EINE Wurzel – statt zwei getrennter Füße?

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass wir zu unseren Füßen kaum einen Bezug haben?

Kannst du deine Zehen einzelnd bewegen?

Warum nicht?

Weil es vermutlich sehr wenige Verknüpfungen von deinem Gehrin hinein bis in deine Füße gibt, bzw. weil diese Verbindungen fast nie genutzt werden und deswegen wie eingeschlafen sind.

Eigentlich ist es uns sehr wohl möglich, jede Zelle unseres Körpers bewusst zu bewohnen.

Und wenn das tatsächlich so ist, dass wir jede Zelle unserers Körpers mit Bewusstsein aktiviert haben dann fühlen wir uns nicht nur SEHR lebendig, sondern auch GANZ!

Wir erleben uns (und die Welt) dann nicht nur als Kopf-Konstrukt, sondern sehr sinnlich, sehr körperlich und hoch energetisch,…

GANZHEITLICH!

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass selbst wenn wir bereits eine Weile Yoga üben, wir dennoch die einzelnen Körperteile wie getrennt betrachten?

Da hinten irgendwo ist der Fuß (von einzelnen Zehen wird eher weniger gesprochen), dann ist vielleicht noch das Becken interessant und der Beckenboden, die Wirbelsäule,…

Aber all das steht miteinander in Verbindung!!!

Wenn du irgendwo nur minimal etwas veränderst, verändert sich das gesamte, erlebte Bild.

Damit zu EXPERIMENTIEREN ist Yoga!

Yoga ist demnach nicht, die perfekte Pose einzunehmen. Natürlich nicht. Denn wir nutzen den Körper lediglich als Tür…

Im körperlichen Erleben verstehen wir lebendig, dass wir als Menschen zu jedem Zeitpunkt, mit der gesamten Erde, mit jeder anderen Seele, mit den Elementen und allem, was je getan oder nicht getan wurde, in tiefer Verbindung stehen und dass alles mit allem gemeinsam schwingt.

Gestern hatte ich diesen wunder,- wunder,- wunderschönen Yogaworkshop zum Thema Wurzelarbeit. Wir haben viel mit dem gearbeitet, was ich gerade beschrieben habe und wir haben ein sehr kraftvolles Ahnen- und Ahninnen Ritual gemacht.

Dennoch war dieser Workshop (so wie vermutlich alles im Leben) nicht das letztendliche Erkennen, sondern EINE Gelegenheit ein bisschen tiefer zu spüren. Und weil das so ist, möchte ich diese Arbeit gerne vertiefen. In den kommenden Yogastunden, aber auch in einem zweiten Teil der Wurzelarbeit, der vermutlich im Januar des kommendes Jahres stattfinden wird. Nähere Infos findest du zeitnah auf meiner Website: www.yogalini.de

Ein Thema wird dann sein:

Was passiert, wenn wir statt der zwei Füße, beide als EINE Wurzel wahrnehmen können?

So oft teilen wir ein: Linke und rechte Körperhälfte, Ein- und Ausatmen, männlich und weiblich, aktiv und passiv,…

Aber das Eine kann niemals ohne das Andere sein. Sobald ich über Aktivität spreche, schwingt quasi stimmlos das Gegenteil, die Passivität mit, denn erst durch die Spannung der Gegensätze begreifen wir überhaupt die einzelnen Qualitäten als das, was sie sind.

Was passiert also, wenn wir beides zusammenbringen?

Körperlich können wir das ganz wunderbar erforschen!

Und ich kann dir aus eigenen Erfahrung sagen, es ist enorm!!!

Hast du Lust dazu?

Dann ist der kommende Workshop in Kirchheim unter Teck vielleicht etwas für dich!?

Du bist herzlich dazu eingeladen!

<3

Verena



Mit sich SELBST streng oder weich SEIN – das ist hier die Frage

„Am Montag warst du aber richtig streng“ war das Feedback einer Teilnehmerin, die ich gestern Mittag in der Stadt getroffen hatte.

Ich musste lachen, denn ich wusste genau was sie meinte. Irgendetwas hatte mich in der Yogastunde am Montag Abend „geritten“ und mein Fokus war voll und ganz darauf ausgerichtet, eine Atmosphäre zu schaffen, die alle Anwesenden anhielt WACH zu sein.

Kennst du das Gefühl, immer so ein bisschen im Trott des Bekannten zu schlafen?

Oft ist das Bedürfnis nach Entspannung gar nicht das natürliche Schwenken in das Gegenteil von Aktivität, sondern die natürliche Reaktion auf einen Alltag in dem wir halb-lebig Automatismen tun, von denen wir das Gefühl haben, ihnen hilflos ausgeliefert zu sein.

Was ist es wirklich, wirklich, wirklich, was uns das Gefühl von „Hilflosigkeit“ vermittelt?

Woran halten wir fest, wenn wir meinen, wir seien nicht frei genug JETZT diesen Moment hier lebendiger zu gestalten?

Zurück zum Thema „Strenge“:

Oft bin ich in meinen Stunden sehr zart und weich. Denn ich fühle regelrecht wie es einen Gegenpol braucht zur der Struktur, die von Außen organisiert wird und sich in unserem Inneren wiederspiegelt in der Idee, wir müssten es irgendwie „anders“ machen, besser, klarer, fokussierter, entspannter, lockerer, mutiger,…

Das Problem: Anstatt es WIRKLICH anders zu machen (in einem neuen Augenblick), verschwenden wir alle Energie, die uns JETZT zur Verfügung steht, damit, uns selbst zu verurteilen.

Und manchmal auch noch ein zweites Mal: Wir verurteilen uns auch noch dafür, dass wir uns schon wieder verurteilt haben.

Wo sollten wir wirklich streng mit uns sein?

Oft setzen wir mit unserer Weichheit und unserer Strenge genau an den verkehrten Enden an. Wir sind da streng, wo es Sanftheit bedarf und da nachgiebig, wo wie Klarheit und eine gewisse Strenge brauchen.

Oft hacken wir da, wo wir (oder jemand anderes) vermeintlich einen Fehler gemacht hat, ordentlich auf uns, dem anderen oder der gesamten Situation herum, anstatt ehrlich anzuerkennen, dass das, was passiert ist, aus vielen verschiedenen, vielschichtigen Gründen passiert ist:

  • Ich und mein Gegenüber hatten zu genau diesem Zeitpunkt genau die Energie zur Verfügung, die zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stand
  • Ich und mein Gegenüber hatten zu genau diesem Zeitpunkt genau die Persepktive, die wir in diesem Augenblick hatten
  • Ich und mein Gegenüber hatten in diesem Moment genau den Handlungsspielraum, den wir damals wirklich hatten – und nicht den, den wir uns heute ausmalen können

Wir können uns im Nachhinein zwar ausmalen, wie es gewesen wäre, wenn wir damals dieses oder jenes nicht im Kopf gehabt hätten und stattdessen den Blick mehr auf was weiß ich was gelenkt hätten…

Aber die Wahrheit ist: Wir haben so gehandelt, weil zu diesem Zeitpunkt genau dieses Muster, genau diese Unsicherheit oder was auch immer aktiv war und wir haben in diesem Moment das gegeben, was wir geben konnten.

Alles andere ist Illusion!

Sei hier streng! Denk nicht weiter und weiter und weiter und erzähl es deiner Freundin und reg dich nochmal darüber auf und noch einmal und vertiefe jene destruktive Sicht mehr und mehr.

Sei streng!

Werde still.

Sei ehrlich.

Es war wie es war. Und es ist jetzt vorbei.

Und das gilt direkt – Sekunden nach – jeder Auseinandersetzung mit dir selbst und mit all denen, denen du nahe stehst.

Fühle das Gefühl, was jetzt auftaucht.

Fühle den Schmerz oder was immer es ist und erlaube dem Kopf nicht die Geschichte irgendeine Geschichte darüber zu erzählen. Der Kopf wird niemals in der Lage sein, wirklich alle Zusammenhänge zu durchschauen, denn letztlich bleibt er bei der Logik stehen, während menschliches Sein so so viel mehr ist als das.

Sei streng!

Atme!

Sei mutig genug, dir selbst in diesem Sturm zu begegnen!

Denn all dein Rennen im Kopf ist am Ende nichts anderes als der Versuch, dieses wilde Leben zu kontrollieren und dich wieder auf Spur zu bringen.

Was aber ist diese „Spur“ wirklich?

Sie ist der alte Pfad. Sie ist die Autobahn der alten Glaubenssätze.

Diese „Normalität“ ist bei jedem und jeder von uns individuell verschieden. Die eine kritisiert sich ständig, die andere glaubt immer, dass sie nicht gesehen wird, die nächste versucht mit allen Mitteln das schöne Bild von sich aufrecht zu erhalten… …und am Ende haben wir alle mehr oder weniger diese oder jene Tendenz.

Wenn wir lebendig sein wollen, müssen wir diese alten Autobahnen (=Automatismen) verlassen.

Dazu müssen wir wach sein! Und ehrlich!

Lebendig zu sein bedeutet, dass wir nicht wissen!

Wir wissen nicht, was das hier gerade bedeutet, aber wir sind wild und mutig genug es voll zu leben, es ganz zu fühlen, körperlich, emotional und energetisch.

Nicht lebendig zu sein heißt, dass wir nur halb anwesend sind. Wir sind im „Überlebensmodus“, versuchen nicht unter zu gehen, versuchen den Anforderungen (unseren, eigenen Anforderungen, die irgendwann vor langer Zeit mal an uns gestellt wurden und nun zu unseren eigenen geworden sind) zu genügen. Wir haben total vergessen, die Fragen des Lebens SELSBT zu beantworten.

Als Kinder, als wir noch in unserer Kraft standen, da wussten wir um die Lebendigkeit. Wir wussten, dass die Antworten der Erwachsenen natürlich veraltet sind und für uns nur noch bedingt gelten. Wir ehrten das Wissen der „Alten“ auf so selbstverständliche Weise, dass es keiner Rituale bedurfte. Es war ja ganz natürlich unsere Basis, auf der nun unser Leben aufbaute und auf der sich ganz natürlich, durch unsere lebendigen Erfahrungen, alles bereits Gewusste (durch unser Sein) weiterentwickelte…

Je älter wir wurden, desto mehr begannen wir an dieser inneren Klarheit zu zweifeln. Bis diese Stimme kaum mehr zu hören war…

Den Preis den wir zahlen, wenn wir wilde Lebendigkeit versuchen in starre Gerüste zu packen, ist das Stocken der Lebensenergie. Dies fühlt sich frustriert an, müde, genervt, unlebendig.

Wenn wir diese Energie jedoch wieder in Fließen bringen, können wir auch im „Alter“ noch frisch sein, ganz einfach, weil dieser Moment hier frisch ist!!!

Wir können JETZT eine lebendige Erfahrung machen! Ganz unabhängig von dem, was eben passiert ist!!!

Um die Lebendigkeit in dir wieder ins Fließen zu bringen, fange an dich (deinen Körper) zu bewegen. Am besten unkontrolliert. Verlasse alle Formen des bekannten und tanze wild! Schneide Grimassen! Zapple rum!

Um ein autentisches Körpererleben von Wachheit zu bekommen, kann dich natürlich auch Yoga unterstützen. Du lernst dich innerlich aufzurichten und in deine eigene Aufrichtigkeit hineinzuwachsen. Und du lernst wirklich abzugeben, loszulassen, dich hinzugeben – nicht nur theoretisch im Kopf.

Anstatt dich oder andere zu verurteilen, beginne anzuerkennen was IST!

Anerkennen ist wertfrei!

Es ist einfach der Versuch klar zu schauen.

Im klaren Schauen, darf alles sein!!!

(P.S.: Auch das, was wir nicht so gerne sehen wollten)

Wenn wir damit entspannen, passiert Weichheit.

Hier ist Weichheit sehr heilsam.

Wenn wir nun aber einen Augenblick haben, in dem die Bewusstheit so Hälfte-Hälfte ist, zwischen dem altbekannten Muster und der Möglichkeit WACH zu bleiben,…

DANN sollten wir streng mit uns sein!

Es bedarf Wachheit und einer klaren Ausrichtung, um JETZT nicht in das alte Muster hineinzufallen, dass ich mir selbst nur dann genügen kann, wenn ich zuerst all den scheinbaren Anforderungen genüge.

Was heißt „wach bleiben“?

Wach bleiben ist keine Starre, es ist kein Programm auf das ich zurückgreifen kann. Es ist vielmehr die Bereitschaft, in diesem Augenblick mit diesen stürmischen Wellen hier „still“ zu sein und klar zu unterscheiden, welche Welle ich wirklich, wirklich reiten will!

Ist das hier gerade „meins“ oder folge ich nur der Tradition?

Was macht mich glücklich?

Wofür schlägt mein Herz?

Dieser neue Kontakt mit mir darf wachsen!!! Er muss nicht schon ausgereift sein. Wie sollte er auch?

Wir stehen evolutionär betrachtet (als Menschheit) gerade an einem Wendepunkt in dem theoretisch alle Lebenskonzepte geduldet sind und ständig neue erfunden werden.

Theoretisch ist es kein Problem „schwul“ zu sein, keine Kinder zu bekommen, sich scheiden zu lassen, keine Konfession zu haben oder was auch immer. Überall – d.h. in jeder verkörperten Seele – wird lebendig „erforscht“ wie sich Beziehung gestalten kann, wie Erziehung aussehen kann, wie Arbeit aussehen kann,… …wenn sie WAHRhaftig ist. Wir alle sind mitten drin in diesem „Forschungsprojekt“ und lernen in jedem Augenblick unserer scheinbare Fehler.

Während jedoch gleichzeitig all die alten, konditionierten Glaubenssätze und Traumen in unserem gesamten Nervensystem, Körpergedächtnis und Unterbewusstsein voll aktiv laufen.

Das ist eine ziemlich explosive Mischung.

Hier dürfen wir also definitiv weich mit uns sein

…und müssen defintitiv streng sein, wenn wir wirklich etwas neues, lebendiges erleben wollen!

Die Frage ist nun: Wann passt was?

Am Ende findest du in deiner eigenen Innenschau, in deinem gelebten Alltag, selbst die Augenblicke, in denen Sanftheit gut tut und in denen Sanftheit nur dazu dient weiter zu schlafen!

Wenn du ganz, ganz ehrlich mit dir bist, dann kannst du es glasklar sehen!

Vergiß die Geschichte dazu!

Bleibe still!

Das ist der Fokus <3

Von Herzen,

Verena

P.S.: Wer Lust auf eine Einzelarbeit mit mir hat findet mich (Verena Kamphausen) persönlich in Kirchheim unter Teck und ansonsten per Telefon oder Skype.



Wurzelarbeit die Zweite

Vor ein paar Wochen war ich nach ca. vierzehn Jahren zum ersten Mal wieder an dem Ort, an dem ich vor über 20 Jahren meine erste Yogalehrerausbildung besucht habe, zwei Jahre später meinen Ex-Mann kennenlernte und ein Jahr lang arbeitete.

Zwei Wochen später besuchte ich zusammen mit meinen Kindern ein Yoga-Retreat an der Nordsee (Haus am Watt) und wurde von einem indisch stämmigen Yogalehrer (Herzensdank an Ashwani Bhanot) in meiner Wurzeltradition (Sivananda Yoga) unterrichtet.

Es war so eine wunderschöne Erfahrung für eine ganze Woche, zwei Mal am Tag, für zwei Stunden ganz und gar Schülerin zu sein und die stille, authentische Präsenz eines Lehrers zu genießen, der ganz fein und subtil unterrichtet, „meine“ Mantren zu hören und mich er-Innern zu lassen.

Was für ein Geschenk.

Dies ist also der zweite Blog-Artikel zum Thema: Wurzeln.

Was sind unsere Wurzeln?

Die tiefste Wurzel ist unsere tiefe Verbindung mit unserem innersten Wesen. Darüber habe ich vor allem im ersten Artikel geschrieben. Wenn dieses Wesen beginnt Form anzunehmen, – was das Wesen des Mensch-Seins ist (Körperlichkeit, Aktivität, Sensitivität, Denken, Fühlen, Energie-Erleben,…) -, dann ergeben sich aus diesem endlosen Werden auch noch andere Wurzeln:

Unsere Ahnenlinie.

Nichts, was wir aktuell tun, denken oder spüren, ist unabhängig von alle dem, was vor uns war. Das Haus, in dem wir wohnen, die Straße, auf der wir fahren, das Buch, was wir lesen, die Vorstellungen, die wir haben, selbst die Verbindungen, die wir aktuell im WorldWideWeb knüpfen, hängen an unzähligen Handlungen und Forschungen derer, die vor uns waren.

Mein Körper wäre nicht, ohne dass meine Mutter sich eingelassen hätte, auf das unüberschaubare Wagnis, Mutter zu werden. Ebenso die Mutter vor meiner Mutter und die Mutter vor meiner Mutter und…

Sie alle waren mutig genug, dieses Leben zu leben. Sie alle wurden ent-täuscht, überrascht, herausgefordert, haben aufgegeben, haben gekämpft, sind gereift, haben erkannt, haben geliebt, sind geliebt worden, sind übersehen worden, sind unerkannt geblieben,…

Und du bist hier, um diesen Weg weiter zu gehen.

DEINEN Weg.

Du bist hier, um deine Erfahrungen zu machen. Deine Schleier zu lüften. Dich des-illusionieren zu lassen, weich zu werden, stark zu werden, dich zu zeigen.

Mit alle dem, was durch dich Form annimmt.

In allem, was jetzt durch dich Form annimmt, schwingt das Erbe von unzähligen – und dennoch ist dieser Augenblick, diese Verkörperung hier, neu. Das jetzt ist einmalig, lebendig und unbeschreiblich. Es ist seinem Wesen nach VOLL. Egal wie eckig es sich zeigt.

Es gibt kein Ankommen in dieser unendlichen Lebendigkeit. Aber es gibt ein lustvolles Genießen. Selbst von Müdigkeit.

Ich bin unendlich dankbar über all die Nahrung, die ich durch meine Familie erfahren durfte. Diese ist an Wert nicht zu messen. Es ist so viel mehr, als unser Verstand jemals begreifen könnte. Selbst in den Augenblicken, in denen wir schlicht „vorbereitet“ werden, über uns selbst hinauszuwachsen.

Ich bin unendlich dankbar über all das, was sich immer spontan und ungeplant zeigt.

Als ich vor ein paar Wochen im Westerwald in diesem wunderschönen Wald spazieren ging – meine dort geplante Fortbildung fand leider zu einem anderen Zeitpunkt statt, als ich mich angemeldet hatte und damit änderte sich in null Komma nichts meine gesamte Vorstellung, Planung und die Organisation meiner Kindern – da wurde mir wie aus dem NICHTS plötzlich lebendig bewusst, dass ich TEIL dieses Waldes bin, dass der Wind nicht nur mein Haar durchweht, sondern auch meinen Geist und meine Seele. Der Waldboden gab nicht nur den Bäumen halt, sondern tatsächlich auch mir. Das unterschiedliche Grün der unterschiedlichsten Bäume und Pflanzen nährte mich und pulsierte mit meinem Herzschlag, so dass alles in mir zu vibrieren begann. Was für ein Segen.

Ich traf eine andere Yogalehrerin, die schon einige Jahre lang das weiter gab, weswegen ich zur Fortbildung gekommen war und sie nahm sich Zeit, sich mit mir auszutauschen. In den Tagen, in den ich nun „zu früh“ dort war, unterrichtete ich schließlich selbst, anstatt mich fortzubilden. Ich unterrichtete in meiner Wurzeltradition, in dem Haus, in dem ich selbst einst ausgebildet wurde.

Obwohl der Sivananda-Yoga im Herzen und als ganzheitliches Gerüst definitiv MEINE Tradition ist, so hat sich mein Hatha Yoga Unterricht mit der Zeit doch individualisiert – durch meine eigenen Erforschungen und Erfahrungen.

Es gab eine Zeit, da musste ich mich wie ein reifender Teenager distanzieren von der Form und Umsetzung dessen, was ich einst gelernt hatte. Ich musste das finden, was „ich“ zu geben hatte.

Aber jetzt kann ich mich dehmütig einreihen in eine lange, lange Tradition so vieler wunderbarer Lehrer, die oft auch „nur“ wie ganz „normale“ Menschen aussehen.

Ich bin froh, Teil dieses lebendig schwingenden Ganzen zu sein, in dem jedes Tier, jede Pflanze, jede Seele, jede Verkörperung, mit all ihren Ängsten, ihren Hemmungen, ihrer ganzen Kraft und ihrem Mut, ihren ganz eigenen Platz in dieser unendlichen Bewegung einnimmt.

P.S.: Am Freitag, den 20.09. gibt es im Yogaloft (Kirchheim/Teck) einen 2-stündigen Yoga-Workshop zum Thema Wurzelarbeit mit mir.

Anmeldung unter: verena@yogalini.de


Wurzelarbeit

Was ist dein Boden?

Worauf stehst du?

Was hält dich stabil?

Was wackelt?

Wo wackelt es?

Traust du dich hinzuspüren?

Wie viel Zeit und Raum bist du wirklich, wirklich, wirklich bereit, dir für deine eigene Tiefe zu nehmen?

Kein Buch, keine Inspiration, kein Workshop der Welt kann dir das geben, was du in deiner Tiefe ganz natürlich findest.

Bist du bereit dort hinzuschauen?

Immer und immer wieder?

Denn das ist der eigentliche Job – DEIN Job!

Es ist nicht damit getan, einmal dein Wesenskern zu „erkennen“ und dann zu glauben, du könntest das, was du bist irgendwie WISSEN oder gar in Besitz nehmen und so nach Belieben „einsetzen“, so als seist du nun für alles „gewappnet“.

Das Leben ist WILD!

Und es ist TIEF.

Auf dem Grund ist es still.

Und an der Oberfläche wild und sehr bewegt.

Beides zugleich.

Und du BIST diese unglaubliche Lebendigkeit.

DAS ist nichts, was man wissen kann. Und jedes Wissen darüber ist so viel Wert wie jede andere Erkenntnis, die sich im Laufe des Lebens ganz natürlich wandelt, sich oftmals als Illusion wieder verabschieden muss, vergessen wird, gar nicht zur Verfügung steht oder zwar gewusst wird, aber eben nicht auf Knopfdruck gefühlt.

Es geht also darum, immer wieder und wieder und wieder NEU „still“ zu werden und zu lauschen:

Was ist wirklich, wirklich, wirklich wahr?

Dieses Lauschen ist KEIN Suchen im Verstand. Es ist ein Lauschen!

Es ist ein Lauschen mit einem offenen Geist und einem offenen Herz, bereit ALLES zu hören – was immer es auch sein mag. Unendlicher Raum.

DAS ist dein Boden.

Bodenlos.

Und dennoch das einzige was wirklich, wirklich, wirklich trägt!

Es lohnt sich absolut diesesn Boden zu erforschen!!!

„Innerlich“.

IN diesem Moment.

Jetzt.

Hier.

Dieser Boden, – diese reine Lebendigkeit -, verkörpert sich in jedem Augenblick. Er nimmt Form an. Form an in Form von Bewegung: „Energie“. In Form einer gewissen Atmosphäre, einer Stimmung, fein oder eher grob, hitzig, kalt oder eher gemäßigt.

Diese Formen sind alles, was wir sind, sehen, hören, fühlen.

Es sind unsere Gedanken, unser Gespür für diesen Augenblick:

Fühlst du dich ruhig? Geerdet? Berührt? Abgeschnitten? Suchend? Bewegt? Aufgewühlt? Angespannt? Zusammengezogen? Zart? Verletzlich? Kraftvoll? Steif?

Alles, die selbe Lebendigkeit.

In allem derselbe Boden.

 

Körperlich gesehen haben wir auch einen Boden: Unseren Beckenboden. Er trägt förmlich unseren gesamten Oberkörper. Und tatsächlich können wir spüren wie er nachlässt, wenn wir uns zum Beispiel wie ein kleines Kind „ertappt“ fühlen und uns für (lassen wir es Mini-Sekunden sein) buchtsäblich in die Hosen machen. Die Beine werden zittrig, wir stehen für einige Augenblicke nicht stabil: Hab ich etwas falsch gemacht?

Um diese Frage, die tief in uns sitzt, überhaupt auszuhalten, müssen wir schon eine gewisse Portion an Vertrauen, Mut und Wurzelkraft ent-deckt haben. Ansonten würden wir uns diese Frage gar nicht stellen. Nicht mal für einen flüchtigen Augenblick. Wir bekommen das Zittern gar nicht mit. Der Fokus liegt einzig auf dem Festhalten an unserer Rüstung: Unsere Glaubenssätze. Es fühlt sich nämlich sehr viel sicherer an, wenn wir zu jedem Zeitpunkt GANZ GENAU WISSEN, was richtig und was falsch ist. Und genau diese Sicherheit gaukeln uns unsere gelernten Konditionierungen vor. Wir haben gelernt, wie man sich zu verhalten hat und auch wie man sich zu fühlen hat. Wir haben gelernt, unsere eigenen Impulse zu vernachlässigen und stattdessen dem zu folgen, was uns unsere Eltern, unsere Lehrer und vor allem unsere Angst (wir nennen es auch gerne den gesunden Menschenverstand) beigebracht haben, um möglichst „erfolgreich“ (gerne auch im gemäßigten Sinne) zu sein und so ein möglichst sicheres und glückliches Leben führen zu können.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte mit dem Fischer und dem Geschäftsmann, der dem Fischer vorschlägt, wie er ein gutes Geschäft machen könnte, um dann später gemütlich in der Sonne liegen zu können…

Wir kennen die Geschichte.

Aber es ist ja nur eine Geschichte. Wir bejahen sie und sie erinnert uns tatsächlich. Vielleicht lassen wir für einen Augenblick los. Den kleinen Finger unserer Faust. Denn wir müssen schließlich unsere Miete trotzdem zahlen und wir haben Kinder zu versorgen und außerdem kaum Raum für solche Fragen. Jedenfalls nicht jetzt. Und schließlich gehe ich ja schon zum Yoga und versuche jeden Tag ein bisschen zu meditieren…

Es geht natürlich nicht darum, in der Sonne zu liegen. Arbeit kann wunderschön und sehr erfüllend sein – insbesondere dann, wenn es die Arbeit ist, die deinem Talent entspricht. Und Yoga machen ist in der Tat eine wundervolle und sehr nährende Sache, ebenso wie sich Zeit zu nehmen, einfach mal nichts zu tun und sich den Wind durch die Haare streichen zu lassen. Und natürlich hat jeder, jeder, jeder und jede von uns Momente der Verzweiflung, der Verwirrung und tausend Fragen ohne Antworten.

Auch das: Alles – jeder dieser Ausdrücke – dieselbe Lebendigkeit.

Und unterdrunter: Immer, immer, immer derselbe Boden.

 

Diesen Boden immer mal wieder zu ent-decken ist ein Glück!

 

Wie können wir ihn entdecken?

Da gibt es so viele Möglichkeiten wie Momente in einem Menschenleben und so viele Arten und Weisen wie Menschen auf dieser Welt.

Eine davon ist das Lauschen.

Das Lauschen und Hineinsinken in diesen Moment.

Immer wieder und wieder und wieder.

Eine andere ist das körperliche Erforschen. Wie fühlt sich mein Körper an? Wie spricht er zu mir?

Nimm dir Zeit die Sprache des Körpers zu erforschen. Hab keine Eile und keine Hektik. Am Ende ist jede Erfahrung dasselbe SELBST. Jede ist gleich wertig. Gleich volle Lebendigkeit.

So viel für heute.

Bald gibt es einen weiteren BLOG-Artikel mit dem Titel: „Wurzelarbeit die Zweite“, da geht es dann um vergangene Erfahrungen (Wunden, Traumen und Schätze) und um die Wurzel der alten Traditionen (Yoga, Meditation,…), die wir ja immer im JETZT neu lernen.

Freu mich schon drauf!

Bis bald,

Verena <3

 

 

 

 

 

 

 

 

Folge deiner Wunde…

…und finde dein Leuchten!

Ich sitze gerade an den Vorbereitungen zu meinem 4-Tages-Retreat im Juni und bin dabei u.a. auf einen ganz wunderbaren Podcast von Ilan Stephani mit dem gleichnahmigen Titel (Folge deiner Wunde) gestoßen, den ich dir sehr gerne unter den Blog-Artikel verlinke.

Wunden, sind in der Regel Erfahrungen, die wir als derart schmerzhaft empfinden, dass wir uns nicht zutrauen, sie in ihrer ganzen Tiefe und Tragweite anzuschauen. Würden wir uns das nämlich getrauen, wären sie lediglich eine sehr (vielleicht sehr, sehr, sehr) schmerzhafte Erfahrung, die jedoch mit dem vollständigen lebendigen Erleben sozusagen „rund“ werden würde. Gemäß der Lebendigkeit würde sich auch diese (schmerzhafte) Erfahrung von Moment zu Moment weiter und weiter und weiter ent-wickeln. Das heißt, es würde nichts zurückbleiben. Es wäre Ganzheit. Vorher. In diesem Moment. Und nach diesem Augenblick. Ganzheit, die sich in diesem Moment so ausdrückt und in einem anderen Augenblick so.

Nun ist es so, dass wir als Menschen dieses Ganzheit in der Regel als etwas sehr persönliches erleben – und damit nicht mehr als Ganzheit 😉

Wir haben unser Leben unzählbar eingeteilt in dieses und jenes und vor allem in „richtig“ und „falsch“. Alles, was wir als „falsch“ verstehen, ist etwas, dass wir loswerden wollen. Daher können wir uns diesem auch nicht wirklich annähern (außer eventuell theoretisch), geschweige denn erfahrungsrelevant damit verschmelzen.

Nun ist es jedoch so, dass auch das künstliche Abtrennen von diesem Teil der Lebendigkeit eine enorme Kraftanstrengung bedeutet. Dies ist uns jedoch insofern nicht bewusst, als dass es uns augenscheinlich hilft, unser Leben gut zu organisieren und vermeintlich unter Kontrolle zu bekommen. Und genau das ist es, was wir als Minimum für uns wollen: Gut durchs Leben kommen!

Der Kontakt mit unserer Wunde (bzw. unseren Wunden, die möglicherweise alle am Ende in einer ganz bestimmten „Urwunde“ münden) schleudert uns im ersten Augenblick jedoch erst einmal aus diesem Funktionieren heraus. Wir müssen die Haltegriffe zwangsläufig loslassen und uns hineinbegeben in etwas, das uns einerseits sehr nah ist, das uns andererseits jedoch höllische Angst bereitet. Dieser andere abgetrennte Teil von uns enthält nämlich einerseits die fehlende Energie in sich, nach der wir so lange so verzweifelt im außen gesucht haben und andererseits erscheint dieser Teil jedoch als genau DAS, was wir auf gar, gar keinen Fall als zu uns zugehörig verstehen wollen.

Ich plädiere keineswegs dafür, sich auf die Suche nach irgendeiner Wunde zu begeben, wenn du das Gefühl hast, alles scheint am richtigen Ort zu sein und du fließt frei und neugierig mit dem Strom des Lebens. Aber wenn dem wirklich so wäre, würdest du vermutlich auch nicht einen solchen Artikel hier lesen.

Weiterhin geht es hier auch nicht um irgendeine Einteilung von Geschichten, die „groß“ genug sind, um „Wunde“ genannt zu werden oder eher klein genug, um getrost überschaut werden zu können. Vielmehr geht es darum, dass deine wunden Punkte, dich tagtäglich deine Leben organisieren lassen. Sie machen, dass du dich hier schützt und dort nicht hin schaust, dass du dort suchst und das versuchst zu vermeiden,…

…wäre es da nicht sinnvoll, allen Mut zusammen zu nehmen und sich ganz in DEINEM Tempo und ganz und gar auf DEINE ureigene Weise von deinen Wunden führen zu lassen?

Ich glaube, dass das Leben sich so oder so immer und ganz natürlich als eine „Heilungsreise“ gestaltet und das jede Wunde im Grunde eine Einladung ist, Lebendigkeit in seiner Ganzheit lebendig zu schauen. Nicht nur mit dem Kopf und nicht ausschließlich mit dem Körper und auch nicht ausschließlich durch das Fühlen, sondern in jedem dieser Bereiche. Deshalb erscheint menschliches Leben zeitlich. So erscheint es zuerst als dieses, dann als jenes. Und gerade durch diesen Wechsel bekommen wir einen spürbaren Geschmack von Lebendigkeit. Wir erleben gerade im Unterschied, im Hin- und Her zwischen diesem und jenem Erleben, was Liebe ist und was sie nicht ist. Bis dahin ist auch der Begriff von „Lebendigkeit“ nicht mehr als nur eine esoterisch Vorstellung.

Auf welche Weise du dich also von deiner Wunde führen lässt, ist äußerst individuell, so wie deine Wunde individuell ist.

Solange du jedoch im Lichtkegel deiner Bewusstheit suchst, drehst du dich im Kreis des bereits bekannten. Hier kann nur das erscheinen, was du bereits zu kennen glaubst.

Wenn du Zugang bekommen möchtest zu den Aspekten, die du so so sehr ablehnst, dass du deinen Blick bisher äußerst geschickt immer in die anderen Richtungen gelenkt hast, dann musst du dort hin schauen, wo du bisher nicht hingeschaut hast. Dort, wo du nicht weißt. Dort, wo du den Weg nicht kennst. Dort, wo nicht klar ist, was richtig ist und was nicht richtig ist. Dort, wo du bereits bist, „Fehler“ zu machen, durch diese zu lernen, jedoch ohne diesen Aspekt von Lebendigkeit einzuteilen in „fehlerhaft“ und ohne ihn von dir abzuspalten…

In welchen Aspekt von Lebendigkeit würdest du dich hineinbewegen – auch im Alltag, in deiner Sprache, in deinen Handlungen, in deinem ganzen Sein – wenn diese gigantische Wildheit in dir und um dich herum tatsächlich SEIN dürfte? Wenn du kämpfen dürftest, wenn dir danach ist? Wenn du NEIN sagen würdest, wenn du nein meinst. Wenn du ganz offen und ohne Schutz- und Anstandsschild zeigen würdest, was du fühlst? Wenn du tatsächlich da hingehen würdest, wozu du dich hingezogen fühlst? Wenn du tatsächlich tun würdest, was du am liebsten tun würdest? Und damit aufhören würdest, Dinge zu tun, die du so gar nicht tun willst?

Was würde passieren, wenn du sehen würdest, dass sich ein anderer Mensch (in seinem Tempo) traut, genaus das (in seinem Tempo) zu leben?

Ein sehr, sehr interessantes Untersuchungsfeld wie ich finde 🙂

Wer ein bisschen gemeinsam mit mir forschen möchte, hat u.a. im Juni-Retreat (Stiersbach, 74420 Oberrot) vom 20.-23. Juni 2019 eine wunderbare Gelegenheit dazu! Mehr Infos findest du unter:

http://www.teck-yoga.de/yoga_STILLE_RETREAT.html

Link zum Podcast von Ilan: https://www.youtube.com/watch?v=6vz2yJgReok

Von Herzen,

Verena

Vom Umgang mit physischen und emotionalen Schmerzen

Wenn wir (körperliche oder emotionale) Schmerzen fühlen, gehen wir in der Regel davon aus, dass wir irgendetwas „falsch“ gemacht haben – denn sonst würden wir uns ja „gut“ fühlen.

Was wäre, wenn der Schmerz tatsächlich eine „Tür“ für uns ist?

Eine „Tür“, die uns in eine „Dimension“ von uns selbst hineinführt: Raus aus der Ebene des Verstandes, hinein in die Ebene des Spürens.

Im Fühlen des Schmerzes gibt es keinen „Fehler“, auf den uns der Schmerz hinweist, so dass wir es in Zukunft „besser“ machen können oder sollen. Im Fühlen des Schmerzes ist einfach nur DAS, was gerade ist. Und dafür ist nicht einmal ein Wort nötig. Keine Geschichte von „ich habe dies und jenes gemacht (oder nicht gemacht) und deswegen habe ich jetzt diesen Schmerz“, sondern einfach nur DAS HIER – sogar die Idee von „Schmerz“ löst sich auf gewisse Weise auf, wenn wir uns einlassen auf DAS HIER.

Kannst du hören, dass das eine ganz andere Qualität ist?

Eine Qualität, die immer schon auch IN uns wohnt?

Hast du Lust, diese Qualität in dir zu ent-decken?

Dann höre auf, den (emotionalen und physischen) Schmerz als deinen Feind zu betrachten. Höre auf, dir selbst eine Geschichte über den Schmerz zu erzählen und lass dich statt dessen von ihm führen – hinein in die Lebendigkeit DIESES Augenblicks, die natürlich AUCH im Schmerz liegt. Und da der Schmerz ganz natürlich all deine Aufmerksamkeit anzieht, ist er ein perfekter „Wegweiser“ hinein ins JETZT.

Hast du schon Erfahrungen gemacht mit den kleinen „Knubbeln“, die sich manchmal im Bereich des Schultergürtels bilden? In der Regel fühlen wir sie gar nicht. Wir haben gelernt mit ihnen zu leben. Aber wenn wir jetzt auf einmal eine wohltuende Massage bekommen oder aber ein paar ungewohnte Körperübungen machen, dann spüren wir unseren Körper plötzlich am nächsten Tag auf eine ganz neue – und manchmal schmerzhafte – Weise.

Warum?

Haben wir uns nicht eigentlich etwas „Gutes“ getan?

Sollten wir also lieber in den alten Mustern bleiben? So viel Sport, Yoga, gesunde Ernährung, Massagen und Sauna können wir ja gar nicht machen, dass sich alles einfach nur kraftvoll und entspannt im Gleichgewicht anfühlt – oder?

Stimmt! Und zusätzlich besteht gerade das menschliche Dasein aus dem Spiel der Dualität (wie uns schon der Atem anzeigt). Das heißt, es gibt dieses überirdische Ziel überhaupt gar nicht!!! Wir SOLLEN menschlich sein. Und zum menschlich-Sein gehört Bewegung! Die Bewegung zwischen angenehm und unangenehm… In der Regel ist es sogar so, dass wir einen „gesunden“ Körper erst dann bewusst wahrnehmen und zu schätzen wissen, wenn wir kurz zuvor mit seiner Zerbrechlichkeit konfrontiert wurden!

Wir dürfen also durchaus die Zerbrechlichkeit des Körpers spüren. Ebenso emotionale Schmerzen. Im Spüren dessen kommen wir nämlich erst zu unserer GANZHEIT!

Weiterhin ist es ganz normal, dass wenn wir anfangen, alte Muster zu verändern (seien das nun Gewohnheiten der Ernährung, Gewohnheiten des Denkens, Gewohnheiten der Bewegung oder nicht-Bewegung), sich alles neu ordnen muss. In diesem Prozess der Neuordnung gibt es eine natürliche Phase des „Durcheinanders“. So als würdest du einen vollgestopften Dachboden oder Keller ausräumen. Wenn du damit anfängst, vergrößert sich das Chaos in der Regel zuerst scheinbar und es dauert eine ganze Weile bis alles, was du behalten möchtest einen neuen Platz gefunden hat und alles, was du loswerden willst, dort angekommen ist, wo du es auch wirklich abgeben kannst (an Freunde und Verwandte, in die Kleiderkiste, Geschenkeläden, Flohmarkt, Sondermüll,…)

Verstehst du?

Erlaubst du dir die Phase des Neu-Sortierens?

Oder muss deiner Meinung nach alles viel schneller gehen?

Wohin willst du denn ankommen?

Musst du dahin wirklich rennen? Oder ist das nicht vielleicht das alte Muster?

Ist diese neue Richtung insgesamt zwar gut, aber dieses eine Mal war es nun wirklich „falsch“ und viel zu viel – deshalb auch diesmal dieser Schmerz!

Stimmt das wirklich?

Ist dieser Schmerz hier also wirklich, wirklich FALSCH???

Welcher Schmerz schadet, dir wirklich?

Welche Stimmer sagt dir ganz klar, was wahr ist?

Ist das nicht eine lohnenswerte Reise, die du da gerade beschreitest?

Von Herzen

Verena

Was bleibt absolut „heil“, wenn…

…unser „Ich-Gedanke“ (unsere Egostruktur) sich tief verletzt fühlt,

angegriffen,

unsicher,

missverstanden,

überfordert,

gestresst,

wutentbrand,

hilflos,

… ?

Das, was in all diesen Situationen, in all diesen lebendigen Formen, völlig heil und rein bleibt, ist nicht nur eine Idee oder ein Konzept, an dem wir uns festhalten können. Es ist etwas, dass wir alle in uns selbst lebendig ent-decken können.

Vermutlich kennt ihr es bereits!

Es war schon da, als ihr ein kleiner Säugling wart. Damals hatte ihr noch keinen Abschluss, keinen Beruf, nichts geleistet, keinen Besitz, um den ihr hättet kämpfen oder streiten können. Ihr hattet noch nicht einmal Worte oder irgendein gedankliches Verstehen. Ihr wart einfach da. Unschuldig. Dieser Körper war da und bestimmte „Eigenheiten“ und Leben entfaltete sich…

In jenen Momenten war dieses „Heilsein“ (dein „Strahlen“) bereits absolut vollkommen  –  denn es ist nichts, was du erst erreichen oder TUN musst. Du musst es nicht mal erkennen! Es ist einfach deine natürliche Natur 🙂

In unserem Alltag, in dem es SCHEINBAR oft darum geht, etwas „gut“ hinzubekommen, gut zu organisieren oder zu verstehen, wird diese „heile“ Qualität oft übersehen.

Das ist kein Problem. Es ist einfach so, weil unser Fokus woanders liegt.

Wenn wir möchten (also wenn wir uns davon angezogen fühlen), können wir unseren Fokus jedoch auch immer mal wieder auf diese Qualität legen.

Tun wir das lediglich gedanklich, haben wir meist das Gefühl, uns fehle etwas. Da ist dann oft so ein (subtiles) Unbefriedigtsein. So als könnten wir da nicht wirklich ankommen. Es scheint immer so, als wäre die Idee der Vollkommenheit zu groß. Gedanklich und theoretisch und auch wenn wir versuchen, UNS zu vergleichen, mit unserer Vorstellung von „reinem Bewusstsein“, bekommen wir das nie wirklich zusammen…

Das, was wir SIND, ist eine Qualität des SEINS, nicht (in erster Linie) des Wissens.

Wenn wir jedoch ganz spielerisch, erforschend unsere eigene Weise ent-decken, wie wir dies lebendig geschehen lassen: Uns dieser Qualität in uns zuzuwenden –  dann passiert meistens etwas wunderschönes:

Das gesamte Nervensystem fängt an zu entspannen!

…wir beginnen uns lebendig zu fühlen. Und verspüren LUST, genau das zu machen, was uns Freude macht.

…wir kommen in Kontakt mit unserer „Seele“.

…Die Bereiche in uns, die bis eben noch ängstlich, verschlossen waren, beginnen sich zu „öffnen“

…und die eine oder andere (Egostruktur-) Wunde (die Idee, dass wir nicht gut genug sein könnten, nicht schnell genug lernen, nicht stark genug sind oder nicht zart genug), beginnt in ihrem eigenen Tempo langsam zu heilen.

Es gibt Orte, Situationen, Worte, Bücher oder Menschen, die uns hier und da erinnern, unseren Blick auf dieses „innere Licht“ fallen zu lassen. Ich für meinen Teil liebe es, diese Orte aufzusuchen, diesen Worten zu lauschen oder mir Zeit und Raum zu nehmen, diese innere Qualität zu genießen!

Yoga ist (für mich) einer dieser „Räume“.

Am Samstag, den 29.09. (Retreat-Samstag in Kirchheim/Teck) werden wir uns gemeinsam auf die Spur nach dieser „heilen Qualität“ in uns machen. Ich möchte euch dazu die Geschichte vom Krieger Arjuna erzählen, der sich unglücklicherweise mitten auf dem Schlachtfeld gegen seine eigene Verwandschaft stellen soll. In diesem Konflikt (Soll ich kämpfen? Soll ich nicht kämpfen? Soll ich wirklich meine Brüder töten? Wofür soll ich kämpfen? Ist Kämpfen etwas schlechtes? Was soll ich tun? Was ist richtig? Gibt es ein „richtig“? Kann ich auch „nichts“ tun? Wer tut hier überhaupt irgendetwas?) wendet er sich an Gott (Krishna) und es ergibt sich ein Zwiegespräch.

Natürlich werden wir nicht die gesamte Bhagavad-Gita lesen, sondern nur einen kleinen Ausschnitt, der euch inspirieren soll. Ich werde diese Zeilen direkt auf unseren Alltag beziehen. Es wird Zeit für Fragen und Austausch geben und natürlich Zeit für stille Meditation und Asanas.

Nach den letzten (vorbereitenden) Retreat-Samstagen, wird es nun zum Jahresende hin intensiver werden, denn der Herbst läd ganz natürlich zur Innenkehr ein:  Was berührt mich wirklich?

Das, was ich mit „Intensivität“ meine, ist jedoch durchaus für alle Körper geeignet und eher eine „innere“ Qualität.  Es gibt genug Flexibilität für alle Bedürfnisse.

Ich würde mich sehr freuen, wenn noch einige von euch dazustoßen und sich – wenn möglich – bis zum 15.09. fest anmelden.

Von Herzen

Verena

Was will das Leben – und was wollen „wir“?

Manchmal kann man ganz deutlich spüren, dass es da einen Unterschied zu geben scheint, zwischen dem, was ich meine zu brauchen oder zu wollen und dem, was das Leben in diesem Moment gerade gestalten möchte.

Manchmal scheint es so, als würde einem das Leben einen Strich durch die Rechnung machen, weil man selbst oder die Kinder unerwartet krank werden, weil wie aus dem Nichts auf einmal irgend ein Brief ins Haus flattert oder eine Nachricht eintrifft, die uns vor Herausforderungen stellt, die bis eben noch undenkbar und nicht mal ansatzweise auf unserem Schirm waren. Oder wir befinden uns in einer Art Zwick-Mühle zwischen zwei Richtungen, die wir einschlagen könnten. Wir sind hin- und hergerissen zwischen eigenen Bedürfnissen und denen eines anderen,…

Oft sind es aber gar nicht diese „äußeren“ zwei Seiten, sondern das bewusste Denken, Streben und Erkennen auf der einen Seite und auf der anderen, die natürliche Bewegung des Lebens, die einfach passiert. Und zwar völlig egal, ob wir damit gerade einverstanden sind oder innerlich rebellieren und alles fürchterlich gemein oder gar lebensbedrohlich schrecklich finden.

Als ich heute morgen aufwachte und der Tag noch im Dunkeln lag, war da wie so oft ein langsames hinübergleiten aus der Energie des Schlafes ins Tagesbewusstsein. Alle möglichen Gedanken und Gefühle schossen auf mich ein und ich konnte sehen, wie ich mit diesen mehr oder weniger mitgehen konnte.

Manchmal lassen wir uns völlig hineinziehen in die eine oder andere Geschichte und manchmal betrachten wir sie eher mit Abstand. Und manchmal ist es uns sogar möglich, wo ganz anders „hinzugehen“:

Eigentlich ist dieses ANDERE jedoch das genaue Gegenteil von „Gehen“, denn ich spreche von der Qualität, die lebendig pulsiert, aber nicht unbedingt Form annehmen muss in irgend einem Gedanken oder einer Emotion. Also noch „bevor“ die Qualität, die wir „Ich“ nennen, sich irgendwo verorten muss, Stellung beziehen muss, Strategien entwickeln muss, um zu bestehen 😉

Ich spreche von dem SEIN selbst, was natürlich auch IN all den Geschichten aktiv ist. Bloß dass wir – wenn wir in der Geschichte, dem Problem, der Frage, etc. – verstrickt sind, eben Dualität erleben. Hier erleben wir Trennung: Gut und Schlecht, Richtig und Falsch, Gesund und Krank, Ja oder Nein,…

„Unten drunter“ aber ist pulsierende Lebendigkeit, die diese Gegensätze nicht kennt und daher immer ganz und vollkommen ist. Hier wird nichts benötigt. Keine Antwort, keine Strategie, kein Ankommen irgendwo.

Und trotzdem passiert das normale Leben. Wir stehen auf, fühlen uns vielleicht matt und erschlagen oder hellwach. Wir gehen auf die Toilette, machen Frühstück, tun, was zu tun ist. Wir hören zu oder nicht, antworten oder sind still. Wir nehmen dieses oder jenes wahr. Leben passiert. Und „lernen“ passiert.

Und dabei können wir uns eben mehr oder weniger im Erleben von Trennung befinden 😉

 

Also ganz ehrlich: Ich liebe auch Gedanken!

Und ich finde sie immer wieder wunderbar interessant, manchmal sogar echt erstaunlich. Und ab und zu eröffnen sie mir tatsächlich einen ganz neuen Blick auf etwas und das erfüllt mich oft auch mit tiefer Dankbarkeit oder einfach mit Freude. Gedanken sind weder gut noch schlecht. Und dennoch gibt es diese Qualität, die uns ganz furchtbar eng macht und uns manchmal mitreist wie ein wilder Strudel… …und wenn uns die Qualität der „Weite“ nicht so vertraut ist und sie daher als „Option“ gar nicht auf den Tisch kommt, müssen wir so lange mit dem Strudel mitgehen, bis er sich von alleine ausgespielt hat.

Wenn wir die Qualität der „Weite“, „Stille“ ein bisschen kennen, dann kommt diese uns oft vor, wie ein Sprung ins Unbekannte. Ich meine, wir lassen all diese altbekannten, sicheren und auch liebgewonnen (wenn auch schmerzhaften) Gedanken und Konzepte los und springen in diese GANZ ANDERE Qualität. Eine Qualität in der sich das „Ich“ nicht halten kann. Hier hat es nichts, was es erzählen könnte. Keine Gründe, keine Wünsche, keine Rechtfertigungen, keine Ziele. Und dennoch bewegt sich das Leben. Es bewegt sich natürlich…

Wenn wir mit dieser Natürlichkeit in Kontakt kommen wollen, müssen wir weich werden. Es erfordert den Mut, verwundbar zu sein und hilflos. Interessanterweise entpuppt sich jene Hilflosigkeit dann als sehr, sehr sanftmütig. Sie fängt uns auf, wenn wir erkennen, dass es keinen Boden gibt, auf dem wir aufgefangen werden könnten <3

 

Liebe schadet der Liebe nicht – oder der Umgang mit „Arsch-Engeln“

Den Ausdruck „Arschengel“ hab ich zum ersten Mal im letzten Sommer während eines Familien-Urlaubs von einer Freundin gehört. Er stammt wohl vom Robert Betz und bezeichnet genau die Menschen, die unsere „Knöpfe“ drücken. Menschen, die uns besonders herausfordern, nerven, verletzten, belügen, betrügen,… was auch immer. Menschen, die etwas in uns auslösen und zwar unsere verletzliche Seite. Und genau darin liegt ihr Fluch – aber auch ihr Segen. Denn durch ihr SEIN, bringen sie uns mit etwas in Kontakt: Mit unserer eigenen Lebendigkeit.

Oft sind sie wie eine Art Schlüssel. Sie öffnen eine Tür, die es uns ermöglicht uns selbst näher zu kommen.

Oder aber:  Zuerst einmal (scheinbar) gegen den anderen (und gleichzeitig aber immer auch GEGEN uns selbst) zu kämpfen.

Soweit ich mich erinnere, schlägt Robert Betz vor, genau nachzuschauen: Welche Wunde berührt dieser Mensch (diese Situation) in mir? Und dann (statt mit dem anderen Menschen ins Gericht zu gehen), sich genau dieser Wunde zu widmen.

Wie können „Wunden“ heilen?

Sie heilen nicht, indem wir erkennen, wie sehr jemand anders vermeintlich daran beteiligt war, dass es diese Wunder überhaupt gibt. Also nicht indem wir den „Schuldigen“ suchen. Auch nicht, indem wir uns selbst die „Schuld“ für etwas geben, das wir getan oder eben nicht getan haben.

Oft ist ein erster „Schritt“ durchaus ein klares Erkennen verschiedener Zusammenhänge und (schmerzhaften) Realitäten. Aber um „Frieden“ zu schließen und neue Kraft, folgt immer ein „warmes“, „wohlwollendes“, „anerkennendes“ JA! dass durchaus „tiefer“ und „feiner“ ist als logische Gedankenformen.

Ein JA! dass nichts will, muss oder sollte. Ein JA! dass nichts bereut, dass nicht alles verstehen muss und dass auch keine Meinung fordert.

Es ist vielmehr eine JA! des unendlichen Raumes, der Weite und der Tiefe. Ein JA! zum Leben selbst.

In einer der „Weihnachtsferien-Yogastunden“ (in Kirchheim/Teck) habe ich über den Umgang mit Feinden gesprochen. Also eigentlich habe ich vorgelesen aus einem Buch, in dem es u.a. um den Umgang mit diesen schwierigen Situationen/Menschen geht, die wir als „feindlich“ empfinden.

Warum empfinden wir manches als feindlich?

Weil es das, was wir als ICH begreifen, anzugreifen scheint: Meine Meinung, meine Bedürfnisse, meine Wünsche, meine Geheimnisse, meine Wunden.

Das alles wollen wir schützen, denn wir meinen, dass dies nötig ist, denn manchmal fehlt es uns an Vertrauen.

Die Zeilen, die ich gelesen habe, schlagen einen anderen Umgang mit diesen Situationen vor und diesen möchte ich gerne mit euch teilen:

Wenn du selbst entdecken möchtest (also lebendig ent-decken – nicht nur theoretisch begreifen), dass du selbst LIEBE BIST (und Liebe kein äußeres Gut, dass du tun/machen könntest), dann gibt es ein ganz einfaches Experiment: Liebe deine Feinde!

„Angesichts deiner Feinde kannst du dir sicher sein, dass alle Liebe, derer du fähig bist, nicht durch äußere Faktoren ausgelöst wird. Du liebst deinen Gegener nicht wegen seiner Freundlichkeit, seiner zugewandten Art oder weil du dir davon einen Gewinn versprichst. Angesichts deiner Feinde erkennst du, dass du Liebe bist – und auch die Quelle deiner Liebe. Das ist der wesentliche Grund, weshalb ich dich auffordere deine Feinde zu lieben. Nicht damit du schwach oder passiv dich ausnutzen lässt, nicht um deinem Gegener den Vorteil zu überlassen, sondern um zu begreifen, dass du Liebe bist. Mit dieser Erkenntnis übernimmst du das Kommando.

Keine äußeren Dinge können dich lehren, wer du wirklich bist. Doch so lange du glaubst, dass sie das könnten, wirst du immer die äußere Welt um Erlaubnis für deine Existenz bitten. Diese Zwangsvorstellung ist dein wahrer Feind.“

Liebe ist die Essenz deines wahren Seins. Sie ist nichts, was du tust oder lässt, gibst oder nicht gibst, empfängst oder nicht empfängst. Sie ist keine Ware oder Substanz, die gewonnen werden kann. Liebe unterliegt nicht den Gesetzen von Fülle und Mangel. Sie ist das, was du BIST.

Aus diesem Grund ist Liebe bedingungslos.

Sie ist bedingungslos, weil sie dein Ursprung ist, dein SEIN, nicht etwas, das bedingunglos getan wird! Jedes Tun ist gewissermaßen bedingt, denn die Existenz hat Bedingungen und Beziehungen daher auch. Wenn Liebe tatsächlich nur aus Tun bestünde, könnte wir dem nicht entgehen.

Die Liebe steht oben. Sie versetzt den Geist in Schwingung und „gebietet“ den Urteilchen. Daraus ist die gesamte Schöpfung entstanden.

Der Geist schwingt entsprechend „unserer“ Liebe. Wie ein See voller Fische: Jeder Fisch versetzt das Wasser auf unterschiedliche Weise in Schwingung. Genauso versetzt deine Liebe den Geist auf einzigartige Weise in Schwingung. Keine Liebe fühlt sich genauso an wie die deiner Mutter. Die Liebe jedes Menschen fühlt sich einzigartig an. So reagiert der Geist und würdigt jedermanns einzigartigen Ausdruck. In jedem Augenblick.

Die „Urteilchen“ sind die „Bausteine“ der komplexen Existenz. Es gibt viele dieser  Teilchen zwischen dir und deinem Gegenüber. Wer setzt sie in Schwingung? Und in welche?

Wenn du mitten in einem Sturm stehst – und dabei ist es egal, ob der Sturm ein Gefühlssturm, eine Streitsituation oder eine Naturgewalt ist – wenn du mitten in einem Sturm stehst, und du glaubst, dich schützen und verteidigen zu müssen, vor diesem gewaltigen „Gegner“, könntest du die Schönheit des Sturms entdecken. Erkenne die Kräfte, die ihn ausmachen. Liebe ihn bis in seinen tiefsten Kern hinein. Finde das, was ihn bedingt, bis du eins mit ihm bist. Je nachdem wie sicher du dir bist, können verschiedenen Dinge geschehen. Der Sturm könnte sich einfach in Luft auflösen oder in einen sanften Regen verwandeln. Vielleicht würde er auch einfach den Kurs ändern. Zumindest würde er dir nicht schaden, denn Liebe schadet der Liebe nicht!

(Wenn du aber vergessen hast, dass du Liebe bist und für einen Moment fälschlicherweise glaubst, du seist geringeres als das, was wird dann passieren? Du wirst das Bedürfnis haben, dich zu schützen. Du wirst dich verteidigen und so handeln, als wäre das wirklich nötig. Und genau das wirst du erfahren: Denn die Liebe ist unendlich und lässt dich JEDE Erfahrung machen. Also auch die von Krieg, Macht und Kontrolle.)

Was fühlt sich besser an? Was wählst du?

Atmen – Bewegung zwischen zwei Extremen

Der Atem steht für die sich ständig in Bewegung befindende Lebendigkeit „in“ uns. Er zeigt uns die beiden Qualitäten an zwischen denen unser Leben sich bewegt und Form annimmt:

Das Geben und das Nehmen.

Aktives Tun und passives Geschehen lassen.

Diese Qualitäten werden im Yoga deutlich, durch aktives Auf- und Ausrichten (wobei uns der Einatem unterstützt) – und durch ein „Sich-Einlassen“ auf die Haltung (wobei uns der Ausatem unterstützt).

Der Ausatem länd uns ein, „weich“ zu werden und da loszulassen wo gerade keine Spannung oder Kontrolle benötigt wird. Auch die Entspannung nach einer aktiven Haltung oder Sequenz ist Teil dieser Qualität.

Wenn wir eine Haltung länger halten und der Atem weiterfließt, bemerken wir wie immer beide Qualitäten zusammenarbeiten, denn oft wird beides benötigt.

Wir bemerken auch wie uns die eine Qualität möglicherweise etwas leichter fällt als die andere – in dieser bestimmten Haltung – oder heute, gerade jetzt.

Haltungen nehmen wir nicht nur im Yoga ein. Wir ver-halten uns im Alltag ständig: Wir nehmen eine bestimmte Haltung ein wenn es turbulent, ungeplant und hektisch zu geht, wenn wir mit etwas Unangenehmen konfrontiert werden, wenn uns etwas berührt, wenn wir uns zu etwas hingezogen fühlen,…

Wir nehmen körperlich eine bestimmte Haltung ein.

Und wir nehmen geistig-emotional eine bestimmte Haltung ein.

So wie der Tag auf die Nacht folgt, folgt der Ausatmen auf das Einatmen. Das bedeutet Leben. Um ausatmen zu können, müssen wir zuvor eingeatmet haben. Und es muss Platz, Leere, Raum da sein, um überhaupt einatmen zu können. Auf gewisse Weise fordert also das Verstärken des Einen auch eine Verstärkung des Anderen. Denn natürlicherweise lassen wir nach einer kraftvollen Yoga-Haltung oder Übungssequenz los. Unser Körper und unser Geist fällt von alleine so weit in Enstpannung, wie es in diesem System „Sinn“ macht. Das ist EIN Grund, warum uns Yoga so gut tut. Aber auch im Alltag wollen wir nach einem arbeitsreichen Tag automatisch abschalten und loslassen. Oder wir werden krank, wenn wir uns zu lange ÜBER-anstrengt haben.

Dabei ist das Eine dann nicht wirklich „besser“ oder „schlechter“ als das Andere – auch wenn die Extreme ab und zu sehr stark hin- und herschwanken. Es sind einfach zwei Qualitäten zwischen denen Leben passiert. Es ist eine natürliche Bewegung INNERHALB der wir lernen – und Lebendigkeit lebendig begreifen (nicht nur mental).

Leben passiert auch zwischen der Qualität der „Enge“ und „Weite“. Manchmal fühlen wir uns steif, unbeweglich und eng. Jeder Gedanke scheint absolut wahr und unbeweglich zu sein. Manchmal sind wir wie gefangen in negativen Ich-Gedanken. Und manchmal fühlen wir uns weit und gelöst, eher „raumhaft“, sehr lebendig und „verbunden“ mit der Bewegung des Lebens selbst.

 

Der Atem berührt aber noch zwei weitere Qualitäten:

Bewusstheit und Unbewusstheit.

Denn er fließt auch ohne dass wir uns seiner bewusst sein müssen. Aber er reagiert auf unsere inneren Bewegungen, d.h. er wird automatisch flacher, feiner, länger oder tiefer oder wir halten ihn sogar an.

Dann können wir den Atem aber auch bewusst anhalten oder verlängern.

Die Arbeit mit dem Atem ist feiner als die körperliche Arbeit. Sie berührt im gewissen Sinne unser BEWUSST-Sein. Also DIE Qualität, in der all diese verschiedenen Formen (Enge und Weite, Kraft und Kraftlosigkeit, Geräusche und Stille,…) auftauchen.

(bewusst-)SEIN ist das, was in allem gleich bleibt!

Wenn wir in der Atem-Arbeit, den Atem anhalten, kann uns das mit einer Art Panik und Todesangst konfrontieren, es kann uns aber auch ganz „still“ und „lauschend“ werden lassen und uns mit unserer Essenz verbinden,…

Das Beobachten und Experimentieren mit dem Atem, lässt uns eine Menge über uns herausfinden 🙂

Hier findest du online ein Video von mir, mit der du spielerisch experimentieren kannst: