „inneren“, absoluten Wissen, das keine Zweifel mehr zuließ.

Es durchdrang wirklich ALLE Lebensbereiche, nicht nur meine Tätigkeit als (Yoga-)Lehrerin, die ich immer wieder komplett in Frage stellte. Es durchdrang ebenso meine Ideen von Beziehung, Glück, Familie, Geld, Sicherheit, Spiritualität, Wissen im Allgmeinen.

Am Ende – wobei man hier nicht wirklich von einem „Ende“ sprechen kann – stand dann tatsächlich so etwas wie ein Berühren meiner eigenen Innerlichkeit. Jedoch auf eine Weise, die so ganz anders war/ist, als das „Ich“ es sich vorgestellt hatte.

Denn DAS ist nichts, was die Ich-Energie haben könnte!

Und dennoch ist ES stabiler als alles, woran sich diese „Ich-Struktur“ klammert

– insbesondere wenn sie meint, sich selbst zu durchschauen ;- )

Auf diesem weglosen Weg, auf dem ich wirklich alles mögliche immer und immer wieder in Frage gestellt hatte – und genauso oft (meist unbemerkt) versucht habe, mir ein neues, anderes Konzept zurechtzulegen – stellte ich also auch meine Yoga-Wurzeln in Frage, begann nach und nach in meine eigene, authentische Weise des Unterrichtens hineinzuwachsen… …und kehrte irgendwann zu einem Weiterbildungsseminar zu meinen Wurzeln zurück: neugierig, interessiert, aber durchaus auch skeptisch.

Als ich damals also zu meinen Wurzeln zurückfand (ähnlich als würdest du nach sehr, sehr langer Zeit das Haus oder das Dorf deiner Kindheit besuchen), war es natürlich NICHT irgendein theoretisches Wissen, was mich berührte. Ich war durchaus so klar, dass ich all die vermeintlichen „Fehler“, die ich damals kritisiert hatte, immer noch sehen konnte. Aber sie störten den Schatz nicht, der eben auch sichtbar wurde!!!

Das Gleiche passiert wohl auch, wenn du deine eigene Kindheit mit all ihren Höhen und Tiefen, mit all den Geschenken und Verletzungen – die im gewissen Sinne selbst Geschenke waren – mit den Augen der Klarheit siehst.

All die „Fehler“ sind auf einmal „menschlich“ und akzeptiert. So wie ich selbst jeden Tag mit meiner eigenen „Fehlbarkeit“ konfrontiert bin und gerade DURCH sie, tiefer und tiefer blicke, lerne, vergebe (mir und den anderen), immer weiter aufwache – und natürlich Ganzheit BIN!

Vollkommenheit ist etwas völlig anderes, als Perfektion. Perfektion hat ein Gegenteil. Ganzheit enthält alles.

Menschliches Dasein nimmt Form an durch Dualität. Wir begreifen und erleben gerade durch (die scheinbare Trennung von) Körperlichkeit und auch durch das Wechselspiel zweier Pole: Tun und Geschehen lassen, verstehen und nicht verstehen, Liebe und nicht Liebe,…

In meinem Fall war ich – als ich nach einigen Jahren zum „Schnuppern“ zu meinen Yoga-Wurzeln zurückkehrte – so unendlich dankbar für die Fülle, die ich insbesonders bei Yoga Vidya geschenkt bekommen hatte. Es war wirklich so, als würde eine gereifte Frau, die als Teenager das Elternhaus verlassen hatte, um ihren eigenen Weg zu finden, mit neuen Augen nach vielen Jahren nach Hause kommt. Während sie als Teenager einige Dinge an ihren Eltern auszusetzen hatte, war sie inzwischen selbst Mutter geworden. Neben all den „Fehlern“, die ihre Eltern gemacht hatten, war sie nun in der Lage auch die Liebe zu sehen, die die ganze Zeit über dagewesen war. Sie hatte erfahren, dass sie nicht umhin kam, dieselben (und andere) Fehler mit ihren eigenen Kindern zu machen – und dass einige davon gar keine „Fehler“ waren, auch wenn sie von außen vielleicht so aussahen. Sie hatte gelernt, die größeren Zusammenhänge zu sehen. Gleichzeitig was sie dehmütig geworden angesicht dieses unfassbaren Paradoxes von Komplexität und EInfachheit, Form und Leere.

Als ich also zu meinen Wurzeln zurückkehrte, erkannte ich die Fülle, mit der ich all die Jahre (unbewusst) gearbeitet hatte. Und auch wenn sich mein eigener Unterrichtsstil (augenscheinlich) zumindest von der Rishikesh-Reihe etwas entfernt hatte, so ist der integrale Geist noch immer derselbe.

Unterrichten passiert nun aus dem Sehen heraus, was für die Teilnehmer körperlich möglich ist und was energetisch gebraucht wird. Es passiert aus dem heraus, was ich BIN. Ich kann nur DIES hier sein, das genau auf diese Weise Form annimmt (und sich natürlich weiterhin verändert). Das was ich BIN, ist weder gut noch schlecht, weder richtig noch falsch. Und doch lerne ich und lerne ich und lerne ich… während ich gleichzeitig vollständig bin.

Auch ich lege mit meinem Unterricht lediglich eine Basis, mit der jede Seele, jeder Körper, jedes Leben, in jedem Moment „weiterarbeitet“.

Ein besonders kostbares Geschenk der Sivananda-Tradition bei Yoga Vidya – für mich persönlich – war die Einführung und Begleitung der (fortgeschrittenen) Energiearbeit in Verbindung mit intensivem Pranayama (Kundalini Yoga, als Teil von Tantra-Yoga). Zuerst als Technik genutzt, wurde es mit der Zeit eine ganz natürliche Bewegung, die völlig unbahängig von irgendeiner körperlichen Praxis immer offensichtlicher wurde!

Es gab und gibt so viele Lehrer in meinem Leben: tolle Yogalehrer, Satsang-Lehrer, Menschen, die mich geliebt haben und Menschen, die mich nicht geliebt haben – und natürlich jeder Augenblick dieses unglaublichen Lebens, jedes Form-Annehmen meiner eigenen Innerlichkeit, jede Frage, jede Antwort, jedes Verwerfen irgendeiner Antwort…

Was für eine Reise!

Wer Lust hat, zusammen mit mir Yoga zu machen, findet mich in Kirchheim unter Teck oder auf youtube!

Von Herzen

Verena

Rückzug

Oder: Die Bereitschaft vollkommen ehrlich mit mir zu sein!

Der 11. Januar 2019

Das neue Jahr ist also schon ganze 11 Tage alt.

Wie geht es euch damit?

Schon wieder richtig „angekommen“ im Alltagsleben?

Oder vielleicht sogar gar nicht richtig rausgekommen, weil die Zeit zwischen den Jahren auch ganz schön turbulent war?

Wißt ihr was? Es ist immer noch Winter!!! Auch wenn die längste Nacht schon vorbei ist, dauert es dennoch eine ganze Weile bis die ersten Blumen aus der Erde sprießen werden. Unsere Kraft darf sich immernoch nach Innen zurückgezogen haben. So wie die Bäume immernoch im tiefsten Winterschlaf stecken. Wir dürfen immernoch verarbeiten und vorbereiten…

Das ist das kostbare auf der Erde. Es gibt so etwas wie „Zeit“. Innerhalb der Zeit findet Ent-wicklung statt, d.h. Form annehmen und Trans-FORM-ation (also Veränderung).

Und wir alle haben unseren UREIGENEN Rhythmus, der nicht an bestimmte Daten gebunden ist, sondern sich ganz allein durch unser „Innerstes“ im Zusammenspiel mit den äußeren Erscheinungen ergibt.

Wo stehst du gerade?

Was ist DRAN?

Was ist WIRKLICH gerade DRAN für DICH?

Ich für meinen Teil hatte ein sehr turbulentes Jahr 2018 und es gab wirklich einiges anzuschauen! Ich habe mich daher sehr auf die Weihnachtszeit und die Zeit zwischen den Jahren gefreut und sie diesmal auch wirklich ganz bewusst genutzt, um in meine eigene „Tiefe“ zu tauchen. Dabei geht es gar nicht in erster Linie darum, mit irgendetwas abzuschließen, etwas loszulassen oder neu zu visualisieren oder zu manifestieren. Für mich ist das nährenste und befreienste eigentlich die Erfahrung, dass ich es quasi „aushalte“ mit „mir“ zu sein – in all den unkontrollierten Tiefen meiner Selbst.

…was im turbulenten Alltag ja oft durch allerhand Geschäftiges nur bedingt Raum findet.

Es sei denn, wir halten Ausschau uns diesen Raum immer wieder und wieder neu zu nehmen!

Es ist ein bisschen schwierig das in Worte zu fassen, was da in unserer „Tiefe“ auf uns wartet. Denn die Begrifflichkeiten, die wir ansonsten benutzen, um verschiedene Befindlichkeiten und Qualitäten mit dem Verstand greifbar zu machen, existieren dort irgendwie auf andere Weise.

Es ist so NAH dran an mir, an pulsierender Lebendigkeit, an „Liebe“ (und ich meine damit eben genau nicht das, was wir gemeinhin recht schnell als „Liebe“ bezeichnen), dass Worte und Begrifflichkeiten absolut unnötig werden. Anstatt dieser taucht eine Art Offensichtlichkeit, Fraglosigkeit und Klarheit auf. In dieser Qualität fällt alles natürlich an seinen Platz, während es absolut frei und lebendig bleibt. Da ist Vollkommenheit – jedoch ohne eine Einteilung wie „richtig“, „gut“ oder deren scheinbare Gegenteile.

Wenn ich mich auf diese Weise auf „MICH“ einlasse, dann stelle ich mir kein Ziel VOR mich hin. In der Art, dass ich irgendwo ankommen muss, was ich meine „Mitte“ nennen könnte. Das einzige, was mich gewissermaßen leitet, ist die Bereitschaft ehrlich mit mir zu sein.

Da ist also niemand, dem ich Rechenschaft ablegen müsste, der mich bewerten könnte, der mich ablehnen könnte, loben oder anhimmeln – außer ich selbst. Also erlaube ich mir durchaus auch diesen Perspektiven Raum zu geben, während ich mich quasi durch all diese Persepktiven „hindurcharbeite“ bis ich fühle, dass es WAHR ist.

Wahrheit in diesem Sinne, ist nichts, was ich auf einen Zettel schreiben könnte oder was für alle Zeiten so und so bleiben muss. Es ist einfach ein PURER Moment. Ein Moment ohne Maske.

Und alleine WEIL er ohne Maske ist, ist er WUNDER-, wunderschön!

Die abgrundtiefste Traurigkeit, der größte Schmerz, die unglaublichste Weitsicht, Gefühle, welcher Art auch immer, werden in diesem Augenblick zu einer Feier des Lebens.

Das alles ist ziemlich „still“. Kein Feuerwerk. Und doch ist es auch ein Feuerwerk. Aber da ist kein „Jemand“ der Angst haben müsste oder sich stolz auf die Schulter klopft. Da ist eine Art nüchterndes Anerkennen und eine zarte Liebe, die all das in einen Zauber taucht. Es ist der Zauber der Echtheit.

Aber wie ich schon sagte, er taucht auf, wenn er auftaucht. Wenn alle Erwartungen über Bord geworfen wurden, wenn du bereit bist, die nackte Wahrheit zu ertragen.

Manchmal ist der Weg bis dahin ganz schön steinig, kalt, öde, langweilig, dunkel, heiß, wild, beängstigend,…

…und natürlich gibt es unzählige Möglichkeiten, sich auf dem Weg zu verirren. Der spielerische, kreative Verstand hat so, sooo viele Deutungsmöglichkeiten parat, um NICHT still zu werden. Er liefert zuerst hunderte von Gründen in diese Richtung hier zu schauen und danach ebensoviele Gründe, um in die genau gegenteilige Richtung zu blicken – und danach sucht er nach einer weiteren Perspektive.

Vielleicht fängt er mit dem Schuld-Thema an. Dann ist – je nach Programmierung – entweder zuerst der andere, die anderen oder eben du selbst SCHULD an was auch immer. Wenn du das durch hast (selbst wenn du nirgendwo so richtig ankommen konntest, weil alles irgendwie stimmt und irgendwie auch nicht stimmt), bietet er dir etwas neues an. Vielleicht eine Strategie, mit der du deine Gedanken oder Gefühle in eine bestimmte Richtung hin kontrollieren könntest. Ob das wirklich funktioniert, überlasse ich an dieser Stelle deiner eigenen Erforschung.

Wie weit es uns überhaupt möglich ist, den Verstand nicht ganz so ernst zu nehmen – oder ihn tatsächlich kreativ zu nutzen – ist meiner Meinung nach ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, die wir sicher nicht alle beeinflussen können. Die Grenze ist letzendlich immer die Bewusstheit, die dir zur Verfügung steht.

Innerhalb unserer Bewusstheit gibt es durchaus so etwas wie einen Fokusspielraum. Gewissermaßen können wir uns also tatsächlich „entscheiden“, denn wir spüren Anziehung und Abstoßung (auch wenn wir diese Empfindungen nicht selbst wählen).

Wir bewegen uns in der Dualität. Also eigentlich nehmen wir (als körperlich-geistige Wesen) durch die (scheinbare) Dualität Form an und erfahren so „Trennung“. Trennung zwischen „ich“ und „du“, „außen“ und „innen“, „Tag“ und „Nacht“, „Nähe“ und „Distanz“,…

Diese „Trennung“ wiederum ermöglicht uns einen sehr besonderen Erfahrungsraum, der seine ganz eigene Schönheit hat. Und JA, das hat gerade auch mit unserem Wesenskern zu tun, der wiederum niemals wirklich „getrennt“ ist.

Als Menschen sind wir immer beides…

Wir können den Körper nicht leugnen. Egal was da als Ich-Bewusstsein gerade auftaucht oder nicht auftaucht. Als Mensch besteht unser Dasein daraus, „Energetisches“ in die Form zu bringen. Ganz einfach ausgedrückt: Menschlich zu SEIN. Zu sprechen, nicht zu sprechen, zu handeln, zu gestalten, zu berühren, nicht zu berühren,…

Dies alles macht besonders viel „Freude“, wenn wir uns unseres Wesens bewusst sind. Für mich ist unser „Wesen“ der Punk, wo sich das Vertikale mit dem Waagerechten trifft.

Das Vertikale ist das „göttliche Prinzip“, das sich durch das „Energetische“ in uns verkörpert. Vom Feinen ins Grobe. Von der Unendlichkeit in die Endlichkeit. Von der Verbindung in die (scheinbare) Trennung. Von der Weite in die scheinbare Enge der Form, als DIESE Empfindung hier, als dieses Körpergefühl, als dieser Gedanke, als dieses Wort, dieser Satz, diese Handlung…

…und schon bewegen wir uns (scheinbar) in der Zeit (hier beginnt die Wirkung der Waagerechten). Es wird möglich eine Geschichte zu erzählen. Jede Geschichte hat unzählige Perspektiven. Du bist eine dieser möglichen Perspektiven. Und diese ändert sich von Moment zu Monent.

Das Waagerechte sind die Erscheinungen der Erde: Form und Zeit. Entwicklung. Etwas nimmt Form an, verändert sich, löst sich (scheinbar) auf, nimmt eine andere Form an,… Angesichts des Zeitbewusstseins machen wir eine Geschichte daraus, versuchen Ursache und Wirkung auszumachen. Kein Stillstand.

Ist das nicht wunderbar?

Sobald wir uns also innerlich bewusst aufrichten, fangen wir an, uns für diesen vertikalen Kanal zu öffnen. Wir sind dann nicht mehr allein festgelegt auf die konditionierten Muster unseres Verstandes (die Vergangenheit, die wir auf die Zukunft projizieren), sondern haben Zugang zu der „Weitsicht“ des SELBST und der „Liebe“ des reinen Herzens.

Kannst du dich noch an „dein“ Problem erinnern? Das, was dich gerade aufwühlt und irgendwie „suchen“ lässt? Suchen nach einer Antwort, einer Lösung, einer befriedigenden Interpretation?

Versuch auf dieses „Problem“ mal aus der Perspektive deines „höheren Selbst“ zu schauen!

Ich weiß, dass du das kannst!!!

Du hast deinen ganz UREIGENEN Weg mit dem in Kontakt zu kommen. Nimm dir einen Moment Zeit. Schließe die Augen deines Körpers. Werde still. Richte dich aus.

Mach das wirklich mal! Ja, JETZT!

Oder gibt es wirklich etwas, was gerade anziehender ist?

Ja?

Genau das ist es, was wir in der Meditation machen: Wir verbinden uns mit der Vertikalität in uns. Diese ist bereits Teil von uns.

Die Yogapraxis bereitet diese Hinwendung gewissermaßen vor: Sie hilft dir, dich für diese Dimensionen in dir zu öffnen. Wenn du dich davon angezogen fühlst… Wenn es dich interessiert. Ansonsten ist es dir natürlich freigestellt, auch alles mögliche andere zu verkörpern! Beziehungsweise kreiert deine „innere Dynamik“ aktuell dann eben einfach irgendeinen anderen Erfahrungsraum.

Guck dir die Bäume an, die du siehst, wenn du jetzt gerade aus dem Fenster schaust: Sie tragen aktuell keine Früchte. Nicht mal ein Blätterkleid. Deswegen sind sie keinesfalls falsch oder schlecht. Sie „bewegen“ sich sogar in absoluter Harmonie mit ihrer Umgebung. Und ein anderer Baum, der gerade auf einem anderen Teil dieser Erde zu erblühen beginnt, ist keinesfalls wertvoller, reifer oder richtiger als die Bäume, die du siehst, wenn du heute aus dem Fenster schaust. Verstehst du?

Es gibt keine „richtige“ oder „falsch“ Hinwendung. Es gib kein falsches Form annehmen.

Alles dieselbe Lebendigkeit!

…in unterschiedlicher Form.

Aber wenn du das hier liest, dann kitzelt dich vermutlich die Frage nach deinem Wesenskern. Und dieser ist niemals wirklich im Verstand zu finden. Ganz einfach, weil der Verstand nur eine Möglichkeit des Formannehmes darstellt. Und dein Wesen viel mehr ist als das.

Alles, was im konditionierten Verstand möglich ist, ist ein sehr, sehr billiger Abklatsch im Vergleich zu dem, was der Verstand an Klarheit bereithält, wenn wir gleichzeitig mit unserem „Wesen“ in Verbindung stehen. Um diese Verbindung sozusagen zu aktivieren, braucht es jedoch so etwas wie den Wunsch danach.

Was willst du wirklich, wirklich, wirklich?

Was steht hinter deinen oberflächlichen Gedanken, Wünschen, Ablenkungen,…?

Bist du bereit immer mal wieder TIEFER zu FALLEN?

Der konditionierte Verstand ist wie ein Haltegriff, um nicht zu fallen. Und manchmal sind seine Theorien (insbesondere die „spirituellen“) auch die Fallstricke in denen dein „Ich“ sich verhäddert.

Bist du bereit ins Nicht-Wissen „aufzusteigen“? Und dort pure Offensichtlichkeit DIREKT (das heißt JETZT!) zu erleben – ohne zu „wissen“? Also ohne das, was du als „Wissen“ mitnehmen kannst?

Das, worüber wir diskutieren können, was wir glauben, verteidigen zu müssen, was wir meinen zu „wissen“, istabsolut leer. Deswegen haben wir das Gefühl, es verteidigen zu müssen.

Das „Ich“ hat sich an dieses „Wissen“ gehaftet, bzw. DU glaubst an diesen oder jenen Gedanken, jene Erfahrung, an die du mit Hilfe dieses „Wissens“ festhältst und deshalb existiert dieses DU in Abhängigkeit von all diesen Ideen über dich, diese Situation, diese Welt, usw.

Dein Wesen jedoch ist so viel größer, weiter und freier, als all dieses Wissen (egal wie schön oder schrecklich es auch erscheinen mag).

Weil wir uns damit identifizieren, mögen wir nicht so gerne dahin schauen. Deshalb halten wir uns an der Oberfläche fest.

Wir mögen auch nicht so gerne dahinschauen wo es wehtut. Wir meinen dann, dass „Wir“ uns auflösen, angegriffen werden, usw. wenn wir das Ganze in vollkommener Wahrhaftigkeit schauen.

Was sich aber auflöst, ist nur dieses konditionierte, verletzte, trotzige, ängstliche „ICH“. Nicht unser Wesen. Nicht die Lebendigkeit. Nicht die Kreativität. Nicht die Liebe.

Von Herzen

Verena

Du bist absolutes, kreatives Potential!

Wie können wir das Gedankenkarussel der alten, konditionierten Gedanken durchbrechen und NEU! Jetzt! lebendig spüren, erforschen, feiern, genießen, ent-decken,…?

Manchmal haben wir das Glück, dass uns die unberechenbare Wildheit, Zartheit und Berührbarkeit eines Kindes aufweckt. Vielleicht durch einen Satz oder einfach wenn wir ihnen beim Spielen zuschauen.

Manchmal ist es die Natürlichkeit der Natur, – vielleicht der kühle Regen auf unserem Gesicht, – der uns ins Spüren zurückholt. Und wenn wir diese körperlichen Empfindungen genießen können, die Freiheit des Windes uns inspiriert und nicht stört oder „bedroht“, dann bringt uns diese dadurch wachgeküsste Sensitivität direkt mit dem Ursprung unserer Lebendigkeit in Kontakt.

Manchmal aber überhören und übersehen wir das alles. Wir tun so, als wäre dieser Moment nicht gut genug. Wir glauben, es bräuchte etwas anderes, als DAS HIER, damit es „gut“ wäre.

Vielleicht wäre Tanzen dann die beste Alternative, alles ein bisschen ins Fließen zu bringen, diese unglaubliche Steifheit im Körper und Geist zu erlösen und die Illsuion des Nicht-gut-genug-seins aufzubrechen. Auf diese hartnäckige Ernsthaftigkeit, Zielstrebigkeit und Suche nach dem „Höhepunkt“ zu pfeifen und stattdessen einfach nur zu leben. Wild und gefährlich. Unbekannt. Nicht wissend. Unangepasst. Ver-rückt. Einmalig. Tief. Kraftvoll. Zart. Hauchdünn. Alles!

Vielleicht sollten wir nicht auf die nächste Gelegenheit WARTEN, um zu tanzen, sondern einfach mal MUSIK anmachen?

Aber ja, vielleicht ist uns gerade so gar nicht nach Tanzen zu Mute.  Wenn du JETZT für einen Moment, einfach nur DAS bist, was du eben bist – ohne die Idee, WAS das sein könnte. Du BIST es einfach. Wissen spielt keine Rolle, Zeit spielt keine Rolle, es läuft auf nichts hinaus, es ist für nichts gut. Einfach GANZ das sein, was du BIST!

Wie wäre das?

In meiner neuen Reihe: „Verenas Türchen“ arbeite ich ein wenig mit der Körperlichkeit, um in diesen Moment und damit in den freien Fluss der Lebendigkeit zu kommen. Vielleicht hast du Lust, da mal hineinzuschauen?

Von Herzen

Verena



Was passiert, wenn wir den Kopf ablegen?

Jede Asana (jede Körperhaltung), die wir einnehmen, entspricht einer bestimmten Qualität. Das passiert ganz automatisch, ohne dass wir irgendetwas dafür tun müssten, denn unser Körper ist ganz natürlich Ausdruck von Lebendigkeit. Wir spüren das zum Beispiel wenn aufgeregt sind und ein mulmiges Gefühl im Bauch haben oder wenn unsere Augen müde sind und wir nicht mehr konzentriert nach außen schauen wollen…

Das heißt: Unser Körper zeigt uns gewissermaßen, was „innerlich“ gerade so abgeht. Er zeigt uns wieviel Kraft gerade zur Verfügung steht, er zeigt uns unsere wunden oder weichen Stellen…

Das heißt aber auch, dass – wenn wir anfangen unseren Körper zu bewegen – auch unsere inneren Strukturen mitbewegt werden. Wir stärken also beispielsweise unsere Basis (unseren Beckenboden) und damit berühren wir u.a. auch das Thema unseres Urvertrauens. Oder wir dehnen und öffnen vorsichtig (körperliche) Bereiche, die vielleicht seit langer Zeit hart und zusammengezogen waren und damit rühren wir ganz automatisch auch unsere eigene Berührbarkeit an.

Unser Körper ist Ausdruck unserer Schutz-, Flucht-, und Kampfreflexe – und all diese werden angesprochen, sobald wir mit einem körperlichen „Schmerz“ konfrontiert werden (damit arbeiten wir zum Beispiel in den passiven Yin-Haltungen ganz bewusst).

Was passiert nun, wenn wir unseren Kopf ablegen?

In den letzten Jahrzehnten hat sich das menschliche Denken zu einem immer schärferen Werkzeug herausgebildet. Und das ist wunderbar! Wir haben gelernt, uns unseres eigenen Verstandes mehr und mehr zu bedienen. Wobei man jedoch ehrlicherweise sagen muss, dass wir sehr, sehr oft eher die Gedanken (und Traditionen (auch spirituelle Traditionen)) von anderen denken, anstatt wirklich unseren eigenen Verstand zu benutzen. Ein Grund dafür ist sicherlich der, dass wir uns wenig Raum und Zeit nehmen, genauer Hinzuschauen! Oftmals scheinen wir so sehr beschäftigt, dass es notwendig ist, in Automatismen zu verfallen, anstatt Energie aufzuwenden, wirklich neu zu schauen – und dann vielleicht eben auch mal zuzugeben, dass man falsch lag oder es mittlerweile anders sieht oder dass man noch gar nicht so genau weiß, was man eigentlich darüber denkt!

Da ich menschliches Sein als ein sehr „komplexes Gebilde“ verstehe, sehe ich das Denken als einen wertvollen Teil dieses Seins – aber eben nicht als den einzigen.

Wenn ein Bereich lange Zeit intensive Aufmerksamkeit bekommt und dadurch wächst und sich ausbildet, kommt es vor, dass andere Bereiche zu kurz kommen und irgendwann ein enormes Ungleichgewicht entsteht. In der Regel gleicht das Leben das irgendwann ganz automatisch aus. Denn unser menschliches Leben formt sich gerade durch die Spannung (mindestens) zweier Pole.

Die Ganzheit wird erst sichtbar und erfahrbar durch das Gegenteil. Wir lernen über die Liebe u.a. dadurch, dass wir erfahren, wie sich die Abwesenheit von Liebe anfühlt…

Zum menschlichen Sein gehört neben dem notwendigen gedanklichen Erfassen von Lebendigkeit auch das körperliche Erleben von Kraft, Kraftlosigkeit, Anspannung, Entspannung, Weichheit, Verletzlichkeit, Sinnlichkeit, Genuss, Schmerz,…

…ebenso wie das emotionale Erleben von Lebendigkeit. Und auch „feinere“ Ebenen von Energie sind durchaus individuell und real erlebbar.

Wenn wir unseren Fokus lange Zeit im Kopf haben, kommt es vor, dass wir uns dort verhaspeln. Dann brauchen wir ein bisschen Aus-Zeit um wieder neu und weit denken zu können. Dabei kann uns u.a. der Körper und Körperarbeit dienlich sein.

Manchmal ist es hilfreich, ganz neue gedankliche Inspirationen einzuholen, um einen neuen Blick zu bekommen.

Manchmal ist es heilsam, die komplette Geschichte mal für einen Moment loszulassen und gar nichts wissen zu müssen und stattdessen mit der Erleichterung des nicht-Wissen-müssens zu sein (die u.U. vielleicht auch zunächst erst einmal als furchterregend erlebt wird – denn oftmals identifizieren wir uns wirklich komplett mit unseren Gedanken über uns und eine bestimmte Situation. Deswegen haben wir auch oft das Gefühl, genau diese Sichtweise verteidigen zu müssen).

Was passiert aber, wenn wir unsere Sicht komplett anerkennen und gleichzeitig offen dafür sind, dass diese Sicht nicht alles ist?

Sondern nur eine Sichtweise.

Was passiert?

Wenn wir uns einen Moment Zeit nehmen, mal ganz authentisch und selbstständig nachzuforschen, werden wir herausfinden, dass Gedanken zunächst ungefragt erscheinen. Auch wenn sich Gedanken also quasi durch uns ausdrücken, so erscheinen sie doch zunächst ungefragt (in uns). Wir sind also nicht diese (tollen oder schrecklichen) Gedanken. Wir könnten auch ganz anders darüber denken…

Tun wir aber nicht.

Egal warum, wir gerade genau dieses hier für bedeutsam halten, – HIER entfaltet sich gerade diese Form.

Und wir sind Ausdruck dieser Form und gleichzeitig Beobachter dieses Ausdrucks.

Im Anschluss an das Auftauchen eines Gedankens, legt sich das Bewusstsein mehr oder weniger darauf (d.h. der Gedanke wird uns mehr oder weniger bewusst oder eben nicht bewusst) und zusätzlich wird dieser Gedanken mehr oder weniger für wahr gehalten – oder für weiter erforschungsbedürftig erachtet. Gleichzeitig mit dem Gedanken (bzw. kurz darauf) zeigt sich dann auch ein entsprechendes Gefühl zu jenem Gedanken. Dieses veranlasst uns direkt zu einer Reaktion, der – je nach innerer Struktur – blind gefolgt wird oder die mit mehr oder weniger Spielraum erforscht wird.

Wenn wir unseren Kopf jetzt ablegen, passiert etwas in unserem Körper- und Nervensystem. Denn wir legen den Teil ab, mit dem wir uns zumeist indentifizieren. Ohne, dass wir irgendetwas dafür tun müssten, entspannt etwas in unserem System. Und das kannst du ganz einfach selbst überprüfen:

Leg deinen Kopf einmal vor dir auf den Boden ab.

Was passiert?

Was passiert, wenn du gar nicht „nach draußen in die Welt“ schauen kannst und damit auch nicht so wie sonst in das ganze Spiel von „ich“ und „du“ eintreten kannst. Du siehst – selbst wenn du die Augen jetzt öffnest – nicht weit, sondern gerade auf den Boden, auf den Platz, an dem du stehst (bzw. gerade sitzt/liegst).

Du bist weniger mit dem konfrontiert wie irgendetwas aussieht, was die anderen machen, wie es bei den anderen aussieht,…

Du bist mehr bei dir.

Stell dir jetzt vor, jemand würde dich ansprechen und mit dir über irgendeine Sache diskutieren wollen. Was würdest du tun? Du würdest deinen Kopf heben und deinen Standpunkt deutlich machen wollen, indem du dem anderen auf Augenhöhe gegenüber trittst (inklusive all deiner anderen energetischen, psychischen und körperlichen Muster von Vertrauen, Schutz, Angst und Kontrolle).

Hier kannst du einen Eindruck davon bekommen, wie die Körperhaltungen (immer schon) wirken – in die eine und in die andere Richtung.

Wenn du mehr darüber herausfinden magst, dann komme doch mal in eine meiner Yogastunden (in Kirchheim/Teck) oder besuche micht auf youtube:

Yin-Yoga:

https://www.youtube.com/edit?o=U&video_id=rY1O4kpdpNQ

 

Yoga für die Schultern/Rücken:

https://www.youtube.com/edit?o=U&video_id=LSGox63HTgs

 

Gespräch über „Raus aus dem Kopf – Rein in den Moment“:

https://www.youtube.com/edit?o=U&video_id=TkKhbRsrCCg

 

Ich freu mich auf dich!

Von Herzen, Verena