Den eigenen Platz einnehmen…

… ist ein sehr interessantes Thema.

Können wir denn überhaupt an einem Platz stehen, wie ein Baum?

Oder ändert sich (auch unser innerer) Ausdruck nicht oft spontan und wild mit den Geschehnissen im Außen oder den inneren Gedanken- und Bewusstseinsströmungen?

Ist unser „Platz“ – wenn wir so einen haben – vielleicht gerade das Gegenteil eines ein-deutigen Ausdrucks oder Erlebens und vielmehr die Unschuldigkeit, die Unberechenbarkeit und Berührbarkeit des lebendigen Momentes? Also seinem Wesen nach formlos, während er gleichzeitig die Möglichkeit aller Formen enthält und mit Sicherheit, – solange wir uns menschlich erleben, – irgendeine dieser möglichen Formen ausdrückt. (Welche dann wiederum vom Verstand (der ebenfalls eine Form (ein Ausdruck der freien Lebendigkeit) ist) verstanden, eingeordnet und bewertet wird)

Insbesondere angesichts der aktuellen Zeitqualität, in der sich vieles ja neu sortieren muss, passiert eine Positionierung oft vorschnell und leichtfertig gemäß den „alten“ Regeln: Wir glauben das (oder zweifeln das an), was in etwa mit dem konform geht, was uns am vertrautesten ist.

Natürlich! Gerade wenn sich Altbekanntes zu wandeln beginnt, wollen wir ja irgendwo etwas, das „bleibt“.

Bei alledem, was sich aktuell im Beginn einer Neu-Ordnung befindet, wünschen wir uns, um uns einigermaßen „sicher“ zu fühlen, eine Art „Bestätigung“ durch ein Gegenüber: Ein Mindestmaß an Akzeptanz und Gleichgesinnung. Ein Gesehen-Werden, das uns aushält, in dem, was wir SIND.

Es reicht dann, das diese Bestätigung „nur“ aus wenigen Freunden oder gar einer einzigen Person besteht. Ist dies – innerhalb einer so großflächigen Neuordnung, wie sie aktuell geschieht – nicht gegeben, fängt unser innerer Boden an zu wackeln, was sich dann unterschiedlich äußert:

Entweder, wir beginnen die Thematik durch die Irritation mit anderen Augen NEU zu betrachten oder aber wir haben das Gefühl, uns verteidigen zu müssen, was oftmals (selbst mit nachvollziehbaren Argumenten) zu einer gewissen Härte führt, die die Lebendigkeit der Essenz, zumindest in ihrer Erscheinung (also so, wie wir sie dann erleben,) „einfrieren“ lässt.

Die Lebendigkeit bleibt natürlich lebendig. Ihr fehlt nichts, selbst wenn wir uns gegenseitig umbringen. So wie das Wasser, Wasser bleibt, egal ob es in gasförmigen Molekühlen tanzt oder sich in Form von „Eis-Molekühlen“ super langsam bis kaum bewegt.

ABER: Es fühlt sich deutlich anders an, wenn wir um unsere Ansichten streiten oder wenn wir uns gegenseitig inspirieren – und SEIN lassen können.

Allerdings besteht auch ein enormer Unterschied darin, ob wir uns wirklich gegenseitig inspirieren oder ob wir uns einfach nur links liegen lassen, weil wir uns nirgends finden können und uns gegenseitig abwerten. Insbesondere dann, wenn hier nicht nur ein Meinungs- oder Bewusstseinsgefälle besteht, sondern auch noch ein bestehendes, strukturelles Machtgefälle.

Das gerade Beschriebe, sind natürliche Wirkungszusammenhänge, die man (oder Frau) nicht „mir-nichts-dir-nichts“ einfach so auflösen könnte.

(obgleich auch das angesichts der Wildheit und Spontanität von Lebendigkeit immer mal wieder möglich ist).

In der Regel wird es jedoch eher als herausfordernd erlebt, das eigene Festhalten an der eigenen Meinung und die darunter liegende (meist nicht vermutete) Angst zu erkunden, ebenso wie die Hilflosigkeit angesicht der absoluten Freiheit, die in der anderen Person liegt.

Wenn dann noch das Bewusstwerden der aktuellen Machtverhältnisse hinzukommt – und ich spreche hier noch gar nicht von Wirtschaftsinteressen oder dergleichen, sondern einfach von Strukturen, die sich im Laufe unserer Kulturgeschichte etabliert haben, also durchaus auch von Strukturen innerhalb von Familien oder sogar von Strukturen in deinem eigenen Inneren – dann wird es haarig. Denn genau diese Strukturen werden aktuell, angetriggert durch einen unsichtbaren Virus und angetriggert durch alles, was wegen dieses Viruses aktuell getan und nicht getan, gedacht und nicht gedacht, gefühlt und nicht gefühlt wird, in Schwingung gebracht.

Was schwingt hier?

Eine ganz natürliche Neuordnung, so wie sie in kleinen Zyklen jedes Jahr aufs Neue durch die Jahreszeiten geschieht oder innerhalb eines Menschenlebens, wenn wir in die sogenannten „Pubertät“ gehen oder schwanger werden, Mutter werden,… um nur einige Beispiele zu nennen. Auch da drückt sich etwas aus, nimmt Form an, durch uns, durch einen individuellen Körper, durch einen einzigartigen Umgang mit einem Prozess, den wir als Menschheit ja alle irgendwie erleben. Und dennoch ist es jedes einzige Mal NEU. Zutiefst wertvoll und bedeutsam und gleichzeitig so sehr in Bewegung, so vergänglich, dass es im Werden direkt wieder stirbt. Es ist Leere und Fülle zugleich.

Das Gleiche passiert JETZT.

Während wir uns ausdrücken, während wir uns zurücknehmen, während wir beobachten, während wir fühlen, während wir glauben, während wir sagen, was wir für richtig halten, während wir uns nicht trauen, unsere Meinung zu sagen oder während wir noch nicht sicher sind, welche Meinung wir haben. Es passiert, während wir unsere Meinung ändern. Es passiert während wir uns verrennen oder (scheinbar) bewusst für oder gegen etwas kämpfen. Es passiert, während wir weghören, während wir (scheinbar) bewusst entscheiden wohin wir gucken wollen, worüber wir diskutieren oder nicht diskutieren wollen,…

Als Menschheit und als individuelle „Seele“ reifen wir gerade (so wie wir es auch vor Corona in jedem Augenblick, in jeder Begegnung mit uns selbst, der Natur oder einem anderen Wesen oder Thema getan haben). Vielleicht ist es gerade (durch Corona) ein wenig offensichtlicher, so wie eine Geburt eine offentischtlicher Wandel ist oder der Wechsel des Arbeitsplatzes oder der Wohnsituation.

All dies erlebt JEDER (und jede) innerhalb eines Menschenlebens und dennoch erlebt es jede und jeder zeitlich an einem anderen Punkt und auf eine einzigartige Weise.

Wie kannst DU also ganz individuell, da wo du gerade stehst und dich bewegst, deinen Platz einnehmen und zwar nicht als FESTE FORM (denn Lebendigkeit ist ihrem Wesen nach bewegt), sondern IN deiner Berührbarkeit und Authentizität bewegt?

Das ist eine Frage, die man (und Frau) nicht ein für alle Mal beantworten kann. Sie beantwortet sich gewissermaßen nämlich in jedem Augenblick NEU.

Besonders freudvoll gestaltet sich dieses Verständnis des „Platz einnehmens“, wenn wir den physischen, den emotionalenund den energetischen Körper miteinbeziehen. Und das geht besonders gut, wenn wir ihn (alle Körper, die zum Mensch-SEIN gehören) bewegen und berühren.

Wie?

Durch eine einfache Umarmung, die wir auf allen Ebenen zulassen!

Durch einen stillen Blick in die Augen eines anderen – während wir wirklich DA sind, während wir schauen und geschaut werden!

Im Spüren des Windes und der Sonne auf der Haut…

Und natürlich während wir im Yoga nicht bloß äußere Haltungen von Muskeln und Knochen einnehmen, sondern uns auch innerlich berühren lassen.

Herzensgrüße

Verena

www.verena-kamphausen.de

Zwischen Winter und Frühling – Narrenzeit

Schon wieder eine „Zwischen-Zeit“…

Hört das denn nie auf?

Die Frage: „Hört das denn nie auf“ bedeutet eigentlich, dass DAS HIER nicht als voll genug empfunden wird. Dass gewartet wird auf irgendetwas, das besser, vollständiger, sicherer oder spannender, erfüllender sein KÖNNTE.

Die Wahrheit ist, dass Lebendigkeit Bewegung IST

und es natürlich nie aufhört 🙂

Jedes Wort wie „Zwischenzeit“ ist letztlich die Qualität des Verstandes, dieser Bewegung Be-DEUTUNG zuzuschreiben und Sinn zu erzeugen.

Sinn ist etwas ANDERES als sinnliches erleben!

Hast du das schon einmal erforscht?

Den Körper fühlen, den Atem, die Schwere in der Brust, die Weite im Geist, die Füße auf dem Boden, den Wind im Gesicht,… Das ist etwas völlig anderes als die Beschreibung in welcher Situation du dich gerade scheinbar befindest – oder?

Wenn du die Berührung der Hand in deiner Hand oder auf deinem Rücken wirklich spürst

oder

ob du darüber nachdenkst wie das gemeint sein könnte, ob die Berührung nicht etwas sachter oder fester sein könnte – das ist etwas völlig anderes, oder?

Stattdessen könntest du auch einfach weiter mitgehen im Fühlen: Wie fühlt sich das jetzt an, wenn die Hand deinen Körper wieder verlässt?

Wenn du direkt mit dem Verbunden bleibst, was in dir wahrhaftig klingt, dann entsteht ganz automatisch ein authentischer Ausdruck deines inneren Schwingens.

Da mögen Gedanken sein, Zweifel und Beschreibungen, aber eben auch ein direktes Fühlen und daraus entstehende direkte Kommunikation in und durch deinen Körper.

Durch deine Augen, durch deinen Gesichts-Ausdruck, durch deine Haltung,…

Da ist eine andere Präsenz, wenn du deinen Körper belebst und nicht nur alte Gedanken und Glaubensmuster darüber wie Beziehung zu sein hat, wie „Erziehung“ zu sein hat, wie das Leben zu sein hat,…

Im Grunde ist jeder Atemzug eine „Zwischenzeit“, ein Zeitenwechsel, ein neues Zeitalter,…

Ein neuer Moment.

Ein neues Fühlen.

Ein neues Tun.

Ein neuer Gedanke.

Die Zeit zwischen den Jahreszeiten zeigt das besonders deutlich:

Da WIRD gerade etwas geboren.

Der Frühling IST im Entstehen.

Neue Formen und neue Impulse sind dabei sich zu gestalten.

Neuer Mut, neue Kraft beginnt sich sehr, sehr zart und fein zu melden. Für Momente vielleicht bereits mit voller Wucht, klar und eindeutig. Und dann zieht es sich wieder zurück. Wird nochmal geprüft. Bekommt tiefere Wurzeln.

Die alten Wunden leuchten zum x-ten Mal auf. Werden wieder von einer anderen Perspektive aus betrachtet und gefühlt.

JETZT ist immer eine Perspektive.

…Eine Perspektive der Unendlichkeit an unzähligen Perspektiven.

Alles sammelt sich hier, um direkt weiterzufließen.

Fassunglos.

Und absolut voll IN sich SELBST.

Und selbst die alten Traditionen dienen als Erinnerung (Er-INNER-ung).

Was ist Weihnachten, was ist Lichtmess (Imbolc), was ist Fasching (Karneval, Fasnet) seinem Wesen nach?

Ein Erinnern.

Eine Einladung.

Im Februar ist die Zeit, die alten Geister loszulassen, um im März den neuen Jahreskreis beginnen zu können. Es ist eine Zeit des Übergangs und auch eine Zeit, in der wir spielerisch – jede auf ihre Weise – mit unseren Masken, mit unserer Hässlichkeit, mit dem, was wir uns sonst verbieten, mit dem, wovor wir uns fürchten, mit dem, wonach wir uns sehnen,…

spielerisch zu tanzen.

Vielleicht feiern wir tatsächlich irgendeine Form vom „Fasching“…

Vielleicht beginnen wir mit dem Frühlingsputz…

Möglicherweise räuchern wir die Wohnung aus…

Vielleicht lassen wir uns ein auf die Fastenzeit…

Was immer du tust:

Erlaube dir unendliche Zeit zu haben.

Erlaube dir noch langsamer zu sein.

Erlaube dir, deinen Plan fallen zu lassen.

Erlaube dir, keinen Plan zu haben.

Erlaube dir, diese spürbare Berührbarkeit

…und lass dich von den Wellen des Atems, des Lebens sanft wiegen. IN diesem Schmerz, in dieser Lebendigkeit, in dieser Fülle, in dieser Tiefe, in dieser Freude,…

<3

Verena

PS: Ab dem 22. März gibt es meinen ersten Online-Kurs zum Thema „Wandlung alter Strukturen“

Ich begleite dich mit verschiedenen Texten, Videos, Yoga Einheiten, Meditationen und Impulsen in deinem Alltag Zuhause 🙂


Was ist eigentlich Sivananda-Yoga?


Seit 2001 unterrichte ich Yoga – und die Sivananda-Tradition ist sozusagen meine Wurzel!

Es ist die Basis von der aus ich mich körperlich sozusagen ent-deckt habe: Ich habe wirklich innerlich erspürt, wie alles im Körper miteinander in Verbindung steht.

Aber nicht nur das, sondern auch wie sich meine Anspannung, meine Angst oder meine Vertrauen körperlich ausdrückt.

Ich habe gelernt (innerlich erfahren, in meinem ganz gewöhnlichen Alltag, wieder und wieder und immer wieder neu) wie der Geist funktioniert und wie all das Ausrücke von Energie sind…

Sivananda Yoga ist in erster Linie also sicher keine bestimmte Art, Asanas auszuführen, sondern steht für Ganzheitlichkeit. Aus all den Aspekten, die menschliches Dasein ausmachen besteht letztlich auch der Yoga. Bevor ich das jedoch weiter ausführe, möchte ich noch einen kurzen Exkurs in die Welt der Asanas machen, denn das ist ja das, was wir am häufigsten mit Yoga verbinden:

Und um das einmal klarzustellen: Asanas – die Körperhaltungen im Yoga – sind keine ausgedachten Haltungen, die auf irgendeine „besondere“ Person oder gar Tradition zurückgeführt werden könnten. Sie sind quasi menschliches „Allgemeingut“, so wie all die Pflanzen uns da draußen frei zur Verfügung stehen und wir ihre Wirkung ganz frei und lebendig selbst erforschen können – wenn wir wollen.

Wenn ihr euch Babys anschaut (völlig egal in welcher Kultur), dann werdet ihr beobachten können, wie sie alle – von ganz alleine, ohne jegliche Unterstützung – die gleichen Bewegungen machen, um von der „hilflosen“, liegenden Position aus in die Bewegung, ins Rollen, in den Vier-Füßler-Stand und schließlich in die aufrechte Position zu gelangen, um sich (aufrichtig) selbstständig fortzubewegen. Diese körperliche Entwicklung ist gleichzeitig eine Entwicklung in das „Ich“ hinein. Mit der wachsenden Fähigkeit, die eigene Körperhaltung zu verändern, wächst auch die Perspektive, aus der das kleine Kind die Welt betrachten kann. Während es am Anfang nur daliegt und alles lediglich von oben auf es zukommt, kann es irgendwann seinen Kopf heben und die Dinge aus der Bauchlage betrachten. Später fängt es an sich so zu „drehen“, dass es sich um sich selbst drehen kann. Irgendwann kann es sich selbstständig auf Dinge zu bewegen oder von ihnen weg. Dies geschieht langsam. Gemeinsam mit dem Körper wächst die Fähigkeit, die Einflüsse der Umgebung zu verarbeiten.

Im Yoga machen wir im Grunde nichts anderes 😉

Die „Kobra“ (Bhujangasana) und die „Heuschrecke“ (Shalabhasana), sind zentrale Yogapsoitionen der Rishikesh-Reihe (Sivananda-Tradition) – aber auch einiger anderer Yoga-Traditionen. Beide Haltungen sind klassische Bewegungen, die jedes Kind macht, um genug Kraft zu entwickeln, um in den 4-Füßler-Stand zu kommen, und sich so langsam aufzurichten.

Die Aufrichtung des Menschen – im Gegensatz zum völlig anders bewegten SEIN in der Pflanzen- und Tierwelt – steht auch für eine ganz bestimmte Qualität des Bewusstseins. Dies weist nämlich im Menschen völlig andere Qualitäten auf, als eben im Bereich der Tiere, Pflanzen, Mineralien,…

Diese Qualität des Bewusstseins ist natürlich nichts statisches! Es ist (seit Beginn der Menschheit) eine sich immer weiter und weiter entwickelnde Qualität – mit jedem Augenblick des Formannehmens!

Jede Haltung, die wir im Yoga einnehmen, verändert etwas in unserem Energiesystem und in unserem Bewusstsein.

Das gleiche passiert in jeder menschlichen Begegnung: Durch alles, was wir sehen und nicht sehen, durch alles, was wir hören und nicht hören. Es ist ein ganz natürliches Wachsen und Reifen. Und ein ganz natürliches weiteres Form annehmen.

Yoga ist also EINE Form. Es ist eine mögliche Form. Und damit eine „Tür“, durch die wir gehen können.

Sivananda Yoga ist ein Integraler Yoga, bei dem die Körperhaltungen nicht an erster Stelle stehen. So wie menschliches Sein – auch wenn wir das oft vergessen – nicht nur aus Gedanken, Ideen und Interpretationen besteht, sondern AUCH aus einem Körper, Emotionen und einer „Seele“, so berührt der Integrale Yoga all diese Facetten menschlichen Seins:

Raja Yoga (Teil des integralen Yogas) bezieht sich auf die Qualität des Verstandes: Was ist der Verstand? Wie beinflusst er menschliches Sein? Bhakti Yoga (ein weiterer Teil des integralen Yogas) bezieht sich auf die Gefühlsebene und die Möglichkeit von Hingabe. Karma Yoga (ja, gehört auch zum integralen Yoga) greift die Tatsache auf, dass wir handeln. Wir können als Menschen nicht nicht handeln. Selbst wenn wir den ganzen Tag im Bett liegen würden, wäre das ein Art Handlung, die eine Wirkung nach sich zieht. Natürlich ist auch jeder Gedanke eine Handlung (völlig egal ob du daran glaubst, dass es „dein“ Gedanke ist und auch völlig egal ob du daran glaubst oder selbst erforscht hast, dass die Gedanken lediglich „durch“ dich Form annehmen und gleichzeitig dem Gesetz von Ursache und Wirkung unterliegen).

Karma steht für das Gesetz von Ursache und Wirkung.

Achtung: Beim KARMA geht es nicht um Wertung! Es geht einfach nur darum, Zusammenhänge zu erkennen. Wertfrei!

Der Teil in uns, der wertet, ist lediglich der – eigentlich austauschbare Teil – der konditionierten Gedanken. Andere Prägung = andere Vorstellung von „richtig“ und „falsch“.

Selbst wenn wir behaupten, dass wir wissen, dass es EIGENTLICH kein „richtig“ und „falsch“ gibt, – was ist mit unserem realen (unbewussten) Erleben von „richtig“ und „falsch“?

Wenn ich „zu viel“ esse, muss dieses Essen verdaut werden. Wenn ich etwas sage oder nicht sage, gibt es diese oder jene Reaktion von außen und daraufhin wieder eine Reaktion von mir. Vielleicht habe ich die Idee, diese Reaktion steuern zu können, vielleicht meine ich, dass ich das nicht kann (je nachdem woran das Ich gerade glaubt oder was es kürzlich herausgefunden hat). Das alles ist das System von Ursache und Wirkung, das wir Karma nennen und das völlig unabhängig von unserem Glauben, Verstehen und nicht Verstehen ganz natürlich funktioniert.

Jnana Yoga (ein weiterer Teil des integralen Yogas) befasst sich nun mit dem menschlichen Aspekt, der unberührt ist von der Ich-Struktur. Der Teil, der jedoch selbst die Ich-Struktur belebt.

Man könnte es auch so ausdrücken: Der Teil, der selbst in der Ich-Struktur Form annimmt:

Unser „Wesen“, unser „Selbst“, der „göttliche Funken“, unsere „Seele“,…

…und schwupps sind schon wieder alle Vorstellungen (Raja-Yoga) aktiviert 😉

Wo sind denn nun endlich die Yoga-Haltungen versteckt?

Klassisch gesehen gehören diese in den Bereich von Tantra (NEIN! Hier geht es nicht um Sex, sondern um eine „philosophische Richtung“, die sich jedoch nicht im Geistigen verlieren will, sondern ihren Fokus im Bereich des Erfoschens von Menschlichkeit – IM menschlichen Dasein selbst – hat). Im Druchdringen des Mystischen bejaht Tantra Menschlichkeit und wendet sich nicht von ihr ab, so wie viele andere Richtungen, in denen man alles typisch Menschliche leicht als „illusorisch“ oder „niedrig“ im Gegensatz zum „All-Ganzen“ verstehen könnte.

Ist Menschlichkeit nicht gerade ein Teil dieses „All-Ganzen“?

Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich mich von all dem, was ich bis dahin lediglich mit dem Verstand begriffen hatte, zurückziehen musste, um ich SELBST zu werden.

…um selbst zu erforschen!

Wie eine „Pubertierende“ musste ich mir demnach auch meine Yoga-Wurzeln aus der Distanz anschauen. Vieles in mir war in Bewegung geraten. Sicher auch durch die Yogapraxis. Aber mehr noch durch das Leben selbst. Fragen, die ich schon seit meiner Kindheit kannte, wurden auf andere Weise präsent: Wer oder was bin ICH wirklich? Was ist diese verrückte Lebendigkeit? Gibt es tatsächlich irgendwelche „Regeln“?

Ich hatte Philosophie studiert, war schon eine zeitlang Yogalehrerin und bereits Mutter. Ich hatte schon viele Antworten auf meine Fragen gefunden und dennoch war da wie so ein Drängen hinein in eine noch tiefere Authentizität. Ein Drängen nach einem „inneren“, absoluten Wissen, das keine Zweifel mehr zuließ.

Es durchdrang wirklich ALLE Lebensbereiche, nicht nur meine Tätigkeit als (Yoga-)Lehrerin, die ich immer wieder komplett in Frage stellte. Es durchdrang ebenso meine Ideen von Beziehung, Glück, Familie, Geld, Sicherheit, Spiritualität, Wissen im Allgmeinen.

Am Ende – wobei man hier nicht wirklich von einem „Ende“ sprechen kann – stand dann tatsächlich so etwas wie ein Berühren meiner eigenen Innerlichkeit. Jedoch auf eine Weise, die so ganz anders war/ist, als das „Ich“ es sich vorgestellt hatte.

Denn DAS ist nichts, was die Ich-Energie haben könnte!

Und dennoch ist ES stabiler als alles, woran sich diese „Ich-Struktur“ klammert

– insbesondere wenn sie meint, sich selbst zu durchschauen ;- )

Auf diesem weglosen Weg, auf dem ich wirklich alles mögliche immer und immer wieder in Frage gestellt hatte – und genauso oft (meist unbemerkt) versucht habe, mir ein neues, anderes Konzept zurechtzulegen – stellte ich also auch meine Yoga-Wurzeln in Frage, begann nach und nach in meine eigene, authentische Weise des Unterrichtens hineinzuwachsen… …und kehrte irgendwann zu einem Weiterbildungsseminar zu meinen Wurzeln zurück: neugierig, interessiert, aber durchaus auch skeptisch.

Als ich damals also zu meinen Wurzeln zurückfand (ähnlich als würdest du nach sehr, sehr langer Zeit das Haus oder das Dorf deiner Kindheit besuchen), war es natürlich NICHT irgendein theoretisches Wissen, was mich berührte. Ich war durchaus so klar, dass ich all die vermeintlichen „Fehler“, die ich damals kritisiert hatte, immer noch sehen konnte. Aber sie störten den Schatz nicht, der eben auch sichtbar wurde!!!

Das Gleiche passiert wohl auch, wenn du deine eigene Kindheit mit all ihren Höhen und Tiefen, mit all den Geschenken und Verletzungen – die im gewissen Sinne selbst Geschenke waren – mit den Augen der Klarheit siehst.

All die „Fehler“ sind auf einmal „menschlich“ und akzeptiert. So wie ich selbst jeden Tag mit meiner eigenen „Fehlbarkeit“ konfrontiert bin und gerade DURCH sie, tiefer und tiefer blicke, lerne, vergebe (mir und den anderen), immer weiter aufwache – und natürlich Ganzheit BIN!

Vollkommenheit ist etwas völlig anderes, als Perfektion. Perfektion hat ein Gegenteil. Ganzheit enthält alles.

Menschliches Dasein nimmt Form an durch Dualität. Wir begreifen und erleben gerade durch (die scheinbare Trennung von) Körperlichkeit und auch durch das Wechselspiel zweier Pole: Tun und Geschehen lassen, verstehen und nicht verstehen, Liebe und nicht Liebe,…

In meinem Fall war ich – als ich nach einigen Jahren zum „Schnuppern“ zu meinen Yoga-Wurzeln zurückkehrte – so unendlich dankbar für die Fülle, die ich insbesonders bei Yoga Vidya geschenkt bekommen hatte. Es war wirklich so, als würde eine gereifte Frau, die als Teenager das Elternhaus verlassen hatte, um ihren eigenen Weg zu finden, mit neuen Augen nach vielen Jahren nach Hause kommt. Während sie als Teenager einige Dinge an ihren Eltern auszusetzen hatte, war sie inzwischen selbst Mutter geworden. Neben all den „Fehlern“, die ihre Eltern gemacht hatten, war sie nun in der Lage auch die Liebe zu sehen, die die ganze Zeit über dagewesen war. Sie hatte erfahren, dass sie nicht umhin kam, dieselben (und andere) Fehler mit ihren eigenen Kindern zu machen – und dass einige davon gar keine „Fehler“ waren, auch wenn sie von außen vielleicht so aussahen. Sie hatte gelernt, die größeren Zusammenhänge zu sehen. Gleichzeitig was sie dehmütig geworden angesicht dieses unfassbaren Paradoxes von Komplexität und EInfachheit, Form und Leere.

Als ich also zu meinen Wurzeln zurückkehrte, erkannte ich die Fülle, mit der ich all die Jahre (unbewusst) gearbeitet hatte. Und auch wenn sich mein eigener Unterrichtsstil (augenscheinlich) zumindest von der Rishikesh-Reihe etwas entfernt hatte, so ist der integrale Geist noch immer derselbe.

Unterrichten passiert nun aus dem Sehen heraus, was für die Teilnehmer körperlich möglich ist und was energetisch gebraucht wird. Es passiert aus dem heraus, was ich BIN. Ich kann nur DIES hier sein, das genau auf diese Weise Form annimmt (und sich natürlich weiterhin verändert). Das was ich BIN, ist weder gut noch schlecht, weder richtig noch falsch. Und doch lerne ich und lerne ich und lerne ich… während ich gleichzeitig vollständig bin.

Auch ich lege mit meinem Unterricht lediglich eine Basis, mit der jede Seele, jeder Körper, jedes Leben, in jedem Moment „weiterarbeitet“.

Ein besonders kostbares Geschenk der Sivananda-Tradition bei Yoga Vidya – für mich persönlich – war die Einführung und Begleitung der (fortgeschrittenen) Energiearbeit in Verbindung mit intensivem Pranayama (Kundalini Yoga, als Teil von Tantra-Yoga). Zuerst als Technik genutzt, wurde es mit der Zeit eine ganz natürliche Bewegung, die völlig unbahängig von irgendeiner körperlichen Praxis immer offensichtlicher wurde!

Es gab und gibt so viele Lehrer in meinem Leben: tolle Yogalehrer, Satsang-Lehrer, Menschen, die mich geliebt haben und Menschen, die mich nicht geliebt haben – und natürlich jeder Augenblick dieses unglaublichen Lebens, jedes Form-Annehmen meiner eigenen Innerlichkeit, jede Frage, jede Antwort, jedes Verwerfen irgendeiner Antwort…

Was für eine Reise!

Wer Lust hat, zusammen mit mir Yoga zu machen, findet mich in Kirchheim unter Teck oder auf youtube!

Von Herzen

Verena

Was nährt uns?

Was nährt uns?

Was macht mich wirklich satt?

Womit fühle ich mich träge, handlungsunfähig oder nicht kraftvoll genug?

Was davon ist nur Idee und was fühle ich IN DIESEM Moment wirklich?

Oft sind wir voller Ideen: Was uns gut tun könnte, wie wir es eigentlich machen sollten, was wir besser machen könnten oder was für ein Ziel wir haben.

Zum Beispiel: bewusster zu sein, klarer, entspannter, kraftvoller, schöner, stärker, beweglicher,…

Meistens ist uns dabei gar nicht bewusst, dass all das nur eine Idee ist. Und dass, während wir diese Ideen hegen, das Leben wie an uns vorbeirauscht. Also gewissermaßen läuft es sogar durch uns hindurch (auch) während wir an diese Konzepte glauben oder uns an ihnen messen. Denn natürlich sind all diese Momente gleichwertiger Ausdruck der „einen“ Lebendigkeit, die beständig irgendeine Form annimmt und der all diese Formen gleich wertvoll und absolut vollkommen sind, denn sie sind voller Leben.

Was aber wäre, wenn ich mein eigener Experte wäre? Wenn ich mir wirklich zutraue, mich zu erspüren, mich auszuhalten, mir Raum zu geben, meinen Schmerz zu fühlen, meine Grenze, meine Wut und natürlich meine Freude?

Was wäre, wenn ich mir mehr vertrauen würde als allen Ärzten, allen Lehrern, Weisen, Freunden und Geliebten dieser Welt?

Was wäre, wenn ich dieser lebendigen Quelle in mir, die niemals fordernd oder wertend zu mir spricht, sondern immer in der Qualität von zarter, liebevoller Neutralität – eher wie eine Möglichkeit, wie Raum, Weite,…

…wenn ich mich dieser Qualität ein klein wenige öfter zuwenden würde? Auf meine ganz eigene Weise. Indem ich ab und zu einfach ins Weite starre und diesem Augenblick mehr Raum gebe – fühlend mehr wahrnehme und genieße. Oder indem ich mir zugestehe, Dinge zu fühlen oder auszusprechen, die mir Angst machen.

Was wäre, wenn ich öfter einfach „bei“ mir wäre, während ich mich unwohl, ungeliebt oder unausgeglichen fühle?

Was wäre, wenn ich weniger von mir erwaten würde, dafür aber ein bisschen großzügiger zulasse, lausche, empfinde und experimentiere?

Was mich nährt, ist genau diese Quelle. Das einfache SEIN mit mir – und zwar insbesondere DANN, wenn ich am liebsten weglaufen würde, die Augen zu machen würde oder die Situation kontrollieren können möchte, so dass sie weniger bedrohlich oder weniger unangenehm sein könnte.

In den anderen Momenten arbeite ich einfach, antworte ich einfach, schreibe ich einfach, räume ich einfach auf oder was sonst eben so gerade anfällt. Und wenn nichts anfällt? Warum nicht einfach „dasitzen“ und genießen?

Mich selbst und diese ganze Fülle von Lebendigkeit in mir und um mich herum 🙂

…probiere es doch mal aus.

Ja, jetzt!

Nur für einen Moment schließe die Augen oder schaue ins Weite, durch die Dinge hindurch. Atme. Fühle dich. Lass es weit werden. Egal was auftaucht. Egal wie tief es sein mag. Egal wie unspektakulär. Egal ob da Gedanken sind oder nicht. Ohne Ziel. Ohne Antwort. Ohne Konzept. Alles ist „gut“ genug. Pure Lebendigkeit. In jedem Moment. Egal wie still. Egal wie laut. Es fehlt nichts!

Von Herzen

Verena

Liebe schadet der Liebe nicht – oder der Umgang mit „Arsch-Engeln“

Den Ausdruck „Arschengel“ hab ich zum ersten Mal im letzten Sommer während eines Familien-Urlaubs von einer Freundin gehört. Er stammt wohl vom Robert Betz und bezeichnet genau die Menschen, die unsere „Knöpfe“ drücken. Menschen, die uns besonders herausfordern, nerven, verletzten, belügen, betrügen,… was auch immer. Menschen, die etwas in uns auslösen und zwar unsere verletzliche Seite. Und genau darin liegt ihr Fluch – aber auch ihr Segen. Denn durch ihr SEIN, bringen sie uns mit etwas in Kontakt: Mit unserer eigenen Lebendigkeit.

Oft sind sie wie eine Art Schlüssel. Sie öffnen eine Tür, die es uns ermöglicht uns selbst näher zu kommen.

Oder aber:  Zuerst einmal (scheinbar) gegen den anderen (und gleichzeitig aber immer auch GEGEN uns selbst) zu kämpfen.

Soweit ich mich erinnere, schlägt Robert Betz vor, genau nachzuschauen: Welche Wunde berührt dieser Mensch (diese Situation) in mir? Und dann (statt mit dem anderen Menschen ins Gericht zu gehen), sich genau dieser Wunde zu widmen.

Wie können „Wunden“ heilen?

Sie heilen nicht, indem wir erkennen, wie sehr jemand anders vermeintlich daran beteiligt war, dass es diese Wunder überhaupt gibt. Also nicht indem wir den „Schuldigen“ suchen. Auch nicht, indem wir uns selbst die „Schuld“ für etwas geben, das wir getan oder eben nicht getan haben.

Oft ist ein erster „Schritt“ durchaus ein klares Erkennen verschiedener Zusammenhänge und (schmerzhaften) Realitäten. Aber um „Frieden“ zu schließen und neue Kraft, folgt immer ein „warmes“, „wohlwollendes“, „anerkennendes“ JA! dass durchaus „tiefer“ und „feiner“ ist als logische Gedankenformen.

Ein JA! dass nichts will, muss oder sollte. Ein JA! dass nichts bereut, dass nicht alles verstehen muss und dass auch keine Meinung fordert.

Es ist vielmehr eine JA! des unendlichen Raumes, der Weite und der Tiefe. Ein JA! zum Leben selbst.

In einer der „Weihnachtsferien-Yogastunden“ (in Kirchheim/Teck) habe ich über den Umgang mit Feinden gesprochen. Also eigentlich habe ich vorgelesen aus einem Buch, in dem es u.a. um den Umgang mit diesen schwierigen Situationen/Menschen geht, die wir als „feindlich“ empfinden.

Warum empfinden wir manches als feindlich?

Weil es das, was wir als ICH begreifen, anzugreifen scheint: Meine Meinung, meine Bedürfnisse, meine Wünsche, meine Geheimnisse, meine Wunden.

Das alles wollen wir schützen, denn wir meinen, dass dies nötig ist, denn manchmal fehlt es uns an Vertrauen.

Die Zeilen, die ich gelesen habe, schlagen einen anderen Umgang mit diesen Situationen vor und diesen möchte ich gerne mit euch teilen:

Wenn du selbst entdecken möchtest (also lebendig ent-decken – nicht nur theoretisch begreifen), dass du selbst LIEBE BIST (und Liebe kein äußeres Gut, dass du tun/machen könntest), dann gibt es ein ganz einfaches Experiment: Liebe deine Feinde!

„Angesichts deiner Feinde kannst du dir sicher sein, dass alle Liebe, derer du fähig bist, nicht durch äußere Faktoren ausgelöst wird. Du liebst deinen Gegener nicht wegen seiner Freundlichkeit, seiner zugewandten Art oder weil du dir davon einen Gewinn versprichst. Angesichts deiner Feinde erkennst du, dass du Liebe bist – und auch die Quelle deiner Liebe. Das ist der wesentliche Grund, weshalb ich dich auffordere deine Feinde zu lieben. Nicht damit du schwach oder passiv dich ausnutzen lässt, nicht um deinem Gegener den Vorteil zu überlassen, sondern um zu begreifen, dass du Liebe bist. Mit dieser Erkenntnis übernimmst du das Kommando.

Keine äußeren Dinge können dich lehren, wer du wirklich bist. Doch so lange du glaubst, dass sie das könnten, wirst du immer die äußere Welt um Erlaubnis für deine Existenz bitten. Diese Zwangsvorstellung ist dein wahrer Feind.“

Liebe ist die Essenz deines wahren Seins. Sie ist nichts, was du tust oder lässt, gibst oder nicht gibst, empfängst oder nicht empfängst. Sie ist keine Ware oder Substanz, die gewonnen werden kann. Liebe unterliegt nicht den Gesetzen von Fülle und Mangel. Sie ist das, was du BIST.

Aus diesem Grund ist Liebe bedingungslos.

Sie ist bedingungslos, weil sie dein Ursprung ist, dein SEIN, nicht etwas, das bedingunglos getan wird! Jedes Tun ist gewissermaßen bedingt, denn die Existenz hat Bedingungen und Beziehungen daher auch. Wenn Liebe tatsächlich nur aus Tun bestünde, könnte wir dem nicht entgehen.

Die Liebe steht oben. Sie versetzt den Geist in Schwingung und „gebietet“ den Urteilchen. Daraus ist die gesamte Schöpfung entstanden.

Der Geist schwingt entsprechend „unserer“ Liebe. Wie ein See voller Fische: Jeder Fisch versetzt das Wasser auf unterschiedliche Weise in Schwingung. Genauso versetzt deine Liebe den Geist auf einzigartige Weise in Schwingung. Keine Liebe fühlt sich genauso an wie die deiner Mutter. Die Liebe jedes Menschen fühlt sich einzigartig an. So reagiert der Geist und würdigt jedermanns einzigartigen Ausdruck. In jedem Augenblick.

Die „Urteilchen“ sind die „Bausteine“ der komplexen Existenz. Es gibt viele dieser  Teilchen zwischen dir und deinem Gegenüber. Wer setzt sie in Schwingung? Und in welche?

Wenn du mitten in einem Sturm stehst – und dabei ist es egal, ob der Sturm ein Gefühlssturm, eine Streitsituation oder eine Naturgewalt ist – wenn du mitten in einem Sturm stehst, und du glaubst, dich schützen und verteidigen zu müssen, vor diesem gewaltigen „Gegner“, könntest du die Schönheit des Sturms entdecken. Erkenne die Kräfte, die ihn ausmachen. Liebe ihn bis in seinen tiefsten Kern hinein. Finde das, was ihn bedingt, bis du eins mit ihm bist. Je nachdem wie sicher du dir bist, können verschiedenen Dinge geschehen. Der Sturm könnte sich einfach in Luft auflösen oder in einen sanften Regen verwandeln. Vielleicht würde er auch einfach den Kurs ändern. Zumindest würde er dir nicht schaden, denn Liebe schadet der Liebe nicht!

(Wenn du aber vergessen hast, dass du Liebe bist und für einen Moment fälschlicherweise glaubst, du seist geringeres als das, was wird dann passieren? Du wirst das Bedürfnis haben, dich zu schützen. Du wirst dich verteidigen und so handeln, als wäre das wirklich nötig. Und genau das wirst du erfahren: Denn die Liebe ist unendlich und lässt dich JEDE Erfahrung machen. Also auch die von Krieg, Macht und Kontrolle.)

Was fühlt sich besser an? Was wählst du?

Yoga im Alltag – Alltag mit Kinder…

Warum machen wir Yoga?

Ich meine: Warum nehmen wir Körperhaltungen ein, arbeiten mit dem Atem und genießen in der Schlussentspannung das wohlige Gefühl?

Geht es im Grunde vielleicht genau um dieses wohlige Gefühl NACH der Yogastunde?

Und was genau lässt uns so wohlig fühlen?

Wenn wir eine Stunde lang unseren gesamten Körper gedehnt, geöffnet und gestärkt haben, befindet sich unser Bewusstsein nicht aussschließlich im Kopf, sondern verteilt sich gleichmäßig auch in unseren Körperempfindungen und Emotionen. In diesem Gleichgewicht ist unser Denken weniger aufgestachelt von all dem „sollte“ und „müsste“ und „könnte“ und stattdessen mehr präsent in dem, was sich ganz natürlich und lebendig eben gerade zeigt. Dann ist da in aller Bewegung auch ein Ruhen.

DAS macht Yoga so attraktiv für uns.

Und JA! Dafür sind Körperübungen nicht unbedingt notwendig. Manchmal katapultiert uns zum Beispiel die frische Morgenluft mit einem schönen Lichtspiel und zwitschernden Vögeln geradewegs aus unserem eben noch müden, nörgelnden und kämpfenden Selbst mitten in einen Moment des berührt-Seins hinein. Und plötzlich erscheinen all die Widerstände und Probleme in einem anderen Licht.

Manchmal hören oder lesen wir einen Satz, der uns genau da berührt, wo wir berührt werden möchten und manchmal fühlt es sich so an, als bräuchten wir eine Menge Bewegung, um all die Spannungen irgendwie ausagieren zu können…

Es gibt keine Regel!

Nicht mal für uns selbst – denn auch wir stecken immer wieder in neuen Lebenssituationen, die mit denen von gestern eben nicht mehr wirklich vergleichbar sind. Im Grunde ist tatsächlich jeder Augenblick neu!

Und wir lernen mit jedem dieser neuen Momente. Wir lernen INDEM wir leben. Unser Lernen ist nicht etwas, das allein geistig begriffen werden könnte. Denn es ist ganzheitlich: Körperlich, emotional, geistig, seelisch,… Es ist so viel mehr, als jedes Wort. Es ist LEBENDIG!

Jeder – wirklich jeder – Augenblick des Lebens ist VOLL von diesem Ruf DU zu sein! Jedes Gespräch, jede Tätigkeit am Computer, Wäsche waschen, Hausis mit den Kindern machen,…  Jeder Moment, in dem wir GEGEN diesen Moment sind (auch wenn es nur minimal und sehr subtil ist), sowie jeder Moment, in dem wir uns leicht und berührt fühlen. Jeder Moment der Freude und jeder Moment der Wut. Jeder Moment des Nicht-Verstehens, sowie jeder Moment des Begreifens. Und dabei ist jeder Augenblick genauso vollkommen wie jeder andere. Jeder birgt einen Schatz in sich: Das Leben selbst!

Ja! Wütend sein IST Leben. Es ist kein halbes Leben, es ist volles Leben.

Auch jeder Moment, in dem wir hadern und unser Verstand Pirouetten dreht ist dieselbe Fülle (auch wenn es sich nicht voll anfühlt). Es ist genau DAS, was gerade gelebt, erfahren und damit „gelernt“ wird. Wir lernen wie es sich anfühlt. Wir lernen die unterschiedlichen Qualitäten des Lebens kennen. Lebendig kennen.

Wir lernen „Hilflosigkeit“ und die Idee „Kontrolle haben zu können“. Wir lernen Angst, Vertrauen und alle Dimensionen dazwischen.

Ein Tag, an dem also alles schief zu laufen scheint, ist kein verlorener Tag. Es ist ein wertvoller Tag. Er gibt uns ein Gefühl von Leiden und zeigt uns gleichzeitig, wie die „Idee von Ich“ der Grund von allem Leiden ist. Wenn wir im Widerstand sind, ist es immer das: „ICH will das so nicht. So ist es falsch (finde ICH!). So hatte ICH mir das nicht vorgestellt.“

Oder: ICH verliere die Kontrolle. Keiner sieht MICH. Keiner versteht MICH.

Wer zum Teufel ist eigentlich dieses „Ich“???

Mal findet es dies, mal das,…

Wenn wir jedoch das, was IST, einfach in seiner ganzen Fülle passieren lassen, mit all der Enttäuschung oder Überraschung, mit all dem Unbekannten, Zauberhaften und Erschreckenden, das darin liegt, dann verändert sich etwas. Schmerz löst sich nicht einfach auf. Was sich aber auflöst (oder zumindest lockert), ist der Widerstand und die Angst vor dem Schmerz. Und manchmal bemerken wir dann, dass zum Beispiel auch im Schmerz eine „Tür“ zu dem selben Frieden und der selben Ruhe liegt, die wir oft am Ende der Yogastunde empfinden.

Der Schlüssel liegt in der Erlaubnis, sich ganz mit dem Leben zu bewegen – trotz all seiner Unsicherheit, trotz all seiner Tiefen, Grausamkeiten und trotz all seiner unbeschreiblichen Höhen.

Und das geht während wir Gute-Nacht-Lieder singen (und uns damit selbst berühren) oder während wir vor unseren Kindern zugeben, dass wir gerade voll den Mist gebaut haben, so dass wir JETZT nochmal NEU anfangen können (zum Beispiel mit den Hausaufgaben oder irgendeiner anderen Diskussion).

Das geht auch indem wir während eines Streitgespräches mit dem Partner bemerken, dass wir gerade nicht von unserer Sichtweise ablassen können, dass wir kämpfen. Unabhängig davon, ob wir dann weiter kämpfen und den Schmerz davon, aber auch die Anziehungskraft dieses „Recht-haben-wollens“ spüren oder ob wir tatsächlich plötzlich umschwenken und dem anderen Standpunkt Raum geben.

Was in beiden (in allen) Fällen gleich bleibt, ist dieses SEIN mit uns. BewusstSEIN. Und die Schönheit dieser Weite, die all das zulässt. Die uns zulässt – mit all unseren „verqueeren“ Eigenheiten. Und die den anderen zulässt, mit all seiner undurchschaubaren Ganzheit, die sich in jedem Augenblick neu zeigt. Ebenso wie die meine.

Am Ende verschwimmt möglicherweise diese Trennung in „dein“ und „mein“, die im Grunde sowieso nur auf der Sprach- und Denkebene existiert.

Was bleibt ist pure Lebendigkeit.

Lebendigkeit, die immer VOLL ist. Egal, ob wir uns gerade bewusst entspannen (in der Sauna oder der Badewanne zum Beispiel) oder ob wir gerade mitten in einem Wäscheberg sitzen oder drei Kinder gleichzeitig anziehen müssen, Büroarbeit machen, müde ins Bett fallen oder uns nach den Asanas zur Meditation hinsetzten 🙂

 

Yoga mit Verena     yogalini.de

Was ist eigentlich erfüllend?

Möglicherweise fällt uns dazu direkt eine Antwort ein:

Zeit haben, zum Genießen – zum Beispiel!

Augenblicke mit Menschen, die uns berühren.

Ein nahrhaftes Essen.

Entspannt und ausgeruht aufzustehen,…

Egal, welche Antwort wir uns auch auf diese Frage geben mögen, oft taucht gleichzeitig damit auch diese Frage auf: Wie kann ich dafür sorgen, dass ich (öfter) erfüllt – oder er-fühlt – bin?

Wie kann ich Fülle fühlen?

Oder: Was kann ICH tun, damit diese Fülle für mich möglichst oft spürbar wird?

 

Ich möchte euch dazu gerne folgende Gedanken mit auf dem Weg geben:

In der Regel ist es unmöglich, alles „unter Kontrolle“ zu haben. Gerade im Zusammenspiel mit Anderen kann immer irgendetwas Unerwartetes passieren, das unsere Pläne über den Haufen wirft. Was wir aber immer dabei haben sind: wir SELBST!

Jedoch können wir auch uns selbst unmöglich komplett „in der Hand haben“. Und das hieße ja auch, dass wir irgendwo in 2 geteilt wären: So als ob irgendein Teil vom anderen abgekoppelt, diesen beobachtet und dann kontrollieren könnte. Zumindest in meiner Wahrnehmung fühlt sich das NICHT voll und komplett an. Also so gar nicht nach er-FÜLL-ung.

Und wenn wir genau hingucken: Sind wir am Ende nicht auch einfach ein „Produkt“ einer endlosen Geschichte: nämlich all unserer Erfahrungen 😉

Handeln wir nicht irgendwie „automatisch“ entsprechend unserer Ideen, die sich im Laufe der Zeit, aufgrund der Kultur und Geschichte, in der wir leben und aufgrund unserer eigenen Erfahrungen gebildet haben? D.h. wir würden anders denken, anders sehen, anders verstehen und anders handeln in dem Maße in dem irgendetwas irgendwie anders passiert wäre…

…je nachdem welche „Form“ wir also haben, haben wir bestimmte „Trigger“. Da muss also irgendeine beliebe Situation für uns in einer für uns bestimmten Weise erscheinen und SCHWUPS wird zum Beispiel in irgendeinem Panik-Programm. Und das läuft dann erstmal einfach so ab.

Das gleiche passiert natürlich auch bei allen anderen um uns herum.

Und das passiert mit unserer Affinität zu Ehrgeiz, Ordnung, Essen, Ehrlichkeit,…   …was auch immer.

Wir können also ganz sicher nicht immer völlig unabhängig und klar sehen! Und wir können ganz sicher nicht triggerlos durch die Welt maschieren. EGAL wie lange wir bereits Yoga machen oder meditieren!

Aber die Erkenntnis, dass das völlig „normal“ ist, lässt Mitgefühl und Offenheit uns selbst gegenüber ganz natürlich wachsen. Das heißt nicht, dass uns das immer bewusst ist. Es ist wie das Laufen-Lernen von kleinen Kindern: Es passiert ganz automatisch und es passiert in einem ganz individuellen Rythmus UND es passiert vor allem auch dann, wenn wir fallen.

Im Grunde ist FÜLLE immer da.

Sie wartet nur darauf, von uns als bereits VOLL wahrgenommen zu werden.

Durch irgendwelche Umstände, sind wir meist auf die sogenannten Fehler fokussiert. Dabei steckt Fülle auch IN all unsere „Fehlern“.

Sie ist in jedem Moment der Müdigkeit und in jedem Moment der Unaufmerksamkeit enthalten.

In jedem Moment der Auseinandersetzung und in jedem Moment der Stille ist Fülle.

Wenn wir in diesem Augenblick aufhören zu suchen und statt dessen einfach „genießen“ (oder einfach LEBEN) was IST, können wir dies vielleicht erahnen.

Viel Spaß beim Experimentieren!

Von Herzen

Verena

 

Die Süße des Lebens…

So sah heute Morgen das Frühstück meiner Tochter aus 🙂

Manchmal können wir uns das Leben „süß“ machen…

…also wenn wir uns erinnern, dass das geht und wir gerade in der richtigen Stimmung dafür sind 😉

Mir ist letztens was zum Thema „Fülle“ eingefallen und ich finde, das passt an dieser Stelle ganz gut:

Wenn wir uns voll(-ständig) fühlen. Also wenn es sich irgendwie „rund“ anfühlt, wenn alles „okay“ ist… Wenn wir menschlich sein dürfen, wenn wir „Fehler“ machen dürfen und wenn wir auch bereit sind, den Schmerz, der oft mit diesen „Fehlern“ einhergeht, zu fühlen. Wenn wir bereit sind, uns zu verzeihen – und dem anderen. Wenn wir bereit sind, unsere ganze Schönheit zu sehen, die nämlich in der ganzen unfassbaren „Tiefe“ von Menschlichkeit offen da liegt, DANN ist da FÜLLE!

Wenn da Fülle ist, zeigt sich die Qualität von Liebe.

Und wenn da Fülle ist, dann passiert ganz natürlich ein müheloses, leichtes, einfaches Verschenken und Teilen dieser Fülle. Es sprudelt einfach so aus uns heraus. In unseren Worten, Gesten und Taten.

Die eine mag beginnen etwas ganz zauberhaftes zu erschaffen. Das kann ein „Kunstwerk“ sein oder vielleicht wird ein Garten angelegt, ein Projekt nimmt Gestalt an oder ein Kuchen wird gebacken.

Jemand anderes beginnt ganz offen zuzuhören. Einfach zu lauschen, ohne etwas vom Erzählenden zu wollen. Ohne zu bewerten oder einzuordnen.

Da ist ein Strahlen in den Augen.

Alles, was wir sehen und hören ist beseelt von dieser Fülle und wir fangen an, mit vollen Händen großzügig zu geben.

Das ist so natürlich wie der Atem.

Ist die Lunge voll, fließt sie „über“ und ergießt sich in die Weite des Lebens hinein.

 

Genauso aber ist es mit der Leere.

Wenn wir uns „leer“ fühlen, dann können wir nicht geben. Wir fühlen uns bedürftig und sehen über all diesen Mangel. Dann fangen wir an zu suchen und zu horten. Wir wollen mehr und mehr. Mehr Bestätigung, mehr Aufmerksamkeit, mehr Zeit, mehr Geld, mehr… …was auch immer. Und es scheint nie genug zu sein.

Kein Wort dieser Welt kann das ändern. Wenn „Mangel“ da zu sein scheint, ist da die Dynamik des Mangels.

Aber manchmal – auf „mystische“ Weise – werden wir uns ganz urplötzlich durch irgendeinen „Zu-Fall“ (wieder) der Fülle bewusst, die eigentlich schon die ganze Zeit auf uns gewartet hat. Die Fülle, die uns die ganze Zeit über gehalten hat – selbst in der Zeit, in der wir uns „leer“ gefühlt haben.