Krank-Sein – Gesund-Sein – Was machen wir hier auf der Erde?

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Oha – was für ein gigantisches (abendfüllendes) Thema…

Und was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Zur kurzen Einführung: Einige von euch wissen, dass ich vor kurzem diese Sommergrippe hatte und mit einem Rest an Räuspern und leichtem Reizhusten in den Urlaub gefahren bin. Zwei, drei Tage meinen Bruder Nähe Hamburg besucht, danach für eine Woche an die Nordsee. In jedem Fall kam ich nach einem wunderschönen Urlaub nach Hause zurück und hatte immer noch leichten Husten, der sich bald darauf wieder verschlimmerte, ohne dabei wirklich produktiv zu sein. Ich spürte, dass da noch irgendetwas zähes in meiner Lunge klebte und mich nicht wirklich, richtig frei und mühelos atmen lies und dennoch löste es sich nicht wirklich beim Husten. Selten fühlte ich Erleichterung wenn ich hustete. Manchmal bei einem wirklich herzhaften Niesen. Alle Unterstützungsmöglichkeiten, die mir einfielen, nutzte ich seit Wochen. Viele davon sind Routine: Vegetarische, oft vegane Ernährung, Ölziehen, mit Salz spühlen, Inhalieren wahlweise mit Thymian, Salz oder Kampfer, Nasenspühlung, Erkältungsbad, Yoga, Atemübungen, Curcuma, Ingwer, Salbei, Thymian, Ausruhen, Stille, nicht Sprechen,…

Okay, irgendwie schien es nicht zu genügen, auch wenn sich der Rest meines Körper durchaus gut fühlte, ging dieses Kitzeln und dieses NICHT freie Gefühl auf der Lunge einfach nicht weg.

Ich bin kein Typ, die immer für alles eine Ursache finden muss! Dennoch habe ich mich gefragt:

Was ist das Thema?

Wo fühle ich nicht genug Raum?

Und ich kam zu dem Schluss: Ich spreche meine Wahrheit aus. Ich nehme mir meinen Raum. Ich fühle mich frei.

Was sehe ich nicht?

Okay. Vielleicht ist es subtiler. Feiner? Irgendwas passt auf jeden Fall nicht, dass ich hier seit über vier Wochen nicht frei sprechen kann, sondern ständig einen Hustenreiz bekomme und mich dann ganz wund fühle. Keine einzige Yogastunde kann ich mehr mühelos unterrichten.

Also wieder eingelassen auf: Ich habe keinen blassen Schimmer. Ich weiß nichts. Es ist egal, was rauskommt. Es geht um nichts…

Ich gehe dahin, wo alle Wahrheit zu finden ist: Ich blicke nach innen.

Vorbei an allem, was ich verstehen kann. Vorbei an all dem, was ich über mich, über meinen Körper, über Gesundheit bereits zu wissen glaube.

Vorbei an all dem, was ich über mich zu wissen glaube, wo ich glaube, zu stehen, wo ich glaube verwundet zu sein, wo ich glaube ein Thema zu haben oder keins zu haben.

Ich sinke tiefer und tiefer und tiefer.

Es ist egal ob ich gesund bin oder krank.

Es ist egal, ob es sich so anfühlt oder so.

Ich fühle einfach.

Ich frage nichts.

Ich bemerke, wie meine Lunge sich entspannt. Ich bemerke, wie es warm wird und weich und wie mein Herz berührt ist. Mein inneres Herz. Ich bemerke wie Lunge und Herz miteinander in Verbindung stehen. Wie es da einen inneren Raum gibt. Einen Raum von Autentizität und Kraft. Unaussprechlich eigentlich. Natürlich. Nichts besonderes. Aber echt. Eine echte Erfahrung. Kein Konzept. Kein neues Wissen. Keine neue Idee. Kein „jetzt habe ichs“. Ich bin gar nicht da und doch bin ich mehr da denn je zuvor. Mehr als in all meinem Wissen. Das ist es. Da bin ich berührt. Von dort aus kann ich gehen. Von hier aus will ich gehen.

Mein Husten ist noch da. Ich habe das Gefühl er löst sich langsam. Gestern vielleicht noch mehr als heute. Aber das ist nicht der Punkt.

Der Punkt ist: Dass wir immer wieder und wieder „in Schlaf versinken“ mit unseren spirituellen Konzepten, mit unseren Ablenkungen, mit unseren Antworten, mit unseren Konstrukten über die Welt, über uns und den anderen.

Manchmal lenken wir uns ab mit der Blase der Verliebtheit (und vergessen wer wir wirklich sind).

Manchmal lenken wir uns ab mit unserer Drama-Blase („Oh mein Gott, was da alles abgeht, all die Verstrickungen, Verblendungen und Dramen, all der Schmerz und all die Probleme: UNLÖSBAR“).

Manchmal lenken wir uns ab mit der Idee, das wir wüssten wie es geht. In diesem Moment hat die begrenzte Person uns voll im Griff und wir verlieren die Offenheit für die Bewegtheit des Lebens: ALLES ist möglich, alles GLEICHZEITIG. Es gibt kein Ankommen, keine Methode, keinen Schlusssatz, keine Erleuchtung.

Und doch ist die Möglichkeit von „Erleuchtung“ HIER!

Sie ist hier in diesem Augenblick, des SEHENS dessen, was ist.

Es geht nicht darum, Wahrheit für alle Zeiten oder Wahrheit für alle Menschen zu finden. Es geht auch nicht darum, deine Wahrheit zu finden. Für wielange würde diese Wahrheit gelten? Nur für diesen einen Augenblick.

Das ist das einzige was IST. Das, was du jetzt siehst. Wirklich siehst.

Solange wir „nur“ im Verstand suchen, ist das, was wir sehen können, sehr begrenzt und wir nutzen nicht mal 1% unseres Vermögens. Und dann diskutieren wir über dieses eine Prozent…

…mit dem einen Prozent eines anderen Körper-Geist-Verstandes….

Vielleicht wissen wir das auch bereits und erzählen uns gegenseitig davon.

Was würde jedoch passieren, wenn wir gemeinsam (jede und jeder für sich selbst), immer wieder neu schauen! Wenn wir – gerade weil wir wissen, wie begrenzt wir wahrnehmen – alles, immer wieder neu untersuchen würden – und dabei wie Kinder OFFEN sprechen.

Ja, da gibt es Dinge, die machen uns Angst.

Ja, da sind Dinge, die sind schlimm. Sehr schlimm.

Wir müssen nicht alles auf einmal anschauen.

Aber wir können lernen, die Augen wieder und wieder zu öffnen. Weiter zu atmen, auch wenn es schokierend ist, was wir sehen.

Weiter zu fühlen und da zu bleiben. Hier. Dieses Körpergefühl. Weiter atmen.

Anstatt wieder und wieder abgelenkt zu werden vom dem, was wir gewohnt sind zu denken oder was quasi schon immer so war oder was (scheinbar) von außen über uns bestimmt oder (scheinbar) wohlwollend angeraten wird, bleiben wir OFFEN und NEUTRAL. Wir nutzen unsere EIGENE Kraft des SEHENS und FÜHLENS. Mehr nicht. Ohne eine Agenda zu haben. Einfach aus dem heraus, was wir sind:

PURE Lebendigkeit!

Kurse und Einzelarbeit mit mir gibt es Kirchheim/Teck! Außerdem kannst du mich auf Youtube finden!

Herzlichst <3 Deine Verena

www.verena-kamphausen.de



Den eigenen Platz einnehmen…

… ist ein sehr interessantes Thema.

Können wir denn überhaupt an einem Platz stehen, wie ein Baum?

Oder ändert sich (auch unser innerer) Ausdruck nicht oft spontan und wild mit den Geschehnissen im Außen oder den inneren Gedanken- und Bewusstseinsströmungen?

Ist unser „Platz“ – wenn wir so einen haben – vielleicht gerade das Gegenteil eines ein-deutigen Ausdrucks oder Erlebens und vielmehr die Unschuldigkeit, die Unberechenbarkeit und Berührbarkeit des lebendigen Momentes? Also seinem Wesen nach formlos, während er gleichzeitig die Möglichkeit aller Formen enthält und mit Sicherheit, – solange wir uns menschlich erleben, – irgendeine dieser möglichen Formen ausdrückt. (Welche dann wiederum vom Verstand (der ebenfalls eine Form (ein Ausdruck der freien Lebendigkeit) ist) verstanden, eingeordnet und bewertet wird)

Insbesondere angesichts der aktuellen Zeitqualität, in der sich vieles ja neu sortieren muss, passiert eine Positionierung oft vorschnell und leichtfertig gemäß den „alten“ Regeln: Wir glauben das (oder zweifeln das an), was in etwa mit dem konform geht, was uns am vertrautesten ist.

Natürlich! Gerade wenn sich Altbekanntes zu wandeln beginnt, wollen wir ja irgendwo etwas, das „bleibt“.

Bei alledem, was sich aktuell im Beginn einer Neu-Ordnung befindet, wünschen wir uns, um uns einigermaßen „sicher“ zu fühlen, eine Art „Bestätigung“ durch ein Gegenüber: Ein Mindestmaß an Akzeptanz und Gleichgesinnung. Ein Gesehen-Werden, das uns aushält, in dem, was wir SIND.

Es reicht dann, das diese Bestätigung „nur“ aus wenigen Freunden oder gar einer einzigen Person besteht. Ist dies – innerhalb einer so großflächigen Neuordnung, wie sie aktuell geschieht – nicht gegeben, fängt unser innerer Boden an zu wackeln, was sich dann unterschiedlich äußert:

Entweder, wir beginnen die Thematik durch die Irritation mit anderen Augen NEU zu betrachten oder aber wir haben das Gefühl, uns verteidigen zu müssen, was oftmals (selbst mit nachvollziehbaren Argumenten) zu einer gewissen Härte führt, die die Lebendigkeit der Essenz, zumindest in ihrer Erscheinung (also so, wie wir sie dann erleben,) „einfrieren“ lässt.

Die Lebendigkeit bleibt natürlich lebendig. Ihr fehlt nichts, selbst wenn wir uns gegenseitig umbringen. So wie das Wasser, Wasser bleibt, egal ob es in gasförmigen Molekühlen tanzt oder sich in Form von „Eis-Molekühlen“ super langsam bis kaum bewegt.

ABER: Es fühlt sich deutlich anders an, wenn wir um unsere Ansichten streiten oder wenn wir uns gegenseitig inspirieren – und SEIN lassen können.

Allerdings besteht auch ein enormer Unterschied darin, ob wir uns wirklich gegenseitig inspirieren oder ob wir uns einfach nur links liegen lassen, weil wir uns nirgends finden können und uns gegenseitig abwerten. Insbesondere dann, wenn hier nicht nur ein Meinungs- oder Bewusstseinsgefälle besteht, sondern auch noch ein bestehendes, strukturelles Machtgefälle.

Das gerade Beschriebe, sind natürliche Wirkungszusammenhänge, die man (oder Frau) nicht „mir-nichts-dir-nichts“ einfach so auflösen könnte.

(obgleich auch das angesichts der Wildheit und Spontanität von Lebendigkeit immer mal wieder möglich ist).

In der Regel wird es jedoch eher als herausfordernd erlebt, das eigene Festhalten an der eigenen Meinung und die darunter liegende (meist nicht vermutete) Angst zu erkunden, ebenso wie die Hilflosigkeit angesicht der absoluten Freiheit, die in der anderen Person liegt.

Wenn dann noch das Bewusstwerden der aktuellen Machtverhältnisse hinzukommt – und ich spreche hier noch gar nicht von Wirtschaftsinteressen oder dergleichen, sondern einfach von Strukturen, die sich im Laufe unserer Kulturgeschichte etabliert haben, also durchaus auch von Strukturen innerhalb von Familien oder sogar von Strukturen in deinem eigenen Inneren – dann wird es haarig. Denn genau diese Strukturen werden aktuell, angetriggert durch einen unsichtbaren Virus und angetriggert durch alles, was wegen dieses Viruses aktuell getan und nicht getan, gedacht und nicht gedacht, gefühlt und nicht gefühlt wird, in Schwingung gebracht.

Was schwingt hier?

Eine ganz natürliche Neuordnung, so wie sie in kleinen Zyklen jedes Jahr aufs Neue durch die Jahreszeiten geschieht oder innerhalb eines Menschenlebens, wenn wir in die sogenannten „Pubertät“ gehen oder schwanger werden, Mutter werden,… um nur einige Beispiele zu nennen. Auch da drückt sich etwas aus, nimmt Form an, durch uns, durch einen individuellen Körper, durch einen einzigartigen Umgang mit einem Prozess, den wir als Menschheit ja alle irgendwie erleben. Und dennoch ist es jedes einzige Mal NEU. Zutiefst wertvoll und bedeutsam und gleichzeitig so sehr in Bewegung, so vergänglich, dass es im Werden direkt wieder stirbt. Es ist Leere und Fülle zugleich.

Das Gleiche passiert JETZT.

Während wir uns ausdrücken, während wir uns zurücknehmen, während wir beobachten, während wir fühlen, während wir glauben, während wir sagen, was wir für richtig halten, während wir uns nicht trauen, unsere Meinung zu sagen oder während wir noch nicht sicher sind, welche Meinung wir haben. Es passiert, während wir unsere Meinung ändern. Es passiert während wir uns verrennen oder (scheinbar) bewusst für oder gegen etwas kämpfen. Es passiert, während wir weghören, während wir (scheinbar) bewusst entscheiden wohin wir gucken wollen, worüber wir diskutieren oder nicht diskutieren wollen,…

Als Menschheit und als individuelle „Seele“ reifen wir gerade (so wie wir es auch vor Corona in jedem Augenblick, in jeder Begegnung mit uns selbst, der Natur oder einem anderen Wesen oder Thema getan haben). Vielleicht ist es gerade (durch Corona) ein wenig offensichtlicher, so wie eine Geburt eine offentischtlicher Wandel ist oder der Wechsel des Arbeitsplatzes oder der Wohnsituation.

All dies erlebt JEDER (und jede) innerhalb eines Menschenlebens und dennoch erlebt es jede und jeder zeitlich an einem anderen Punkt und auf eine einzigartige Weise.

Wie kannst DU also ganz individuell, da wo du gerade stehst und dich bewegst, deinen Platz einnehmen und zwar nicht als FESTE FORM (denn Lebendigkeit ist ihrem Wesen nach bewegt), sondern IN deiner Berührbarkeit und Authentizität bewegt?

Das ist eine Frage, die man (und Frau) nicht ein für alle Mal beantworten kann. Sie beantwortet sich gewissermaßen nämlich in jedem Augenblick NEU.

Besonders freudvoll gestaltet sich dieses Verständnis des „Platz einnehmens“, wenn wir den physischen, den emotionalenund den energetischen Körper miteinbeziehen. Und das geht besonders gut, wenn wir ihn (alle Körper, die zum Mensch-SEIN gehören) bewegen und berühren.

Wie?

Durch eine einfache Umarmung, die wir auf allen Ebenen zulassen!

Durch einen stillen Blick in die Augen eines anderen – während wir wirklich DA sind, während wir schauen und geschaut werden!

Im Spüren des Windes und der Sonne auf der Haut…

Und natürlich während wir im Yoga nicht bloß äußere Haltungen von Muskeln und Knochen einnehmen, sondern uns auch innerlich berühren lassen.

Herzensgrüße

Verena

www.verena-kamphausen.de

Auflösung und Wandlung alter, überlebter Strukturen

Lieber Mensch,

egal, in welcher Situation du aktuell GENAU steckst,…

…die aktuelle Corona-Situation stellt jede und natürlich jeden von uns vor Fragen, die vor zwei, drei Wochen noch null präsent waren.

Da gibt es plötzlich Dinge neu zu organisieren, zu hinterfragen, zu bedenken und einzuordenen, mit denen wir so vermutlich nicht gerechnet hätten:

Was ist wahr? Was ist sinnvoll? Was ist verantwortungsbewusst? Für wen? Für mich? Für die Gemeinschaft?

Jetzt werden plötzlich Zusammenhänge wirksam, die man bisher zumindest scheinbar „getrennt“ behandeln konnte.

Zusätzlich ändern sich die äußeren Einflüsse (z.B. Informationen) aktuell sehr schnell.

Für das meiste davon haben wir keine lebendige Referenz. Wir wissen nicht wirklich, was genau hier „richtig“ ist. Es fühlt sich ganz neu, überraschend, sehr intensiv, irgendwie lähmend, andererseits auch explosiv und manchmal sogar kraftvoll an.

Ich glaube, dass die aktuelle Situation mit all ihren Herausforderungen auch eine ganz große Chance für jede und jeden von uns sein kann.

So vielen Dinge werden plötzlich sichtbar:

Was taucht auf, wenn das Leben nicht mehr „normal“ funktioniert?

Was ist für mich „normal“?

Was, an meiner „Normalität“, gibt mir Halt, Sicherheit und Freude,…?

Was hat welchen Wert?

Wie gehe ich damit um, wenn die Situation nicht eindeutig und sicher einzuordnen ist?

Wenn ich nicht weiß?

Woran orientiere ich mich?

Wie reagiert mein „inneres“ System?

Welche Ängste, Schutzmechanismen und Programme laufen ab?

Was mache ich damit?

Von wo aus treffe ich meine Entscheidungen?

Von wo aus treffe ich meine Entscheidungen, wenn ich mich nicht einfach so an das halten kann, was „normalerweise“ gilt?



Es gibt Stimmen, die sprechen schon seit einiger Zeit von einer sogenannten „Zeitenwende“. Eigentlich etwas ganz normales. Ein natürlicher rhythmischer Verlauf. Ähnlich der Pubertät oder dem Wechsel vom Sommer in den Herbst.

Im Laufe der Menschheitsgeschichte gab es immer wieder besondere Erfindungen oder Entdeckungen (die Atomkraft zum Beispiel oder das World Wide Web), Krankheiten oder Kriege, die größere, vielfältige und intensive Veränderungen, Chancen und Herausforderungen mit sich brachten.

Auch diese Ausnahmesituation jetzt ermöglicht es uns also, verschiedene Bereiche in uns und um uns herum neu zu betrachten. Wir erkennen viele Zusammenhänge und können durch alles, was jetzt kräftig durchgeschüttelt wird, auch nochmal (neu) schauen, wie wir funktionieren, was uns wirklich berührt, was uns am Herzen liegt, was uns Angst macht, was überflüssig ist,…

Dabei geht es einerseits um Zusammenhänge, um Verantwortung, um Gemeinschaft, aber auch um dich ganz intim, alleine und persönlich. Denn letztenendes kommt jede Klarheit, jede Verwirrung, jede Offenheit, jede Angst, die du nach außen trägst, ja aus dir selbst heraus!

Sie kommt aus dem, was aktuell in dir Form annimmt.

Sie kommt aus dem, worauf das Bewusstsein in dir gerade seinen Fokus legt.

Und dennoch nicht wirklich auf die Weise, dass du selbst ganz und gar dafür verantwortlich wärst. Denn vieles von dem was du bist, was dich ausmacht, ist ja auch ein ganz bestimmtes (ein absolut einzigartiges) Zusammenspiel deiner vergangenen Erfahrungen – und damit eben auch der Erfahrungen, der Kultur und Zeitqualität, in der du aufgewachsen bist. Es ist einfach ein Teil der menschlichen Traditionsgeschichte.

Und dennoch ist dieser Augenblick ja bewegt. Er ist lebendig. Das, was JETZT ist, war genauso noch niemals zuvor. Es ist ein stetiges Geboren-Werden. In jedem Augenblick.

Dieser Moment jetzt erwächst zwar aus dem Dünger der „Vergangenheit“ – jedoch in einen neuen Ausdruck hinein. Durch dich. Durch jede von uns. Mit jedem einzelnen von uns ändert sich jedes kleine und große System minimal, aber durchaus real spürbar.

Dabei gibt es die Einteilungen in „gut“ und „schlecht“ lediglich in deinem Verstandesbewusstsein (und dieses Bewusstsein hängt in seiner einzigartigen Form wieder davon ab, wie es – einzigartig – geprägt wurde).

Wo beginnt also alles?

In DIR!

Wirklich interessant für dich ist deshalb eigentlich nur, wo du dich gerade berührt fühlst!

Was auch immer sich also gerade bewegt,

es ist natürlich, dass alles in Bewegung ist!

(Ich bin mir bewusst, dass die folgenden Worte angesichts der Corona-Situation einen ganz anderen Beigeschmack bekommen. Ich hatte sie tatsächlich bereits davor geschrieben: )

Wenn wir beispielsweise KRANK werden, ist das nicht, weil wir irgendetwas „falsch“ gemacht haben. Vielmehr ist die Krankheit die RICHTIGE Antwort, um uns weiter forschen zu lassen: Um einen bestimmten Aspekt, der vorher nicht so gut sichtbar werden konnte, nun lebendig zu spüren. Vielleicht geht es um das Thema Verantwortung. Vielleicht darum, mal nicht alles kontrollieren zu können oder es wird irgend etwas spürbar, was zuvor eher im Hintergrund geblieben ist…

Evolution IST Veränderung!

Keine Beziehung, keine Gefühl, kein Körper,…

…ist fest!

Sterben ist also „richtig“!

(Bzw. ist es weder richtig noch falsch. Und natürlich ist es bedeutsam. Insbesondere für diejenigen, die davon im nahen Umfeld betroffen sind)

(Wie liest du diese Worte heute anders, als du es noch vor einem Monat getan hättest?)

Ent-täuschung ist richtig!

DAS ist Lebendigkeit.

Das ist natürliche Bewusstseinserweiterung.

Genauso sieht Leben aus!

Kannst du das hören?

Wer hört das?

Dein Verstandesbewusstsein?

Dein Wertebewusstsein?

Dein Körperbewusstsein?

Dein Wesen?

Trauer, Wut, Verwirrung,… gehören zur Gesamtheit der Lebendigkeit dazu. Wir erkennen, spüren und leben Lebendigkeit durch diese Qualitäten. So lernen wir. So verstehen wir.

So wie das Ausatmen ein Teil des Einatmens ist. Es ist ein Kreis. Sobald wir den einen Teil ablehnen, sind wir in Trennung und suchen nach der verlorenen Ganzheit. Und diese ist dort, wo wir sie am wenigsten vermuten. Sie ist HIER!

Sie taucht nicht erst auf, wenn alles wieder so läuft wie gewohnt. Sie taucht nicht erst auf, wenn es so ist, wie wir es uns vorgestellt hatten. Sie taucht nicht erst auf, wenn wir alles verstehen und einordnen können. Sie taucht nicht erst auf, wenn wir uns ganz und gar friedlich fühlen.

Sie taucht nicht erst auf wenn wir den richtigen Partner gefunden haben, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, wenn unser Körper wieder fit ist, wenn wir unsere Berufung leben, wenn wir diese Trennung verarbeitet haben oder was auch immer.

Ganzheit ist hier.

In dieser Schwere genauso wie in der Leichtigkeit, in diesem Chaos, in dieser Wut, in dieser Hilflosigkeit,…

Du musst sie nicht suchen.

Sie ist bereits HIER!

Ich vermute:

Du weißt theoretisch, dass Leben Bewegung ist. Praktisch aber hast du dir vielleicht angewöhnt, das Leben (wenn möglich) nach DEINEN Vorstellungen so zu kontrollieren, dass du dich möglichst sicher fühlen kannst. Das heißt am Ende: So, dass du möglichst keinen „negativen“ Gefühlen ausgesetzt bist.

Irgendwie gab es im Laufe der Geschichte viel Verwirrung darüber, was denn nun eigentlich „gut“ und was „schlecht“, was also „positiv“ und was als „negativ“ zu bewerten ist.

Bevor (u.a. die christliche Tradition) mit den Mitteln der Angst – und als Folge der dadurch möglich werdenden Kontrolle – angefangen hat, Macht zu missbrauchen, gehörte Schmerz als Teil der Lebendigkeit zur Ganzheit dazu.

Wir lernen im Schmerz.

Schmerz, Hilflosigkeit und Kraftlosigkeit sind sehr oft Teil einer natürlichen Wandlung.

Im Laufe unserer Geschichte ist da einfach eine konstruierte Trennung passiert, die die Gesamtheit der vibrierenden Lebendigkeit eingeteilt hat in richtiges und falsches Verhalten, bzw. in richtige und falsche Gefühle.

…Und wir wollen es so gerne „richtig“ machen. Wir wollen uns so gerne auf der sicheren Seite fühlen. Weil wir irgendwann angefangen haben zu glauben, dass DORT Frieden zu finden wäre. Das einzige was wir jedoch auf diese Weise finden, sind (mindestens) zwei entgegengesetzte Pole (z.B. zwei entgegengesetzte Meinungen)

Diese Einteilung in (mindestens) zwei gegenteilige Seiten ist überall passiert: Im Fühlen, Denken und Handeln. Im Privaten, wie im Geschäftlichen und natürlich auch in allen spirituellen Traditionen.

Das heißt, selbst wenn wir theoretisch wissen, dass dieser aktuelle Gedanke, diese Einschätzung jetzt, lediglich ein Ausdruck von vielen ist, dann fühlt es sich körperlich und in unserem Nervensystem jedoch so an, als ginge es in diesem Moment um unser Leben. Denn wir fühlen uns mit dieser Meinung verbunden, so als wären wir dieses Wissen, diese Idee, dieses Verständnis. Das ist unser Verstandesbewusstsein. Wir nennen es „Ich-Bewusstsein“.

Oft kämpfen innerhalb dieses „Ich-Bewusstsein“ verschiedene Aspekte miteinander (wieder zwei verschiedenen Pole)

Oft kämpft das „Ich-Bewusstsein“ aber auch mit anderen „Personen“ (andere Ich-Bewusstseine) einfach ums Rechthaben oder ums Verstanden-werden-Wollen.

Also kommen auch wir als Form-Gewordene Lebendigkeit nicht umhin, sowohl in uns selbst, als auch in unseren Beziehungen immer wieder unlösbare Kriege zu führen.

Einzig in dem Augenblick, in dem wir uns diesem aktuellen Moment HIER berührbar zuwenden (wach und klar mit offenen Augen ALLEM zu begegnen) und wir gleichzeitig die Einteilungen, die uns unser trennender Verstand (und unsere Angst) erzählt, nicht in den Vordergrund stellen, haben wir überhaupt eine Chance im Feuer dieser aktuellen, vibrierenden Lebendigkeit „tiefer“ zu erkennen, was uns dieses Feuer eigentlich lehrt.

Was immer auf diese Weise für uns sichtbar wird, DAS können wir in keinem noch so schön geschriebenen Text oder Buch finden. Nicht mal wenn wir es selbst geschrieben haben. Denn es ist etwas völlig anderes, etwas zu lesen, womit wir in Resonanz gehen können oder etwas unmittelbar und lebendig zu erfahren.

Die lebendige Erfahrung von was auch immer ist pur. Sie ist unbeschreiblich. Näher als nah. Einzigartig. Sie passt in kein Konzept. Und sie ist nicht trennend, weil sie keine klare Grenze hat, weil sie kein beschreibbares Etwas ist. Sie schwingt in virbrierender Lebendigkeit.

Am Ende geht es einzig und allein darum, DICH SELBST zu erkennen. Deine heile Lebendigkeit, aber auch deine ganz und gar menschlichen Strukturen und Wunden. Es geht also darum, das anzuerkennen, was JETZT gerade in dir berührt wird. Es geht nicht darum, irgendwo anzukommen. Denn dein innerstes Wesen ist (seinem Wesen nach) vibrierende Lebendigkeit und kein ETWAS (kein Ding – einmal erkannt und fertig).

Selbst wenn du schon darüber gelesen hast, was dein Wesen ist, wenn du es hundert mal gehört hast und es sogar schon selbst innerlich damit getanzt hast, dann ist das in diesem Moment NUR eine Erinnerung. Es bleibt ein abgestandenes Wissen, was jetzt nicht mehr wahr ist, wenn du JETZT nicht bereit bist, wieder dorthin hineinzufallen und dich tanzend zu erleben.

Jeder Augenblick des sinnlichen, energetischen, denkenden und körperlichen Erlebens ist so einmalig, so intim und so perfekt in diesem gigantischen Netz deines einzigartigen Lebens eingewoben, dass es unmöglich ist, das jemals in irgendein Konzept zu packen oder gar mit den Meinungen oder Erkenntnissen deiner Nachbarin, deiner besten Freundin oder irgendeines Lehrers zu vergleichen.

Du kannst nur von HIER aus gehen!

Du kannst nur mit deiner Kraft (oder mit deiner Kraftlosigkeit), mit deinen einzigartigen Talenten, mit deinen jetzt berührten Wunden, loslegen!

Und zwar genau HIER!

In diesem Moment, in diesem Kontakt mit dir selbst (oder im Kontakt mit jemand anderem) der JETZT hier wirklich stattfindet.

Was gibt es JETZT hier wirklich zu tun (oder nicht zu tun)?

Wohin kannst du von HIER aus gehen?

Stelle deine Wahrhaftigkeit an erste Stelle und gibt dem Energie, was durch dich geboren werden will.

Wenn du Lust hast noch ein wenig tiefer und intimer (angeregt durch meine Worte) zu forschen, dann interessiert dich vielleicht mein Online-Kurs zum Thema: Auflösung und Wandlung alter, überlebter Strukturen.

Ab dem 22. März 2020 findest du den Kurs auf meiner Website www.yogalini.de

Gerne kannst du Kontakt mit mir aufnehmen:

verena@yogalini.de

Ich freue mich über alle MIT-Reisenden!

Inhalt des Kurses:

  • Impulse zum Einlassen (Text pdf)
  • Begrüßung und Einführung (Video)
  • Schütteln & Meditation (Video)
  • neue Räume öffnen: Atem, Tönen, Meditation
  • Impulse (Gesprochenes) im Anschluss an „Atem, Tönen, Meditation“ (Video)
  • Asanas zum Thema Wandlung – inklusive Atemarbeit und Endentspannung (Video)
  • Was ist wirklich wesentlich? Für wen? (Anregung zur eigenen Erforschungsarbeit – Text und Frage-Materialien pdf)
  • Vom Suchen und Finden (Audio)
  • Wie finde ich MEINE Antwort (Audio)
  • Stabilität und Körper – wo die Kundalini Zuhause ist (Impuls-Video)
  • Asana-Einheit zum Thema Stabilität (Video)
  • Meditationsimpuls: Im Feuer stehen (Video)

Außerdem in Planung:
Von meinem Zuhause direkt in dein Wohnzimmer:  Live-Online-Übertragung „Yoga und Meditation“

Bald erfahrt ihr mehr!

HerzLICHT

Verena


Offenes Herz – offener Geist

Sobald wir unseren Körper in irgendeine Position bringen (und wir können niemals KEINE Haltung haben), drücken wir nicht nur etwas aus, nimmt nicht nur etwas Form an, sondern wir spielen mit dem Form-Annehmen, denn wir werden kreativ, wir kreieren etwas, wir öffnen uns für eine bestimmte Qualität des Festhaltens oder Loslassens, des Öffnens oder Schließens,…

Sobald das Herz beginnt sich zu öffnen (und ich spreche hier nicht von „Romantik“), verändert sich etwas:
Die Dynamik zwischen den beiden Polen (Dualität) verändert sich. Sie hören auf miteinander zu konkurrieren und es beginnt so etwas wie „Gleichzeitigkeit“.

Was auch passiert: Dass du auf einmal in der Lage bist, ein wirkliches Verständnis für Sichtweisen zu entwickeln, die deinen eigenen komplett widersprechen.

Die Qualität des Herzens kann nicht mit dem Verstand begriffen werden. Sie wird im Gegenteil (lebendig) ent-deckt. Sie ist bereits IN dir vorhanden. Den „Kontakt damit findest du IN Dir!

Diese „Reise“ zu diesem „Kontakt“ ist einmalig.

Individuell.

Und sie findet durch dich statt.

Mit dir. Auf genau die Weise, wie du BIST!

Ein paar mehr Worte zu dem Thema „offenes Herz – offener Geist“ und eine passende Yoga-Haltung dazu findest du in folgendem Video:

Mit sich SELBST streng oder weich SEIN – das ist hier die Frage

„Am Montag warst du aber richtig streng“ war das Feedback einer Teilnehmerin, die ich gestern Mittag in der Stadt getroffen hatte.

Ich musste lachen, denn ich wusste genau was sie meinte. Irgendetwas hatte mich in der Yogastunde am Montag Abend „geritten“ und mein Fokus war voll und ganz darauf ausgerichtet, eine Atmosphäre zu schaffen, die alle Anwesenden anhielt WACH zu sein.

Kennst du das Gefühl, immer so ein bisschen im Trott des Bekannten zu schlafen?

Oft ist das Bedürfnis nach Entspannung gar nicht das natürliche Schwenken in das Gegenteil von Aktivität, sondern die natürliche Reaktion auf einen Alltag in dem wir halb-lebig Automatismen tun, von denen wir das Gefühl haben, ihnen hilflos ausgeliefert zu sein.

Was ist es wirklich, wirklich, wirklich, was uns das Gefühl von „Hilflosigkeit“ vermittelt?

Woran halten wir fest, wenn wir meinen, wir seien nicht frei genug JETZT diesen Moment hier lebendiger zu gestalten?

Zurück zum Thema „Strenge“:

Oft bin ich in meinen Stunden sehr zart und weich. Denn ich fühle regelrecht wie es einen Gegenpol braucht zur der Struktur, die von Außen organisiert wird und sich in unserem Inneren wiederspiegelt in der Idee, wir müssten es irgendwie „anders“ machen, besser, klarer, fokussierter, entspannter, lockerer, mutiger,…

Das Problem: Anstatt es WIRKLICH anders zu machen (in einem neuen Augenblick), verschwenden wir alle Energie, die uns JETZT zur Verfügung steht, damit, uns selbst zu verurteilen.

Und manchmal auch noch ein zweites Mal: Wir verurteilen uns auch noch dafür, dass wir uns schon wieder verurteilt haben.

Wo sollten wir wirklich streng mit uns sein?

Oft setzen wir mit unserer Weichheit und unserer Strenge genau an den verkehrten Enden an. Wir sind da streng, wo es Sanftheit bedarf und da nachgiebig, wo wie Klarheit und eine gewisse Strenge brauchen.

Oft hacken wir da, wo wir (oder jemand anderes) vermeintlich einen Fehler gemacht hat, ordentlich auf uns, dem anderen oder der gesamten Situation herum, anstatt ehrlich anzuerkennen, dass das, was passiert ist, aus vielen verschiedenen, vielschichtigen Gründen passiert ist:

  • Ich und mein Gegenüber hatten zu genau diesem Zeitpunkt genau die Energie zur Verfügung, die zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stand
  • Ich und mein Gegenüber hatten zu genau diesem Zeitpunkt genau die Persepktive, die wir in diesem Augenblick hatten
  • Ich und mein Gegenüber hatten in diesem Moment genau den Handlungsspielraum, den wir damals wirklich hatten – und nicht den, den wir uns heute ausmalen können

Wir können uns im Nachhinein zwar ausmalen, wie es gewesen wäre, wenn wir damals dieses oder jenes nicht im Kopf gehabt hätten und stattdessen den Blick mehr auf was weiß ich was gelenkt hätten…

Aber die Wahrheit ist: Wir haben so gehandelt, weil zu diesem Zeitpunkt genau dieses Muster, genau diese Unsicherheit oder was auch immer aktiv war und wir haben in diesem Moment das gegeben, was wir geben konnten.

Alles andere ist Illusion!

Sei hier streng! Denk nicht weiter und weiter und weiter und erzähl es deiner Freundin und reg dich nochmal darüber auf und noch einmal und vertiefe jene destruktive Sicht mehr und mehr.

Sei streng!

Werde still.

Sei ehrlich.

Es war wie es war. Und es ist jetzt vorbei.

Und das gilt direkt – Sekunden nach – jeder Auseinandersetzung mit dir selbst und mit all denen, denen du nahe stehst.

Fühle das Gefühl, was jetzt auftaucht.

Fühle den Schmerz oder was immer es ist und erlaube dem Kopf nicht die Geschichte irgendeine Geschichte darüber zu erzählen. Der Kopf wird niemals in der Lage sein, wirklich alle Zusammenhänge zu durchschauen, denn letztlich bleibt er bei der Logik stehen, während menschliches Sein so so viel mehr ist als das.

Sei streng!

Atme!

Sei mutig genug, dir selbst in diesem Sturm zu begegnen!

Denn all dein Rennen im Kopf ist am Ende nichts anderes als der Versuch, dieses wilde Leben zu kontrollieren und dich wieder auf Spur zu bringen.

Was aber ist diese „Spur“ wirklich?

Sie ist der alte Pfad. Sie ist die Autobahn der alten Glaubenssätze.

Diese „Normalität“ ist bei jedem und jeder von uns individuell verschieden. Die eine kritisiert sich ständig, die andere glaubt immer, dass sie nicht gesehen wird, die nächste versucht mit allen Mitteln das schöne Bild von sich aufrecht zu erhalten… …und am Ende haben wir alle mehr oder weniger diese oder jene Tendenz.

Wenn wir lebendig sein wollen, müssen wir diese alten Autobahnen (=Automatismen) verlassen.

Dazu müssen wir wach sein! Und ehrlich!

Lebendig zu sein bedeutet, dass wir nicht wissen!

Wir wissen nicht, was das hier gerade bedeutet, aber wir sind wild und mutig genug es voll zu leben, es ganz zu fühlen, körperlich, emotional und energetisch.

Nicht lebendig zu sein heißt, dass wir nur halb anwesend sind. Wir sind im „Überlebensmodus“, versuchen nicht unter zu gehen, versuchen den Anforderungen (unseren, eigenen Anforderungen, die irgendwann vor langer Zeit mal an uns gestellt wurden und nun zu unseren eigenen geworden sind) zu genügen. Wir haben total vergessen, die Fragen des Lebens SELSBT zu beantworten.

Als Kinder, als wir noch in unserer Kraft standen, da wussten wir um die Lebendigkeit. Wir wussten, dass die Antworten der Erwachsenen natürlich veraltet sind und für uns nur noch bedingt gelten. Wir ehrten das Wissen der „Alten“ auf so selbstverständliche Weise, dass es keiner Rituale bedurfte. Es war ja ganz natürlich unsere Basis, auf der nun unser Leben aufbaute und auf der sich ganz natürlich, durch unsere lebendigen Erfahrungen, alles bereits Gewusste (durch unser Sein) weiterentwickelte…

Je älter wir wurden, desto mehr begannen wir an dieser inneren Klarheit zu zweifeln. Bis diese Stimme kaum mehr zu hören war…

Den Preis den wir zahlen, wenn wir wilde Lebendigkeit versuchen in starre Gerüste zu packen, ist das Stocken der Lebensenergie. Dies fühlt sich frustriert an, müde, genervt, unlebendig.

Wenn wir diese Energie jedoch wieder in Fließen bringen, können wir auch im „Alter“ noch frisch sein, ganz einfach, weil dieser Moment hier frisch ist!!!

Wir können JETZT eine lebendige Erfahrung machen! Ganz unabhängig von dem, was eben passiert ist!!!

Um die Lebendigkeit in dir wieder ins Fließen zu bringen, fange an dich (deinen Körper) zu bewegen. Am besten unkontrolliert. Verlasse alle Formen des bekannten und tanze wild! Schneide Grimassen! Zapple rum!

Um ein autentisches Körpererleben von Wachheit zu bekommen, kann dich natürlich auch Yoga unterstützen. Du lernst dich innerlich aufzurichten und in deine eigene Aufrichtigkeit hineinzuwachsen. Und du lernst wirklich abzugeben, loszulassen, dich hinzugeben – nicht nur theoretisch im Kopf.

Anstatt dich oder andere zu verurteilen, beginne anzuerkennen was IST!

Anerkennen ist wertfrei!

Es ist einfach der Versuch klar zu schauen.

Im klaren Schauen, darf alles sein!!!

(P.S.: Auch das, was wir nicht so gerne sehen wollten)

Wenn wir damit entspannen, passiert Weichheit.

Hier ist Weichheit sehr heilsam.

Wenn wir nun aber einen Augenblick haben, in dem die Bewusstheit so Hälfte-Hälfte ist, zwischen dem altbekannten Muster und der Möglichkeit WACH zu bleiben,…

DANN sollten wir streng mit uns sein!

Es bedarf Wachheit und einer klaren Ausrichtung, um JETZT nicht in das alte Muster hineinzufallen, dass ich mir selbst nur dann genügen kann, wenn ich zuerst all den scheinbaren Anforderungen genüge.

Was heißt „wach bleiben“?

Wach bleiben ist keine Starre, es ist kein Programm auf das ich zurückgreifen kann. Es ist vielmehr die Bereitschaft, in diesem Augenblick mit diesen stürmischen Wellen hier „still“ zu sein und klar zu unterscheiden, welche Welle ich wirklich, wirklich reiten will!

Ist das hier gerade „meins“ oder folge ich nur der Tradition?

Was macht mich glücklich?

Wofür schlägt mein Herz?

Dieser neue Kontakt mit mir darf wachsen!!! Er muss nicht schon ausgereift sein. Wie sollte er auch?

Wir stehen evolutionär betrachtet (als Menschheit) gerade an einem Wendepunkt in dem theoretisch alle Lebenskonzepte geduldet sind und ständig neue erfunden werden.

Theoretisch ist es kein Problem „schwul“ zu sein, keine Kinder zu bekommen, sich scheiden zu lassen, keine Konfession zu haben oder was auch immer. Überall – d.h. in jeder verkörperten Seele – wird lebendig „erforscht“ wie sich Beziehung gestalten kann, wie Erziehung aussehen kann, wie Arbeit aussehen kann,… …wenn sie WAHRhaftig ist. Wir alle sind mitten drin in diesem „Forschungsprojekt“ und lernen in jedem Augenblick unserer scheinbare Fehler.

Während jedoch gleichzeitig all die alten, konditionierten Glaubenssätze und Traumen in unserem gesamten Nervensystem, Körpergedächtnis und Unterbewusstsein voll aktiv laufen.

Das ist eine ziemlich explosive Mischung.

Hier dürfen wir also definitiv weich mit uns sein

…und müssen defintitiv streng sein, wenn wir wirklich etwas neues, lebendiges erleben wollen!

Die Frage ist nun: Wann passt was?

Am Ende findest du in deiner eigenen Innenschau, in deinem gelebten Alltag, selbst die Augenblicke, in denen Sanftheit gut tut und in denen Sanftheit nur dazu dient weiter zu schlafen!

Wenn du ganz, ganz ehrlich mit dir bist, dann kannst du es glasklar sehen!

Vergiß die Geschichte dazu!

Bleibe still!

Das ist der Fokus <3

Von Herzen,

Verena

P.S.: Wer Lust auf eine Einzelarbeit mit mir hat findet mich (Verena Kamphausen) persönlich in Kirchheim unter Teck und ansonsten per Telefon oder Skype.



Wurzelarbeit

Was ist dein Boden?

Worauf stehst du?

Was hält dich stabil?

Was wackelt?

Wo wackelt es?

Traust du dich hinzuspüren?

Wie viel Zeit und Raum bist du wirklich, wirklich, wirklich bereit, dir für deine eigene Tiefe zu nehmen?

Kein Buch, keine Inspiration, kein Workshop der Welt kann dir das geben, was du in deiner Tiefe ganz natürlich findest.

Bist du bereit dort hinzuschauen?

Immer und immer wieder?

Denn das ist der eigentliche Job – DEIN Job!

Es ist nicht damit getan, einmal dein Wesenskern zu „erkennen“ und dann zu glauben, du könntest das, was du bist irgendwie WISSEN oder gar in Besitz nehmen und so nach Belieben „einsetzen“, so als seist du nun für alles „gewappnet“.

Das Leben ist WILD!

Und es ist TIEF.

Auf dem Grund ist es still.

Und an der Oberfläche wild und sehr bewegt.

Beides zugleich.

Und du BIST diese unglaubliche Lebendigkeit.

DAS ist nichts, was man wissen kann. Und jedes Wissen darüber ist so viel Wert wie jede andere Erkenntnis, die sich im Laufe des Lebens ganz natürlich wandelt, sich oftmals als Illusion wieder verabschieden muss, vergessen wird, gar nicht zur Verfügung steht oder zwar gewusst wird, aber eben nicht auf Knopfdruck gefühlt.

Es geht also darum, immer wieder und wieder und wieder NEU „still“ zu werden und zu lauschen:

Was ist wirklich, wirklich, wirklich wahr?

Dieses Lauschen ist KEIN Suchen im Verstand. Es ist ein Lauschen!

Es ist ein Lauschen mit einem offenen Geist und einem offenen Herz, bereit ALLES zu hören – was immer es auch sein mag. Unendlicher Raum.

DAS ist dein Boden.

Bodenlos.

Und dennoch das einzige was wirklich, wirklich, wirklich trägt!

Es lohnt sich absolut diesesn Boden zu erforschen!!!

„Innerlich“.

IN diesem Moment.

Jetzt.

Hier.

Dieser Boden, – diese reine Lebendigkeit -, verkörpert sich in jedem Augenblick. Er nimmt Form an. Form an in Form von Bewegung: „Energie“. In Form einer gewissen Atmosphäre, einer Stimmung, fein oder eher grob, hitzig, kalt oder eher gemäßigt.

Diese Formen sind alles, was wir sind, sehen, hören, fühlen.

Es sind unsere Gedanken, unser Gespür für diesen Augenblick:

Fühlst du dich ruhig? Geerdet? Berührt? Abgeschnitten? Suchend? Bewegt? Aufgewühlt? Angespannt? Zusammengezogen? Zart? Verletzlich? Kraftvoll? Steif?

Alles, die selbe Lebendigkeit.

In allem derselbe Boden.

 

Körperlich gesehen haben wir auch einen Boden: Unseren Beckenboden. Er trägt förmlich unseren gesamten Oberkörper. Und tatsächlich können wir spüren wie er nachlässt, wenn wir uns zum Beispiel wie ein kleines Kind „ertappt“ fühlen und uns für (lassen wir es Mini-Sekunden sein) buchtsäblich in die Hosen machen. Die Beine werden zittrig, wir stehen für einige Augenblicke nicht stabil: Hab ich etwas falsch gemacht?

Um diese Frage, die tief in uns sitzt, überhaupt auszuhalten, müssen wir schon eine gewisse Portion an Vertrauen, Mut und Wurzelkraft ent-deckt haben. Ansonten würden wir uns diese Frage gar nicht stellen. Nicht mal für einen flüchtigen Augenblick. Wir bekommen das Zittern gar nicht mit. Der Fokus liegt einzig auf dem Festhalten an unserer Rüstung: Unsere Glaubenssätze. Es fühlt sich nämlich sehr viel sicherer an, wenn wir zu jedem Zeitpunkt GANZ GENAU WISSEN, was richtig und was falsch ist. Und genau diese Sicherheit gaukeln uns unsere gelernten Konditionierungen vor. Wir haben gelernt, wie man sich zu verhalten hat und auch wie man sich zu fühlen hat. Wir haben gelernt, unsere eigenen Impulse zu vernachlässigen und stattdessen dem zu folgen, was uns unsere Eltern, unsere Lehrer und vor allem unsere Angst (wir nennen es auch gerne den gesunden Menschenverstand) beigebracht haben, um möglichst „erfolgreich“ (gerne auch im gemäßigten Sinne) zu sein und so ein möglichst sicheres und glückliches Leben führen zu können.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte mit dem Fischer und dem Geschäftsmann, der dem Fischer vorschlägt, wie er ein gutes Geschäft machen könnte, um dann später gemütlich in der Sonne liegen zu können…

Wir kennen die Geschichte.

Aber es ist ja nur eine Geschichte. Wir bejahen sie und sie erinnert uns tatsächlich. Vielleicht lassen wir für einen Augenblick los. Den kleinen Finger unserer Faust. Denn wir müssen schließlich unsere Miete trotzdem zahlen und wir haben Kinder zu versorgen und außerdem kaum Raum für solche Fragen. Jedenfalls nicht jetzt. Und schließlich gehe ich ja schon zum Yoga und versuche jeden Tag ein bisschen zu meditieren…

Es geht natürlich nicht darum, in der Sonne zu liegen. Arbeit kann wunderschön und sehr erfüllend sein – insbesondere dann, wenn es die Arbeit ist, die deinem Talent entspricht. Und Yoga machen ist in der Tat eine wundervolle und sehr nährende Sache, ebenso wie sich Zeit zu nehmen, einfach mal nichts zu tun und sich den Wind durch die Haare streichen zu lassen. Und natürlich hat jeder, jeder, jeder und jede von uns Momente der Verzweiflung, der Verwirrung und tausend Fragen ohne Antworten.

Auch das: Alles – jeder dieser Ausdrücke – dieselbe Lebendigkeit.

Und unterdrunter: Immer, immer, immer derselbe Boden.

 

Diesen Boden immer mal wieder zu ent-decken ist ein Glück!

 

Wie können wir ihn entdecken?

Da gibt es so viele Möglichkeiten wie Momente in einem Menschenleben und so viele Arten und Weisen wie Menschen auf dieser Welt.

Eine davon ist das Lauschen.

Das Lauschen und Hineinsinken in diesen Moment.

Immer wieder und wieder und wieder.

Eine andere ist das körperliche Erforschen. Wie fühlt sich mein Körper an? Wie spricht er zu mir?

Nimm dir Zeit die Sprache des Körpers zu erforschen. Hab keine Eile und keine Hektik. Am Ende ist jede Erfahrung dasselbe SELBST. Jede ist gleich wertig. Gleich volle Lebendigkeit.

So viel für heute.

Bald gibt es einen weiteren BLOG-Artikel mit dem Titel: „Wurzelarbeit die Zweite“, da geht es dann um vergangene Erfahrungen (Wunden, Traumen und Schätze) und um die Wurzel der alten Traditionen (Yoga, Meditation,…), die wir ja immer im JETZT neu lernen.

Freu mich schon drauf!

Bis bald,

Verena <3

 

 

 

 

 

 

 

 

Folge deiner Wunde…

…und finde dein Leuchten!

Ich sitze gerade an den Vorbereitungen zu meinem 4-Tages-Retreat im Juni und bin dabei u.a. auf einen ganz wunderbaren Podcast von Ilan Stephani mit dem gleichnahmigen Titel (Folge deiner Wunde) gestoßen, den ich dir sehr gerne unter den Blog-Artikel verlinke.

Wunden, sind in der Regel Erfahrungen, die wir als derart schmerzhaft empfinden, dass wir uns nicht zutrauen, sie in ihrer ganzen Tiefe und Tragweite anzuschauen. Würden wir uns das nämlich getrauen, wären sie lediglich eine sehr (vielleicht sehr, sehr, sehr) schmerzhafte Erfahrung, die jedoch mit dem vollständigen lebendigen Erleben sozusagen „rund“ werden würde. Gemäß der Lebendigkeit würde sich auch diese (schmerzhafte) Erfahrung von Moment zu Moment weiter und weiter und weiter ent-wickeln. Das heißt, es würde nichts zurückbleiben. Es wäre Ganzheit. Vorher. In diesem Moment. Und nach diesem Augenblick. Ganzheit, die sich in diesem Moment so ausdrückt und in einem anderen Augenblick so.

Nun ist es so, dass wir als Menschen dieses Ganzheit in der Regel als etwas sehr persönliches erleben – und damit nicht mehr als Ganzheit 😉

Wir haben unser Leben unzählbar eingeteilt in dieses und jenes und vor allem in „richtig“ und „falsch“. Alles, was wir als „falsch“ verstehen, ist etwas, dass wir loswerden wollen. Daher können wir uns diesem auch nicht wirklich annähern (außer eventuell theoretisch), geschweige denn erfahrungsrelevant damit verschmelzen.

Nun ist es jedoch so, dass auch das künstliche Abtrennen von diesem Teil der Lebendigkeit eine enorme Kraftanstrengung bedeutet. Dies ist uns jedoch insofern nicht bewusst, als dass es uns augenscheinlich hilft, unser Leben gut zu organisieren und vermeintlich unter Kontrolle zu bekommen. Und genau das ist es, was wir als Minimum für uns wollen: Gut durchs Leben kommen!

Der Kontakt mit unserer Wunde (bzw. unseren Wunden, die möglicherweise alle am Ende in einer ganz bestimmten „Urwunde“ münden) schleudert uns im ersten Augenblick jedoch erst einmal aus diesem Funktionieren heraus. Wir müssen die Haltegriffe zwangsläufig loslassen und uns hineinbegeben in etwas, das uns einerseits sehr nah ist, das uns andererseits jedoch höllische Angst bereitet. Dieser andere abgetrennte Teil von uns enthält nämlich einerseits die fehlende Energie in sich, nach der wir so lange so verzweifelt im außen gesucht haben und andererseits erscheint dieser Teil jedoch als genau DAS, was wir auf gar, gar keinen Fall als zu uns zugehörig verstehen wollen.

Ich plädiere keineswegs dafür, sich auf die Suche nach irgendeiner Wunde zu begeben, wenn du das Gefühl hast, alles scheint am richtigen Ort zu sein und du fließt frei und neugierig mit dem Strom des Lebens. Aber wenn dem wirklich so wäre, würdest du vermutlich auch nicht einen solchen Artikel hier lesen.

Weiterhin geht es hier auch nicht um irgendeine Einteilung von Geschichten, die „groß“ genug sind, um „Wunde“ genannt zu werden oder eher klein genug, um getrost überschaut werden zu können. Vielmehr geht es darum, dass deine wunden Punkte, dich tagtäglich deine Leben organisieren lassen. Sie machen, dass du dich hier schützt und dort nicht hin schaust, dass du dort suchst und das versuchst zu vermeiden,…

…wäre es da nicht sinnvoll, allen Mut zusammen zu nehmen und sich ganz in DEINEM Tempo und ganz und gar auf DEINE ureigene Weise von deinen Wunden führen zu lassen?

Ich glaube, dass das Leben sich so oder so immer und ganz natürlich als eine „Heilungsreise“ gestaltet und das jede Wunde im Grunde eine Einladung ist, Lebendigkeit in seiner Ganzheit lebendig zu schauen. Nicht nur mit dem Kopf und nicht ausschließlich mit dem Körper und auch nicht ausschließlich durch das Fühlen, sondern in jedem dieser Bereiche. Deshalb erscheint menschliches Leben zeitlich. So erscheint es zuerst als dieses, dann als jenes. Und gerade durch diesen Wechsel bekommen wir einen spürbaren Geschmack von Lebendigkeit. Wir erleben gerade im Unterschied, im Hin- und Her zwischen diesem und jenem Erleben, was Liebe ist und was sie nicht ist. Bis dahin ist auch der Begriff von „Lebendigkeit“ nicht mehr als nur eine esoterisch Vorstellung.

Auf welche Weise du dich also von deiner Wunde führen lässt, ist äußerst individuell, so wie deine Wunde individuell ist.

Solange du jedoch im Lichtkegel deiner Bewusstheit suchst, drehst du dich im Kreis des bereits bekannten. Hier kann nur das erscheinen, was du bereits zu kennen glaubst.

Wenn du Zugang bekommen möchtest zu den Aspekten, die du so so sehr ablehnst, dass du deinen Blick bisher äußerst geschickt immer in die anderen Richtungen gelenkt hast, dann musst du dort hin schauen, wo du bisher nicht hingeschaut hast. Dort, wo du nicht weißt. Dort, wo du den Weg nicht kennst. Dort, wo nicht klar ist, was richtig ist und was nicht richtig ist. Dort, wo du bereits bist, „Fehler“ zu machen, durch diese zu lernen, jedoch ohne diesen Aspekt von Lebendigkeit einzuteilen in „fehlerhaft“ und ohne ihn von dir abzuspalten…

In welchen Aspekt von Lebendigkeit würdest du dich hineinbewegen – auch im Alltag, in deiner Sprache, in deinen Handlungen, in deinem ganzen Sein – wenn diese gigantische Wildheit in dir und um dich herum tatsächlich SEIN dürfte? Wenn du kämpfen dürftest, wenn dir danach ist? Wenn du NEIN sagen würdest, wenn du nein meinst. Wenn du ganz offen und ohne Schutz- und Anstandsschild zeigen würdest, was du fühlst? Wenn du tatsächlich da hingehen würdest, wozu du dich hingezogen fühlst? Wenn du tatsächlich tun würdest, was du am liebsten tun würdest? Und damit aufhören würdest, Dinge zu tun, die du so gar nicht tun willst?

Was würde passieren, wenn du sehen würdest, dass sich ein anderer Mensch (in seinem Tempo) traut, genaus das (in seinem Tempo) zu leben?

Ein sehr, sehr interessantes Untersuchungsfeld wie ich finde 🙂

Wer ein bisschen gemeinsam mit mir forschen möchte, hat u.a. im Juni-Retreat (Stiersbach, 74420 Oberrot) vom 20.-23. Juni 2019 eine wunderbare Gelegenheit dazu! Mehr Infos findest du unter:

http://www.teck-yoga.de/yoga_STILLE_RETREAT.html

Link zum Podcast von Ilan: https://www.youtube.com/watch?v=6vz2yJgReok

Von Herzen,

Verena

Vom Umgang mit physischen und emotionalen Schmerzen

Wenn wir (körperliche oder emotionale) Schmerzen fühlen, gehen wir in der Regel davon aus, dass wir irgendetwas „falsch“ gemacht haben – denn sonst würden wir uns ja „gut“ fühlen.

Was wäre, wenn der Schmerz tatsächlich eine „Tür“ für uns ist?

Eine „Tür“, die uns in eine „Dimension“ von uns selbst hineinführt: Raus aus der Ebene des Verstandes, hinein in die Ebene des Spürens.

Im Fühlen des Schmerzes gibt es keinen „Fehler“, auf den uns der Schmerz hinweist, so dass wir es in Zukunft „besser“ machen können oder sollen. Im Fühlen des Schmerzes ist einfach nur DAS, was gerade ist. Und dafür ist nicht einmal ein Wort nötig. Keine Geschichte von „ich habe dies und jenes gemacht (oder nicht gemacht) und deswegen habe ich jetzt diesen Schmerz“, sondern einfach nur DAS HIER – sogar die Idee von „Schmerz“ löst sich auf gewisse Weise auf, wenn wir uns einlassen auf DAS HIER.

Kannst du hören, dass das eine ganz andere Qualität ist?

Eine Qualität, die immer schon auch IN uns wohnt?

Hast du Lust, diese Qualität in dir zu ent-decken?

Dann höre auf, den (emotionalen und physischen) Schmerz als deinen Feind zu betrachten. Höre auf, dir selbst eine Geschichte über den Schmerz zu erzählen und lass dich statt dessen von ihm führen – hinein in die Lebendigkeit DIESES Augenblicks, die natürlich AUCH im Schmerz liegt. Und da der Schmerz ganz natürlich all deine Aufmerksamkeit anzieht, ist er ein perfekter „Wegweiser“ hinein ins JETZT.

Hast du schon Erfahrungen gemacht mit den kleinen „Knubbeln“, die sich manchmal im Bereich des Schultergürtels bilden? In der Regel fühlen wir sie gar nicht. Wir haben gelernt mit ihnen zu leben. Aber wenn wir jetzt auf einmal eine wohltuende Massage bekommen oder aber ein paar ungewohnte Körperübungen machen, dann spüren wir unseren Körper plötzlich am nächsten Tag auf eine ganz neue – und manchmal schmerzhafte – Weise.

Warum?

Haben wir uns nicht eigentlich etwas „Gutes“ getan?

Sollten wir also lieber in den alten Mustern bleiben? So viel Sport, Yoga, gesunde Ernährung, Massagen und Sauna können wir ja gar nicht machen, dass sich alles einfach nur kraftvoll und entspannt im Gleichgewicht anfühlt – oder?

Stimmt! Und zusätzlich besteht gerade das menschliche Dasein aus dem Spiel der Dualität (wie uns schon der Atem anzeigt). Das heißt, es gibt dieses überirdische Ziel überhaupt gar nicht!!! Wir SOLLEN menschlich sein. Und zum menschlich-Sein gehört Bewegung! Die Bewegung zwischen angenehm und unangenehm… In der Regel ist es sogar so, dass wir einen „gesunden“ Körper erst dann bewusst wahrnehmen und zu schätzen wissen, wenn wir kurz zuvor mit seiner Zerbrechlichkeit konfrontiert wurden!

Wir dürfen also durchaus die Zerbrechlichkeit des Körpers spüren. Ebenso emotionale Schmerzen. Im Spüren dessen kommen wir nämlich erst zu unserer GANZHEIT!

Weiterhin ist es ganz normal, dass wenn wir anfangen, alte Muster zu verändern (seien das nun Gewohnheiten der Ernährung, Gewohnheiten des Denkens, Gewohnheiten der Bewegung oder nicht-Bewegung), sich alles neu ordnen muss. In diesem Prozess der Neuordnung gibt es eine natürliche Phase des „Durcheinanders“. So als würdest du einen vollgestopften Dachboden oder Keller ausräumen. Wenn du damit anfängst, vergrößert sich das Chaos in der Regel zuerst scheinbar und es dauert eine ganze Weile bis alles, was du behalten möchtest einen neuen Platz gefunden hat und alles, was du loswerden willst, dort angekommen ist, wo du es auch wirklich abgeben kannst (an Freunde und Verwandte, in die Kleiderkiste, Geschenkeläden, Flohmarkt, Sondermüll,…)

Verstehst du?

Erlaubst du dir die Phase des Neu-Sortierens?

Oder muss deiner Meinung nach alles viel schneller gehen?

Wohin willst du denn ankommen?

Musst du dahin wirklich rennen? Oder ist das nicht vielleicht das alte Muster?

Ist diese neue Richtung insgesamt zwar gut, aber dieses eine Mal war es nun wirklich „falsch“ und viel zu viel – deshalb auch diesmal dieser Schmerz!

Stimmt das wirklich?

Ist dieser Schmerz hier also wirklich, wirklich FALSCH???

Welcher Schmerz schadet, dir wirklich?

Welche Stimmer sagt dir ganz klar, was wahr ist?

Ist das nicht eine lohnenswerte Reise, die du da gerade beschreitest?

Von Herzen

Verena

Das Geheimnis der Rishikesh-Reihe

Heute erfährtst du etwas über meine ganz persönliche Erfahrung mit dieser Reihe. Es hat mit der Dimension zu tun, die trotz aller Unterschiedlichkeit von Erfahrung immer gleich bleibt. Aber dazu später mehr.

Die Rishikesh-Reihe ist das „Basis-Gerüst“ mit dem in der Sivananda-Tradition Asanas praktiziert werden.

Die Sivananda Tradition ist eine ganzheitliche Yogatradition. Das heißt, das die Asanas (der Hatha Yoga Teil) tatsächlich nur ein Teil von dem darstellt, was YOGA seinem Wesen nach ist. Selbst wenn in den angebotenen Hatha Yoga Stunden, es augenscheinlich so wirken kann, als ginge es hier lediglich um den Körper, so wird im Vergleich zu manch anderer Tradition (oder zumindest nach einiger Zeit) bald klar, hier geht es eigentlich um dein Bewusst-SEIN.

Wenn die Rishikes-Reihe ein Basis-Gerüst darstellt, dann heißt das, dass in den Anfänger-Stunden auch viele andere, vorbereitende Übungen gelehrt werden, die auf diese Grund-Haltungen vorbereiten und dass es in Stunden für geübte Schüler mehr und mehr um die energetischen Ebene der Haltungen, das Pranayama und die Meditation geht.

Yoga-Stunden nach der Sivananda Tradition laufen nicht immer komplett gleich ab, aber haben im besten Falle eine bestimmte Atmosphäre, eine bestimmte Qualität, die spürbar ist.

Das jedoch hängt natürlich immer auch vom Lehrer oder der Lehrerin ab und davon was er oder sie selbst in sich lebendig erfahren hat. Etwas weiterzugeben, weil man es theoretisch begriffen hat oder etwas weiterzugeben, weil es das eigene „Herz“ berührt, ist natürlich immer ein großer Unterschied. Andererseits sind wir als Menschen so so viele, mit so so unterschiedlichen Bedürfnissen und (inneren) Orten, an denen wir stehen, da braucht es sicher eine Vielzahl an unterschiedlichen Lehrern. Nicht nur, damit jeder Schüler und jede Schülerin, jeder Körper und jede Körperin den Platz finden, von dem aus sie weitergehen möchte, sondern auch damit jeder Lehrer und jede Lehererin das weitergeben kann, was speziell er oder sie zu geben hat.

Nun zum traditionellen Aufbau der Stunde:

Nach einer bewussten Zeit des Ankommens (des Bewusstseins im Körper und damit HIER in diesem Moment) und dem „Aufwärmen“ (im Sonnengruß), ist die erste richtige Haltung der Rishikesh-Reihe: Der Kopfstand.

Und direkt HIER fängt es auch schon an, dass die Tradition fragwürdig wird…

Einer Geschichte nach IST der Kopfstand nämlich gar nicht die erste Haltung der Rishkesh-Reihe, sondern eigentlich die LETZTE! Weil sie aber etwas herausfordernd ist und einige Schüler im damaligen Ashram gerne zum Ende der Stunde hin, auf die Toilette verschwunden sind, um diese Herausforderung zu umgehen, wurde diese wunderschöne Asana kurzerhand an den Anfang der Reihe gesetzt 😉

Wie auch immer es tatsächlich waHr, es zeigt wunderbar die Lebendigkeit und Bewegtheit des Lebens!!!

Egal welcher Tradition wir folgen, also egal welche Wurzeln wir haben, die uns energetisch, aber auch mit Wissen und Erfahrung so so wunderbar nähren (sei dies nun die Liebe und die Talente unserer Eltern, die Herausforderungen, an denen wir im Laufe unseres Lebens wachsen durften oder die wahnsinnig interessanten Errungenschaften, Erforschungen und Gedanken unserer Vor- Vorfahren), wir DÜRFEN mit diesen Geschenken WEITER gehen!!!

JETZT sind wir an der Reihe und jetzt ist es an uns mit diesem Wissen und diesen Gaben in der jetzigen Zeit, in diesem aktuellen lebendigen Moment, belebt umzugehen!

Was braucht es jetzt?

Was ist JETZT umsetzbar?

Was ist jetzt authentisch?

Wie dem auch sei….

Der Kopfstand wird in real gelebten Sivananda-Yoga-Klassen geübt oder weggelassen, an den Anfang oder an das Ende der Yogastunde gesetzt, sehr technisch, korrekt und gut vorbereitet geübt oder energetisch begleitet. Das hängt von der jeweiligen Klasse ab.

Wenn du nun in irgendeiner dieser Klassen bist, sind da vielleicht 6 oder 10 oder 20 oder 50 andere Teilnehmer mit dir. Für jede einzelne wird diese eine Moment des Kopfstandes besonders sein. Und zwar ganz egal ob sie ihn mitmacht oder einfach auslässt.

Warum?

Weil du in jedem Fall eine Erfahrung machst, die dir im Rahmen der Yogastunde vermutlich sehr bewusst wird.

Du wirst mit deinen Ansprüchen konfrontiert, mit deinen Grenzen, mit deinem Ehrgeiz und mit deiner heutigen (immer aktuellen) körperlichen Verfassung (die sicherlich anders ist als gestern, letzte Woche oder morgen). DU wirst konfrontiert mit dem Maß, dich einzulassen, auf das, was IST, was dir JETZT zur Verfügung steht.

Und genau das IST Yoga.

Weil es dich mit dir in Kontakt bringt. Es bringt dich in Kontakt mit dem, was du deinem Wesen nach bist und mit dem, was durch dein Wesen Form annimmt: All die Vorstellungen, all dein Wissen, all die Prägungen,…

Von daher ist es fast egal, welche Yoga-Asana du wie ausübst…

Und dennoch wirkt tatsächlich jede noch so kleine Kleinigkeit auf dein gesamtes System. Wenn du in dieser Asana plötzlich den Beckenboden mit aktivierst oder nicht, wenn du minimal die Mundwinkel hochziehst und deinen Blick entspannst,…

…das verändert ALLES!

Probiere es aus 🙂

Zurück zum Kopfstand:
Der Kopfstand aktiviert energetisch die „Verbindungstelle“ zwischen menschlichem Bewusstsein und dem „göttlichen Funken“ in uns, denn er spricht das Sahasrara Chakra an. Das Sahasrara Chakra ist das „Tor“ zu der Dimension, in der all die scheinbaren Trennungen, die wir als menschliche Wesen erleben, all die Einteilungen in „ich“ und „du“, „richtig“ und „falsch“, „voll“ und „leer“, „Mann“ und „Frau“,… …in ihrer Scheinbarkeit offensichtlich werden.

Eigentlich beginnt dieses „Sehen“ bereits im Herzraum (Anahata-Chakra) und ist eine ganz natürliche Entwicklung menschlicher Evolution. Eine Evolution des Bewusstseins, die in ihrem eigenen Rhythmus auf natürliche Weise irgendwann Form annimmt.

In einigen Traditionen wird diese natürliche Entwicklung und menschliche Evolution beschrieben als „Kundalini-Erwachen“. Dieses Wort (Kundalini-Energie) und die damit verbundenen Erklärungen sind jedoch nur eineWeise, diese natürliche Entwicklung zu beschreiben und zu erklären. Letztlich gibt es unendlich viele Ausdrucksmöglichkeiten. Und natürlich einige, die überhaupt keiner yogischen Begriffe bedürfen. In diesem Sinne sind natürlich auch keine Asanas (Yogahaltungen) von Nöten, um hier irgendwie vorwärts zu kommen. So wie in einem Garten die verschiedensten Sträucher, Bäume, Gräser, Blumen und „Nutzpflanzen“ wachsen, ist auch Yoga lediglich eine Form von unendlich vielen Ausdrucksmöglichkeiten des Lebens selbst.

Wenn du dich jedoch aus irgendeinem Grund von Yoga und der Arbeit mit dem Körper angezogen fühlst, dann ist jede einzelne Yogahaltung wie eine Tür.

Der Kopfstand ist nun die Tür, die dich mit deinem „höheren Selbst“ verbindet. Also mit dem, was „Oberhalb“ der Kleinlichkeit des menschlichen Geistes existiert. Mit all dem, was hinausgeht über die Ideen von „richtig“ und „falsch“. Mit all dem, was jenseits von diesem oder jenem so wunderbar und detailliert dargelegten (emanzipierten, menschlichen, politischen, wirtschaftlichen, religiösen, spirituellen,…) Konzept IST. Insofern ist es sogar ein Hinausgehen über jede Form von Erfahrung, die du als „Ich“ machen kannst.

Während deine Wurzel (das Muladhara Chakra) dich verbindet mit der „Tiefe“ von Menschlichkeit. Diese hebt sich deutlich ab von der Qualität des Tieres oder der Pflanzenwelt. Gleichzeitig verbindet dich dieses Chakra (diese Qualität) mit der gesamten Qualität von Erde.

Die Erde hat eine gewisse Schwingung und „Energiequalität“ – die sich natürlich auch entwickelt. Du bist über das Wurzelchakra mit der Energie der Erde verbunden. Die Energie der Erde ist u.a. die Qualität des Form-Annehmens.

Das Wurzelchakra ist am unteren Ende der Wirbelsäule. Wenn wir aufgerichtet sind, fließt Energie durch uns hindurch. Die Energie der Erde und die Energie des „Himmels“. Deswegen ist das Thema der Aufrichtung nicht unbedeutend.

Gerade im Yoga geht es immer auch um deine Aufrichtung. Um deine innere Aufrichtigkeit und damit Authentizität.

Wer bist du deinem Wesen nach?

Was will aus dir herausfließen und Form annehmen?

Die Rishikesh-Reihe legt mit ihren Haltungen den Fokus auf die Bewegung des Formlosen in der Form.

Jede einzelne Körper-Haltung entspricht einer inneren Haltung. Dabei ist die Reihenfolge deswegen nicht völlig egal, weil ja beispielsweise auch zuerst der Same kommt, dann der Keimling und dann die Pflanze und wachsen und öffnen eben nicht kunterbund durcheinander geschieht – während es gleichzeitig höchst individuell Form annimmt.

Es ist einerseits völlig egal ob wir nun wirklich mit dem Kopfstand anfangen oder ihn an das Ende setzten oder gar nicht machen. Es ist insofern nicht egal, weil wir schauen sollten WO wir stehen.

Bevor ich in einen Kopfstand gehe, ist es interessant, ob mein Körper (und mein Geist) darauf vorbereitet sind:

Habe ich genug Kraft? Habe ich genug Stabilität druch Beckenboden, Bauch- und Armmuskulatur? Was ist mit meinem Augen- und Blutdruck und wie viel Angst ist vorhanden? Vertraue ich dem Lehrer, der Lehrerin?

Manchmal dürfen wir aber auch spielen wie Kinder und einfach unsere Erfahrungen machen 😉

Am Ende gibt es unendlich viele Möglichkeiten mit der Rishikesh-Reihe zu spielen und dennoch ihren Wert zu ehren und als Geschenk weiterzugeben.

Ich hoffe, ich konnte dich ein wenig inspirieren <3

Von Herzen

Verena

Wer mehr von mir hören oder lesen magst findest du mich in Kirchheim Teck und auf youtube

Was bleibt absolut „heil“, wenn…

…unser „Ich-Gedanke“ (unsere Egostruktur) sich tief verletzt fühlt,

angegriffen,

unsicher,

missverstanden,

überfordert,

gestresst,

wutentbrand,

hilflos,

… ?

Das, was in all diesen Situationen, in all diesen lebendigen Formen, völlig heil und rein bleibt, ist nicht nur eine Idee oder ein Konzept, an dem wir uns festhalten können. Es ist etwas, dass wir alle in uns selbst lebendig ent-decken können.

Vermutlich kennt ihr es bereits!

Es war schon da, als ihr ein kleiner Säugling wart. Damals hatte ihr noch keinen Abschluss, keinen Beruf, nichts geleistet, keinen Besitz, um den ihr hättet kämpfen oder streiten können. Ihr hattet noch nicht einmal Worte oder irgendein gedankliches Verstehen. Ihr wart einfach da. Unschuldig. Dieser Körper war da und bestimmte „Eigenheiten“ und Leben entfaltete sich…

In jenen Momenten war dieses „Heilsein“ (dein „Strahlen“) bereits absolut vollkommen  –  denn es ist nichts, was du erst erreichen oder TUN musst. Du musst es nicht mal erkennen! Es ist einfach deine natürliche Natur 🙂

In unserem Alltag, in dem es SCHEINBAR oft darum geht, etwas „gut“ hinzubekommen, gut zu organisieren oder zu verstehen, wird diese „heile“ Qualität oft übersehen.

Das ist kein Problem. Es ist einfach so, weil unser Fokus woanders liegt.

Wenn wir möchten (also wenn wir uns davon angezogen fühlen), können wir unseren Fokus jedoch auch immer mal wieder auf diese Qualität legen.

Tun wir das lediglich gedanklich, haben wir meist das Gefühl, uns fehle etwas. Da ist dann oft so ein (subtiles) Unbefriedigtsein. So als könnten wir da nicht wirklich ankommen. Es scheint immer so, als wäre die Idee der Vollkommenheit zu groß. Gedanklich und theoretisch und auch wenn wir versuchen, UNS zu vergleichen, mit unserer Vorstellung von „reinem Bewusstsein“, bekommen wir das nie wirklich zusammen…

Das, was wir SIND, ist eine Qualität des SEINS, nicht (in erster Linie) des Wissens.

Wenn wir jedoch ganz spielerisch, erforschend unsere eigene Weise ent-decken, wie wir dies lebendig geschehen lassen: Uns dieser Qualität in uns zuzuwenden –  dann passiert meistens etwas wunderschönes:

Das gesamte Nervensystem fängt an zu entspannen!

…wir beginnen uns lebendig zu fühlen. Und verspüren LUST, genau das zu machen, was uns Freude macht.

…wir kommen in Kontakt mit unserer „Seele“.

…Die Bereiche in uns, die bis eben noch ängstlich, verschlossen waren, beginnen sich zu „öffnen“

…und die eine oder andere (Egostruktur-) Wunde (die Idee, dass wir nicht gut genug sein könnten, nicht schnell genug lernen, nicht stark genug sind oder nicht zart genug), beginnt in ihrem eigenen Tempo langsam zu heilen.

Es gibt Orte, Situationen, Worte, Bücher oder Menschen, die uns hier und da erinnern, unseren Blick auf dieses „innere Licht“ fallen zu lassen. Ich für meinen Teil liebe es, diese Orte aufzusuchen, diesen Worten zu lauschen oder mir Zeit und Raum zu nehmen, diese innere Qualität zu genießen!

Yoga ist (für mich) einer dieser „Räume“.

Am Samstag, den 29.09. (Retreat-Samstag in Kirchheim/Teck) werden wir uns gemeinsam auf die Spur nach dieser „heilen Qualität“ in uns machen. Ich möchte euch dazu die Geschichte vom Krieger Arjuna erzählen, der sich unglücklicherweise mitten auf dem Schlachtfeld gegen seine eigene Verwandschaft stellen soll. In diesem Konflikt (Soll ich kämpfen? Soll ich nicht kämpfen? Soll ich wirklich meine Brüder töten? Wofür soll ich kämpfen? Ist Kämpfen etwas schlechtes? Was soll ich tun? Was ist richtig? Gibt es ein „richtig“? Kann ich auch „nichts“ tun? Wer tut hier überhaupt irgendetwas?) wendet er sich an Gott (Krishna) und es ergibt sich ein Zwiegespräch.

Natürlich werden wir nicht die gesamte Bhagavad-Gita lesen, sondern nur einen kleinen Ausschnitt, der euch inspirieren soll. Ich werde diese Zeilen direkt auf unseren Alltag beziehen. Es wird Zeit für Fragen und Austausch geben und natürlich Zeit für stille Meditation und Asanas.

Nach den letzten (vorbereitenden) Retreat-Samstagen, wird es nun zum Jahresende hin intensiver werden, denn der Herbst läd ganz natürlich zur Innenkehr ein:  Was berührt mich wirklich?

Das, was ich mit „Intensivität“ meine, ist jedoch durchaus für alle Körper geeignet und eher eine „innere“ Qualität.  Es gibt genug Flexibilität für alle Bedürfnisse.

Ich würde mich sehr freuen, wenn noch einige von euch dazustoßen und sich – wenn möglich – bis zum 15.09. fest anmelden.

Von Herzen

Verena