Zuhause YOGA üben…

Wie geht es DIR?

Wie erlebst DU – persönlich, intim, in Dir – diese Zeit?

Sehr plötzlich, sehr viel freie Zeit oder sehr plötzlich sehr viel zu tun, anders zu organisieren und irgendwie kaum Raum für inneres Sortieren und Innenkehr?

Wie gehst du um mit den verschiedenen Meinungen, die quasi „im Raum“ schweben (oder aus den verschiedenen Medien und über andere Menschen an dich herangetragen werden)?

Welches innere Muster springt an, in Dir?

Sich „schützen“?

Es wissen wollen?

Wo suchst du nach Antworten?

Wo verarbeitest du die Informationen, die (ganz speziell) DICH erreichen?

Verarbeitest du hauptsächlich im Kopf? Mit der Logik?

Reagiert dein Körper?

Dein Emotionalkörper?

Dein Herz?

Erkennst du (wirklich), wenn es deine Herzensebene berührt?

Viele Fragen – JA!

Weißt du was der Schatz dieser aktuellen Zeit ist? Du kannst sehr genau beobachten, was dein ganz spezieller „Trigger“ ist.

Je nachdem, in welcher sehr individuellen Situation DU dich gerade bewegst, sie macht DIR (und es geht in diesem Falle wirklich alleine um dich) sehr deutlich, wo du „wund“ bist.

Ich glaube so sehr an dich, dass ich auch glaube, dass du, wenn du nicht mit der ersten Verstandesreaktion, sondern mit ein bisschen Ruhe dorthin schaust, auch genau weißt, was es braucht, damit diese „Wunde“ heilen kann!

Eine Sache, die dir auf JEDEN Fall dabei hilft, ist die Unterscheidung zwischen den alten Mustern und dem frischen Erleben dieses Augenblicks.

Dabei können „alte Muster“ auch als super „heilige Ideen“ daher kommen, als „Augen zu und durch“ oder als „durchschauende Weisheit“.

Alles, was du schon weißt, passiert nicht JETZT!

Alles, was du be-urteilst, ist nicht mehr lebendig.

Um das „Jetzt“ zu entdecken, musst du „lauschen“, „spüren“, „im Körper sein“, fühlen, riechen, atmen…

Das Jetzt ist bewegt!

Das ist DAS, was wir im Yoga machen!

Es scheint so, als stärken wir den Rücken und den Bauch, halten die Wirbelsäule und die Hüfte beweglich, entspannen den Kiefer, Atmen bewusst,…

Erinnerst du dich an das Gefühl deines gesamten Wesens nach der Endentspannung?

Dein Körper fühlt sich 3 cm größer an. Alles ist an seinem Platz. Jeder Schritt ist ein fester und leichter zugleich. Dein Kopf ist frei und dein Herz offen.

Das ist nicht passiert, weil du die Bauchmuskelübung lang genug gehalten hast. Es ist passiert, weil du innerlich anwesend warst, während du deinen Köper erforscht und mit ihm gearbeitet hast!

Du warst HIER!

IM Körpererleben!

Das Körpererleben ist wie eine Tür hinein in die Verbundenheit mit allem anderen:

Mit der Lebendigkeit als solche, mit der Gesamtheit des Lebens, mit der Stimmung um dich herum, mit deinen echten inneren Bedürfnissen und mit der Berührbarkeit der anderen!

All das passiert HIER!

Nicht, wenn du im Kopf stecken bleibst.

Der Kopf darf mitsprechen! Aber lass auch deinen Körper und deine Berührbarkeit sprechen. LAUT!

Die Chance, die sich nun auf tut ist folgende:

Es ist nun an DIR, deine eigene Selbstermächtigung zu nähren!

Wie immer (also wie vor Corona) kannst du dir verschiedene Inspirationen holen. Du kannst hier hin hören (innerlich oder äußerlich) oder dort hin – oder du kannst weghören.

(Frage dich: Weswegen hörst du genau dort hin, wohin du hörst? Was gibt es da für dich? Was wird hier genährt?)

JETZT ist es mehr denn je DEINE Verantwortung, dich zu entscheiden: Tust du dies oder das mit deiner (vielleicht weniger oder mehr erscheinenden) Zeit.

Schaust du hier nach oder dort.

Sagst du „ja“ oder „nein“.

Folgst du deinem inneren Drängen oder nicht?

Wie gehst du mit dem um, was sich dir jetzt zeigt?

Das ist im Grunde die selbe Frage, die sich dir stellt, wenn du in einer Asana bist:

Fühlst du deinen Körper, während du diese Haltung hältst? Oder wartetst du darauf, dass die Yogalehrerin dir sagt, was als nächstes kommt?

Erlaubst du dir deine körperliche Kraft zu entdecken und sie zu nutzen oder hältst du dich zurück?

Erwartest du mehr von dir, als dein Körper geben kann? Übergehst du dein Körpergefühl und agierst lediglich aus einer Idee heraus? Aus einem Ziel heraus?

Kannst du dich auf die Einfachhheit des Atemflusses einlassen? Wirklich einlassen? Oder denkst du ihn nur?

Oder ister dir zu langweilig?

Es geht hier NICHT um Bewertung! Ob du es „gut“ oder „richtig“ machst!!! Es geht hier im Besonderen darum, dass DEIN Zugang zu dir, dein Umgang mit dir, dein Erleben, auf einmal eine besondere Stellung bekommt. HIER ist deine Macht! HIER entscheidet sich nämlich, WIE der Moment FORM annimmt.

Das ist das Wesen von Yoga!

JETZT! ist die perfekte Zeit das zu vertiefen. In jeder Begegnung mit dir, der vollen Spühlmaschine, deinen Kindern, dem Sonnenschein oder deiner leeren Wohnung. Im Alleinsein, im Trubel von Familie und Arbeit. Im Nichts-zu-Tun-haben und Gedankenkreisen, in der Stille, im Loslassen, im unstrukturiert-Sein, im Frei-Sein, im Erleben von Zwängen, im Erleben von Angst,

…und natürlich wenn du Yoga-Asanas praktizierst!

Wenn du durch den Wald läufst.

Wenn dir die Sonne ins Gesicht scheint.

Oder wenn du beginnst Atemübungen zu machen!!!

Die meisten, die das lesen, wissen, dass es einige youtube videos von mir kostenlos anzuschauen gibt. Neu ist mein Online-Programm. Das kannst du nutzen, wenn dich meine Art zu unterrichten anspricht. Es gibt ein monatliches Abo (monatlich kündbar) oder (zusätzlich) das Paket: „Wandlung und Auflösung von alten, überlebten Strukturen“. Beide Möglichkeiten enthalten Yogastunden, aber auch Texte, Fragen und Audios. Beides kann dich insprieren deinen FOKUS zu halten. Und DANN geht es aber darum, deinen ureignen Weg damit zu finden. Dein „Licht“ im Innern. Und vorallem den Weg durch das Dickicht in dieses Licht. Immer wieder und wieder und wieder und wieder. NEU!

Und zwar ganz unabhängig davon, ob du morgen wieder ganz „normal“ (was ist eigentlich genau „normal“?) zur Arbeit gehst oder nicht. Völlig unabhängig davon, wieviel Geld du auf dem Konto hast oder nicht hast. Völlig unabhängig davon, ob du morgen krank im Bett liegst und dein Fokus HIER gebraucht wird oder ob du morgen ein völlig neues, nie geplantes Projekt startest und dein Fokus HIER gebraucht wird. Völlig egal, ob du dich frisch verliebst und dein Fokus HIER gebraucht wird (weil es dann NOCH tiefer und nährender ist) oder ob du dich gerade von deinem Partner trennst und dein Fokus HIER gebraucht wird, weil du jetzt Klarheit benötigst und Kraft und Liebe für den Prozess des Trauerns und Verarbeitens.

Diese innere Verwurzelung in deiner Wahrhaftigkeit (statt im Suchen, in der Verwirrung oder in der Verteidigung bestimmter Meinungen) nährt dich, EGAL was morgen passiert!!!

<3

Wenn du dich für meine Online-Angebote interessierst:

http://www.yogalini.de/Online%20Angebote.html



Yoga im Alltag – Alltag mit Kinder…

Warum machen wir Yoga?

Ich meine: Warum nehmen wir Körperhaltungen ein, arbeiten mit dem Atem und genießen in der Schlussentspannung das wohlige Gefühl?

Geht es im Grunde vielleicht genau um dieses wohlige Gefühl NACH der Yogastunde?

Und was genau lässt uns so wohlig fühlen?

Wenn wir eine Stunde lang unseren gesamten Körper gedehnt, geöffnet und gestärkt haben, befindet sich unser Bewusstsein nicht aussschließlich im Kopf, sondern verteilt sich gleichmäßig auch in unseren Körperempfindungen und Emotionen. In diesem Gleichgewicht ist unser Denken weniger aufgestachelt von all dem „sollte“ und „müsste“ und „könnte“ und stattdessen mehr präsent in dem, was sich ganz natürlich und lebendig eben gerade zeigt. Dann ist da in aller Bewegung auch ein Ruhen.

DAS macht Yoga so attraktiv für uns.

Und JA! Dafür sind Körperübungen nicht unbedingt notwendig. Manchmal katapultiert uns zum Beispiel die frische Morgenluft mit einem schönen Lichtspiel und zwitschernden Vögeln geradewegs aus unserem eben noch müden, nörgelnden und kämpfenden Selbst mitten in einen Moment des berührt-Seins hinein. Und plötzlich erscheinen all die Widerstände und Probleme in einem anderen Licht.

Manchmal hören oder lesen wir einen Satz, der uns genau da berührt, wo wir berührt werden möchten und manchmal fühlt es sich so an, als bräuchten wir eine Menge Bewegung, um all die Spannungen irgendwie ausagieren zu können…

Es gibt keine Regel!

Nicht mal für uns selbst – denn auch wir stecken immer wieder in neuen Lebenssituationen, die mit denen von gestern eben nicht mehr wirklich vergleichbar sind. Im Grunde ist tatsächlich jeder Augenblick neu!

Und wir lernen mit jedem dieser neuen Momente. Wir lernen INDEM wir leben. Unser Lernen ist nicht etwas, das allein geistig begriffen werden könnte. Denn es ist ganzheitlich: Körperlich, emotional, geistig, seelisch,… Es ist so viel mehr, als jedes Wort. Es ist LEBENDIG!

Jeder – wirklich jeder – Augenblick des Lebens ist VOLL von diesem Ruf DU zu sein! Jedes Gespräch, jede Tätigkeit am Computer, Wäsche waschen, Hausis mit den Kindern machen,…  Jeder Moment, in dem wir GEGEN diesen Moment sind (auch wenn es nur minimal und sehr subtil ist), sowie jeder Moment, in dem wir uns leicht und berührt fühlen. Jeder Moment der Freude und jeder Moment der Wut. Jeder Moment des Nicht-Verstehens, sowie jeder Moment des Begreifens. Und dabei ist jeder Augenblick genauso vollkommen wie jeder andere. Jeder birgt einen Schatz in sich: Das Leben selbst!

Ja! Wütend sein IST Leben. Es ist kein halbes Leben, es ist volles Leben.

Auch jeder Moment, in dem wir hadern und unser Verstand Pirouetten dreht ist dieselbe Fülle (auch wenn es sich nicht voll anfühlt). Es ist genau DAS, was gerade gelebt, erfahren und damit „gelernt“ wird. Wir lernen wie es sich anfühlt. Wir lernen die unterschiedlichen Qualitäten des Lebens kennen. Lebendig kennen.

Wir lernen „Hilflosigkeit“ und die Idee „Kontrolle haben zu können“. Wir lernen Angst, Vertrauen und alle Dimensionen dazwischen.

Ein Tag, an dem also alles schief zu laufen scheint, ist kein verlorener Tag. Es ist ein wertvoller Tag. Er gibt uns ein Gefühl von Leiden und zeigt uns gleichzeitig, wie die „Idee von Ich“ der Grund von allem Leiden ist. Wenn wir im Widerstand sind, ist es immer das: „ICH will das so nicht. So ist es falsch (finde ICH!). So hatte ICH mir das nicht vorgestellt.“

Oder: ICH verliere die Kontrolle. Keiner sieht MICH. Keiner versteht MICH.

Wer zum Teufel ist eigentlich dieses „Ich“???

Mal findet es dies, mal das,…

Wenn wir jedoch das, was IST, einfach in seiner ganzen Fülle passieren lassen, mit all der Enttäuschung oder Überraschung, mit all dem Unbekannten, Zauberhaften und Erschreckenden, das darin liegt, dann verändert sich etwas. Schmerz löst sich nicht einfach auf. Was sich aber auflöst (oder zumindest lockert), ist der Widerstand und die Angst vor dem Schmerz. Und manchmal bemerken wir dann, dass zum Beispiel auch im Schmerz eine „Tür“ zu dem selben Frieden und der selben Ruhe liegt, die wir oft am Ende der Yogastunde empfinden.

Der Schlüssel liegt in der Erlaubnis, sich ganz mit dem Leben zu bewegen – trotz all seiner Unsicherheit, trotz all seiner Tiefen, Grausamkeiten und trotz all seiner unbeschreiblichen Höhen.

Und das geht während wir Gute-Nacht-Lieder singen (und uns damit selbst berühren) oder während wir vor unseren Kindern zugeben, dass wir gerade voll den Mist gebaut haben, so dass wir JETZT nochmal NEU anfangen können (zum Beispiel mit den Hausaufgaben oder irgendeiner anderen Diskussion).

Das geht auch indem wir während eines Streitgespräches mit dem Partner bemerken, dass wir gerade nicht von unserer Sichtweise ablassen können, dass wir kämpfen. Unabhängig davon, ob wir dann weiter kämpfen und den Schmerz davon, aber auch die Anziehungskraft dieses „Recht-haben-wollens“ spüren oder ob wir tatsächlich plötzlich umschwenken und dem anderen Standpunkt Raum geben.

Was in beiden (in allen) Fällen gleich bleibt, ist dieses SEIN mit uns. BewusstSEIN. Und die Schönheit dieser Weite, die all das zulässt. Die uns zulässt – mit all unseren „verqueeren“ Eigenheiten. Und die den anderen zulässt, mit all seiner undurchschaubaren Ganzheit, die sich in jedem Augenblick neu zeigt. Ebenso wie die meine.

Am Ende verschwimmt möglicherweise diese Trennung in „dein“ und „mein“, die im Grunde sowieso nur auf der Sprach- und Denkebene existiert.

Was bleibt ist pure Lebendigkeit.

Lebendigkeit, die immer VOLL ist. Egal, ob wir uns gerade bewusst entspannen (in der Sauna oder der Badewanne zum Beispiel) oder ob wir gerade mitten in einem Wäscheberg sitzen oder drei Kinder gleichzeitig anziehen müssen, Büroarbeit machen, müde ins Bett fallen oder uns nach den Asanas zur Meditation hinsetzten 🙂

 

Yoga mit Verena     yogalini.de

Wem oder Was wir Aufmerksamkeit geben…

… verstärken wir.

Auf diese Weise können aus Gedankenfetzen (zumindest SCHEINBAR ;- ) riesen große Probleme werden.

Aber:

Wir können – beispielsweise – auch unseren Körper dabei unterstützen, im Gleichgewicht zu bleiben, bzw. wieder ein Gleichgewicht zu finden, indem wir ihm einfach ein bisschen Aufmerksamkeit schenken.

Da ist vielleicht ein Schmerz irgendwo im Rücken, der sich seit langer Zeit und durch verschiedenste Ursachen gebildet, und dann irgendwie verhärtet hat. Oder da ist eine leichte Anspannung im Bereich der Schultern. Jemand hat etwas gesagt, was uns verunsichert hat. Oder wir fühlen uns unwohl in dieser Situation hier. Das ist körperlich spürbar.

Jetzt können wir in den Verstand „flüchten“. Wir können uns ärgern, dass wir es nicht „besser“ hingekriegt haben. Oder wir bemühen uns, mögliche Ursachen zu finden, loglisch zu erklären und daraufhin Strategien zu entwickeln, die uns künftig vor „unangenehmen“ oder „schmerzhaften“ Situationen schützen sollen.

Natürlich lernen wir!

Dennoch haben wir alle auch die Erfahrung gemacht, dass wir uns vor dem LEBEN nicht schützen können (und es auch nicht müssen).

Im Kern SIND wir PURE Lebendigkeit. Und diese zeigt sich nun mal in allerlei Formen. In angenehmen wie in unangenehmen.

Wenn wir uns hin und wieder ein bisschen Zeit und Raum nehmen, dieses Spiel der Formen einfach lebendig zu leben. Und anstatt es zu ernst zu nehmen, einfach voll und ganz zu spüren und vielleicht sogar „still“ damit zu werden, dann löst sich unser angespanntes Verhältnis zu diesen Formen langsam mehr und mehr auf.

Eine angespannte Schulter (oder eine emotionale Traurigkeit) ganz „zart“ zu erFÜHLEN, ist etwas völlig anders, als gegen diesen Schmerz zu kämpfen.

Im ersten Fall, entsteht Raum. Dieser Raum ist wie ein zartes „Ja“ sagen. Das, was da ist, darf sein.

Im zweiten Fall, wird es eng. Wir geben unserer negativen Beurteilung Aufmerksamkeit und dadurch Kraft und Energie. Der Schmerz geht dadurch nicht weg. Aber das „Dagegen-Sein“ kreiert mehr und mehr Anspannung und dadurch mehr und mehr körperliche Verhärtung.

Wenn wir das Gefühl haben, dass wir gesehen werden. Also in unserer Unbeschreiblichkeit, mit all unseren Macken, Ecken, Kanten und bezaubernden Liebeswürdigkeiten, dann ist das wie so eine „Energiedusche“. Dabei braucht gar niemand irgendetwas zu sagen. Es geht schlicht und einfach darum, dass wir das Empfinden haben, da ist RAUM, in dem wir SEIN dürfen, wie wir eben sind.

In diesem Raum ist unendlicher „Platz“.

Platz für Nicht-Wissen, Platz für Neugier, Platz für Vergebung.

Selbstvergebung – und Vergebung für den anderen. Wir sind menschlich. Und wir dürfen menschlich sein.

Hier ist Platz für unsere vielschichtige Geschichte, die wir niemals komplett erzählen könnten. Da ist also Platz für unsere Wurzeln, ohne dass wir diese vollkommen kennen könnten. Hier ist Platz für unser Geworden-Sein.

Platz für unsere Ängste, unsere Träume, unsere (verborgenen) Talente.

Platz für jeden einzelnen Gedanken, jede noch so kleine Gefühlsregung, alle angenehmen und unangenehmen Erfahrungen,…

Manchmal können wir es zulassen, uns auf diese Weise selbst zu begegnen.

Irgendetwas entspannt sich

…und es fühlt sich ganz WUNDERbar an.

 

Rishikesh-Reihe (zu Hause üben)

Und noch ein bisschen mehr zum Thema: Zu HAUSE YOGA üben…

Manchmal ist die Frage einfach: Wie fang ich an?
Da sind Asana-Reihenfolgen natürlich sehr praktisch!

Ein weiterer Vorteil:
Wenn du immer die gleiche Reihe übst, wirst du mit der Zeit immer mehr und vorallem tiefer ent-decken, was die Qualität dieser Asana eigentlich ist. Jede einzelne Asana erzählt im Grunde eine ganze Geschichte…

…und ich spreche hier noch nicht einmal von der Energie-Qualität der Haltung, sondern alleine schon von den körperlichen Aspekten.

Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, wie viele Jahres es letzendlich gendauert hat, bis ich tatsächlich körperlich, gefühlt begriffen habe, wir sehr der Beckenboden mit der inneren Aufrichtung zusammenhängt und wie sehr diese Aufrichtung an dem Zusammenspiel jedes einzelnen Körpergewebes hängt und wie sich diese Aufrichtung zum Beispiel in den Umkehrhaltungen auswirkt.

Ich kann mich auch noch sehr, sehr gut daran erinnern, als ich in irgendeiner Stunde meiner damaligen Yogalehrerin (Herzensdank an Prema) auf einmal ein sehr tiefes „Aha-Erlebnis“ mit der Haltung des Fisches (Matsyendrasana) erlebt habe.

Ich hatte diese Stellung bereits hundertmal gemacht und sicher sah sie äußerlich ähnlich aus. Dieses Mal aber floss mein Atem so tief, so weich, dass er wirklich einen inneren Raum berührte, so dass die Haltung nicht aus dem Kopf, sondern aus dem gesamten Moment heraus Form annahm. Ich war tief berührt von diesem Erleben, was nicht nur meinen Körper bertraf, sondern mein gesamtes Bewusstsein.

Wenn wir mit Asana Reihen üben, dann haben wir die Chance nicht ständig auf der Suche zu sein, was wohl als nächstes „dran“ sein könnte, was wohl am effektivsten wäre oder wie ich mich am besten ablenken könnte oder wie ich meine Schmerzen loswerde oder oder oder…

Wir machen einfach.

Natürlich achtsam und im besten Fall abgestimmt auf unsere körperlichen Möglichkeiten und Bedürfnisse.

Dennoch: Wir machen es einfach!

Und zwar mit unserem gesamten Sein. Nicht nur mit unserem Körper. Das ist Yoga!

Anstatt also in der äußeren Erscheinung immer wieder eine Abwechslung, einen „Kick“ oder auch Perfektion zu suchen, lernst du „tiefer“ zu schauen. Möglicherweise wird es völlig egal, wie die Yogastellung von außen aussieht und du beginnst statt dessen zu entdecken, wie sie sich von innen anfühlt.
In diesem Entdecken fängst du an, dein eigener Lehrer zu sein. Du ent-deckst (du deckst durch dein eigenes Erforschen und Erleben auf) wie du die Stellung mit deinem Körper und mit der heutigen Verfassung am besten ausführen kannst. Dabei mögen „Kleinigkeiten“ auftauchen: Der Umgang mit einer Verhärtung unter den Schulterblättern vielleicht. Vielleicht entdeckst du, dass du den Fisch (Matsyendrasana) lieber passiv als aktiv übst, weil es so auf gewisse Weise für dich viel tiefer wirkt und deinem Gewebe genau den „richtigen“ Impuls gibt. Oder u machst die Entdeckung wie der Atem dich beim Aufrichten oder Loslassen unterstützt und wie sich dadurch die Haltung minimal verändert.

Es ist nicht so, dass das Üben von Hatha-Yoga ein ganz spezielles Ziel verfolgen würde. Und dennoch kann es vielerlei bewirken: Es kann dein Muskelgerüst ganz neu ausrichten und damit deine Haltung – und diese ist wiederum verwoben mit deiner inneren Haltung…
Selbst wenn wir augenscheinlich mit dem Körper arbeiten, so berühren wir durch diesen oft unser ganzes Wesen. Und eigentlich ist es genau DAS, was uns am Yoga so gefällt: Das berührt werden!

Da ist eine tiefe Sehnsucht ECHT zu sein, uns zu zeigen und zu spüren, denn das bedeutet es lebendig zu sein.

Wir können das in jedem Moment des Alltags. Aber oft schneiden wir uns hier vom Empfinden ab, in der Hoffnung, so „effektiver“ und „geschützt“ zu sein.

Herauszufinden, ob es nicht auch möglich ist, BERÜHrBAR zu leben, bedeutet, dieser Qualität Raum zu geben. Es bedeutet, sich Momente zuzugestehen, in denen ich BIN – und nicht erst TUN muss, um DANN zu sein.

Diese Momente sind letztendlich völlig unabhängig von irgendeiner Asana (Körperhaltung) oder sonstigen Technik! Jedoch kann uns die Körperarbeit durchaus helfen, uns wieder einen Geschmack davon zu geben, was es heißen könnte, all unsere verschiedenen Facetten (einfach) SEIN zu lassen. Dabei geht es sicher nicht darum, das Denken zu verteufeln oder jedes zielgerichtete Handeln. Es geht vielmehr darum, vorgefertigte Muster verlassen zu können und neu und auch ganz individuell und lebendig zu entdecken.

Hier wird offensichtlich, dass es dann egal ist, ob ich den ganzen, kompletten „Schulterstand“ (Sarvangasana) übe oder mir vielleicht einfach ein Kissen unter das Gesäß lege, um dem venösen Blut die Möglichkeit zu geben, zurückzufließen…

Es ist dann egal, ob die Gelenkigkeit meines Beckens und der Hüfte, sowie die Dehnung der rückwärtigen Beinmuskeln, so beschaffen sind, dass ich meinen Oberkörper in der Vorwärtsbeuge (Paschimottanasana) fast mühelos mit Hilfe des Atems nach vorne ablegen kann oder ob ich mit angewinkelten Knien und mit vielleicht einem Band mit geradem Rücken an der inneren Stabilität und am Loslassen „arbeite“…

Egal wie die Stellung aussehen mag, das was innerlich passiert, womit ich mich konfrontiert sehe (körperlich, emotional, geistig und energetisch) das ist HIER. Das passiert hier ganz allein, einmalig und höchst intim für MICH! Äußerlich unsichtbar.

JA! Körperlich macht jede kleine Veränderung durchaus einen Unterschied. Aber die Körper sind ja auch alle völlig unterschiedlich!

Die Idee, dass eine Asana den selben Effekt für alle Körper hätte, ist eine Illusion! Im Extremfall kann ein und die selbe Position für eine Person wie eine Erlösung sein, ein hilfreicher Impuls… während es für einen anderen Körper tatsächlich gesundheitsgefährdend ist. Einfach, weil dieser Körper anders ist: Er hat ein anderes Gewicht, die Knochen und Gelenke eine andere Qualität und Form, ebenso die Ausprägung und das Spiel der Muskeln. Hinzu kommt unser Charakter: Da gibt es Menschen, die gehen ständig über ihre Grenzen ohne es zu merken. Andere bleiben immer unter ihrem eigentlichen Kraft- und Kreativitätspotential. Sie haben sich eine imaginäre Grenze gesetzt, die sie ständig zurückhält. Dazwischen gibt es unendliche Facetten verschiedenster Ausprägungen und Kombinationen. ALL DAS begegnet uns (nebenbei), wenn wir Hatha-Yoga üben! Was für ein WUNDER 🙂

Nochmal KURZ zur Rishikesh-Reihe: Sie ist eine ganzheitliche, ausgewogenen Reihe in der jede Haltung auf die vorherige aufbaut, diese intensiviert oder einen Gegenpol darstellt. Körperlich aber auch geistig und energetisch wirken und schwingen die Asanas miteinander. Dennoch ist diese Reihe „nur“ ein Gerüst. Das heißt: Sie muss angepasst werden, an die körperliche Verfassung und die Möglichkeiten des Übenden. Die Haltungen sind im Grunde „Meditationshaltungen“ und ein Vorbereiten und Aufwärmen (z.B. in der Form des Sonnengrußes) ist u.U. sinnvoll.
Wenn mit Yoga begonnen wird, sollte dies am besten zusammen mit einem Lehrer geschehen, dem du vertraust. Nach und nach wird dein Vertrauen in deinen eigenen Körper wachsen. Wenn der Wunsch entsteht, alleine, Zuhause zu üben, hast du vermutlich schon genug „Material“ aus den geführten Yoga-Stunden mitgenommen, um deine Reise auch alleine aufzunehmen – in den Asanas, aber auch im ganz gewöhnlichen Alltag, mitten im oder kurz nach einem Streitgespräch mit deinem Nachbarn oder was auch immer dir gerade deine „Knöpfe“ drückt!

Wer mehr von mir hören will findet mich auf youtube oder in Kirchheim/Teck Yoga