Rot ist Grün – vieles ist genau anders herum, als wir es uns VORstellen

Auf gewisse Weise sind wir vollgepumpt mit Wissen. Nicht nur durch die Schule, auch durch andere Quellen. Wir haben Vorstellungen davon, wie wir Beziehungen führen sollten, was eine „gesunde“ Ernährung ist und wie wir leben sollten.

Obgleich all dieses Wissen, diese Vorstellungen, wunderschön klingen mögen oder theoretisch ein Ziel sein könnten, sind sie auch MEINS?

Entsprechen sie mir?

Fühle ich sie?

Denn das wäre der Samen, den es bräuchte, damit es Form annehmen kann…

Es geht also gar nicht allein darum, ob etwas grundsätzlich „ethisch“, grundsätzlich „gut“ oder „schön“ ist, sondern irgendwie erst einmal darum, wo ICH stehe, womit ICH kämpfe und wo es MICH hinzieht.

Ich kann nur von HIER aus loslaufen und zwar nur in MEINEM Tempo und nur in die Richtung, die für mich von hier aus sichtbar ist.

Wenn ich dem ganz und gar vertraue, wenn ich dem wirklich, wirklich vertraue – mir selbst – dann bin ich genau HIER und kann wirklich losgehen.

Zuvor ist alles, was ich denke, etwas, das sich sehr weit weg von mir befindet. Ich bleibe also in der Trennung. In der Trennung mit mir selbst und in der Trennung vom lebendigen SEIN.

Das, was wir suchen, ist nicht das, was wir uns VORstellen.

Es ist nicht das, was wir irgendwo gehört oder gelesen haben und was sich dann als BILD in uns kreiert.

Das, was wir suchen, ist etwas, was wir SIND. Es ist etwas, dass wir fühlen und spüren können. Etwas, das uns eigen ist. Es sind wir selbst.

Wenn wir also einem Bild hinterherlaufen, einem Bild von uns selbst, einem Bild von Erleuchtung, einem Bild von was auch immer, dann verpassen wir alles, was uns berührt und befinden uns in einer künstlichen Welt.

Vieles von dem, was wir aktuell zu wissen glauben, ist eigentlich verdreht. Es zeigt sich von einer ganz anderen Seite, als es von unserem Ursprung her ist.

Das ist genau das, was wir in den letzten Jahrhunderten perfektioniert haben. Es wurde wichtiger, gesund auszusehen, als gesund zu sein. Es wurde wichtiger, glücklich zu wirken, anstatt glücklich zu sein.

Bin ich wirklich glücklich, wenn sich dieses Bild, was wir überall vorgesetzt bekommen (in Hollywoodfilmen, in spirituellen Workshops, durch die Traditionen unserer Familien,…), wenn dieses Bild, was sich mittlerweile wirklich so anfühlt, als wäre es mein eigenes, erfüllt?

Wie wäre es, wenn ich alles – wirklich alles – weglassen würde, was ich bisher gelernt habe und ganz frisch der Lebendigkeit folgen würde?

Ich gebe zu, das ist ein überausgroßer Schritt, wenn wir in einem komplexen Gerüst aus künstlichen Strukturen festsitzen – oder glauben fest zu sitzen. Denn am Ende ist es unser eigener Glaube an diese Strukturen und unsere eigene Angst davor, dass wir ohne diese Haltegriffe nicht sein könnten, was in uns das Gefühl von Ohnmacht entstehen lässt.

Wenn aber ALLES in uns passiert – die Freude und die Angst – dann können wir nirgendwo anders anfangen als genau DORT. Wir fangen also nicht bei irgendeiner künstlichen Vorstellung über uns selbst oder über die Welt an, sondern IN UNS. Genau an dem Punkt, wo wir gerade berührt werden. Dieser Augenblick hier. Und dieser Augenblick ist ein lebendiger. Er steht nicht fest. Mal sind wir konfrontiert mit inneren Hemmungen, mal mit einer kreativen Idee, mal mit einer Ent-täuschung,…

Es gibt also kein Rezept. Es gibt nur DEINEN Weg.

Und jeder Augenblick ist Teil dieses Weges. Jeder Augenblick ist das Tor in die Gegenwärtigkeit, in dich SELBST, hinein.

Was machst du mit einer Ent-täuschung?

Egal, wie viele Ratgeber du dazu gelesen hast, am Ende bist DU es SELBST, der (oder die) diese Enttäuschung fühlt – oder versucht ihr auszuweichen.

Es ist dein Eiertanz um dich selbst herum, den du weder wirklich beschleunigen, noch wirklich verlangsamen kannst. Denn du siehst (fühlst) nun mal „nur“ und genau das, was du eben siehst (fühlst). Und genau das ist dein HIER, von dem aus du losgehst, mit all den „Werkzeugen“ die du zur Verfügung hast, sprich: Mit genau dem Maß an Mut, der gerade zur Verfügung steht, mit genau dem Energieniveau, was dir gerade zur Verfügung steht, mit genau den Grenzen, die sich gerade zeigen und mit genau den Impulsen, die gerade pulsieren.

Alles, was du brauchst, ist HIER!

In der Gegenwärtigkeit.

Und fast alle künstlichen Strukturen in uns und um uns herum sind darauf ausgelegt, keinesfalls im Puls der Gegenwärtigkeit zu pulsieren, sondern stattdessen: Beschäftigt zu sein mit künstlichen Dingen und künstlichen Vorstellungen.

Deine inneren, künstlichen Strukturen sorgen dafür, dass du dies nicht einmal bemerkst. Es scheint „normal“ zu sein. Allerlei Glauenssätze über dich selbst und über das Leben sorgen dafür, dass du wirklich glaubst, nicht großartig genug zu sein, um diesen Augenblick hier wirklich „auszuhalten“. Das heißt, du glaubst, du könntest es nicht schaffen, du wärst wirklich bedroht, du müsstest dich von deiner „besten“ Seite zeigen, deine Berührbarkeit schützen oder sonst irgendwie nicht auffallen oder vielleicht besonders auffallen, damit du gemocht wirst.

Rot ist Grün.

Wir brauchen tatsächlich niemanden, der uns bestätigt, dass wir liebenswürdig sind. Wir brauchen auch niemanden, der (oder die) uns vervollständigt. Im ursprünglichen Sinne sind wir sprundelnde Lebendigkeit, die sich natürlich ergießt – mit dem Gegenüber – in einem kreativen Schöpfungsakt. Es ist unsere Natur, den anderen zu SEHEN und ihn (sie) alleine dadurch in ihrem Ganz-Sein zu bestätigen. Ohne dass wir auch nur ein Wort sagen müssen. Sogar dann, wenn das Ganzsein gerade die Form einer Irritation hat, also wenn in uns selbst oder in dem Feld des Gegenübers gerade ein „Trauma“ sichtbar wird, gibt es nichts weiter zu tun, als anwesend zu sein.

Es ist nicht unsere Natur über irgendetwas zu urteilen, es zu verurteilen und dann von uns abzuspalten. Unserem Ursprung nach ist alles zutiefst gleichwertig. Also auch wir SELBST neben diesen künstlichen Strukturen. Sie sind also NICHT mächtiger als wir SELBST. Denn im Grund sind WIR es selbst IN dem diese Strukturen auftauchen.

Wir sind groß genug, die gesamte Vielfalt des Lebens in uns zu halten – „auszuhalten“.

Wir können das.

Das Gefühl, es nicht zu können, ist eine künstliche Struktur, die sich über unser natürliches Sein gelegt hat. Und unser natürliches Sein ist so groß, dass es auch das „aushält“, ohne dass seine Großartigkeit, die Unendlichkeit und Unsterblichkeit wirklich gemindert würde.

Es ist unsere Aufgabe, dies wieder zu entdecken. IN UNS SELBST.

Für dich selbst spürbar.

Unsere natürliche Sprache ist nicht in erster Linie, die Sprache der Worte und Gedanken. Wir erspüren die Welt. Wir fühlen einander und wir fühlen uns selbst.

Wir finden Gewissheit in uns. Nicht in einer wissenschaftlichen Studie. Und auch nicht in der Bestätigung irgendeines Freundes, irgendeines Arztes, Chefs oder sonst irgendeiner anderen Person.

Unsere sprudelnde Urquelle befindet sich in uns.

Es sprudelt unaufhörlich aus uns selbst heraus.

Und wir können ganz und gar wir selbst sein und das Gegenüber ganz und gar es selbst sein lassen.

Auch in den Momenten, in denen diese sprudelnde Urquelle gerade eine „künstliche Struktur“ an die Oberfläche spült, damit sie gesehen werden kann.

Wenn dich dieses Thema interessiert und du dir persönliche Begleitung (face to face, Zoom oder per Mail) im eigenen Hinschauen wünscht, dann darfst du sehr gerne Kontakt mit mir aufnehmen. Du kannst mir eine Mail schreiben (verena@yogalini.de) oder einen Termin für ein „Gespräch in Bewegung“ vereinbaren. Hier findest du weitere Infos dazu: http://www.teck-yoga.de/3%20Gespr%C3%A4che%20in%20Bewegung.html

Ich freue mich über Begegnungen

Von Herzen

Verena

Mit sich SELBST streng oder weich SEIN – das ist hier die Frage

„Am Montag warst du aber richtig streng“ war das Feedback einer Teilnehmerin, die ich gestern Mittag in der Stadt getroffen hatte.

Ich musste lachen, denn ich wusste genau was sie meinte. Irgendetwas hatte mich in der Yogastunde am Montag Abend „geritten“ und mein Fokus war voll und ganz darauf ausgerichtet, eine Atmosphäre zu schaffen, die alle Anwesenden anhielt WACH zu sein.

Kennst du das Gefühl, immer so ein bisschen im Trott des Bekannten zu schlafen?

Oft ist das Bedürfnis nach Entspannung gar nicht das natürliche Schwenken in das Gegenteil von Aktivität, sondern die natürliche Reaktion auf einen Alltag in dem wir halb-lebig Automatismen tun, von denen wir das Gefühl haben, ihnen hilflos ausgeliefert zu sein.

Was ist es wirklich, wirklich, wirklich, was uns das Gefühl von „Hilflosigkeit“ vermittelt?

Woran halten wir fest, wenn wir meinen, wir seien nicht frei genug JETZT diesen Moment hier lebendiger zu gestalten?

Zurück zum Thema „Strenge“:

Oft bin ich in meinen Stunden sehr zart und weich. Denn ich fühle regelrecht wie es einen Gegenpol braucht zur der Struktur, die von Außen organisiert wird und sich in unserem Inneren wiederspiegelt in der Idee, wir müssten es irgendwie „anders“ machen, besser, klarer, fokussierter, entspannter, lockerer, mutiger,…

Das Problem: Anstatt es WIRKLICH anders zu machen (in einem neuen Augenblick), verschwenden wir alle Energie, die uns JETZT zur Verfügung steht, damit, uns selbst zu verurteilen.

Und manchmal auch noch ein zweites Mal: Wir verurteilen uns auch noch dafür, dass wir uns schon wieder verurteilt haben.

Wo sollten wir wirklich streng mit uns sein?

Oft setzen wir mit unserer Weichheit und unserer Strenge genau an den verkehrten Enden an. Wir sind da streng, wo es Sanftheit bedarf und da nachgiebig, wo wie Klarheit und eine gewisse Strenge brauchen.

Oft hacken wir da, wo wir (oder jemand anderes) vermeintlich einen Fehler gemacht hat, ordentlich auf uns, dem anderen oder der gesamten Situation herum, anstatt ehrlich anzuerkennen, dass das, was passiert ist, aus vielen verschiedenen, vielschichtigen Gründen passiert ist:

  • Ich und mein Gegenüber hatten zu genau diesem Zeitpunkt genau die Energie zur Verfügung, die zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stand
  • Ich und mein Gegenüber hatten zu genau diesem Zeitpunkt genau die Persepktive, die wir in diesem Augenblick hatten
  • Ich und mein Gegenüber hatten in diesem Moment genau den Handlungsspielraum, den wir damals wirklich hatten – und nicht den, den wir uns heute ausmalen können

Wir können uns im Nachhinein zwar ausmalen, wie es gewesen wäre, wenn wir damals dieses oder jenes nicht im Kopf gehabt hätten und stattdessen den Blick mehr auf was weiß ich was gelenkt hätten…

Aber die Wahrheit ist: Wir haben so gehandelt, weil zu diesem Zeitpunkt genau dieses Muster, genau diese Unsicherheit oder was auch immer aktiv war und wir haben in diesem Moment das gegeben, was wir geben konnten.

Alles andere ist Illusion!

Sei hier streng! Denk nicht weiter und weiter und weiter und erzähl es deiner Freundin und reg dich nochmal darüber auf und noch einmal und vertiefe jene destruktive Sicht mehr und mehr.

Sei streng!

Werde still.

Sei ehrlich.

Es war wie es war. Und es ist jetzt vorbei.

Und das gilt direkt – Sekunden nach – jeder Auseinandersetzung mit dir selbst und mit all denen, denen du nahe stehst.

Fühle das Gefühl, was jetzt auftaucht.

Fühle den Schmerz oder was immer es ist und erlaube dem Kopf nicht die Geschichte irgendeine Geschichte darüber zu erzählen. Der Kopf wird niemals in der Lage sein, wirklich alle Zusammenhänge zu durchschauen, denn letztlich bleibt er bei der Logik stehen, während menschliches Sein so so viel mehr ist als das.

Sei streng!

Atme!

Sei mutig genug, dir selbst in diesem Sturm zu begegnen!

Denn all dein Rennen im Kopf ist am Ende nichts anderes als der Versuch, dieses wilde Leben zu kontrollieren und dich wieder auf Spur zu bringen.

Was aber ist diese „Spur“ wirklich?

Sie ist der alte Pfad. Sie ist die Autobahn der alten Glaubenssätze.

Diese „Normalität“ ist bei jedem und jeder von uns individuell verschieden. Die eine kritisiert sich ständig, die andere glaubt immer, dass sie nicht gesehen wird, die nächste versucht mit allen Mitteln das schöne Bild von sich aufrecht zu erhalten… …und am Ende haben wir alle mehr oder weniger diese oder jene Tendenz.

Wenn wir lebendig sein wollen, müssen wir diese alten Autobahnen (=Automatismen) verlassen.

Dazu müssen wir wach sein! Und ehrlich!

Lebendig zu sein bedeutet, dass wir nicht wissen!

Wir wissen nicht, was das hier gerade bedeutet, aber wir sind wild und mutig genug es voll zu leben, es ganz zu fühlen, körperlich, emotional und energetisch.

Nicht lebendig zu sein heißt, dass wir nur halb anwesend sind. Wir sind im „Überlebensmodus“, versuchen nicht unter zu gehen, versuchen den Anforderungen (unseren, eigenen Anforderungen, die irgendwann vor langer Zeit mal an uns gestellt wurden und nun zu unseren eigenen geworden sind) zu genügen. Wir haben total vergessen, die Fragen des Lebens SELSBT zu beantworten.

Als Kinder, als wir noch in unserer Kraft standen, da wussten wir um die Lebendigkeit. Wir wussten, dass die Antworten der Erwachsenen natürlich veraltet sind und für uns nur noch bedingt gelten. Wir ehrten das Wissen der „Alten“ auf so selbstverständliche Weise, dass es keiner Rituale bedurfte. Es war ja ganz natürlich unsere Basis, auf der nun unser Leben aufbaute und auf der sich ganz natürlich, durch unsere lebendigen Erfahrungen, alles bereits Gewusste (durch unser Sein) weiterentwickelte…

Je älter wir wurden, desto mehr begannen wir an dieser inneren Klarheit zu zweifeln. Bis diese Stimme kaum mehr zu hören war…

Den Preis den wir zahlen, wenn wir wilde Lebendigkeit versuchen in starre Gerüste zu packen, ist das Stocken der Lebensenergie. Dies fühlt sich frustriert an, müde, genervt, unlebendig.

Wenn wir diese Energie jedoch wieder in Fließen bringen, können wir auch im „Alter“ noch frisch sein, ganz einfach, weil dieser Moment hier frisch ist!!!

Wir können JETZT eine lebendige Erfahrung machen! Ganz unabhängig von dem, was eben passiert ist!!!

Um die Lebendigkeit in dir wieder ins Fließen zu bringen, fange an dich (deinen Körper) zu bewegen. Am besten unkontrolliert. Verlasse alle Formen des bekannten und tanze wild! Schneide Grimassen! Zapple rum!

Um ein autentisches Körpererleben von Wachheit zu bekommen, kann dich natürlich auch Yoga unterstützen. Du lernst dich innerlich aufzurichten und in deine eigene Aufrichtigkeit hineinzuwachsen. Und du lernst wirklich abzugeben, loszulassen, dich hinzugeben – nicht nur theoretisch im Kopf.

Anstatt dich oder andere zu verurteilen, beginne anzuerkennen was IST!

Anerkennen ist wertfrei!

Es ist einfach der Versuch klar zu schauen.

Im klaren Schauen, darf alles sein!!!

(P.S.: Auch das, was wir nicht so gerne sehen wollten)

Wenn wir damit entspannen, passiert Weichheit.

Hier ist Weichheit sehr heilsam.

Wenn wir nun aber einen Augenblick haben, in dem die Bewusstheit so Hälfte-Hälfte ist, zwischen dem altbekannten Muster und der Möglichkeit WACH zu bleiben,…

DANN sollten wir streng mit uns sein!

Es bedarf Wachheit und einer klaren Ausrichtung, um JETZT nicht in das alte Muster hineinzufallen, dass ich mir selbst nur dann genügen kann, wenn ich zuerst all den scheinbaren Anforderungen genüge.

Was heißt „wach bleiben“?

Wach bleiben ist keine Starre, es ist kein Programm auf das ich zurückgreifen kann. Es ist vielmehr die Bereitschaft, in diesem Augenblick mit diesen stürmischen Wellen hier „still“ zu sein und klar zu unterscheiden, welche Welle ich wirklich, wirklich reiten will!

Ist das hier gerade „meins“ oder folge ich nur der Tradition?

Was macht mich glücklich?

Wofür schlägt mein Herz?

Dieser neue Kontakt mit mir darf wachsen!!! Er muss nicht schon ausgereift sein. Wie sollte er auch?

Wir stehen evolutionär betrachtet (als Menschheit) gerade an einem Wendepunkt in dem theoretisch alle Lebenskonzepte geduldet sind und ständig neue erfunden werden.

Theoretisch ist es kein Problem „schwul“ zu sein, keine Kinder zu bekommen, sich scheiden zu lassen, keine Konfession zu haben oder was auch immer. Überall – d.h. in jeder verkörperten Seele – wird lebendig „erforscht“ wie sich Beziehung gestalten kann, wie Erziehung aussehen kann, wie Arbeit aussehen kann,… …wenn sie WAHRhaftig ist. Wir alle sind mitten drin in diesem „Forschungsprojekt“ und lernen in jedem Augenblick unserer scheinbare Fehler.

Während jedoch gleichzeitig all die alten, konditionierten Glaubenssätze und Traumen in unserem gesamten Nervensystem, Körpergedächtnis und Unterbewusstsein voll aktiv laufen.

Das ist eine ziemlich explosive Mischung.

Hier dürfen wir also definitiv weich mit uns sein

…und müssen defintitiv streng sein, wenn wir wirklich etwas neues, lebendiges erleben wollen!

Die Frage ist nun: Wann passt was?

Am Ende findest du in deiner eigenen Innenschau, in deinem gelebten Alltag, selbst die Augenblicke, in denen Sanftheit gut tut und in denen Sanftheit nur dazu dient weiter zu schlafen!

Wenn du ganz, ganz ehrlich mit dir bist, dann kannst du es glasklar sehen!

Vergiß die Geschichte dazu!

Bleibe still!

Das ist der Fokus <3

Von Herzen,

Verena

P.S.: Wer Lust auf eine Einzelarbeit mit mir hat findet mich (Verena Kamphausen) persönlich in Kirchheim unter Teck und ansonsten per Telefon oder Skype.



Wurzelarbeit

Was ist dein Boden?

Worauf stehst du?

Was hält dich stabil?

Was wackelt?

Wo wackelt es?

Traust du dich hinzuspüren?

Wie viel Zeit und Raum bist du wirklich, wirklich, wirklich bereit, dir für deine eigene Tiefe zu nehmen?

Kein Buch, keine Inspiration, kein Workshop der Welt kann dir das geben, was du in deiner Tiefe ganz natürlich findest.

Bist du bereit dort hinzuschauen?

Immer und immer wieder?

Denn das ist der eigentliche Job – DEIN Job!

Es ist nicht damit getan, einmal dein Wesenskern zu „erkennen“ und dann zu glauben, du könntest das, was du bist irgendwie WISSEN oder gar in Besitz nehmen und so nach Belieben „einsetzen“, so als seist du nun für alles „gewappnet“.

Das Leben ist WILD!

Und es ist TIEF.

Auf dem Grund ist es still.

Und an der Oberfläche wild und sehr bewegt.

Beides zugleich.

Und du BIST diese unglaubliche Lebendigkeit.

DAS ist nichts, was man wissen kann. Und jedes Wissen darüber ist so viel Wert wie jede andere Erkenntnis, die sich im Laufe des Lebens ganz natürlich wandelt, sich oftmals als Illusion wieder verabschieden muss, vergessen wird, gar nicht zur Verfügung steht oder zwar gewusst wird, aber eben nicht auf Knopfdruck gefühlt.

Es geht also darum, immer wieder und wieder und wieder NEU „still“ zu werden und zu lauschen:

Was ist wirklich, wirklich, wirklich wahr?

Dieses Lauschen ist KEIN Suchen im Verstand. Es ist ein Lauschen!

Es ist ein Lauschen mit einem offenen Geist und einem offenen Herz, bereit ALLES zu hören – was immer es auch sein mag. Unendlicher Raum.

DAS ist dein Boden.

Bodenlos.

Und dennoch das einzige was wirklich, wirklich, wirklich trägt!

Es lohnt sich absolut diesesn Boden zu erforschen!!!

„Innerlich“.

IN diesem Moment.

Jetzt.

Hier.

Dieser Boden, – diese reine Lebendigkeit -, verkörpert sich in jedem Augenblick. Er nimmt Form an. Form an in Form von Bewegung: „Energie“. In Form einer gewissen Atmosphäre, einer Stimmung, fein oder eher grob, hitzig, kalt oder eher gemäßigt.

Diese Formen sind alles, was wir sind, sehen, hören, fühlen.

Es sind unsere Gedanken, unser Gespür für diesen Augenblick:

Fühlst du dich ruhig? Geerdet? Berührt? Abgeschnitten? Suchend? Bewegt? Aufgewühlt? Angespannt? Zusammengezogen? Zart? Verletzlich? Kraftvoll? Steif?

Alles, die selbe Lebendigkeit.

In allem derselbe Boden.

 

Körperlich gesehen haben wir auch einen Boden: Unseren Beckenboden. Er trägt förmlich unseren gesamten Oberkörper. Und tatsächlich können wir spüren wie er nachlässt, wenn wir uns zum Beispiel wie ein kleines Kind „ertappt“ fühlen und uns für (lassen wir es Mini-Sekunden sein) buchtsäblich in die Hosen machen. Die Beine werden zittrig, wir stehen für einige Augenblicke nicht stabil: Hab ich etwas falsch gemacht?

Um diese Frage, die tief in uns sitzt, überhaupt auszuhalten, müssen wir schon eine gewisse Portion an Vertrauen, Mut und Wurzelkraft ent-deckt haben. Ansonten würden wir uns diese Frage gar nicht stellen. Nicht mal für einen flüchtigen Augenblick. Wir bekommen das Zittern gar nicht mit. Der Fokus liegt einzig auf dem Festhalten an unserer Rüstung: Unsere Glaubenssätze. Es fühlt sich nämlich sehr viel sicherer an, wenn wir zu jedem Zeitpunkt GANZ GENAU WISSEN, was richtig und was falsch ist. Und genau diese Sicherheit gaukeln uns unsere gelernten Konditionierungen vor. Wir haben gelernt, wie man sich zu verhalten hat und auch wie man sich zu fühlen hat. Wir haben gelernt, unsere eigenen Impulse zu vernachlässigen und stattdessen dem zu folgen, was uns unsere Eltern, unsere Lehrer und vor allem unsere Angst (wir nennen es auch gerne den gesunden Menschenverstand) beigebracht haben, um möglichst „erfolgreich“ (gerne auch im gemäßigten Sinne) zu sein und so ein möglichst sicheres und glückliches Leben führen zu können.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte mit dem Fischer und dem Geschäftsmann, der dem Fischer vorschlägt, wie er ein gutes Geschäft machen könnte, um dann später gemütlich in der Sonne liegen zu können…

Wir kennen die Geschichte.

Aber es ist ja nur eine Geschichte. Wir bejahen sie und sie erinnert uns tatsächlich. Vielleicht lassen wir für einen Augenblick los. Den kleinen Finger unserer Faust. Denn wir müssen schließlich unsere Miete trotzdem zahlen und wir haben Kinder zu versorgen und außerdem kaum Raum für solche Fragen. Jedenfalls nicht jetzt. Und schließlich gehe ich ja schon zum Yoga und versuche jeden Tag ein bisschen zu meditieren…

Es geht natürlich nicht darum, in der Sonne zu liegen. Arbeit kann wunderschön und sehr erfüllend sein – insbesondere dann, wenn es die Arbeit ist, die deinem Talent entspricht. Und Yoga machen ist in der Tat eine wundervolle und sehr nährende Sache, ebenso wie sich Zeit zu nehmen, einfach mal nichts zu tun und sich den Wind durch die Haare streichen zu lassen. Und natürlich hat jeder, jeder, jeder und jede von uns Momente der Verzweiflung, der Verwirrung und tausend Fragen ohne Antworten.

Auch das: Alles – jeder dieser Ausdrücke – dieselbe Lebendigkeit.

Und unterdrunter: Immer, immer, immer derselbe Boden.

 

Diesen Boden immer mal wieder zu ent-decken ist ein Glück!

 

Wie können wir ihn entdecken?

Da gibt es so viele Möglichkeiten wie Momente in einem Menschenleben und so viele Arten und Weisen wie Menschen auf dieser Welt.

Eine davon ist das Lauschen.

Das Lauschen und Hineinsinken in diesen Moment.

Immer wieder und wieder und wieder.

Eine andere ist das körperliche Erforschen. Wie fühlt sich mein Körper an? Wie spricht er zu mir?

Nimm dir Zeit die Sprache des Körpers zu erforschen. Hab keine Eile und keine Hektik. Am Ende ist jede Erfahrung dasselbe SELBST. Jede ist gleich wertig. Gleich volle Lebendigkeit.

So viel für heute.

Bald gibt es einen weiteren BLOG-Artikel mit dem Titel: „Wurzelarbeit die Zweite“, da geht es dann um vergangene Erfahrungen (Wunden, Traumen und Schätze) und um die Wurzel der alten Traditionen (Yoga, Meditation,…), die wir ja immer im JETZT neu lernen.

Freu mich schon drauf!

Bis bald,

Verena <3