Was hast du ganz persönlich (im 1. Halbjahr – und durch Corona) gelernt?

Gestern habe ich in einem Facebook-Post darüber geschrieben, wie es mir erging als meine Tochter letzte Woche Halsweh bekam, ich einen C-Test machen sollte, was sich zuerst zu einer „Torture“ und schließlich zu einer Unmöglichkeit entwickelte und ich schrieb auch darüber, wie es mir selbst erging, als mich dann schließlich auch diese Sommergrippe erwischte und ich alles stehen und liegen lassen musste, weil ich total kraftlos mit Kopfschmerzen, Triefnase, Gliederschmerzen und einem Reizhusten da nieder lag – viel länger als geplant. Ich beschrieb, dass ich schon lange nicht mehr so urlaubsreif war wie aktuell, obwohl ich ja wirklich meine Berufung lebe und meine Arbeit LIEBE!

…und dennoch war es ein erneutes Loslassen.

Zu Beginn (als ich noch fit war):

Wollen wir jetzt wirklich diesen Test machen (3-4 Stunden Wartezeit im Auto, (für uns: ohne Auto) irgendwie in die Nachbarstadt kommen), damit alles möglichst schnell wieder so läuft wie geplant? Oder können wir die Auszeit nutzen und mein Tochter-Kind geht eben nicht wieder ins Turnen und nicht zum Sommerfest..? Aber ist das überhaupt meine oder doch mehr IHRE ganz eigene Entscheidung?

Wie schön, dass sie in so vielem schon ihre eigenen, weisen Entscheidungen treffen kann.

Nun zu mir: Es tat – wie immer – ein bisschen weh, volle Yoga Kurse abzusagen und Herzensprojekte liegen zu lassen, während unliebsamere To-Do´s wie Steuer und Haushaltsdinge, die ich vor dem Urlaub, in zwei Wochen, noch erledigt haben wollte, eher DRUCK erzeugten, wenn sie noch länger liegen bleiben sollten.

Ich hatte einen kurzen Austausch mit einer Yogalehrerin, der es ähnlich ging wie mir und die mich an den „Lockdown“ erinnerte und an die viele Zeit, die wir da hatten…

Wenn ich mich zurück erinnere, war mir in dieser Zeit NIE langweilig! Eigentlich hatte ich von Beginn an wirklich eine Menge zu tun. Ich war während der ersten Tage des Lockdowns, in den letzten Zügen meines VOR Corona angefangen Online-Kurses zum Thema: Wandlung und Auflösung alter, überlebter Strukturen und hab dann ziemlich schnell auch die anderen Stunden auf online umgestellt. Zusätzlich war ich ja plötzlich Home-School-Lehrerin und tatsächlich gab es auch innerlich einiges NEU anzuschauen und einzuordenen, angesichts der neuen Situation und der ganzen Informationsflut in Bezug auf Corona: Was von all den Infos ist für MICH von Bedeutung? Wo mache ich die Augen zu? Was will ich nicht hören? Warum will ich es nicht hören? Was macht mir Angst? Wo rege ich mich auf? Warum regt mich das auf?

Und dennoch auch ganz viel Stille!

Stille im Außen. Besinnung auf das absolut WESENTLICHE!

Was nährt mich wirklich? Was zählt, wenn alles unsicher ist?

Und JETZT?

Wieder im alten Trott weiter machen? Ein paar „spirituelle“ Erinnerungsworte? Freuen auf den Urlaub? Happy-Sein, dass ich in meiner ganz persönlichen Situation bisher keinen größeren Schaden davon getragen habe, sondern tatsächlich das Gefühl habe, noch mehr in meine eigene Kraft hineingewachsen zu sein?

Das Leben war und IST schon immer mein bester Lehrer gewesen. Wann immer ich das Gefühl hatte „jetzt hab ichs!“, belehrte es mich eines besseren. Und wann immer ich das Gefühl hatte „jetzt hab ich alles verloren“, hat es mir gezeigt, was ich alles gewonnen hatte.

Ja, das zauberhafte Spiel der Dualität, das uns mit seinen Polaritäten, das Leben erst spürbar werden lässt.

Hört das denn nie auf?

Ne, das hört nicht auf solange der Atem ein- und ausfließt.

Die Frage ist: Hast du Lust zu „lernen“ – oder nicht?

Wenn du am liebsten alles schon weißt, damit im besten Falle nur vorhersehbare Komplikationen eintreten können für die du schon gewappnet bist, dann hat das Leben einen abgestandenen Geschmack – ERSCHEINT dafür aber „relativ“ sicher.

Ich selbst entscheide mich – meist mit kurzer Abwehr und etwas Widerstand – immer wieder und wieder für das Tiefer und Tiefer und das „Ich-will-es-einfach-wissen: Was ist wirklich, wirklich WAHR für mich?“ Das macht das Leben gefährlich, aber auch sehr intensiv. Nicht unbedingt im Außen. Ich persönlich reiß jetzt keine „großen Sachen“, wandere aus oder hätte sonst irgendeine spannende Geschichte zu erzählen. Es ist viel mehr die Unberechenbarkeit DIESES EINEN AUGENBLICKS! Bin ich JETZT bereit ganz und gar zu erleben, was tatsächlich abgeht? Und da geht eine Menge ab. Da springen alle Muster an, da reagiert meine gesamte Körperin, da passiert ein Weglaufen-Wollen, ein Sehnen, ein nicht Verletzt-Werden-Wollen, Kreativität, unglaubliche Kraft oder Kraftlosigkeit und die Schöhnheit der Erschöpfung.

Was für ein Leben!

Was hast du ganz persönlich mitgenommen aus der Corona-Zeit?

Was berührt dich täglich?

Wo bist du zurück in den SCHEINBAR notwendigen Alltag? Was GIBT DIR dieser Alltag? Wo erfreut er dich? Wo schützt er dich? Wo berührt er dich? Wo hetzt er dich? Wo fragt er dich? Was fragt er?

Am Ende sind es immer DEINE eigenen Fragen, die dich leiten.

Keiner kann diese Fragen besser hören als zu selbst!

Es sei denn, du hast verlernt in diese Richtung zu lauschen. Es sei denn, du bist so, so, so verdammt gut darin, sie zu überhören, damit das, was du schon zu wissen glaubst, irgendwie bestätigt bleibt und nichts in Wanken geraten muss.

Aber HEY, es ist Wendezeit. Es wendet sich immer. Denn der Atem steht niemals still. Das Herz schlägt und schlägt, die Verdauung verdaut und das alles, obwohl du dich nicht daran erinnerst. Es passiert trotzdem, obwohl du NICHT daran denkst!

WOW!

HerzensLICHT

Verena

http://www.verena-kamphausen.de

Offenes Herz – offener Geist

Sobald wir unseren Körper in irgendeine Position bringen (und wir können niemals KEINE Haltung haben), drücken wir nicht nur etwas aus, nimmt nicht nur etwas Form an, sondern wir spielen mit dem Form-Annehmen, denn wir werden kreativ, wir kreieren etwas, wir öffnen uns für eine bestimmte Qualität des Festhaltens oder Loslassens, des Öffnens oder Schließens,…

Sobald das Herz beginnt sich zu öffnen (und ich spreche hier nicht von „Romantik“), verändert sich etwas:
Die Dynamik zwischen den beiden Polen (Dualität) verändert sich. Sie hören auf miteinander zu konkurrieren und es beginnt so etwas wie „Gleichzeitigkeit“.

Was auch passiert: Dass du auf einmal in der Lage bist, ein wirkliches Verständnis für Sichtweisen zu entwickeln, die deinen eigenen komplett widersprechen.

Die Qualität des Herzens kann nicht mit dem Verstand begriffen werden. Sie wird im Gegenteil (lebendig) ent-deckt. Sie ist bereits IN dir vorhanden. Den „Kontakt damit findest du IN Dir!

Diese „Reise“ zu diesem „Kontakt“ ist einmalig.

Individuell.

Und sie findet durch dich statt.

Mit dir. Auf genau die Weise, wie du BIST!

Ein paar mehr Worte zu dem Thema „offenes Herz – offener Geist“ und eine passende Yoga-Haltung dazu findest du in folgendem Video:

Jede Körperhaltung ist wie ein Tor in diesen Moment hinein…

Das, was jetzt körperlich Form annimmt, ist tatsächlich jetzt spürbar.

Das ist eine völlig andere Qualität oder Ebene, als sich ÜBER etwas Gedanken zu machen…

In unserem Körper spüren wir ganz direkt, wie sicher wir uns gerade fühlen, wie angespannt dieser Moment hier aktuell ist, wie zart, wir grob,… …auch wenn unser Verstand es vielleicht gerne anders hätte oder versucht mit scheinbar „hilfreichen“ Argumenten irgendetwas zu reißen 😉

Wenn wir nun noch ein bisschen „tiefer“ sinken, quasi „in“ das, was wir körperlich wahrnehmen, hinein, dann berühren wir eine sehr intime Ebene in uns, die uns ganz natürlich nährt.

Gerne möchte ich dich auf eine Reise dahin mitnehmen.

Ich habe letztes Jahr eine Art „Adventskalender“ gemacht, in dem wir gemeinsam 12 Haltungen erforschen. Also jede Tür, eine einzige Haltung. Jeweils ca. 15 Min. pro Tag.

Vielleicht hast du Lust jetzt in den „dunklen Tagen“ vor der Wintersonnenwende oder in den Raunächten, in den freien Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr oder mit Beginn des neues Jahres damit zu arbeiten?

Ich setzte dir den Link mit der kompletten Playlist aller 13 Videos (inklusive dem Einführungsvideo) hier runter.

Achtung: Das erste Video (die Einführung) ist wunderschön 🙂

Ab Minute 05:38 hört nämlich das Gequatsche auf und es beginnt die Erforschung der ersten Qualität, die ersten Haltung:

Das einfache Sein

<3

Vom Umgang mit physischen und emotionalen Schmerzen

Wenn wir (körperliche oder emotionale) Schmerzen fühlen, gehen wir in der Regel davon aus, dass wir irgendetwas „falsch“ gemacht haben – denn sonst würden wir uns ja „gut“ fühlen.

Was wäre, wenn der Schmerz tatsächlich eine „Tür“ für uns ist?

Eine „Tür“, die uns in eine „Dimension“ von uns selbst hineinführt: Raus aus der Ebene des Verstandes, hinein in die Ebene des Spürens.

Im Fühlen des Schmerzes gibt es keinen „Fehler“, auf den uns der Schmerz hinweist, so dass wir es in Zukunft „besser“ machen können oder sollen. Im Fühlen des Schmerzes ist einfach nur DAS, was gerade ist. Und dafür ist nicht einmal ein Wort nötig. Keine Geschichte von „ich habe dies und jenes gemacht (oder nicht gemacht) und deswegen habe ich jetzt diesen Schmerz“, sondern einfach nur DAS HIER – sogar die Idee von „Schmerz“ löst sich auf gewisse Weise auf, wenn wir uns einlassen auf DAS HIER.

Kannst du hören, dass das eine ganz andere Qualität ist?

Eine Qualität, die immer schon auch IN uns wohnt?

Hast du Lust, diese Qualität in dir zu ent-decken?

Dann höre auf, den (emotionalen und physischen) Schmerz als deinen Feind zu betrachten. Höre auf, dir selbst eine Geschichte über den Schmerz zu erzählen und lass dich statt dessen von ihm führen – hinein in die Lebendigkeit DIESES Augenblicks, die natürlich AUCH im Schmerz liegt. Und da der Schmerz ganz natürlich all deine Aufmerksamkeit anzieht, ist er ein perfekter „Wegweiser“ hinein ins JETZT.

Hast du schon Erfahrungen gemacht mit den kleinen „Knubbeln“, die sich manchmal im Bereich des Schultergürtels bilden? In der Regel fühlen wir sie gar nicht. Wir haben gelernt mit ihnen zu leben. Aber wenn wir jetzt auf einmal eine wohltuende Massage bekommen oder aber ein paar ungewohnte Körperübungen machen, dann spüren wir unseren Körper plötzlich am nächsten Tag auf eine ganz neue – und manchmal schmerzhafte – Weise.

Warum?

Haben wir uns nicht eigentlich etwas „Gutes“ getan?

Sollten wir also lieber in den alten Mustern bleiben? So viel Sport, Yoga, gesunde Ernährung, Massagen und Sauna können wir ja gar nicht machen, dass sich alles einfach nur kraftvoll und entspannt im Gleichgewicht anfühlt – oder?

Stimmt! Und zusätzlich besteht gerade das menschliche Dasein aus dem Spiel der Dualität (wie uns schon der Atem anzeigt). Das heißt, es gibt dieses überirdische Ziel überhaupt gar nicht!!! Wir SOLLEN menschlich sein. Und zum menschlich-Sein gehört Bewegung! Die Bewegung zwischen angenehm und unangenehm… In der Regel ist es sogar so, dass wir einen „gesunden“ Körper erst dann bewusst wahrnehmen und zu schätzen wissen, wenn wir kurz zuvor mit seiner Zerbrechlichkeit konfrontiert wurden!

Wir dürfen also durchaus die Zerbrechlichkeit des Körpers spüren. Ebenso emotionale Schmerzen. Im Spüren dessen kommen wir nämlich erst zu unserer GANZHEIT!

Weiterhin ist es ganz normal, dass wenn wir anfangen, alte Muster zu verändern (seien das nun Gewohnheiten der Ernährung, Gewohnheiten des Denkens, Gewohnheiten der Bewegung oder nicht-Bewegung), sich alles neu ordnen muss. In diesem Prozess der Neuordnung gibt es eine natürliche Phase des „Durcheinanders“. So als würdest du einen vollgestopften Dachboden oder Keller ausräumen. Wenn du damit anfängst, vergrößert sich das Chaos in der Regel zuerst scheinbar und es dauert eine ganze Weile bis alles, was du behalten möchtest einen neuen Platz gefunden hat und alles, was du loswerden willst, dort angekommen ist, wo du es auch wirklich abgeben kannst (an Freunde und Verwandte, in die Kleiderkiste, Geschenkeläden, Flohmarkt, Sondermüll,…)

Verstehst du?

Erlaubst du dir die Phase des Neu-Sortierens?

Oder muss deiner Meinung nach alles viel schneller gehen?

Wohin willst du denn ankommen?

Musst du dahin wirklich rennen? Oder ist das nicht vielleicht das alte Muster?

Ist diese neue Richtung insgesamt zwar gut, aber dieses eine Mal war es nun wirklich „falsch“ und viel zu viel – deshalb auch diesmal dieser Schmerz!

Stimmt das wirklich?

Ist dieser Schmerz hier also wirklich, wirklich FALSCH???

Welcher Schmerz schadet, dir wirklich?

Welche Stimmer sagt dir ganz klar, was wahr ist?

Ist das nicht eine lohnenswerte Reise, die du da gerade beschreitest?

Von Herzen

Verena

Das Geheimnis der Rishikesh-Reihe

Heute erfährtst du etwas über meine ganz persönliche Erfahrung mit dieser Reihe. Es hat mit der Dimension zu tun, die trotz aller Unterschiedlichkeit von Erfahrung immer gleich bleibt. Aber dazu später mehr.

Die Rishikesh-Reihe ist das „Basis-Gerüst“ mit dem in der Sivananda-Tradition Asanas praktiziert werden.

Die Sivananda Tradition ist eine ganzheitliche Yogatradition. Das heißt, das die Asanas (der Hatha Yoga Teil) tatsächlich nur ein Teil von dem darstellt, was YOGA seinem Wesen nach ist. Selbst wenn in den angebotenen Hatha Yoga Stunden, es augenscheinlich so wirken kann, als ginge es hier lediglich um den Körper, so wird im Vergleich zu manch anderer Tradition (oder zumindest nach einiger Zeit) bald klar, hier geht es eigentlich um dein Bewusst-SEIN.

Wenn die Rishikes-Reihe ein Basis-Gerüst darstellt, dann heißt das, dass in den Anfänger-Stunden auch viele andere, vorbereitende Übungen gelehrt werden, die auf diese Grund-Haltungen vorbereiten und dass es in Stunden für geübte Schüler mehr und mehr um die energetischen Ebene der Haltungen, das Pranayama und die Meditation geht.

Yoga-Stunden nach der Sivananda Tradition laufen nicht immer komplett gleich ab, aber haben im besten Falle eine bestimmte Atmosphäre, eine bestimmte Qualität, die spürbar ist.

Das jedoch hängt natürlich immer auch vom Lehrer oder der Lehrerin ab und davon was er oder sie selbst in sich lebendig erfahren hat. Etwas weiterzugeben, weil man es theoretisch begriffen hat oder etwas weiterzugeben, weil es das eigene „Herz“ berührt, ist natürlich immer ein großer Unterschied. Andererseits sind wir als Menschen so so viele, mit so so unterschiedlichen Bedürfnissen und (inneren) Orten, an denen wir stehen, da braucht es sicher eine Vielzahl an unterschiedlichen Lehrern. Nicht nur, damit jeder Schüler und jede Schülerin, jeder Körper und jede Körperin den Platz finden, von dem aus sie weitergehen möchte, sondern auch damit jeder Lehrer und jede Lehererin das weitergeben kann, was speziell er oder sie zu geben hat.

Nun zum traditionellen Aufbau der Stunde:

Nach einer bewussten Zeit des Ankommens (des Bewusstseins im Körper und damit HIER in diesem Moment) und dem „Aufwärmen“ (im Sonnengruß), ist die erste richtige Haltung der Rishikesh-Reihe: Der Kopfstand.

Und direkt HIER fängt es auch schon an, dass die Tradition fragwürdig wird…

Einer Geschichte nach IST der Kopfstand nämlich gar nicht die erste Haltung der Rishkesh-Reihe, sondern eigentlich die LETZTE! Weil sie aber etwas herausfordernd ist und einige Schüler im damaligen Ashram gerne zum Ende der Stunde hin, auf die Toilette verschwunden sind, um diese Herausforderung zu umgehen, wurde diese wunderschöne Asana kurzerhand an den Anfang der Reihe gesetzt 😉

Wie auch immer es tatsächlich waHr, es zeigt wunderbar die Lebendigkeit und Bewegtheit des Lebens!!!

Egal welcher Tradition wir folgen, also egal welche Wurzeln wir haben, die uns energetisch, aber auch mit Wissen und Erfahrung so so wunderbar nähren (sei dies nun die Liebe und die Talente unserer Eltern, die Herausforderungen, an denen wir im Laufe unseres Lebens wachsen durften oder die wahnsinnig interessanten Errungenschaften, Erforschungen und Gedanken unserer Vor- Vorfahren), wir DÜRFEN mit diesen Geschenken WEITER gehen!!!

JETZT sind wir an der Reihe und jetzt ist es an uns mit diesem Wissen und diesen Gaben in der jetzigen Zeit, in diesem aktuellen lebendigen Moment, belebt umzugehen!

Was braucht es jetzt?

Was ist JETZT umsetzbar?

Was ist jetzt authentisch?

Wie dem auch sei….

Der Kopfstand wird in real gelebten Sivananda-Yoga-Klassen geübt oder weggelassen, an den Anfang oder an das Ende der Yogastunde gesetzt, sehr technisch, korrekt und gut vorbereitet geübt oder energetisch begleitet. Das hängt von der jeweiligen Klasse ab.

Wenn du nun in irgendeiner dieser Klassen bist, sind da vielleicht 6 oder 10 oder 20 oder 50 andere Teilnehmer mit dir. Für jede einzelne wird diese eine Moment des Kopfstandes besonders sein. Und zwar ganz egal ob sie ihn mitmacht oder einfach auslässt.

Warum?

Weil du in jedem Fall eine Erfahrung machst, die dir im Rahmen der Yogastunde vermutlich sehr bewusst wird.

Du wirst mit deinen Ansprüchen konfrontiert, mit deinen Grenzen, mit deinem Ehrgeiz und mit deiner heutigen (immer aktuellen) körperlichen Verfassung (die sicherlich anders ist als gestern, letzte Woche oder morgen). DU wirst konfrontiert mit dem Maß, dich einzulassen, auf das, was IST, was dir JETZT zur Verfügung steht.

Und genau das IST Yoga.

Weil es dich mit dir in Kontakt bringt. Es bringt dich in Kontakt mit dem, was du deinem Wesen nach bist und mit dem, was durch dein Wesen Form annimmt: All die Vorstellungen, all dein Wissen, all die Prägungen,…

Von daher ist es fast egal, welche Yoga-Asana du wie ausübst…

Und dennoch wirkt tatsächlich jede noch so kleine Kleinigkeit auf dein gesamtes System. Wenn du in dieser Asana plötzlich den Beckenboden mit aktivierst oder nicht, wenn du minimal die Mundwinkel hochziehst und deinen Blick entspannst,…

…das verändert ALLES!

Probiere es aus 🙂

Zurück zum Kopfstand:
Der Kopfstand aktiviert energetisch die „Verbindungstelle“ zwischen menschlichem Bewusstsein und dem „göttlichen Funken“ in uns, denn er spricht das Sahasrara Chakra an. Das Sahasrara Chakra ist das „Tor“ zu der Dimension, in der all die scheinbaren Trennungen, die wir als menschliche Wesen erleben, all die Einteilungen in „ich“ und „du“, „richtig“ und „falsch“, „voll“ und „leer“, „Mann“ und „Frau“,… …in ihrer Scheinbarkeit offensichtlich werden.

Eigentlich beginnt dieses „Sehen“ bereits im Herzraum (Anahata-Chakra) und ist eine ganz natürliche Entwicklung menschlicher Evolution. Eine Evolution des Bewusstseins, die in ihrem eigenen Rhythmus auf natürliche Weise irgendwann Form annimmt.

In einigen Traditionen wird diese natürliche Entwicklung und menschliche Evolution beschrieben als „Kundalini-Erwachen“. Dieses Wort (Kundalini-Energie) und die damit verbundenen Erklärungen sind jedoch nur eineWeise, diese natürliche Entwicklung zu beschreiben und zu erklären. Letztlich gibt es unendlich viele Ausdrucksmöglichkeiten. Und natürlich einige, die überhaupt keiner yogischen Begriffe bedürfen. In diesem Sinne sind natürlich auch keine Asanas (Yogahaltungen) von Nöten, um hier irgendwie vorwärts zu kommen. So wie in einem Garten die verschiedensten Sträucher, Bäume, Gräser, Blumen und „Nutzpflanzen“ wachsen, ist auch Yoga lediglich eine Form von unendlich vielen Ausdrucksmöglichkeiten des Lebens selbst.

Wenn du dich jedoch aus irgendeinem Grund von Yoga und der Arbeit mit dem Körper angezogen fühlst, dann ist jede einzelne Yogahaltung wie eine Tür.

Der Kopfstand ist nun die Tür, die dich mit deinem „höheren Selbst“ verbindet. Also mit dem, was „Oberhalb“ der Kleinlichkeit des menschlichen Geistes existiert. Mit all dem, was hinausgeht über die Ideen von „richtig“ und „falsch“. Mit all dem, was jenseits von diesem oder jenem so wunderbar und detailliert dargelegten (emanzipierten, menschlichen, politischen, wirtschaftlichen, religiösen, spirituellen,…) Konzept IST. Insofern ist es sogar ein Hinausgehen über jede Form von Erfahrung, die du als „Ich“ machen kannst.

Während deine Wurzel (das Muladhara Chakra) dich verbindet mit der „Tiefe“ von Menschlichkeit. Diese hebt sich deutlich ab von der Qualität des Tieres oder der Pflanzenwelt. Gleichzeitig verbindet dich dieses Chakra (diese Qualität) mit der gesamten Qualität von Erde.

Die Erde hat eine gewisse Schwingung und „Energiequalität“ – die sich natürlich auch entwickelt. Du bist über das Wurzelchakra mit der Energie der Erde verbunden. Die Energie der Erde ist u.a. die Qualität des Form-Annehmens.

Das Wurzelchakra ist am unteren Ende der Wirbelsäule. Wenn wir aufgerichtet sind, fließt Energie durch uns hindurch. Die Energie der Erde und die Energie des „Himmels“. Deswegen ist das Thema der Aufrichtung nicht unbedeutend.

Gerade im Yoga geht es immer auch um deine Aufrichtung. Um deine innere Aufrichtigkeit und damit Authentizität.

Wer bist du deinem Wesen nach?

Was will aus dir herausfließen und Form annehmen?

Die Rishikesh-Reihe legt mit ihren Haltungen den Fokus auf die Bewegung des Formlosen in der Form.

Jede einzelne Körper-Haltung entspricht einer inneren Haltung. Dabei ist die Reihenfolge deswegen nicht völlig egal, weil ja beispielsweise auch zuerst der Same kommt, dann der Keimling und dann die Pflanze und wachsen und öffnen eben nicht kunterbund durcheinander geschieht – während es gleichzeitig höchst individuell Form annimmt.

Es ist einerseits völlig egal ob wir nun wirklich mit dem Kopfstand anfangen oder ihn an das Ende setzten oder gar nicht machen. Es ist insofern nicht egal, weil wir schauen sollten WO wir stehen.

Bevor ich in einen Kopfstand gehe, ist es interessant, ob mein Körper (und mein Geist) darauf vorbereitet sind:

Habe ich genug Kraft? Habe ich genug Stabilität druch Beckenboden, Bauch- und Armmuskulatur? Was ist mit meinem Augen- und Blutdruck und wie viel Angst ist vorhanden? Vertraue ich dem Lehrer, der Lehrerin?

Manchmal dürfen wir aber auch spielen wie Kinder und einfach unsere Erfahrungen machen 😉

Am Ende gibt es unendlich viele Möglichkeiten mit der Rishikesh-Reihe zu spielen und dennoch ihren Wert zu ehren und als Geschenk weiterzugeben.

Ich hoffe, ich konnte dich ein wenig inspirieren <3

Von Herzen

Verena

Wer mehr von mir hören oder lesen magst findest du mich in Kirchheim Teck und auf youtube

Was ist eigentlich Sivananda-Yoga?


Seit 2001 unterrichte ich Yoga – und die Sivananda-Tradition ist sozusagen meine Wurzel!

Es ist die Basis von der aus ich mich körperlich sozusagen ent-deckt habe: Ich habe wirklich innerlich erspürt, wie alles im Körper miteinander in Verbindung steht.

Aber nicht nur das, sondern auch wie sich meine Anspannung, meine Angst oder meine Vertrauen körperlich ausdrückt.

Ich habe gelernt (innerlich erfahren, in meinem ganz gewöhnlichen Alltag, wieder und wieder und immer wieder neu) wie der Geist funktioniert und wie all das Ausrücke von Energie sind…

Sivananda Yoga ist in erster Linie also sicher keine bestimmte Art, Asanas auszuführen, sondern steht für Ganzheitlichkeit. Aus all den Aspekten, die menschliches Dasein ausmachen besteht letztlich auch der Yoga. Bevor ich das jedoch weiter ausführe, möchte ich noch einen kurzen Exkurs in die Welt der Asanas machen, denn das ist ja das, was wir am häufigsten mit Yoga verbinden:

Und um das einmal klarzustellen: Asanas – die Körperhaltungen im Yoga – sind keine ausgedachten Haltungen, die auf irgendeine „besondere“ Person oder gar Tradition zurückgeführt werden könnten. Sie sind quasi menschliches „Allgemeingut“, so wie all die Pflanzen uns da draußen frei zur Verfügung stehen und wir ihre Wirkung ganz frei und lebendig selbst erforschen können – wenn wir wollen.

Wenn ihr euch Babys anschaut (völlig egal in welcher Kultur), dann werdet ihr beobachten können, wie sie alle – von ganz alleine, ohne jegliche Unterstützung – die gleichen Bewegungen machen, um von der „hilflosen“, liegenden Position aus in die Bewegung, ins Rollen, in den Vier-Füßler-Stand und schließlich in die aufrechte Position zu gelangen, um sich (aufrichtig) selbstständig fortzubewegen. Diese körperliche Entwicklung ist gleichzeitig eine Entwicklung in das „Ich“ hinein. Mit der wachsenden Fähigkeit, die eigene Körperhaltung zu verändern, wächst auch die Perspektive, aus der das kleine Kind die Welt betrachten kann. Während es am Anfang nur daliegt und alles lediglich von oben auf es zukommt, kann es irgendwann seinen Kopf heben und die Dinge aus der Bauchlage betrachten. Später fängt es an sich so zu „drehen“, dass es sich um sich selbst drehen kann. Irgendwann kann es sich selbstständig auf Dinge zu bewegen oder von ihnen weg. Dies geschieht langsam. Gemeinsam mit dem Körper wächst die Fähigkeit, die Einflüsse der Umgebung zu verarbeiten.

Im Yoga machen wir im Grunde nichts anderes 😉

Die „Kobra“ (Bhujangasana) und die „Heuschrecke“ (Shalabhasana), sind zentrale Yogapsoitionen der Rishikesh-Reihe (Sivananda-Tradition) – aber auch einiger anderer Yoga-Traditionen. Beide Haltungen sind klassische Bewegungen, die jedes Kind macht, um genug Kraft zu entwickeln, um in den 4-Füßler-Stand zu kommen, und sich so langsam aufzurichten.

Die Aufrichtung des Menschen – im Gegensatz zum völlig anders bewegten SEIN in der Pflanzen- und Tierwelt – steht auch für eine ganz bestimmte Qualität des Bewusstseins. Dies weist nämlich im Menschen völlig andere Qualitäten auf, als eben im Bereich der Tiere, Pflanzen, Mineralien,…

Diese Qualität des Bewusstseins ist natürlich nichts statisches! Es ist (seit Beginn der Menschheit) eine sich immer weiter und weiter entwickelnde Qualität – mit jedem Augenblick des Formannehmens!

Jede Haltung, die wir im Yoga einnehmen, verändert etwas in unserem Energiesystem und in unserem Bewusstsein.

Das gleiche passiert in jeder menschlichen Begegnung: Durch alles, was wir sehen und nicht sehen, durch alles, was wir hören und nicht hören. Es ist ein ganz natürliches Wachsen und Reifen. Und ein ganz natürliches weiteres Form annehmen.

Yoga ist also EINE Form. Es ist eine mögliche Form. Und damit eine „Tür“, durch die wir gehen können.

Sivananda Yoga ist ein Integraler Yoga, bei dem die Körperhaltungen nicht an erster Stelle stehen. So wie menschliches Sein – auch wenn wir das oft vergessen – nicht nur aus Gedanken, Ideen und Interpretationen besteht, sondern AUCH aus einem Körper, Emotionen und einer „Seele“, so berührt der Integrale Yoga all diese Facetten menschlichen Seins:

Raja Yoga (Teil des integralen Yogas) bezieht sich auf die Qualität des Verstandes: Was ist der Verstand? Wie beinflusst er menschliches Sein? Bhakti Yoga (ein weiterer Teil des integralen Yogas) bezieht sich auf die Gefühlsebene und die Möglichkeit von Hingabe. Karma Yoga (ja, gehört auch zum integralen Yoga) greift die Tatsache auf, dass wir handeln. Wir können als Menschen nicht nicht handeln. Selbst wenn wir den ganzen Tag im Bett liegen würden, wäre das ein Art Handlung, die eine Wirkung nach sich zieht. Natürlich ist auch jeder Gedanke eine Handlung (völlig egal ob du daran glaubst, dass es „dein“ Gedanke ist und auch völlig egal ob du daran glaubst oder selbst erforscht hast, dass die Gedanken lediglich „durch“ dich Form annehmen und gleichzeitig dem Gesetz von Ursache und Wirkung unterliegen).

Karma steht für das Gesetz von Ursache und Wirkung.

Achtung: Beim KARMA geht es nicht um Wertung! Es geht einfach nur darum, Zusammenhänge zu erkennen. Wertfrei!

Der Teil in uns, der wertet, ist lediglich der – eigentlich austauschbare Teil – der konditionierten Gedanken. Andere Prägung = andere Vorstellung von „richtig“ und „falsch“.

Selbst wenn wir behaupten, dass wir wissen, dass es EIGENTLICH kein „richtig“ und „falsch“ gibt, – was ist mit unserem realen (unbewussten) Erleben von „richtig“ und „falsch“?

Wenn ich „zu viel“ esse, muss dieses Essen verdaut werden. Wenn ich etwas sage oder nicht sage, gibt es diese oder jene Reaktion von außen und daraufhin wieder eine Reaktion von mir. Vielleicht habe ich die Idee, diese Reaktion steuern zu können, vielleicht meine ich, dass ich das nicht kann (je nachdem woran das Ich gerade glaubt oder was es kürzlich herausgefunden hat). Das alles ist das System von Ursache und Wirkung, das wir Karma nennen und das völlig unabhängig von unserem Glauben, Verstehen und nicht Verstehen ganz natürlich funktioniert.

Jnana Yoga (ein weiterer Teil des integralen Yogas) befasst sich nun mit dem menschlichen Aspekt, der unberührt ist von der Ich-Struktur. Der Teil, der jedoch selbst die Ich-Struktur belebt.

Man könnte es auch so ausdrücken: Der Teil, der selbst in der Ich-Struktur Form annimmt:

Unser „Wesen“, unser „Selbst“, der „göttliche Funken“, unsere „Seele“,…

…und schwupps sind schon wieder alle Vorstellungen (Raja-Yoga) aktiviert 😉

Wo sind denn nun endlich die Yoga-Haltungen versteckt?

Klassisch gesehen gehören diese in den Bereich von Tantra (NEIN! Hier geht es nicht um Sex, sondern um eine „philosophische Richtung“, die sich jedoch nicht im Geistigen verlieren will, sondern ihren Fokus im Bereich des Erfoschens von Menschlichkeit – IM menschlichen Dasein selbst – hat). Im Druchdringen des Mystischen bejaht Tantra Menschlichkeit und wendet sich nicht von ihr ab, so wie viele andere Richtungen, in denen man alles typisch Menschliche leicht als „illusorisch“ oder „niedrig“ im Gegensatz zum „All-Ganzen“ verstehen könnte.

Ist Menschlichkeit nicht gerade ein Teil dieses „All-Ganzen“?

Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich mich von all dem, was ich bis dahin lediglich mit dem Verstand begriffen hatte, zurückziehen musste, um ich SELBST zu werden.

…um selbst zu erforschen!

Wie eine „Pubertierende“ musste ich mir demnach auch meine Yoga-Wurzeln aus der Distanz anschauen. Vieles in mir war in Bewegung geraten. Sicher auch durch die Yogapraxis. Aber mehr noch durch das Leben selbst. Fragen, die ich schon seit meiner Kindheit kannte, wurden auf andere Weise präsent: Wer oder was bin ICH wirklich? Was ist diese verrückte Lebendigkeit? Gibt es tatsächlich irgendwelche „Regeln“?

Ich hatte Philosophie studiert, war schon eine zeitlang Yogalehrerin und bereits Mutter. Ich hatte schon viele Antworten auf meine Fragen gefunden und dennoch war da wie so ein Drängen hinein in eine noch tiefere Authentizität. Ein Drängen nach einem „inneren“, absoluten Wissen, das keine Zweifel mehr zuließ.

Es durchdrang wirklich ALLE Lebensbereiche, nicht nur meine Tätigkeit als (Yoga-)Lehrerin, die ich immer wieder komplett in Frage stellte. Es durchdrang ebenso meine Ideen von Beziehung, Glück, Familie, Geld, Sicherheit, Spiritualität, Wissen im Allgmeinen.

Am Ende – wobei man hier nicht wirklich von einem „Ende“ sprechen kann – stand dann tatsächlich so etwas wie ein Berühren meiner eigenen Innerlichkeit. Jedoch auf eine Weise, die so ganz anders war/ist, als das „Ich“ es sich vorgestellt hatte.

Denn DAS ist nichts, was die Ich-Energie haben könnte!

Und dennoch ist ES stabiler als alles, woran sich diese „Ich-Struktur“ klammert

– insbesondere wenn sie meint, sich selbst zu durchschauen ;- )

Auf diesem weglosen Weg, auf dem ich wirklich alles mögliche immer und immer wieder in Frage gestellt hatte – und genauso oft (meist unbemerkt) versucht habe, mir ein neues, anderes Konzept zurechtzulegen – stellte ich also auch meine Yoga-Wurzeln in Frage, begann nach und nach in meine eigene, authentische Weise des Unterrichtens hineinzuwachsen… …und kehrte irgendwann zu einem Weiterbildungsseminar zu meinen Wurzeln zurück: neugierig, interessiert, aber durchaus auch skeptisch.

Als ich damals also zu meinen Wurzeln zurückfand (ähnlich als würdest du nach sehr, sehr langer Zeit das Haus oder das Dorf deiner Kindheit besuchen), war es natürlich NICHT irgendein theoretisches Wissen, was mich berührte. Ich war durchaus so klar, dass ich all die vermeintlichen „Fehler“, die ich damals kritisiert hatte, immer noch sehen konnte. Aber sie störten den Schatz nicht, der eben auch sichtbar wurde!!!

Das Gleiche passiert wohl auch, wenn du deine eigene Kindheit mit all ihren Höhen und Tiefen, mit all den Geschenken und Verletzungen – die im gewissen Sinne selbst Geschenke waren – mit den Augen der Klarheit siehst.

All die „Fehler“ sind auf einmal „menschlich“ und akzeptiert. So wie ich selbst jeden Tag mit meiner eigenen „Fehlbarkeit“ konfrontiert bin und gerade DURCH sie, tiefer und tiefer blicke, lerne, vergebe (mir und den anderen), immer weiter aufwache – und natürlich Ganzheit BIN!

Vollkommenheit ist etwas völlig anderes, als Perfektion. Perfektion hat ein Gegenteil. Ganzheit enthält alles.

Menschliches Dasein nimmt Form an durch Dualität. Wir begreifen und erleben gerade durch (die scheinbare Trennung von) Körperlichkeit und auch durch das Wechselspiel zweier Pole: Tun und Geschehen lassen, verstehen und nicht verstehen, Liebe und nicht Liebe,…

In meinem Fall war ich – als ich nach einigen Jahren zum „Schnuppern“ zu meinen Yoga-Wurzeln zurückkehrte – so unendlich dankbar für die Fülle, die ich insbesonders bei Yoga Vidya geschenkt bekommen hatte. Es war wirklich so, als würde eine gereifte Frau, die als Teenager das Elternhaus verlassen hatte, um ihren eigenen Weg zu finden, mit neuen Augen nach vielen Jahren nach Hause kommt. Während sie als Teenager einige Dinge an ihren Eltern auszusetzen hatte, war sie inzwischen selbst Mutter geworden. Neben all den „Fehlern“, die ihre Eltern gemacht hatten, war sie nun in der Lage auch die Liebe zu sehen, die die ganze Zeit über dagewesen war. Sie hatte erfahren, dass sie nicht umhin kam, dieselben (und andere) Fehler mit ihren eigenen Kindern zu machen – und dass einige davon gar keine „Fehler“ waren, auch wenn sie von außen vielleicht so aussahen. Sie hatte gelernt, die größeren Zusammenhänge zu sehen. Gleichzeitig was sie dehmütig geworden angesicht dieses unfassbaren Paradoxes von Komplexität und EInfachheit, Form und Leere.

Als ich also zu meinen Wurzeln zurückkehrte, erkannte ich die Fülle, mit der ich all die Jahre (unbewusst) gearbeitet hatte. Und auch wenn sich mein eigener Unterrichtsstil (augenscheinlich) zumindest von der Rishikesh-Reihe etwas entfernt hatte, so ist der integrale Geist noch immer derselbe.

Unterrichten passiert nun aus dem Sehen heraus, was für die Teilnehmer körperlich möglich ist und was energetisch gebraucht wird. Es passiert aus dem heraus, was ich BIN. Ich kann nur DIES hier sein, das genau auf diese Weise Form annimmt (und sich natürlich weiterhin verändert). Das was ich BIN, ist weder gut noch schlecht, weder richtig noch falsch. Und doch lerne ich und lerne ich und lerne ich… während ich gleichzeitig vollständig bin.

Auch ich lege mit meinem Unterricht lediglich eine Basis, mit der jede Seele, jeder Körper, jedes Leben, in jedem Moment „weiterarbeitet“.

Ein besonders kostbares Geschenk der Sivananda-Tradition bei Yoga Vidya – für mich persönlich – war die Einführung und Begleitung der (fortgeschrittenen) Energiearbeit in Verbindung mit intensivem Pranayama (Kundalini Yoga, als Teil von Tantra-Yoga). Zuerst als Technik genutzt, wurde es mit der Zeit eine ganz natürliche Bewegung, die völlig unbahängig von irgendeiner körperlichen Praxis immer offensichtlicher wurde!

Es gab und gibt so viele Lehrer in meinem Leben: tolle Yogalehrer, Satsang-Lehrer, Menschen, die mich geliebt haben und Menschen, die mich nicht geliebt haben – und natürlich jeder Augenblick dieses unglaublichen Lebens, jedes Form-Annehmen meiner eigenen Innerlichkeit, jede Frage, jede Antwort, jedes Verwerfen irgendeiner Antwort…

Was für eine Reise!

Wer Lust hat, zusammen mit mir Yoga zu machen, findet mich in Kirchheim unter Teck oder auf youtube!

Von Herzen

Verena

Rückzug

Oder: Die Bereitschaft vollkommen ehrlich mit mir zu sein!

Der 11. Januar 2019

Das neue Jahr ist also schon ganze 11 Tage alt.

Wie geht es euch damit?

Schon wieder richtig „angekommen“ im Alltagsleben?

Oder vielleicht sogar gar nicht richtig rausgekommen, weil die Zeit zwischen den Jahren auch ganz schön turbulent war?

Wißt ihr was? Es ist immer noch Winter!!! Auch wenn die längste Nacht schon vorbei ist, dauert es dennoch eine ganze Weile bis die ersten Blumen aus der Erde sprießen werden. Unsere Kraft darf sich immernoch nach Innen zurückgezogen haben. So wie die Bäume immernoch im tiefsten Winterschlaf stecken. Wir dürfen immernoch verarbeiten und vorbereiten…

Das ist das kostbare auf der Erde. Es gibt so etwas wie „Zeit“. Innerhalb der Zeit findet Ent-wicklung statt, d.h. Form annehmen und Trans-FORM-ation (also Veränderung).

Und wir alle haben unseren UREIGENEN Rhythmus, der nicht an bestimmte Daten gebunden ist, sondern sich ganz allein durch unser „Innerstes“ im Zusammenspiel mit den äußeren Erscheinungen ergibt.

Wo stehst du gerade?

Was ist DRAN?

Was ist WIRKLICH gerade DRAN für DICH?

Ich für meinen Teil hatte ein sehr turbulentes Jahr 2018 und es gab wirklich einiges anzuschauen! Ich habe mich daher sehr auf die Weihnachtszeit und die Zeit zwischen den Jahren gefreut und sie diesmal auch wirklich ganz bewusst genutzt, um in meine eigene „Tiefe“ zu tauchen. Dabei geht es gar nicht in erster Linie darum, mit irgendetwas abzuschließen, etwas loszulassen oder neu zu visualisieren oder zu manifestieren. Für mich ist das nährenste und befreienste eigentlich die Erfahrung, dass ich es quasi „aushalte“ mit „mir“ zu sein – in all den unkontrollierten Tiefen meiner Selbst.

…was im turbulenten Alltag ja oft durch allerhand Geschäftiges nur bedingt Raum findet.

Es sei denn, wir halten Ausschau uns diesen Raum immer wieder und wieder neu zu nehmen!

Es ist ein bisschen schwierig das in Worte zu fassen, was da in unserer „Tiefe“ auf uns wartet. Denn die Begrifflichkeiten, die wir ansonsten benutzen, um verschiedene Befindlichkeiten und Qualitäten mit dem Verstand greifbar zu machen, existieren dort irgendwie auf andere Weise.

Es ist so NAH dran an mir, an pulsierender Lebendigkeit, an „Liebe“ (und ich meine damit eben genau nicht das, was wir gemeinhin recht schnell als „Liebe“ bezeichnen), dass Worte und Begrifflichkeiten absolut unnötig werden. Anstatt dieser taucht eine Art Offensichtlichkeit, Fraglosigkeit und Klarheit auf. In dieser Qualität fällt alles natürlich an seinen Platz, während es absolut frei und lebendig bleibt. Da ist Vollkommenheit – jedoch ohne eine Einteilung wie „richtig“, „gut“ oder deren scheinbare Gegenteile.

Wenn ich mich auf diese Weise auf „MICH“ einlasse, dann stelle ich mir kein Ziel VOR mich hin. In der Art, dass ich irgendwo ankommen muss, was ich meine „Mitte“ nennen könnte. Das einzige, was mich gewissermaßen leitet, ist die Bereitschaft ehrlich mit mir zu sein.

Da ist also niemand, dem ich Rechenschaft ablegen müsste, der mich bewerten könnte, der mich ablehnen könnte, loben oder anhimmeln – außer ich selbst. Also erlaube ich mir durchaus auch diesen Perspektiven Raum zu geben, während ich mich quasi durch all diese Persepktiven „hindurcharbeite“ bis ich fühle, dass es WAHR ist.

Wahrheit in diesem Sinne, ist nichts, was ich auf einen Zettel schreiben könnte oder was für alle Zeiten so und so bleiben muss. Es ist einfach ein PURER Moment. Ein Moment ohne Maske.

Und alleine WEIL er ohne Maske ist, ist er WUNDER-, wunderschön!

Die abgrundtiefste Traurigkeit, der größte Schmerz, die unglaublichste Weitsicht, Gefühle, welcher Art auch immer, werden in diesem Augenblick zu einer Feier des Lebens.

Das alles ist ziemlich „still“. Kein Feuerwerk. Und doch ist es auch ein Feuerwerk. Aber da ist kein „Jemand“ der Angst haben müsste oder sich stolz auf die Schulter klopft. Da ist eine Art nüchterndes Anerkennen und eine zarte Liebe, die all das in einen Zauber taucht. Es ist der Zauber der Echtheit.

Aber wie ich schon sagte, er taucht auf, wenn er auftaucht. Wenn alle Erwartungen über Bord geworfen wurden, wenn du bereit bist, die nackte Wahrheit zu ertragen.

Manchmal ist der Weg bis dahin ganz schön steinig, kalt, öde, langweilig, dunkel, heiß, wild, beängstigend,…

…und natürlich gibt es unzählige Möglichkeiten, sich auf dem Weg zu verirren. Der spielerische, kreative Verstand hat so, sooo viele Deutungsmöglichkeiten parat, um NICHT still zu werden. Er liefert zuerst hunderte von Gründen in diese Richtung hier zu schauen und danach ebensoviele Gründe, um in die genau gegenteilige Richtung zu blicken – und danach sucht er nach einer weiteren Perspektive.

Vielleicht fängt er mit dem Schuld-Thema an. Dann ist – je nach Programmierung – entweder zuerst der andere, die anderen oder eben du selbst SCHULD an was auch immer. Wenn du das durch hast (selbst wenn du nirgendwo so richtig ankommen konntest, weil alles irgendwie stimmt und irgendwie auch nicht stimmt), bietet er dir etwas neues an. Vielleicht eine Strategie, mit der du deine Gedanken oder Gefühle in eine bestimmte Richtung hin kontrollieren könntest. Ob das wirklich funktioniert, überlasse ich an dieser Stelle deiner eigenen Erforschung.

Wie weit es uns überhaupt möglich ist, den Verstand nicht ganz so ernst zu nehmen – oder ihn tatsächlich kreativ zu nutzen – ist meiner Meinung nach ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, die wir sicher nicht alle beeinflussen können. Die Grenze ist letzendlich immer die Bewusstheit, die dir zur Verfügung steht.

Innerhalb unserer Bewusstheit gibt es durchaus so etwas wie einen Fokusspielraum. Gewissermaßen können wir uns also tatsächlich „entscheiden“, denn wir spüren Anziehung und Abstoßung (auch wenn wir diese Empfindungen nicht selbst wählen).

Wir bewegen uns in der Dualität. Also eigentlich nehmen wir (als körperlich-geistige Wesen) durch die (scheinbare) Dualität Form an und erfahren so „Trennung“. Trennung zwischen „ich“ und „du“, „außen“ und „innen“, „Tag“ und „Nacht“, „Nähe“ und „Distanz“,…

Diese „Trennung“ wiederum ermöglicht uns einen sehr besonderen Erfahrungsraum, der seine ganz eigene Schönheit hat. Und JA, das hat gerade auch mit unserem Wesenskern zu tun, der wiederum niemals wirklich „getrennt“ ist.

Als Menschen sind wir immer beides…

Wir können den Körper nicht leugnen. Egal was da als Ich-Bewusstsein gerade auftaucht oder nicht auftaucht. Als Mensch besteht unser Dasein daraus, „Energetisches“ in die Form zu bringen. Ganz einfach ausgedrückt: Menschlich zu SEIN. Zu sprechen, nicht zu sprechen, zu handeln, zu gestalten, zu berühren, nicht zu berühren,…

Dies alles macht besonders viel „Freude“, wenn wir uns unseres Wesens bewusst sind. Für mich ist unser „Wesen“ der Punk, wo sich das Vertikale mit dem Waagerechten trifft.

Das Vertikale ist das „göttliche Prinzip“, das sich durch das „Energetische“ in uns verkörpert. Vom Feinen ins Grobe. Von der Unendlichkeit in die Endlichkeit. Von der Verbindung in die (scheinbare) Trennung. Von der Weite in die scheinbare Enge der Form, als DIESE Empfindung hier, als dieses Körpergefühl, als dieser Gedanke, als dieses Wort, dieser Satz, diese Handlung…

…und schon bewegen wir uns (scheinbar) in der Zeit (hier beginnt die Wirkung der Waagerechten). Es wird möglich eine Geschichte zu erzählen. Jede Geschichte hat unzählige Perspektiven. Du bist eine dieser möglichen Perspektiven. Und diese ändert sich von Moment zu Monent.

Das Waagerechte sind die Erscheinungen der Erde: Form und Zeit. Entwicklung. Etwas nimmt Form an, verändert sich, löst sich (scheinbar) auf, nimmt eine andere Form an,… Angesichts des Zeitbewusstseins machen wir eine Geschichte daraus, versuchen Ursache und Wirkung auszumachen. Kein Stillstand.

Ist das nicht wunderbar?

Sobald wir uns also innerlich bewusst aufrichten, fangen wir an, uns für diesen vertikalen Kanal zu öffnen. Wir sind dann nicht mehr allein festgelegt auf die konditionierten Muster unseres Verstandes (die Vergangenheit, die wir auf die Zukunft projizieren), sondern haben Zugang zu der „Weitsicht“ des SELBST und der „Liebe“ des reinen Herzens.

Kannst du dich noch an „dein“ Problem erinnern? Das, was dich gerade aufwühlt und irgendwie „suchen“ lässt? Suchen nach einer Antwort, einer Lösung, einer befriedigenden Interpretation?

Versuch auf dieses „Problem“ mal aus der Perspektive deines „höheren Selbst“ zu schauen!

Ich weiß, dass du das kannst!!!

Du hast deinen ganz UREIGENEN Weg mit dem in Kontakt zu kommen. Nimm dir einen Moment Zeit. Schließe die Augen deines Körpers. Werde still. Richte dich aus.

Mach das wirklich mal! Ja, JETZT!

Oder gibt es wirklich etwas, was gerade anziehender ist?

Ja?

Genau das ist es, was wir in der Meditation machen: Wir verbinden uns mit der Vertikalität in uns. Diese ist bereits Teil von uns.

Die Yogapraxis bereitet diese Hinwendung gewissermaßen vor: Sie hilft dir, dich für diese Dimensionen in dir zu öffnen. Wenn du dich davon angezogen fühlst… Wenn es dich interessiert. Ansonsten ist es dir natürlich freigestellt, auch alles mögliche andere zu verkörpern! Beziehungsweise kreiert deine „innere Dynamik“ aktuell dann eben einfach irgendeinen anderen Erfahrungsraum.

Guck dir die Bäume an, die du siehst, wenn du jetzt gerade aus dem Fenster schaust: Sie tragen aktuell keine Früchte. Nicht mal ein Blätterkleid. Deswegen sind sie keinesfalls falsch oder schlecht. Sie „bewegen“ sich sogar in absoluter Harmonie mit ihrer Umgebung. Und ein anderer Baum, der gerade auf einem anderen Teil dieser Erde zu erblühen beginnt, ist keinesfalls wertvoller, reifer oder richtiger als die Bäume, die du siehst, wenn du heute aus dem Fenster schaust. Verstehst du?

Es gibt keine „richtige“ oder „falsch“ Hinwendung. Es gib kein falsches Form annehmen.

Alles dieselbe Lebendigkeit!

…in unterschiedlicher Form.

Aber wenn du das hier liest, dann kitzelt dich vermutlich die Frage nach deinem Wesenskern. Und dieser ist niemals wirklich im Verstand zu finden. Ganz einfach, weil der Verstand nur eine Möglichkeit des Formannehmes darstellt. Und dein Wesen viel mehr ist als das.

Alles, was im konditionierten Verstand möglich ist, ist ein sehr, sehr billiger Abklatsch im Vergleich zu dem, was der Verstand an Klarheit bereithält, wenn wir gleichzeitig mit unserem „Wesen“ in Verbindung stehen. Um diese Verbindung sozusagen zu aktivieren, braucht es jedoch so etwas wie den Wunsch danach.

Was willst du wirklich, wirklich, wirklich?

Was steht hinter deinen oberflächlichen Gedanken, Wünschen, Ablenkungen,…?

Bist du bereit immer mal wieder TIEFER zu FALLEN?

Der konditionierte Verstand ist wie ein Haltegriff, um nicht zu fallen. Und manchmal sind seine Theorien (insbesondere die „spirituellen“) auch die Fallstricke in denen dein „Ich“ sich verhäddert.

Bist du bereit ins Nicht-Wissen „aufzusteigen“? Und dort pure Offensichtlichkeit DIREKT (das heißt JETZT!) zu erleben – ohne zu „wissen“? Also ohne das, was du als „Wissen“ mitnehmen kannst?

Das, worüber wir diskutieren können, was wir glauben, verteidigen zu müssen, was wir meinen zu „wissen“, istabsolut leer. Deswegen haben wir das Gefühl, es verteidigen zu müssen.

Das „Ich“ hat sich an dieses „Wissen“ gehaftet, bzw. DU glaubst an diesen oder jenen Gedanken, jene Erfahrung, an die du mit Hilfe dieses „Wissens“ festhältst und deshalb existiert dieses DU in Abhängigkeit von all diesen Ideen über dich, diese Situation, diese Welt, usw.

Dein Wesen jedoch ist so viel größer, weiter und freier, als all dieses Wissen (egal wie schön oder schrecklich es auch erscheinen mag).

Weil wir uns damit identifizieren, mögen wir nicht so gerne dahin schauen. Deshalb halten wir uns an der Oberfläche fest.

Wir mögen auch nicht so gerne dahinschauen wo es wehtut. Wir meinen dann, dass „Wir“ uns auflösen, angegriffen werden, usw. wenn wir das Ganze in vollkommener Wahrhaftigkeit schauen.

Was sich aber auflöst, ist nur dieses konditionierte, verletzte, trotzige, ängstliche „ICH“. Nicht unser Wesen. Nicht die Lebendigkeit. Nicht die Kreativität. Nicht die Liebe.

Von Herzen

Verena

Was will das Leben – und was wollen „wir“?

Manchmal kann man ganz deutlich spüren, dass es da einen Unterschied zu geben scheint, zwischen dem, was ich meine zu brauchen oder zu wollen und dem, was das Leben in diesem Moment gerade gestalten möchte.

Manchmal scheint es so, als würde einem das Leben einen Strich durch die Rechnung machen, weil man selbst oder die Kinder unerwartet krank werden, weil wie aus dem Nichts auf einmal irgend ein Brief ins Haus flattert oder eine Nachricht eintrifft, die uns vor Herausforderungen stellt, die bis eben noch undenkbar und nicht mal ansatzweise auf unserem Schirm waren. Oder wir befinden uns in einer Art Zwick-Mühle zwischen zwei Richtungen, die wir einschlagen könnten. Wir sind hin- und hergerissen zwischen eigenen Bedürfnissen und denen eines anderen,…

Oft sind es aber gar nicht diese „äußeren“ zwei Seiten, sondern das bewusste Denken, Streben und Erkennen auf der einen Seite und auf der anderen, die natürliche Bewegung des Lebens, die einfach passiert. Und zwar völlig egal, ob wir damit gerade einverstanden sind oder innerlich rebellieren und alles fürchterlich gemein oder gar lebensbedrohlich schrecklich finden.

Als ich heute morgen aufwachte und der Tag noch im Dunkeln lag, war da wie so oft ein langsames hinübergleiten aus der Energie des Schlafes ins Tagesbewusstsein. Alle möglichen Gedanken und Gefühle schossen auf mich ein und ich konnte sehen, wie ich mit diesen mehr oder weniger mitgehen konnte.

Manchmal lassen wir uns völlig hineinziehen in die eine oder andere Geschichte und manchmal betrachten wir sie eher mit Abstand. Und manchmal ist es uns sogar möglich, wo ganz anders „hinzugehen“:

Eigentlich ist dieses ANDERE jedoch das genaue Gegenteil von „Gehen“, denn ich spreche von der Qualität, die lebendig pulsiert, aber nicht unbedingt Form annehmen muss in irgend einem Gedanken oder einer Emotion. Also noch „bevor“ die Qualität, die wir „Ich“ nennen, sich irgendwo verorten muss, Stellung beziehen muss, Strategien entwickeln muss, um zu bestehen 😉

Ich spreche von dem SEIN selbst, was natürlich auch IN all den Geschichten aktiv ist. Bloß dass wir – wenn wir in der Geschichte, dem Problem, der Frage, etc. – verstrickt sind, eben Dualität erleben. Hier erleben wir Trennung: Gut und Schlecht, Richtig und Falsch, Gesund und Krank, Ja oder Nein,…

„Unten drunter“ aber ist pulsierende Lebendigkeit, die diese Gegensätze nicht kennt und daher immer ganz und vollkommen ist. Hier wird nichts benötigt. Keine Antwort, keine Strategie, kein Ankommen irgendwo.

Und trotzdem passiert das normale Leben. Wir stehen auf, fühlen uns vielleicht matt und erschlagen oder hellwach. Wir gehen auf die Toilette, machen Frühstück, tun, was zu tun ist. Wir hören zu oder nicht, antworten oder sind still. Wir nehmen dieses oder jenes wahr. Leben passiert. Und „lernen“ passiert.

Und dabei können wir uns eben mehr oder weniger im Erleben von Trennung befinden 😉

 

Also ganz ehrlich: Ich liebe auch Gedanken!

Und ich finde sie immer wieder wunderbar interessant, manchmal sogar echt erstaunlich. Und ab und zu eröffnen sie mir tatsächlich einen ganz neuen Blick auf etwas und das erfüllt mich oft auch mit tiefer Dankbarkeit oder einfach mit Freude. Gedanken sind weder gut noch schlecht. Und dennoch gibt es diese Qualität, die uns ganz furchtbar eng macht und uns manchmal mitreist wie ein wilder Strudel… …und wenn uns die Qualität der „Weite“ nicht so vertraut ist und sie daher als „Option“ gar nicht auf den Tisch kommt, müssen wir so lange mit dem Strudel mitgehen, bis er sich von alleine ausgespielt hat.

Wenn wir die Qualität der „Weite“, „Stille“ ein bisschen kennen, dann kommt diese uns oft vor, wie ein Sprung ins Unbekannte. Ich meine, wir lassen all diese altbekannten, sicheren und auch liebgewonnen (wenn auch schmerzhaften) Gedanken und Konzepte los und springen in diese GANZ ANDERE Qualität. Eine Qualität in der sich das „Ich“ nicht halten kann. Hier hat es nichts, was es erzählen könnte. Keine Gründe, keine Wünsche, keine Rechtfertigungen, keine Ziele. Und dennoch bewegt sich das Leben. Es bewegt sich natürlich…

Wenn wir mit dieser Natürlichkeit in Kontakt kommen wollen, müssen wir weich werden. Es erfordert den Mut, verwundbar zu sein und hilflos. Interessanterweise entpuppt sich jene Hilflosigkeit dann als sehr, sehr sanftmütig. Sie fängt uns auf, wenn wir erkennen, dass es keinen Boden gibt, auf dem wir aufgefangen werden könnten <3

 

Atmen – Bewegung zwischen zwei Extremen

Der Atem steht für die sich ständig in Bewegung befindende Lebendigkeit „in“ uns. Er zeigt uns die beiden Qualitäten an zwischen denen unser Leben sich bewegt und Form annimmt:

Das Geben und das Nehmen.

Aktives Tun und passives Geschehen lassen.

Diese Qualitäten werden im Yoga deutlich, durch aktives Auf- und Ausrichten (wobei uns der Einatem unterstützt) – und durch ein „Sich-Einlassen“ auf die Haltung (wobei uns der Ausatem unterstützt).

Der Ausatem länd uns ein, „weich“ zu werden und da loszulassen wo gerade keine Spannung oder Kontrolle benötigt wird. Auch die Entspannung nach einer aktiven Haltung oder Sequenz ist Teil dieser Qualität.

Wenn wir eine Haltung länger halten und der Atem weiterfließt, bemerken wir wie immer beide Qualitäten zusammenarbeiten, denn oft wird beides benötigt.

Wir bemerken auch wie uns die eine Qualität möglicherweise etwas leichter fällt als die andere – in dieser bestimmten Haltung – oder heute, gerade jetzt.

Haltungen nehmen wir nicht nur im Yoga ein. Wir ver-halten uns im Alltag ständig: Wir nehmen eine bestimmte Haltung ein wenn es turbulent, ungeplant und hektisch zu geht, wenn wir mit etwas Unangenehmen konfrontiert werden, wenn uns etwas berührt, wenn wir uns zu etwas hingezogen fühlen,…

Wir nehmen körperlich eine bestimmte Haltung ein.

Und wir nehmen geistig-emotional eine bestimmte Haltung ein.

So wie der Tag auf die Nacht folgt, folgt der Ausatmen auf das Einatmen. Das bedeutet Leben. Um ausatmen zu können, müssen wir zuvor eingeatmet haben. Und es muss Platz, Leere, Raum da sein, um überhaupt einatmen zu können. Auf gewisse Weise fordert also das Verstärken des Einen auch eine Verstärkung des Anderen. Denn natürlicherweise lassen wir nach einer kraftvollen Yoga-Haltung oder Übungssequenz los. Unser Körper und unser Geist fällt von alleine so weit in Enstpannung, wie es in diesem System „Sinn“ macht. Das ist EIN Grund, warum uns Yoga so gut tut. Aber auch im Alltag wollen wir nach einem arbeitsreichen Tag automatisch abschalten und loslassen. Oder wir werden krank, wenn wir uns zu lange ÜBER-anstrengt haben.

Dabei ist das Eine dann nicht wirklich „besser“ oder „schlechter“ als das Andere – auch wenn die Extreme ab und zu sehr stark hin- und herschwanken. Es sind einfach zwei Qualitäten zwischen denen Leben passiert. Es ist eine natürliche Bewegung INNERHALB der wir lernen – und Lebendigkeit lebendig begreifen (nicht nur mental).

Leben passiert auch zwischen der Qualität der „Enge“ und „Weite“. Manchmal fühlen wir uns steif, unbeweglich und eng. Jeder Gedanke scheint absolut wahr und unbeweglich zu sein. Manchmal sind wir wie gefangen in negativen Ich-Gedanken. Und manchmal fühlen wir uns weit und gelöst, eher „raumhaft“, sehr lebendig und „verbunden“ mit der Bewegung des Lebens selbst.

 

Der Atem berührt aber noch zwei weitere Qualitäten:

Bewusstheit und Unbewusstheit.

Denn er fließt auch ohne dass wir uns seiner bewusst sein müssen. Aber er reagiert auf unsere inneren Bewegungen, d.h. er wird automatisch flacher, feiner, länger oder tiefer oder wir halten ihn sogar an.

Dann können wir den Atem aber auch bewusst anhalten oder verlängern.

Die Arbeit mit dem Atem ist feiner als die körperliche Arbeit. Sie berührt im gewissen Sinne unser BEWUSST-Sein. Also DIE Qualität, in der all diese verschiedenen Formen (Enge und Weite, Kraft und Kraftlosigkeit, Geräusche und Stille,…) auftauchen.

(bewusst-)SEIN ist das, was in allem gleich bleibt!

Wenn wir in der Atem-Arbeit, den Atem anhalten, kann uns das mit einer Art Panik und Todesangst konfrontieren, es kann uns aber auch ganz „still“ und „lauschend“ werden lassen und uns mit unserer Essenz verbinden,…

Das Beobachten und Experimentieren mit dem Atem, lässt uns eine Menge über uns herausfinden 🙂

Hier findest du online ein Video von mir, mit der du spielerisch experimentieren kannst:

 

Asanas – Reihenfolgen – und die Idee von richtig und falsch

Heute mal ein Beitrag zu einer Frage von einer Yogaschülerin. Es geht um die Bedeutung der Reihenfolge der Yogastellungen.

Es geht aber um noch viel mehr:

Es gibt keine Regeln und doch gibt es welche – und diese können manchmal, für einige Menschen und in bestimmten Phasen sehr hilfreich sein.

Die eigentliche Frage von der besagten Schülerin lautete: Warum startet die Rishikesh-Reihe mit den Umkehrhaltungen und nicht mit den Füßen (und der Erdung) wie in vielen anderen Traditionen?

Hier der Versuch einer Antwort:
Also zunächst mal gibt es in vielen Hatha-Yoga Richtungen keine festgelegte Reihenfolge von Yogahaltungen. Zum anderen arbeitet ein guter Yogalehrer, selbst wenn er mit eine Reihe arbeitet, abgestimmt auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der aktuell anwesenden Teilnehmer.
Weiterhin: Der Yoga-Unterricht kann (bewusst oder unbewusst sowohl für die Lehrende als auch für die Teilnehmer) durchaus ganz unterschiedliche Ziele haben. Egal auf welche Weise also geübt wird, irgendwas passiert immer 😉

Ich könnte hier also Romane über körperlich Zusammenhänge schreiben oder aber darüber, dass jede Körperhaltung ganz allgemein auch eine „Geisteshaltung“ spiegelt bzw. in einer gewissen „Energie“ schwingt. Im Alltag: Was passiert zum Beispiel, wenn du jetzt (auch wenn dir gerade gar nicht danach ist) für 2 Minuten einfach („künstlich“) die Mundwinkel hochziehst?

Welche Gedanken tauchen auf? Wie reagiert der übrige Körper?

Unwahrscheinlich ist, dass gar keine Reaktion auftritt! Alles was wir tun (besser: alles, was passiert), ist mit allem anderen verbunden und zeigt eine gewisse Wirkung. Yoga ist u.a. eine Methode, um das ganz persönlich und auf einmalige (nämlich DEINE!) Weise zu erforschen!

Weil wir alle an ganz unterschiedlichen Stellen stehen und auch zu ganz unterschiedlichen „Orten“ wollen, macht es manchmal wenig Sinn, uns miteinander zu vergleichen – auch wenn wir das ständig tun. Und auch das Vergleichen macht Sinn: Denn durch Vergleiche bekommen wir überhaupt eine Idee von „diesem“ und „jenem“. Zum Beispiel verstehen wir die Qualität von Sommer ganz besonders in ihrer Abgrenzung zum Herbst oder Winter.

Mein Verständis von „an unterschiedlichen Orten stehen“:
Es ist nicht so, dass wir alle von einer Zielgerade losgegangen wären und ein und das selbe Ziel vor uns läge. Ich würde sogar fast behaupten, dass es gar kein Ziel gibt. Ich bin da ganz mit dem berühmten Ausspruch: Der Weg ist das Ziel! Dieser Moment hier ist bereits absolut VOLL (in seiner ganzen Unvollkommenheit). In diesem Moment ist genau das, was in unserem ganz individuellen Lebenspuzzle gerade Sinn macht! Dieser Moment ist ein vollkommener Ausdruck dieser ganz bestimmten Blume hier, nämlich dir!

Wenn wir das so betrachten, kann man nicht sagen: Wir fangen bei der Erdung an, das sind die Füße (und/oder der Beckenboden). Erdung ist nämlich auch: Erst mal aus dem Kopf raus zu kommen und HIER (HALLO!) anzukommen. Und dafür gibt es unzählige Techniken. Eine ist den Körper einfach mal zu spüren. Und dies gelingt bei der ein oder anderen Person vielleicht einfach schon in dem sie still wird (Anfangsentspannung). Eine andere Person braucht dafür richtig viel Bewegung (Sonnengrüße), wieder eine andere Person muss etwas Neues tun, was absolut unroutiniert ist, wieder jemand anders braucht ein Ritual, etwas, das immer gleich abläuft,…

Was „Erdung“ im einzelnen genau ist und WIE es umgesetzt werden kann, ist also durchaus unterschiedlich. Und sicher ist das auch nicht für jede Person der Ansatzpunkt des Yoga schlechthin 😉

Zurück zur Eingangsfrage: Warum beginnt die Rishikesh-Reihe mit dem Kopfstand?
In der Sivananda-Tradition beginnt die Yogastunde nicht mit dem Kopfstand, sondern mit einer Anfangsentspannung (Voila! „Erdung“ ;- ) Der gesamte Körper liegt für einige Zeit regungslos auf dem Boden. Die aufgewirbelten Sandkörner (Gedankenwellen) des heftig in Bewegung geratenen Sees (das Bewusstsein) können langsam wieder zum Grund zurück sinken. Das Bewusstsein klärt sich.

Der Körper hat in dieser Position (Shavasana) maximalen Erdkontakt. Er wird vom Boden getragen und gehalten – egal ob er krank, müde oder voller Energie ist. Egal wie die Stimmung gerade ist. Hier erleben wir ganz, ganz simpel: Erdung.

Danach beginnt (in der Regel) das Pranayama: Die Atemarbeit. Über den Atem arbeiten wir ganz direkt mit dem Geist.

Alltagsbezug: Wenn du aufgeregt oder sehr ärgerlich bist, stockt dein Atem oder wird ganz flach. Du atmest nicht mehr leicht und mühelos aus. Es bleibt Restluft in den Lungen. Manchmal geraten wir außer Atem oder verschlucken uns.

Die Atemübungen geben uns Gelegenheit, mal genauer hinzuschauen, was passiert, wenn wir den Atem anhalten. Wir üben das lange, vollständige Ausatmen und das Loslassen… Wir reinigen unsere Lungen und bemerken, wie das Einatmen uns tatsächlich nährt. Je nachdem wo wir auf unserem Weg stehen, d.h. was uns anspricht, was uns berührt und für uns fühlbar ist, bemerken wir vielleicht die „energetische“ Wirkung dieser Atemarbeit. Und auch dieses „Bemerken“ wird sich bei jedem auf eine ganz individuelle Weise zeigen und Sinn ergeben.

Die Energiearbeit des Pranayamas bezieht sich vorwiegend auf den Ausgleich von „Ida“ und „Pingala“ die beiden Nadis, die für die Dualität stehen. Es geht hier um das „aktive“ und das „passive“ Prinzip. Wir finden das im Ha-tha (Ha- Sonne; tha-Mond) des Hatha-Yogas wieder. Außerdem spielt die Sushumna eine Rolle. Sie ist der Bereich, in dem die Gegensätzlichkeit im gewissen Sinne aufgehoben ist.

Sirsasana (der Kopfstand) regt direkt die Sushumna an. Die Energie fließt vom Scheitelchakra (von der Formlosen Ganzheit) durch den gesamten Hauptenergiekanal – also durch alle Chakren und damit durch alle Qualitäten des menschlichen Seins.
Mit diesem „Blick“ sind die Asanas vorwiegend Energiearbeit. In jeder Haltung werden andere Chakren angeregt und mit anderen Herausforderungen gearbeitet, diese zeigen sich u.a. in den Körperempfindungen und dem „inneren Umgang“ damit.

Für manche Teilnehmer, selbst wenn sie körperlich nicht sonderlich beweglich sind, ist das Pranayama gleich irgendwie stimmig. Für andere ist es von Anfang an eine Herausforderung. Manche werden nie richtig warm damit. Für andere sind die Sonnengrüße vielleicht eine Herausforderung, wenn sie fließend und schnell geübt werden sollen. Aber wer sagt denn, dass Sonnengrüße schnell und flüssig sein müssen? Es gibt andere Möglichkeiten sich „aufzuwärmen“. Zum Beispiel das „Schütteln“. Hier wird der Energiefluss angeregt und alte Konzepte, die körperlich Form angenommen haben, werden gelockert. Gleichzeitig wird in den Gelenken die Gelenkflüssigkeit angeregt…

Wer kann schon sagen, was in diesem Augenblick für dich dran ist? Vielleicht liegt der Wert in dieser Erfahrung hier ganz einfach in der Tatsache, dass du für dich erkennst, dass dieser Yogalehrer oder diese Tradition aktuell nicht für dich passt. Wenn du für dich sorgst, dann suchst du dir eine andere Richtung.

Wie kann man da Regeln aufstellen?

Und doch gibt es Zusammenhänge!

Es gibt Wirkungen!

Es gibt Körperhaltungen, die vorbereiten oder ausgleichen, die stärken, besänftigen, beruhigen…

Jede Yogapraxis und jede Tradition ist voller Schätze.

Jede Yogastunde ist eine reine Schatztruhe – selbst wenn uns die Stunde mal nicht liegt oder wir irgendwie bei dem „falschen Yogalehrer“ gelandet sind!

Asana-Reihen können uns helfen, einfach anzufangen (Jetzt! Zu Hause)! Wir müssen uns nichts ausdenken… wir starten einfach mit dem, was wir gelernt haben, schalten den Kopf aus und legen los. Tatsächlich bleibt auch da immer noch GENUG Spielraum, um zu experimentieren und individuell anzupassen 😉
Und: Wenn du eine Weile mit ein und derselben Reihe übst, wirst du schnell merken, wie du immer „tiefer“ und „tiefer“ sinkst. Du erreichst immer andere „Ebenen“ und „verstehst“ mehr und mehr was dich da berührt. An keinem einzigen Tag wird es sich genau gleich anfühlen und doch so vertraut…

Herzlichst
Verena <3