Einander zu berühren ist etwas anderes, als die selbe Meinung zu haben…

Im Alltag überwiegt meist das Beschäftigt-Sein im Außen. Die Dinge überschlagen sich und vieles läuft in Automatismen ab.

Wenn wir dann zur Ruhe kommen und vielleicht auch mal alleine mit uns selbst sind, hören wir unsere Gedanken zum ersten Mal bewusst.

Aber oft bleiben wir dann auch hier: In unseren Gedanken.

Wir fragen uns nicht, sind das wirklich MEINE Gedanken?

Ist das wirklich wahr, dass ich so oder so denke?

Wir glauben unseren Gedanken meist unhinterfragt, obgleich viele dieser Gedanken tatsächlich konditionierte Programme sind, die manchmal sogar gegen uns selbst arbeiten.

Wenn wir dann aber mit einem Gegenüber in Kontakt kommen, dreht sich etwas.

Das Gegenüber wirkt nicht nur wie ein Spiegel, es läd uns auch ein, einander auf eine andere Weise, als nur durch Worte, zu begegnen:

Nämlich körperlich!

Wir fühlen einander.

Wir können uns gegenseitig in der Gegenwärtigkeit dieses Augenblickes berühren.

Nicht nur indem sich unsere Körper berühren, wir können die Präsenz des anderen spüren – auch wenn wir uns körperlich nicht berühren.

Wir spüren die Stimmung des Gegenübers. Denn alle Menschen schwingen auf der gleichen lebendigen Frequenz. Das ist unsere Urfrequenz. Hier sind wir schon, noch bevor wir das erste Wort sprechen können. Das ist auch der Grund, warum Eltern ihre Kinder wortlos verstehen – zumindest wenn sie sich nach den ersten Wochen aufeinander eingeschwungen haben – und wenn sie nicht vollkommen im Denken stecken bleiben.

Genau DANACH fragt das Leben:

Was bist du ursprünglich?

Wenn wir diese „Frequenz“ wieder entdecken, dann bekommen wir ganz neue Antworten auf unsere Fragen. Keine Wort-Gedanken-Antworten. Aber etwas, dass uns sehr, sehr nah ist und dass wir eindeutig und direkt verstehen.

Es ist die Qualität des Mit-Fühlens und der Freude. Wir wissen dann einfach was zu tun ist. Und wir haben auch genug Kraft, um genau das zu tun, was eben nur wir selbst tun können. Niemand kann das für uns tun, was eben nur wir selbst tun können. Ganz einfach, weil du DU bist.

Wenn wir also in Beziehung miteinander treten, haben wir immer diese beiden Möglichkeiten. Entweder wir bleiben im Verstand und checken einfach nur ab, ob wir dieselbe Meinung haben. Möglicherweise diskutieren wir auch und versuchen uns dadurch irgendwo zu finden – dann bleiben wir jedoch weiterhin auf der Ebene des Denkens.

Oder:

Wir beginnen uns SELBST – und damit immer auch das Gegenüber – zu FÜHLEN!

Wir spüren in die Atmosphäre hinein. In unseren Körper. In unseren Atem.

Wir schauen in die Augen des Gegenüber – und wir werden uns bewusst, dass es auch unsere Augen sind.

Wir spüren den Atem des Gegenübers und erlauben uns SELBST – und dem Gegenüber- einfach zu SEIN.

So wie wir gerade sind.

Mit genau diesem Gefühl jetzt.

Mit genau diesem Erleben, jetzt.

Dieses Körpergefühl, jetzt.

Vielleicht halten wir die Hand des anderen: Wir halten diese andere Hand und wir werden gehalten.

Vielleicht umarmen wir uns auch: Wir umarmen das Gegenüber und wir werden umarmt.

Wir fühlen unseren Atem – und den Atem des anderen.

Dafür braucht es keine Worte und es ist doch so, so viel näher, als jedes Wort es jemals sein könnte.

Und plötzlich sind wir ganz HIER.

Genau DIESES Erleben jetzt.

Das ist ursprünglich Menschlich.

Diese Art der Begegnung.

Damit haben wir ganz natürlich auch in der Yoga-Woche im Soami gespielt und geforscht. Ich komme gerade zurück und bin noch immer ganz gerührt. Was für eine nährende Woche. Hier ein paar Eindrücke:

Nächstes Jahr wieder:

Silvia und ich zusammen im Soami in Kärnten am Millstätter See. Eine Woche YOGA Retreat. Vom 24.-31.07.

Vielleicht magst du mit dabei sein?

Melde dich gerne unter: verena@yogalini.de

Oder schau auf meine Website: http://www.teck-yoga.de/1%20Yoga%20Stille%20Retreat.html

Hier findest du ein paar Infos über das Soami: https://www.soami.at/de

Rot ist Grün – vieles ist genau anders herum, als wir es uns VORstellen

Auf gewisse Weise sind wir vollgepumpt mit Wissen. Nicht nur durch die Schule, auch durch andere Quellen. Wir haben Vorstellungen davon, wie wir Beziehungen führen sollten, was eine „gesunde“ Ernährung ist und wie wir leben sollten.

Obgleich all dieses Wissen, diese Vorstellungen, wunderschön klingen mögen oder theoretisch ein Ziel sein könnten, sind sie auch MEINS?

Entsprechen sie mir?

Fühle ich sie?

Denn das wäre der Samen, den es bräuchte, damit es Form annehmen kann…

Es geht also gar nicht allein darum, ob etwas grundsätzlich „ethisch“, grundsätzlich „gut“ oder „schön“ ist, sondern irgendwie erst einmal darum, wo ICH stehe, womit ICH kämpfe und wo es MICH hinzieht.

Ich kann nur von HIER aus loslaufen und zwar nur in MEINEM Tempo und nur in die Richtung, die für mich von hier aus sichtbar ist.

Wenn ich dem ganz und gar vertraue, wenn ich dem wirklich, wirklich vertraue – mir selbst – dann bin ich genau HIER und kann wirklich losgehen.

Zuvor ist alles, was ich denke, etwas, das sich sehr weit weg von mir befindet. Ich bleibe also in der Trennung. In der Trennung mit mir selbst und in der Trennung vom lebendigen SEIN.

Das, was wir suchen, ist nicht das, was wir uns VORstellen.

Es ist nicht das, was wir irgendwo gehört oder gelesen haben und was sich dann als BILD in uns kreiert.

Das, was wir suchen, ist etwas, was wir SIND. Es ist etwas, dass wir fühlen und spüren können. Etwas, das uns eigen ist. Es sind wir selbst.

Wenn wir also einem Bild hinterherlaufen, einem Bild von uns selbst, einem Bild von Erleuchtung, einem Bild von was auch immer, dann verpassen wir alles, was uns berührt und befinden uns in einer künstlichen Welt.

Vieles von dem, was wir aktuell zu wissen glauben, ist eigentlich verdreht. Es zeigt sich von einer ganz anderen Seite, als es von unserem Ursprung her ist.

Das ist genau das, was wir in den letzten Jahrhunderten perfektioniert haben. Es wurde wichtiger, gesund auszusehen, als gesund zu sein. Es wurde wichtiger, glücklich zu wirken, anstatt glücklich zu sein.

Bin ich wirklich glücklich, wenn sich dieses Bild, was wir überall vorgesetzt bekommen (in Hollywoodfilmen, in spirituellen Workshops, durch die Traditionen unserer Familien,…), wenn dieses Bild, was sich mittlerweile wirklich so anfühlt, als wäre es mein eigenes, erfüllt?

Wie wäre es, wenn ich alles – wirklich alles – weglassen würde, was ich bisher gelernt habe und ganz frisch der Lebendigkeit folgen würde?

Ich gebe zu, das ist ein überausgroßer Schritt, wenn wir in einem komplexen Gerüst aus künstlichen Strukturen festsitzen – oder glauben fest zu sitzen. Denn am Ende ist es unser eigener Glaube an diese Strukturen und unsere eigene Angst davor, dass wir ohne diese Haltegriffe nicht sein könnten, was in uns das Gefühl von Ohnmacht entstehen lässt.

Wenn aber ALLES in uns passiert – die Freude und die Angst – dann können wir nirgendwo anders anfangen als genau DORT. Wir fangen also nicht bei irgendeiner künstlichen Vorstellung über uns selbst oder über die Welt an, sondern IN UNS. Genau an dem Punkt, wo wir gerade berührt werden. Dieser Augenblick hier. Und dieser Augenblick ist ein lebendiger. Er steht nicht fest. Mal sind wir konfrontiert mit inneren Hemmungen, mal mit einer kreativen Idee, mal mit einer Ent-täuschung,…

Es gibt also kein Rezept. Es gibt nur DEINEN Weg.

Und jeder Augenblick ist Teil dieses Weges. Jeder Augenblick ist das Tor in die Gegenwärtigkeit, in dich SELBST, hinein.

Was machst du mit einer Ent-täuschung?

Egal, wie viele Ratgeber du dazu gelesen hast, am Ende bist DU es SELBST, der (oder die) diese Enttäuschung fühlt – oder versucht ihr auszuweichen.

Es ist dein Eiertanz um dich selbst herum, den du weder wirklich beschleunigen, noch wirklich verlangsamen kannst. Denn du siehst (fühlst) nun mal „nur“ und genau das, was du eben siehst (fühlst). Und genau das ist dein HIER, von dem aus du losgehst, mit all den „Werkzeugen“ die du zur Verfügung hast, sprich: Mit genau dem Maß an Mut, der gerade zur Verfügung steht, mit genau dem Energieniveau, was dir gerade zur Verfügung steht, mit genau den Grenzen, die sich gerade zeigen und mit genau den Impulsen, die gerade pulsieren.

Alles, was du brauchst, ist HIER!

In der Gegenwärtigkeit.

Und fast alle künstlichen Strukturen in uns und um uns herum sind darauf ausgelegt, keinesfalls im Puls der Gegenwärtigkeit zu pulsieren, sondern stattdessen: Beschäftigt zu sein mit künstlichen Dingen und künstlichen Vorstellungen.

Deine inneren, künstlichen Strukturen sorgen dafür, dass du dies nicht einmal bemerkst. Es scheint „normal“ zu sein. Allerlei Glauenssätze über dich selbst und über das Leben sorgen dafür, dass du wirklich glaubst, nicht großartig genug zu sein, um diesen Augenblick hier wirklich „auszuhalten“. Das heißt, du glaubst, du könntest es nicht schaffen, du wärst wirklich bedroht, du müsstest dich von deiner „besten“ Seite zeigen, deine Berührbarkeit schützen oder sonst irgendwie nicht auffallen oder vielleicht besonders auffallen, damit du gemocht wirst.

Rot ist Grün.

Wir brauchen tatsächlich niemanden, der uns bestätigt, dass wir liebenswürdig sind. Wir brauchen auch niemanden, der (oder die) uns vervollständigt. Im ursprünglichen Sinne sind wir sprundelnde Lebendigkeit, die sich natürlich ergießt – mit dem Gegenüber – in einem kreativen Schöpfungsakt. Es ist unsere Natur, den anderen zu SEHEN und ihn (sie) alleine dadurch in ihrem Ganz-Sein zu bestätigen. Ohne dass wir auch nur ein Wort sagen müssen. Sogar dann, wenn das Ganzsein gerade die Form einer Irritation hat, also wenn in uns selbst oder in dem Feld des Gegenübers gerade ein „Trauma“ sichtbar wird, gibt es nichts weiter zu tun, als anwesend zu sein.

Es ist nicht unsere Natur über irgendetwas zu urteilen, es zu verurteilen und dann von uns abzuspalten. Unserem Ursprung nach ist alles zutiefst gleichwertig. Also auch wir SELBST neben diesen künstlichen Strukturen. Sie sind also NICHT mächtiger als wir SELBST. Denn im Grund sind WIR es selbst IN dem diese Strukturen auftauchen.

Wir sind groß genug, die gesamte Vielfalt des Lebens in uns zu halten – „auszuhalten“.

Wir können das.

Das Gefühl, es nicht zu können, ist eine künstliche Struktur, die sich über unser natürliches Sein gelegt hat. Und unser natürliches Sein ist so groß, dass es auch das „aushält“, ohne dass seine Großartigkeit, die Unendlichkeit und Unsterblichkeit wirklich gemindert würde.

Es ist unsere Aufgabe, dies wieder zu entdecken. IN UNS SELBST.

Für dich selbst spürbar.

Unsere natürliche Sprache ist nicht in erster Linie, die Sprache der Worte und Gedanken. Wir erspüren die Welt. Wir fühlen einander und wir fühlen uns selbst.

Wir finden Gewissheit in uns. Nicht in einer wissenschaftlichen Studie. Und auch nicht in der Bestätigung irgendeines Freundes, irgendeines Arztes, Chefs oder sonst irgendeiner anderen Person.

Unsere sprudelnde Urquelle befindet sich in uns.

Es sprudelt unaufhörlich aus uns selbst heraus.

Und wir können ganz und gar wir selbst sein und das Gegenüber ganz und gar es selbst sein lassen.

Auch in den Momenten, in denen diese sprudelnde Urquelle gerade eine „künstliche Struktur“ an die Oberfläche spült, damit sie gesehen werden kann.

Wenn dich dieses Thema interessiert und du dir persönliche Begleitung (face to face, Zoom oder per Mail) im eigenen Hinschauen wünscht, dann darfst du sehr gerne Kontakt mit mir aufnehmen. Du kannst mir eine Mail schreiben (verena@yogalini.de) oder einen Termin für ein „Gespräch in Bewegung“ vereinbaren. Hier findest du weitere Infos dazu: http://www.teck-yoga.de/3%20Gespr%C3%A4che%20in%20Bewegung.html

Ich freue mich über Begegnungen

Von Herzen

Verena

Zwischen Winter und Frühling – Narrenzeit

Schon wieder eine „Zwischen-Zeit“…

Hört das denn nie auf?

Die Frage: „Hört das denn nie auf“ bedeutet eigentlich, dass DAS HIER nicht als voll genug empfunden wird. Dass gewartet wird auf irgendetwas, das besser, vollständiger, sicherer oder spannender, erfüllender sein KÖNNTE.

Die Wahrheit ist, dass Lebendigkeit Bewegung IST

und es natürlich nie aufhört 🙂

Jedes Wort wie „Zwischenzeit“ ist letztlich die Qualität des Verstandes, dieser Bewegung Be-DEUTUNG zuzuschreiben und Sinn zu erzeugen.

Sinn ist etwas ANDERES als sinnliches erleben!

Hast du das schon einmal erforscht?

Den Körper fühlen, den Atem, die Schwere in der Brust, die Weite im Geist, die Füße auf dem Boden, den Wind im Gesicht,… Das ist etwas völlig anderes als die Beschreibung in welcher Situation du dich gerade scheinbar befindest – oder?

Wenn du die Berührung der Hand in deiner Hand oder auf deinem Rücken wirklich spürst

oder

ob du darüber nachdenkst wie das gemeint sein könnte, ob die Berührung nicht etwas sachter oder fester sein könnte – das ist etwas völlig anderes, oder?

Stattdessen könntest du auch einfach weiter mitgehen im Fühlen: Wie fühlt sich das jetzt an, wenn die Hand deinen Körper wieder verlässt?

Wenn du direkt mit dem Verbunden bleibst, was in dir wahrhaftig klingt, dann entsteht ganz automatisch ein authentischer Ausdruck deines inneren Schwingens.

Da mögen Gedanken sein, Zweifel und Beschreibungen, aber eben auch ein direktes Fühlen und daraus entstehende direkte Kommunikation in und durch deinen Körper.

Durch deine Augen, durch deinen Gesichts-Ausdruck, durch deine Haltung,…

Da ist eine andere Präsenz, wenn du deinen Körper belebst und nicht nur alte Gedanken und Glaubensmuster darüber wie Beziehung zu sein hat, wie „Erziehung“ zu sein hat, wie das Leben zu sein hat,…

Im Grunde ist jeder Atemzug eine „Zwischenzeit“, ein Zeitenwechsel, ein neues Zeitalter,…

Ein neuer Moment.

Ein neues Fühlen.

Ein neues Tun.

Ein neuer Gedanke.

Die Zeit zwischen den Jahreszeiten zeigt das besonders deutlich:

Da WIRD gerade etwas geboren.

Der Frühling IST im Entstehen.

Neue Formen und neue Impulse sind dabei sich zu gestalten.

Neuer Mut, neue Kraft beginnt sich sehr, sehr zart und fein zu melden. Für Momente vielleicht bereits mit voller Wucht, klar und eindeutig. Und dann zieht es sich wieder zurück. Wird nochmal geprüft. Bekommt tiefere Wurzeln.

Die alten Wunden leuchten zum x-ten Mal auf. Werden wieder von einer anderen Perspektive aus betrachtet und gefühlt.

JETZT ist immer eine Perspektive.

…Eine Perspektive der Unendlichkeit an unzähligen Perspektiven.

Alles sammelt sich hier, um direkt weiterzufließen.

Fassunglos.

Und absolut voll IN sich SELBST.

Und selbst die alten Traditionen dienen als Erinnerung (Er-INNER-ung).

Was ist Weihnachten, was ist Lichtmess (Imbolc), was ist Fasching (Karneval, Fasnet) seinem Wesen nach?

Ein Erinnern.

Eine Einladung.

Im Februar ist die Zeit, die alten Geister loszulassen, um im März den neuen Jahreskreis beginnen zu können. Es ist eine Zeit des Übergangs und auch eine Zeit, in der wir spielerisch – jede auf ihre Weise – mit unseren Masken, mit unserer Hässlichkeit, mit dem, was wir uns sonst verbieten, mit dem, wovor wir uns fürchten, mit dem, wonach wir uns sehnen,…

spielerisch zu tanzen.

Vielleicht feiern wir tatsächlich irgendeine Form vom „Fasching“…

Vielleicht beginnen wir mit dem Frühlingsputz…

Möglicherweise räuchern wir die Wohnung aus…

Vielleicht lassen wir uns ein auf die Fastenzeit…

Was immer du tust:

Erlaube dir unendliche Zeit zu haben.

Erlaube dir noch langsamer zu sein.

Erlaube dir, deinen Plan fallen zu lassen.

Erlaube dir, keinen Plan zu haben.

Erlaube dir, diese spürbare Berührbarkeit

…und lass dich von den Wellen des Atems, des Lebens sanft wiegen. IN diesem Schmerz, in dieser Lebendigkeit, in dieser Fülle, in dieser Tiefe, in dieser Freude,…

<3

Verena

PS: Ab dem 22. März gibt es meinen ersten Online-Kurs zum Thema „Wandlung alter Strukturen“

Ich begleite dich mit verschiedenen Texten, Videos, Yoga Einheiten, Meditationen und Impulsen in deinem Alltag Zuhause 🙂


Folge deiner Wunde…

…und finde dein Leuchten!

Ich sitze gerade an den Vorbereitungen zu meinem 4-Tages-Retreat im Juni und bin dabei u.a. auf einen ganz wunderbaren Podcast von Ilan Stephani mit dem gleichnahmigen Titel (Folge deiner Wunde) gestoßen, den ich dir sehr gerne unter den Blog-Artikel verlinke.

Wunden, sind in der Regel Erfahrungen, die wir als derart schmerzhaft empfinden, dass wir uns nicht zutrauen, sie in ihrer ganzen Tiefe und Tragweite anzuschauen. Würden wir uns das nämlich getrauen, wären sie lediglich eine sehr (vielleicht sehr, sehr, sehr) schmerzhafte Erfahrung, die jedoch mit dem vollständigen lebendigen Erleben sozusagen „rund“ werden würde. Gemäß der Lebendigkeit würde sich auch diese (schmerzhafte) Erfahrung von Moment zu Moment weiter und weiter und weiter ent-wickeln. Das heißt, es würde nichts zurückbleiben. Es wäre Ganzheit. Vorher. In diesem Moment. Und nach diesem Augenblick. Ganzheit, die sich in diesem Moment so ausdrückt und in einem anderen Augenblick so.

Nun ist es so, dass wir als Menschen dieses Ganzheit in der Regel als etwas sehr persönliches erleben – und damit nicht mehr als Ganzheit 😉

Wir haben unser Leben unzählbar eingeteilt in dieses und jenes und vor allem in „richtig“ und „falsch“. Alles, was wir als „falsch“ verstehen, ist etwas, dass wir loswerden wollen. Daher können wir uns diesem auch nicht wirklich annähern (außer eventuell theoretisch), geschweige denn erfahrungsrelevant damit verschmelzen.

Nun ist es jedoch so, dass auch das künstliche Abtrennen von diesem Teil der Lebendigkeit eine enorme Kraftanstrengung bedeutet. Dies ist uns jedoch insofern nicht bewusst, als dass es uns augenscheinlich hilft, unser Leben gut zu organisieren und vermeintlich unter Kontrolle zu bekommen. Und genau das ist es, was wir als Minimum für uns wollen: Gut durchs Leben kommen!

Der Kontakt mit unserer Wunde (bzw. unseren Wunden, die möglicherweise alle am Ende in einer ganz bestimmten „Urwunde“ münden) schleudert uns im ersten Augenblick jedoch erst einmal aus diesem Funktionieren heraus. Wir müssen die Haltegriffe zwangsläufig loslassen und uns hineinbegeben in etwas, das uns einerseits sehr nah ist, das uns andererseits jedoch höllische Angst bereitet. Dieser andere abgetrennte Teil von uns enthält nämlich einerseits die fehlende Energie in sich, nach der wir so lange so verzweifelt im außen gesucht haben und andererseits erscheint dieser Teil jedoch als genau DAS, was wir auf gar, gar keinen Fall als zu uns zugehörig verstehen wollen.

Ich plädiere keineswegs dafür, sich auf die Suche nach irgendeiner Wunde zu begeben, wenn du das Gefühl hast, alles scheint am richtigen Ort zu sein und du fließt frei und neugierig mit dem Strom des Lebens. Aber wenn dem wirklich so wäre, würdest du vermutlich auch nicht einen solchen Artikel hier lesen.

Weiterhin geht es hier auch nicht um irgendeine Einteilung von Geschichten, die „groß“ genug sind, um „Wunde“ genannt zu werden oder eher klein genug, um getrost überschaut werden zu können. Vielmehr geht es darum, dass deine wunden Punkte, dich tagtäglich deine Leben organisieren lassen. Sie machen, dass du dich hier schützt und dort nicht hin schaust, dass du dort suchst und das versuchst zu vermeiden,…

…wäre es da nicht sinnvoll, allen Mut zusammen zu nehmen und sich ganz in DEINEM Tempo und ganz und gar auf DEINE ureigene Weise von deinen Wunden führen zu lassen?

Ich glaube, dass das Leben sich so oder so immer und ganz natürlich als eine „Heilungsreise“ gestaltet und das jede Wunde im Grunde eine Einladung ist, Lebendigkeit in seiner Ganzheit lebendig zu schauen. Nicht nur mit dem Kopf und nicht ausschließlich mit dem Körper und auch nicht ausschließlich durch das Fühlen, sondern in jedem dieser Bereiche. Deshalb erscheint menschliches Leben zeitlich. So erscheint es zuerst als dieses, dann als jenes. Und gerade durch diesen Wechsel bekommen wir einen spürbaren Geschmack von Lebendigkeit. Wir erleben gerade im Unterschied, im Hin- und Her zwischen diesem und jenem Erleben, was Liebe ist und was sie nicht ist. Bis dahin ist auch der Begriff von „Lebendigkeit“ nicht mehr als nur eine esoterisch Vorstellung.

Auf welche Weise du dich also von deiner Wunde führen lässt, ist äußerst individuell, so wie deine Wunde individuell ist.

Solange du jedoch im Lichtkegel deiner Bewusstheit suchst, drehst du dich im Kreis des bereits bekannten. Hier kann nur das erscheinen, was du bereits zu kennen glaubst.

Wenn du Zugang bekommen möchtest zu den Aspekten, die du so so sehr ablehnst, dass du deinen Blick bisher äußerst geschickt immer in die anderen Richtungen gelenkt hast, dann musst du dort hin schauen, wo du bisher nicht hingeschaut hast. Dort, wo du nicht weißt. Dort, wo du den Weg nicht kennst. Dort, wo nicht klar ist, was richtig ist und was nicht richtig ist. Dort, wo du bereits bist, „Fehler“ zu machen, durch diese zu lernen, jedoch ohne diesen Aspekt von Lebendigkeit einzuteilen in „fehlerhaft“ und ohne ihn von dir abzuspalten…

In welchen Aspekt von Lebendigkeit würdest du dich hineinbewegen – auch im Alltag, in deiner Sprache, in deinen Handlungen, in deinem ganzen Sein – wenn diese gigantische Wildheit in dir und um dich herum tatsächlich SEIN dürfte? Wenn du kämpfen dürftest, wenn dir danach ist? Wenn du NEIN sagen würdest, wenn du nein meinst. Wenn du ganz offen und ohne Schutz- und Anstandsschild zeigen würdest, was du fühlst? Wenn du tatsächlich da hingehen würdest, wozu du dich hingezogen fühlst? Wenn du tatsächlich tun würdest, was du am liebsten tun würdest? Und damit aufhören würdest, Dinge zu tun, die du so gar nicht tun willst?

Was würde passieren, wenn du sehen würdest, dass sich ein anderer Mensch (in seinem Tempo) traut, genaus das (in seinem Tempo) zu leben?

Ein sehr, sehr interessantes Untersuchungsfeld wie ich finde 🙂

Wer ein bisschen gemeinsam mit mir forschen möchte, hat u.a. im Juni-Retreat (Stiersbach, 74420 Oberrot) vom 20.-23. Juni 2019 eine wunderbare Gelegenheit dazu! Mehr Infos findest du unter:

http://www.teck-yoga.de/yoga_STILLE_RETREAT.html

Link zum Podcast von Ilan: https://www.youtube.com/watch?v=6vz2yJgReok

Von Herzen,

Verena

Vom Umgang mit physischen und emotionalen Schmerzen

Wenn wir (körperliche oder emotionale) Schmerzen fühlen, gehen wir in der Regel davon aus, dass wir irgendetwas „falsch“ gemacht haben – denn sonst würden wir uns ja „gut“ fühlen.

Was wäre, wenn der Schmerz tatsächlich eine „Tür“ für uns ist?

Eine „Tür“, die uns in eine „Dimension“ von uns selbst hineinführt: Raus aus der Ebene des Verstandes, hinein in die Ebene des Spürens.

Im Fühlen des Schmerzes gibt es keinen „Fehler“, auf den uns der Schmerz hinweist, so dass wir es in Zukunft „besser“ machen können oder sollen. Im Fühlen des Schmerzes ist einfach nur DAS, was gerade ist. Und dafür ist nicht einmal ein Wort nötig. Keine Geschichte von „ich habe dies und jenes gemacht (oder nicht gemacht) und deswegen habe ich jetzt diesen Schmerz“, sondern einfach nur DAS HIER – sogar die Idee von „Schmerz“ löst sich auf gewisse Weise auf, wenn wir uns einlassen auf DAS HIER.

Kannst du hören, dass das eine ganz andere Qualität ist?

Eine Qualität, die immer schon auch IN uns wohnt?

Hast du Lust, diese Qualität in dir zu ent-decken?

Dann höre auf, den (emotionalen und physischen) Schmerz als deinen Feind zu betrachten. Höre auf, dir selbst eine Geschichte über den Schmerz zu erzählen und lass dich statt dessen von ihm führen – hinein in die Lebendigkeit DIESES Augenblicks, die natürlich AUCH im Schmerz liegt. Und da der Schmerz ganz natürlich all deine Aufmerksamkeit anzieht, ist er ein perfekter „Wegweiser“ hinein ins JETZT.

Hast du schon Erfahrungen gemacht mit den kleinen „Knubbeln“, die sich manchmal im Bereich des Schultergürtels bilden? In der Regel fühlen wir sie gar nicht. Wir haben gelernt mit ihnen zu leben. Aber wenn wir jetzt auf einmal eine wohltuende Massage bekommen oder aber ein paar ungewohnte Körperübungen machen, dann spüren wir unseren Körper plötzlich am nächsten Tag auf eine ganz neue – und manchmal schmerzhafte – Weise.

Warum?

Haben wir uns nicht eigentlich etwas „Gutes“ getan?

Sollten wir also lieber in den alten Mustern bleiben? So viel Sport, Yoga, gesunde Ernährung, Massagen und Sauna können wir ja gar nicht machen, dass sich alles einfach nur kraftvoll und entspannt im Gleichgewicht anfühlt – oder?

Stimmt! Und zusätzlich besteht gerade das menschliche Dasein aus dem Spiel der Dualität (wie uns schon der Atem anzeigt). Das heißt, es gibt dieses überirdische Ziel überhaupt gar nicht!!! Wir SOLLEN menschlich sein. Und zum menschlich-Sein gehört Bewegung! Die Bewegung zwischen angenehm und unangenehm… In der Regel ist es sogar so, dass wir einen „gesunden“ Körper erst dann bewusst wahrnehmen und zu schätzen wissen, wenn wir kurz zuvor mit seiner Zerbrechlichkeit konfrontiert wurden!

Wir dürfen also durchaus die Zerbrechlichkeit des Körpers spüren. Ebenso emotionale Schmerzen. Im Spüren dessen kommen wir nämlich erst zu unserer GANZHEIT!

Weiterhin ist es ganz normal, dass wenn wir anfangen, alte Muster zu verändern (seien das nun Gewohnheiten der Ernährung, Gewohnheiten des Denkens, Gewohnheiten der Bewegung oder nicht-Bewegung), sich alles neu ordnen muss. In diesem Prozess der Neuordnung gibt es eine natürliche Phase des „Durcheinanders“. So als würdest du einen vollgestopften Dachboden oder Keller ausräumen. Wenn du damit anfängst, vergrößert sich das Chaos in der Regel zuerst scheinbar und es dauert eine ganze Weile bis alles, was du behalten möchtest einen neuen Platz gefunden hat und alles, was du loswerden willst, dort angekommen ist, wo du es auch wirklich abgeben kannst (an Freunde und Verwandte, in die Kleiderkiste, Geschenkeläden, Flohmarkt, Sondermüll,…)

Verstehst du?

Erlaubst du dir die Phase des Neu-Sortierens?

Oder muss deiner Meinung nach alles viel schneller gehen?

Wohin willst du denn ankommen?

Musst du dahin wirklich rennen? Oder ist das nicht vielleicht das alte Muster?

Ist diese neue Richtung insgesamt zwar gut, aber dieses eine Mal war es nun wirklich „falsch“ und viel zu viel – deshalb auch diesmal dieser Schmerz!

Stimmt das wirklich?

Ist dieser Schmerz hier also wirklich, wirklich FALSCH???

Welcher Schmerz schadet, dir wirklich?

Welche Stimmer sagt dir ganz klar, was wahr ist?

Ist das nicht eine lohnenswerte Reise, die du da gerade beschreitest?

Von Herzen

Verena

Was passiert, wenn wir den Kopf ablegen?

Jede Asana (jede Körperhaltung), die wir einnehmen, entspricht einer bestimmten Qualität. Das passiert ganz automatisch, ohne dass wir irgendetwas dafür tun müssten, denn unser Körper ist ganz natürlich Ausdruck von Lebendigkeit. Wir spüren das zum Beispiel wenn aufgeregt sind und ein mulmiges Gefühl im Bauch haben oder wenn unsere Augen müde sind und wir nicht mehr konzentriert nach außen schauen wollen…

Das heißt: Unser Körper zeigt uns gewissermaßen, was „innerlich“ gerade so abgeht. Er zeigt uns wieviel Kraft gerade zur Verfügung steht, er zeigt uns unsere wunden oder weichen Stellen…

Das heißt aber auch, dass – wenn wir anfangen unseren Körper zu bewegen – auch unsere inneren Strukturen mitbewegt werden. Wir stärken also beispielsweise unsere Basis (unseren Beckenboden) und damit berühren wir u.a. auch das Thema unseres Urvertrauens. Oder wir dehnen und öffnen vorsichtig (körperliche) Bereiche, die vielleicht seit langer Zeit hart und zusammengezogen waren und damit rühren wir ganz automatisch auch unsere eigene Berührbarkeit an.

Unser Körper ist Ausdruck unserer Schutz-, Flucht-, und Kampfreflexe – und all diese werden angesprochen, sobald wir mit einem körperlichen „Schmerz“ konfrontiert werden (damit arbeiten wir zum Beispiel in den passiven Yin-Haltungen ganz bewusst).

Was passiert nun, wenn wir unseren Kopf ablegen?

In den letzten Jahrzehnten hat sich das menschliche Denken zu einem immer schärferen Werkzeug herausgebildet. Und das ist wunderbar! Wir haben gelernt, uns unseres eigenen Verstandes mehr und mehr zu bedienen. Wobei man jedoch ehrlicherweise sagen muss, dass wir sehr, sehr oft eher die Gedanken (und Traditionen (auch spirituelle Traditionen)) von anderen denken, anstatt wirklich unseren eigenen Verstand zu benutzen. Ein Grund dafür ist sicherlich der, dass wir uns wenig Raum und Zeit nehmen, genauer Hinzuschauen! Oftmals scheinen wir so sehr beschäftigt, dass es notwendig ist, in Automatismen zu verfallen, anstatt Energie aufzuwenden, wirklich neu zu schauen – und dann vielleicht eben auch mal zuzugeben, dass man falsch lag oder es mittlerweile anders sieht oder dass man noch gar nicht so genau weiß, was man eigentlich darüber denkt!

Da ich menschliches Sein als ein sehr „komplexes Gebilde“ verstehe, sehe ich das Denken als einen wertvollen Teil dieses Seins – aber eben nicht als den einzigen.

Wenn ein Bereich lange Zeit intensive Aufmerksamkeit bekommt und dadurch wächst und sich ausbildet, kommt es vor, dass andere Bereiche zu kurz kommen und irgendwann ein enormes Ungleichgewicht entsteht. In der Regel gleicht das Leben das irgendwann ganz automatisch aus. Denn unser menschliches Leben formt sich gerade durch die Spannung (mindestens) zweier Pole.

Die Ganzheit wird erst sichtbar und erfahrbar durch das Gegenteil. Wir lernen über die Liebe u.a. dadurch, dass wir erfahren, wie sich die Abwesenheit von Liebe anfühlt…

Zum menschlichen Sein gehört neben dem notwendigen gedanklichen Erfassen von Lebendigkeit auch das körperliche Erleben von Kraft, Kraftlosigkeit, Anspannung, Entspannung, Weichheit, Verletzlichkeit, Sinnlichkeit, Genuss, Schmerz,…

…ebenso wie das emotionale Erleben von Lebendigkeit. Und auch „feinere“ Ebenen von Energie sind durchaus individuell und real erlebbar.

Wenn wir unseren Fokus lange Zeit im Kopf haben, kommt es vor, dass wir uns dort verhaspeln. Dann brauchen wir ein bisschen Aus-Zeit um wieder neu und weit denken zu können. Dabei kann uns u.a. der Körper und Körperarbeit dienlich sein.

Manchmal ist es hilfreich, ganz neue gedankliche Inspirationen einzuholen, um einen neuen Blick zu bekommen.

Manchmal ist es heilsam, die komplette Geschichte mal für einen Moment loszulassen und gar nichts wissen zu müssen und stattdessen mit der Erleichterung des nicht-Wissen-müssens zu sein (die u.U. vielleicht auch zunächst erst einmal als furchterregend erlebt wird – denn oftmals identifizieren wir uns wirklich komplett mit unseren Gedanken über uns und eine bestimmte Situation. Deswegen haben wir auch oft das Gefühl, genau diese Sichtweise verteidigen zu müssen).

Was passiert aber, wenn wir unsere Sicht komplett anerkennen und gleichzeitig offen dafür sind, dass diese Sicht nicht alles ist?

Sondern nur eine Sichtweise.

Was passiert?

Wenn wir uns einen Moment Zeit nehmen, mal ganz authentisch und selbstständig nachzuforschen, werden wir herausfinden, dass Gedanken zunächst ungefragt erscheinen. Auch wenn sich Gedanken also quasi durch uns ausdrücken, so erscheinen sie doch zunächst ungefragt (in uns). Wir sind also nicht diese (tollen oder schrecklichen) Gedanken. Wir könnten auch ganz anders darüber denken…

Tun wir aber nicht.

Egal warum, wir gerade genau dieses hier für bedeutsam halten, – HIER entfaltet sich gerade diese Form.

Und wir sind Ausdruck dieser Form und gleichzeitig Beobachter dieses Ausdrucks.

Im Anschluss an das Auftauchen eines Gedankens, legt sich das Bewusstsein mehr oder weniger darauf (d.h. der Gedanke wird uns mehr oder weniger bewusst oder eben nicht bewusst) und zusätzlich wird dieser Gedanken mehr oder weniger für wahr gehalten – oder für weiter erforschungsbedürftig erachtet. Gleichzeitig mit dem Gedanken (bzw. kurz darauf) zeigt sich dann auch ein entsprechendes Gefühl zu jenem Gedanken. Dieses veranlasst uns direkt zu einer Reaktion, der – je nach innerer Struktur – blind gefolgt wird oder die mit mehr oder weniger Spielraum erforscht wird.

Wenn wir unseren Kopf jetzt ablegen, passiert etwas in unserem Körper- und Nervensystem. Denn wir legen den Teil ab, mit dem wir uns zumeist indentifizieren. Ohne, dass wir irgendetwas dafür tun müssten, entspannt etwas in unserem System. Und das kannst du ganz einfach selbst überprüfen:

Leg deinen Kopf einmal vor dir auf den Boden ab.

Was passiert?

Was passiert, wenn du gar nicht „nach draußen in die Welt“ schauen kannst und damit auch nicht so wie sonst in das ganze Spiel von „ich“ und „du“ eintreten kannst. Du siehst – selbst wenn du die Augen jetzt öffnest – nicht weit, sondern gerade auf den Boden, auf den Platz, an dem du stehst (bzw. gerade sitzt/liegst).

Du bist weniger mit dem konfrontiert wie irgendetwas aussieht, was die anderen machen, wie es bei den anderen aussieht,…

Du bist mehr bei dir.

Stell dir jetzt vor, jemand würde dich ansprechen und mit dir über irgendeine Sache diskutieren wollen. Was würdest du tun? Du würdest deinen Kopf heben und deinen Standpunkt deutlich machen wollen, indem du dem anderen auf Augenhöhe gegenüber trittst (inklusive all deiner anderen energetischen, psychischen und körperlichen Muster von Vertrauen, Schutz, Angst und Kontrolle).

Hier kannst du einen Eindruck davon bekommen, wie die Körperhaltungen (immer schon) wirken – in die eine und in die andere Richtung.

Wenn du mehr darüber herausfinden magst, dann komme doch mal in eine meiner Yogastunden (in Kirchheim/Teck) oder besuche micht auf youtube:

Yin-Yoga:

https://www.youtube.com/edit?o=U&video_id=rY1O4kpdpNQ

 

Yoga für die Schultern/Rücken:

https://www.youtube.com/edit?o=U&video_id=LSGox63HTgs

 

Gespräch über „Raus aus dem Kopf – Rein in den Moment“:

https://www.youtube.com/edit?o=U&video_id=TkKhbRsrCCg

 

Ich freu mich auf dich!

Von Herzen, Verena

Die dunkle Nacht… (Oder: Sterne sieht man nur im Dunkeln)

Wenn die Tage am kürzesten sind und es manchmal gar nicht richtig hell werden will…

…und  wenn Schnee und Regen im Gesicht uns manchmal den Impuls geben, uns in unserer ganzen Körperhaltung zusammenzuziehen…

An diesen grauen Tagen sind wir manchmal seltsam melancholisch, müde oder gereizt.

Das sind die Tage, die uns einladen, still zu werden.

Oft jedoch lehnen wir diese Einladung ab. Denn im ersten Moment erscheint diese trübe Suppe nicht sehr attraktiv. Aber ist dir schon mal aufgefallen, dass die Sterne nur im Dunkeln sichtbar sind?

Erst die Dämmerung lässt den Kerzenschein sichtbar und gemütlich, warm und heilsam werden.

Das Licht leuchtet erst im Dunkeln.

Ja! Die Sonne ist auch ein Licht. Und ihre Kraft ist wunderbar. Aber auch sie kann zu heiß und schmerzhaft sein.

Manchmal lohnt es sich, sich auf das Dunkle der Nacht einzulassen. Auf die Ungewissheit, auf Nicht-Wissen und Nicht-Sehen. Auf den Schmerz oder die Müdigkeit und auf die Kraftlosigkeit. Erst wenn wir aufhören, DAGEGEN zu sein und MIT diesen Qualitäten gehen, können wir IN ihnen einen Schatz entdecken. Dieser Schatz ist keiner, den man irgendwo erlesen könnte. Es ist ein intimer Schatz, ein subtiler, der allein in der Erahrung selbst liegt. Er liegt in der Innigkeit mit uns selbst. Er liegt dort, wo wir immernoch lebendig SIND – IM Grau und IN all den Formen und Gefühlen, die im ersten Moment so unattraktiv erscheinen.

Wenn wir uns DA finden, ist da eine Süße, die uns nährt…

Gerade dann wenn es scheint als gäbe es keine Alternative. Wenn es nur DAS gibt und die Dunkelheit kein Ende zu haben scheint. Manchmal begegnen uns hier eine Menge unerwarteter Schreckgespenster. Im ersten Augenblick wollen wir nur wegschauen, die Augen zu machen und verschwinden…

Wenn wir aber da bleiben – denn WO sollten wir hingehen?

Wenn wir da bleiben und uns von der Dunkelheit umarmen lassen, kann es sein, dass diese uns in unserer Tiefe berührt. Und das ist wirklich wunderschön.

Es ist die eine Richtung der Vertikalität des Kreuzes. Es ist eine Dimension des Lebens selbst und es ist in sich VOLL. Vollkommen.

Ich finde, es lohnt sich, sich darauf einzulassen.

Und ich finde auch, dass der Winter ganz wunderbar dazu einläd – immer wieder.

Gut manchmal scheint das unmöglich: Wichtige Termine, Deadlines, to-do-Listen, die nicht warten können, alltägliche Erledigungen, Extra-Einladungen und der ganz normale Alltag…

Und wenn das so ist, dann ist das so. Dann passiert TUN und MACHEN. Vielleicht macht es Spaß oder wir bemerken, dass es etwas zu viel ist. Wunderbar!

Und manchmal ruft dieser innere Ruf und wir können mit ihm gehen… (sogar im Sommer ;- )

Und dabei muss es gar nicht immer die ganze Packung sein: Ein freies Wochenende oder 2h Stunden frei für Yoga. Manchmal genügt es schon im Gewusel des Alltags, in dem uns immer wieder tausende von Tips entgegenfliegen, genervtes Nörgeln über andere oder stolze Selbstdarstellungen – einfach selbst den Mund zu halten. Mal nicht zu antworten. Die Situation früher verlassen als gewöhnlich. Direkt nach Hause zu gehen, in der S-Bahn die Augen zu schließen und ein bisschen Musik zu hören oder in einer „lauten“ Situation nicht NUR auf die gewohnten Muster des Verstandes, des Vermeidens und Kontrollierens zu hören, sondern für einen Moment den Atem zu spüren und einfach ZUZUHÖREN und still zu werden. Was immer der eigene Verstand auch sagt. Was immer mein Gegenüber mir da entgegenwirft. Ich werde still. Ich fühle und ich nehme mir die Zeit – jetzt oder wenn ich aus der Situation herausgegangen bin – still damit zu werden und Frieden damit zu schließen: Okay, so ist es. Okay, dieses Gefühl. Okay, ich habs verkackt. Und der Atem fließt weiter und vielleicht entspannt mit irgendeinem Ausatem meine übergespannte Schulter oder meine Gesichtshaut und vielleicht kann ich mir ganz plötzlich verzeihen oder der anderen Person und auf einmal ganz frisch und still von wo anders aus schauen.

Vielleicht 😉

Ich wünsche euch einen gesegneten Winter!

Von Herzen

Verena

Wem oder Was wir Aufmerksamkeit geben…

… verstärken wir.

Auf diese Weise können aus Gedankenfetzen (zumindest SCHEINBAR ;- ) riesen große Probleme werden.

Aber:

Wir können – beispielsweise – auch unseren Körper dabei unterstützen, im Gleichgewicht zu bleiben, bzw. wieder ein Gleichgewicht zu finden, indem wir ihm einfach ein bisschen Aufmerksamkeit schenken.

Da ist vielleicht ein Schmerz irgendwo im Rücken, der sich seit langer Zeit und durch verschiedenste Ursachen gebildet, und dann irgendwie verhärtet hat. Oder da ist eine leichte Anspannung im Bereich der Schultern. Jemand hat etwas gesagt, was uns verunsichert hat. Oder wir fühlen uns unwohl in dieser Situation hier. Das ist körperlich spürbar.

Jetzt können wir in den Verstand „flüchten“. Wir können uns ärgern, dass wir es nicht „besser“ hingekriegt haben. Oder wir bemühen uns, mögliche Ursachen zu finden, loglisch zu erklären und daraufhin Strategien zu entwickeln, die uns künftig vor „unangenehmen“ oder „schmerzhaften“ Situationen schützen sollen.

Natürlich lernen wir!

Dennoch haben wir alle auch die Erfahrung gemacht, dass wir uns vor dem LEBEN nicht schützen können (und es auch nicht müssen).

Im Kern SIND wir PURE Lebendigkeit. Und diese zeigt sich nun mal in allerlei Formen. In angenehmen wie in unangenehmen.

Wenn wir uns hin und wieder ein bisschen Zeit und Raum nehmen, dieses Spiel der Formen einfach lebendig zu leben. Und anstatt es zu ernst zu nehmen, einfach voll und ganz zu spüren und vielleicht sogar „still“ damit zu werden, dann löst sich unser angespanntes Verhältnis zu diesen Formen langsam mehr und mehr auf.

Eine angespannte Schulter (oder eine emotionale Traurigkeit) ganz „zart“ zu erFÜHLEN, ist etwas völlig anders, als gegen diesen Schmerz zu kämpfen.

Im ersten Fall, entsteht Raum. Dieser Raum ist wie ein zartes „Ja“ sagen. Das, was da ist, darf sein.

Im zweiten Fall, wird es eng. Wir geben unserer negativen Beurteilung Aufmerksamkeit und dadurch Kraft und Energie. Der Schmerz geht dadurch nicht weg. Aber das „Dagegen-Sein“ kreiert mehr und mehr Anspannung und dadurch mehr und mehr körperliche Verhärtung.

Wenn wir das Gefühl haben, dass wir gesehen werden. Also in unserer Unbeschreiblichkeit, mit all unseren Macken, Ecken, Kanten und bezaubernden Liebeswürdigkeiten, dann ist das wie so eine „Energiedusche“. Dabei braucht gar niemand irgendetwas zu sagen. Es geht schlicht und einfach darum, dass wir das Empfinden haben, da ist RAUM, in dem wir SEIN dürfen, wie wir eben sind.

In diesem Raum ist unendlicher „Platz“.

Platz für Nicht-Wissen, Platz für Neugier, Platz für Vergebung.

Selbstvergebung – und Vergebung für den anderen. Wir sind menschlich. Und wir dürfen menschlich sein.

Hier ist Platz für unsere vielschichtige Geschichte, die wir niemals komplett erzählen könnten. Da ist also Platz für unsere Wurzeln, ohne dass wir diese vollkommen kennen könnten. Hier ist Platz für unser Geworden-Sein.

Platz für unsere Ängste, unsere Träume, unsere (verborgenen) Talente.

Platz für jeden einzelnen Gedanken, jede noch so kleine Gefühlsregung, alle angenehmen und unangenehmen Erfahrungen,…

Manchmal können wir es zulassen, uns auf diese Weise selbst zu begegnen.

Irgendetwas entspannt sich

…und es fühlt sich ganz WUNDERbar an.

 

Was wärst du ohne deine Geschichte?

Was bliebe übrig, wenn du nichts über dich wüsstest?

Wenn du dir (oder einer anderen Person) nicht erzählen würdest in welcher „Situation“ du dich gerade befindest, was alles schon passiert ist und was gerade ansteht. Was bliebe übrig?

Wie würde sich dieser Moment anfühlen ohne die Idee, dass jetzt noch das und das erledigt werden muss und danach dann das…?

Wie würde sich dieser Moment anfühlen, ohne die Idee, dass du dich heute so und so fühlst und dass es auch anders sein könnte oder sogar ander sein sollte?

Wenn wir nicht alles benennen, beschreiben, einordnen und bewerten würden und dafür einfach ein bisschen mehr FÜHLEN und erLEBEN – einfach dieses Körpergefühl jetzt, dieses Geräusch, dieser Geruch, diese Bewegung,…

Welche Teile des Körpers berühren gerade irgendeine Unterlage? Kannst du das fühlen? Jetzt gerade? Wie fühlt sich das an?

Wie riecht es gerade?

Was passiert, wenn du für Momente mit allen Sinnen erlebst und nicht nur mit dem wunderbaren Kopf?

Wer wärst du dann?

Für Augenblicke wärst du nicht mehr die, die heute krank oder gesund ist. Du wärst weder „Single“, noch „glücklich“ oder „unglücklich verheiratet“, weder „suchend“ noch „zufrieden“. Diese ganzen Ideen über dich verschwinden für Augenblicke. Und trotzdem passiert Leben. Trotzdem passiert Handeln und natürlich tauchen auch Gedanken auf.

Wenn du nicht wüsstest, wie alt du bist, wie alt FÜHLST du dich gerade?

Gibt es die Kategorie „Alter“ jetzt überhaupt?

Wenn du dir nicht erzählen würdest, dass du es richtig machen musst, dass du es falsch gemacht hast, dass du dieses unbedingt willst und jenes auf keinen Fall, WIE wäre dieser Moment dann?

Was bleibt übrig?

Deine Geschichte (über dich und jeden anderen) ist EINE Version, EINE Interpretation. Keine Wahrheit. Wenn du diese Geschichten im Kopf sehr ernst nimmst, dann trennen sie dich ab von der unglaublichen Fülle, die gerade hier passiert. Eine Fülle, die das GANZE LEBEN beinhaltet, mit all seinen Facetten, Formen und Farben. All Grautöne, schwarz, weiß, rosa-rot-gestreift, gelb mit lila Punkten. Punkte aus Samt und Seide und hart wie Steine. Braun wie feuchte Erde, Himmelblau ohne Ende,…

Ohne deine Geschichte bist du ALLES und NICHTS zugleich

Wilde Lebendigkeit.

Einander Begegnen

Alb_Flieger

Ich glaube, dass ist schon ewig „mein Thema“ 😉

Manchmal scheint man sich viel näher zu sein, wenn man sich nicht gerade gegenüber steht.
Kennst du das?
Du bist gerade total entspannt und in Frieden. Wenn du an den anderen denkst, dann ist da so eine Freude. Vielleicht sogar eine ganz zarte, kaum zu fassende Innigkeit und Verbindung.
Oder du bist auf einmal total im Glück… und du würdest das so gerne teilen…

Aber dann, wenn da tatsächlich eine zweite Person anwesend ist, mit ihrer Energie und ihren Geschichten,… dann passiert oftmals etwas ganz anderes: Man redet über irgendetwas!

Oft erzählt man sich dann erst einmal was heute schon alles passiert ist.
Und selbst wenn über die Schönheit von dem, was man gerade sieht, spricht, schrappt man irgendwie haarscharf am eigentlichen Erleben vorbei!
Und damit an der ganzen Fülle.

Was bleibt, ist irgendwie ein subtiles „Suchen“. Ein Suchen nach dieser Innigkeit und Er-FÜLLe-ung.

Aber anstatt HIER (in der Absolutheit dieses Augenblicks) zu SEIN und anstatt einander auch HIER zu begegnen, sind Begegnungen meistens etwas, das im Verstand stattfindet.

Ich hab nichts gegen den Verstand.

Wirklich nicht. Ich schätze ihn sogar. Und ich liebe das Spielen mit Worten, deswegen schreibe ich wohl auch so gerne.

Worte

– und auch Gedanken

sind wunderbar.

Sie können so wunderbar sein, wie der Duft in der Luft, wenn es an einem warmen Sommertag zu regnen anfängt.

Sie können auch scharf sein, klar, desillusionierend. Sie können aber auch ablenken, verwirren, einen beschäftigt halten… Sie können verschiedene Formen annehmen. So wie alles andere eben auch.

Die Gedanken sind also nicht das Problem. Eigentlich ist gar nichts ein Problem. Dennoch gibt es einen Unterschied der…   sagen wir „Energie“. Manchmal schaffen wir es, uns mit Worten zu berühren. Aber manchmal scheinen die Worte eher zu trennen und gar nicht recht das zu sagen, was man eigentlich sagen wollte.

Das ist heute mein Thema.

Und ich bin traurig darüber, dass ich mit meinen Worten nur den einen Teil von mir gezeigt habe – und nicht die anderen Seiten, die ich auch fühle, die ich auch bin.

Das, was ich gesagt habe, war echt. Und dennoch ist da so viel mehr…

Und wenn ich jetzt damit hadere, dann bleibe ich genau da stecken. Ich dreh mich im Kreis.

Ich könnte aber auch still werden…

…und lauschen.

Wenn ich es gerade kann 😉

Wenn ich mich daran erinnere und die „Stille“ mich kriegt.

Dann werde ich zart und  fange an zu fühlen.

Dann fühle ich den Schmerz der in mir wohnt.

Und es ist okay.

Da ist eine Zartheit, die diesen Schmerz auf gewisse Weise liebkost. Ich komme mir nah. Sehr nah. Und aus dieser Nähe heraus, begegne ich auch der Welt mit derselben Zartheit. Jetzt habe ich das Gefühl, dass wir uns begegnen. Ehrlich. Wach. Offen. Echt.