Was ist eigentlich Sivananda-Yoga?


Seit 2001 unterrichte ich Yoga – und die Sivananda-Tradition ist sozusagen meine Wurzel!

Es ist die Basis von der aus ich mich körperlich sozusagen ent-deckt habe: Ich habe wirklich innerlich erspürt, wie alles im Körper miteinander in Verbindung steht.

Aber nicht nur das, sondern auch wie sich meine Anspannung, meine Angst oder meine Vertrauen körperlich ausdrückt.

Ich habe gelernt (innerlich erfahren, in meinem ganz gewöhnlichen Alltag, wieder und wieder und immer wieder neu) wie der Geist funktioniert und wie all das Ausrücke von Energie sind…

Sivananda Yoga ist in erster Linie also sicher keine bestimmte Art, Asanas auszuführen, sondern steht für Ganzheitlichkeit. Aus all den Aspekten, die menschliches Dasein ausmachen besteht letztlich auch der Yoga. Bevor ich das jedoch weiter ausführe, möchte ich noch einen kurzen Exkurs in die Welt der Asanas machen, denn das ist ja das, was wir am häufigsten mit Yoga verbinden:

Und um das einmal klarzustellen: Asanas – die Körperhaltungen im Yoga – sind keine ausgedachten Haltungen, die auf irgendeine „besondere“ Person oder gar Tradition zurückgeführt werden könnten. Sie sind quasi menschliches „Allgemeingut“, so wie all die Pflanzen uns da draußen frei zur Verfügung stehen und wir ihre Wirkung ganz frei und lebendig selbst erforschen können – wenn wir wollen.

Wenn ihr euch Babys anschaut (völlig egal in welcher Kultur), dann werdet ihr beobachten können, wie sie alle – von ganz alleine, ohne jegliche Unterstützung – die gleichen Bewegungen machen, um von der „hilflosen“, liegenden Position aus in die Bewegung, ins Rollen, in den Vier-Füßler-Stand und schließlich in die aufrechte Position zu gelangen, um sich (aufrichtig) selbstständig fortzubewegen. Diese körperliche Entwicklung ist gleichzeitig eine Entwicklung in das „Ich“ hinein. Mit der wachsenden Fähigkeit, die eigene Körperhaltung zu verändern, wächst auch die Perspektive, aus der das kleine Kind die Welt betrachten kann. Während es am Anfang nur daliegt und alles lediglich von oben auf es zukommt, kann es irgendwann seinen Kopf heben und die Dinge aus der Bauchlage betrachten. Später fängt es an sich so zu „drehen“, dass es sich um sich selbst drehen kann. Irgendwann kann es sich selbstständig auf Dinge zu bewegen oder von ihnen weg. Dies geschieht langsam. Gemeinsam mit dem Körper wächst die Fähigkeit, die Einflüsse der Umgebung zu verarbeiten.

Im Yoga machen wir im Grunde nichts anderes 😉

Die „Kobra“ (Bhujangasana) und die „Heuschrecke“ (Shalabhasana), sind zentrale Yogapsoitionen der Rishikesh-Reihe (Sivananda-Tradition) – aber auch einiger anderer Yoga-Traditionen. Beide Haltungen sind klassische Bewegungen, die jedes Kind macht, um genug Kraft zu entwickeln, um in den 4-Füßler-Stand zu kommen, und sich so langsam aufzurichten.

Die Aufrichtung des Menschen – im Gegensatz zum völlig anders bewegten SEIN in der Pflanzen- und Tierwelt – steht auch für eine ganz bestimmte Qualität des Bewusstseins. Dies weist nämlich im Menschen völlig andere Qualitäten auf, als eben im Bereich der Tiere, Pflanzen, Mineralien,…

Diese Qualität des Bewusstseins ist natürlich nichts statisches! Es ist (seit Beginn der Menschheit) eine sich immer weiter und weiter entwickelnde Qualität – mit jedem Augenblick des Formannehmens!

Jede Haltung, die wir im Yoga einnehmen, verändert etwas in unserem Energiesystem und in unserem Bewusstsein.

Das gleiche passiert in jeder menschlichen Begegnung: Durch alles, was wir sehen und nicht sehen, durch alles, was wir hören und nicht hören. Es ist ein ganz natürliches Wachsen und Reifen. Und ein ganz natürliches weiteres Form annehmen.

Yoga ist also EINE Form. Es ist eine mögliche Form. Und damit eine „Tür“, durch die wir gehen können.

Sivananda Yoga ist ein Integraler Yoga, bei dem die Körperhaltungen nicht an erster Stelle stehen. So wie menschliches Sein – auch wenn wir das oft vergessen – nicht nur aus Gedanken, Ideen und Interpretationen besteht, sondern AUCH aus einem Körper, Emotionen und einer „Seele“, so berührt der Integrale Yoga all diese Facetten menschlichen Seins:

Raja Yoga (Teil des integralen Yogas) bezieht sich auf die Qualität des Verstandes: Was ist der Verstand? Wie beinflusst er menschliches Sein? Bhakti Yoga (ein weiterer Teil des integralen Yogas) bezieht sich auf die Gefühlsebene und die Möglichkeit von Hingabe. Karma Yoga (ja, gehört auch zum integralen Yoga) greift die Tatsache auf, dass wir handeln. Wir können als Menschen nicht nicht handeln. Selbst wenn wir den ganzen Tag im Bett liegen würden, wäre das ein Art Handlung, die eine Wirkung nach sich zieht. Natürlich ist auch jeder Gedanke eine Handlung (völlig egal ob du daran glaubst, dass es „dein“ Gedanke ist und auch völlig egal ob du daran glaubst oder selbst erforscht hast, dass die Gedanken lediglich „durch“ dich Form annehmen und gleichzeitig dem Gesetz von Ursache und Wirkung unterliegen).

Karma steht für das Gesetz von Ursache und Wirkung.

Achtung: Beim KARMA geht es nicht um Wertung! Es geht einfach nur darum, Zusammenhänge zu erkennen. Wertfrei!

Der Teil in uns, der wertet, ist lediglich der – eigentlich austauschbare Teil – der konditionierten Gedanken. Andere Prägung = andere Vorstellung von „richtig“ und „falsch“.

Selbst wenn wir behaupten, dass wir wissen, dass es EIGENTLICH kein „richtig“ und „falsch“ gibt, – was ist mit unserem realen (unbewussten) Erleben von „richtig“ und „falsch“?

Wenn ich „zu viel“ esse, muss dieses Essen verdaut werden. Wenn ich etwas sage oder nicht sage, gibt es diese oder jene Reaktion von außen und daraufhin wieder eine Reaktion von mir. Vielleicht habe ich die Idee, diese Reaktion steuern zu können, vielleicht meine ich, dass ich das nicht kann (je nachdem woran das Ich gerade glaubt oder was es kürzlich herausgefunden hat). Das alles ist das System von Ursache und Wirkung, das wir Karma nennen und das völlig unabhängig von unserem Glauben, Verstehen und nicht Verstehen ganz natürlich funktioniert.

Jnana Yoga (ein weiterer Teil des integralen Yogas) befasst sich nun mit dem menschlichen Aspekt, der unberührt ist von der Ich-Struktur. Der Teil, der jedoch selbst die Ich-Struktur belebt.

Man könnte es auch so ausdrücken: Der Teil, der selbst in der Ich-Struktur Form annimmt:

Unser „Wesen“, unser „Selbst“, der „göttliche Funken“, unsere „Seele“,…

…und schwupps sind schon wieder alle Vorstellungen (Raja-Yoga) aktiviert 😉

Wo sind denn nun endlich die Yoga-Haltungen versteckt?

Klassisch gesehen gehören diese in den Bereich von Tantra (NEIN! Hier geht es nicht um Sex, sondern um eine „philosophische Richtung“, die sich jedoch nicht im Geistigen verlieren will, sondern ihren Fokus im Bereich des Erfoschens von Menschlichkeit – IM menschlichen Dasein selbst – hat). Im Druchdringen des Mystischen bejaht Tantra Menschlichkeit und wendet sich nicht von ihr ab, so wie viele andere Richtungen, in denen man alles typisch Menschliche leicht als „illusorisch“ oder „niedrig“ im Gegensatz zum „All-Ganzen“ verstehen könnte.

Ist Menschlichkeit nicht gerade ein Teil dieses „All-Ganzen“?

Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich mich von all dem, was ich bis dahin lediglich mit dem Verstand begriffen hatte, zurückziehen musste, um ich SELBST zu werden.

…um selbst zu erforschen!

Wie eine „Pubertierende“ musste ich mir demnach auch meine Yoga-Wurzeln aus der Distanz anschauen. Vieles in mir war in Bewegung geraten. Sicher auch durch die Yogapraxis. Aber mehr noch durch das Leben selbst. Fragen, die ich schon seit meiner Kindheit kannte, wurden auf andere Weise präsent: Wer oder was bin ICH wirklich? Was ist diese verrückte Lebendigkeit? Gibt es tatsächlich irgendwelche „Regeln“?

Ich hatte Philosophie studiert, war schon eine zeitlang Yogalehrerin und bereits Mutter. Ich hatte schon viele Antworten auf meine Fragen gefunden und dennoch war da wie so ein Drängen hinein in eine noch tiefere Authentizität. Ein Drängen nach einem „inneren“, absoluten Wissen, das keine Zweifel mehr zuließ.

Es durchdrang wirklich ALLE Lebensbereiche, nicht nur meine Tätigkeit als (Yoga-)Lehrerin, die ich immer wieder komplett in Frage stellte. Es durchdrang ebenso meine Ideen von Beziehung, Glück, Familie, Geld, Sicherheit, Spiritualität, Wissen im Allgmeinen.

Am Ende – wobei man hier nicht wirklich von einem „Ende“ sprechen kann – stand dann tatsächlich so etwas wie ein Berühren meiner eigenen Innerlichkeit. Jedoch auf eine Weise, die so ganz anders war/ist, als das „Ich“ es sich vorgestellt hatte.

Denn DAS ist nichts, was die Ich-Energie haben könnte!

Und dennoch ist ES stabiler als alles, woran sich diese „Ich-Struktur“ klammert

– insbesondere wenn sie meint, sich selbst zu durchschauen ;- )

Auf diesem weglosen Weg, auf dem ich wirklich alles mögliche immer und immer wieder in Frage gestellt hatte – und genauso oft (meist unbemerkt) versucht habe, mir ein neues, anderes Konzept zurechtzulegen – stellte ich also auch meine Yoga-Wurzeln in Frage, begann nach und nach in meine eigene, authentische Weise des Unterrichtens hineinzuwachsen… …und kehrte irgendwann zu einem Weiterbildungsseminar zu meinen Wurzeln zurück: neugierig, interessiert, aber durchaus auch skeptisch.

Als ich damals also zu meinen Wurzeln zurückfand (ähnlich als würdest du nach sehr, sehr langer Zeit das Haus oder das Dorf deiner Kindheit besuchen), war es natürlich NICHT irgendein theoretisches Wissen, was mich berührte. Ich war durchaus so klar, dass ich all die vermeintlichen „Fehler“, die ich damals kritisiert hatte, immer noch sehen konnte. Aber sie störten den Schatz nicht, der eben auch sichtbar wurde!!!

Das Gleiche passiert wohl auch, wenn du deine eigene Kindheit mit all ihren Höhen und Tiefen, mit all den Geschenken und Verletzungen – die im gewissen Sinne selbst Geschenke waren – mit den Augen der Klarheit siehst.

All die „Fehler“ sind auf einmal „menschlich“ und akzeptiert. So wie ich selbst jeden Tag mit meiner eigenen „Fehlbarkeit“ konfrontiert bin und gerade DURCH sie, tiefer und tiefer blicke, lerne, vergebe (mir und den anderen), immer weiter aufwache – und natürlich Ganzheit BIN!

Vollkommenheit ist etwas völlig anderes, als Perfektion. Perfektion hat ein Gegenteil. Ganzheit enthält alles.

Menschliches Dasein nimmt Form an durch Dualität. Wir begreifen und erleben gerade durch (die scheinbare Trennung von) Körperlichkeit und auch durch das Wechselspiel zweier Pole: Tun und Geschehen lassen, verstehen und nicht verstehen, Liebe und nicht Liebe,…

In meinem Fall war ich – als ich nach einigen Jahren zum „Schnuppern“ zu meinen Yoga-Wurzeln zurückkehrte – so unendlich dankbar für die Fülle, die ich insbesonders bei Yoga Vidya geschenkt bekommen hatte. Es war wirklich so, als würde eine gereifte Frau, die als Teenager das Elternhaus verlassen hatte, um ihren eigenen Weg zu finden, mit neuen Augen nach vielen Jahren nach Hause kommt. Während sie als Teenager einige Dinge an ihren Eltern auszusetzen hatte, war sie inzwischen selbst Mutter geworden. Neben all den „Fehlern“, die ihre Eltern gemacht hatten, war sie nun in der Lage auch die Liebe zu sehen, die die ganze Zeit über dagewesen war. Sie hatte erfahren, dass sie nicht umhin kam, dieselben (und andere) Fehler mit ihren eigenen Kindern zu machen – und dass einige davon gar keine „Fehler“ waren, auch wenn sie von außen vielleicht so aussahen. Sie hatte gelernt, die größeren Zusammenhänge zu sehen. Gleichzeitig was sie dehmütig geworden angesicht dieses unfassbaren Paradoxes von Komplexität und EInfachheit, Form und Leere.

Als ich also zu meinen Wurzeln zurückkehrte, erkannte ich die Fülle, mit der ich all die Jahre (unbewusst) gearbeitet hatte. Und auch wenn sich mein eigener Unterrichtsstil (augenscheinlich) zumindest von der Rishikesh-Reihe etwas entfernt hatte, so ist der integrale Geist noch immer derselbe.

Unterrichten passiert nun aus dem Sehen heraus, was für die Teilnehmer körperlich möglich ist und was energetisch gebraucht wird. Es passiert aus dem heraus, was ich BIN. Ich kann nur DIES hier sein, das genau auf diese Weise Form annimmt (und sich natürlich weiterhin verändert). Das was ich BIN, ist weder gut noch schlecht, weder richtig noch falsch. Und doch lerne ich und lerne ich und lerne ich… während ich gleichzeitig vollständig bin.

Auch ich lege mit meinem Unterricht lediglich eine Basis, mit der jede Seele, jeder Körper, jedes Leben, in jedem Moment „weiterarbeitet“.

Ein besonders kostbares Geschenk der Sivananda-Tradition bei Yoga Vidya – für mich persönlich – war die Einführung und Begleitung der (fortgeschrittenen) Energiearbeit in Verbindung mit intensivem Pranayama (Kundalini Yoga, als Teil von Tantra-Yoga). Zuerst als Technik genutzt, wurde es mit der Zeit eine ganz natürliche Bewegung, die völlig unbahängig von irgendeiner körperlichen Praxis immer offensichtlicher wurde!

Es gab und gibt so viele Lehrer in meinem Leben: tolle Yogalehrer, Satsang-Lehrer, Menschen, die mich geliebt haben und Menschen, die mich nicht geliebt haben – und natürlich jeder Augenblick dieses unglaublichen Lebens, jedes Form-Annehmen meiner eigenen Innerlichkeit, jede Frage, jede Antwort, jedes Verwerfen irgendeiner Antwort…

Was für eine Reise!

Wer Lust hat, zusammen mit mir Yoga zu machen, findet mich in Kirchheim unter Teck oder auf youtube!

Von Herzen

Verena

weibliche Kraft

In unserem Alltag handtieren wir mit Personen, die von uns getrennt erscheinen. Da ist unser Partner, der natürlich eine eigene Persönlichkeit hat. Da sind unsere Kinder, unser Chef, unsere Kollegen, unsere Nachbarin, unsere Freunde,…

Manchmal spielt unser körperliches Geschlecht da scheinbar eine Rolle, manchmal (scheinbar) eher nicht.

Es gibt viele Vorstellungen, was „Weiblichkeit“ bedeuten könnte. Und in manchen Zeiten scheint dieses Qualität auch keine besondere Aufmerksamkeit zu benötigen.

Fakt ist, dass sich unser gesamtes Leben zwischen zwei Polen abspielt. Es bewegt sich mit der Bewegung des Atems zwischen der „Fülle“ und der „Leere“. Es bewegt sich aufgrund der Anziehung zwischen den Geschlechtern, die letztlich nicht nur dem Fortbestand der Menschheit dient, sondern auch für die meisten unserer Dramen und Hoffnungen verantwortlich ist. Immer geht es um das Spiel der Suche nach Ganzheit. Komplett-Werden. Sich im anderen finden. Sich in sich selbst finden.

Um in sich selbst mehr und mehr anzukommen (während sich natürlich alles im Fluss des Lebens weiter bewegt), ist es notwendig, die Spaltungen, die wir irgendwann (manche haben eine sehr lange Tradition), in uns vorgenommen haben, zu heilen. Das heißt: Alles, was wir bisher als „falsch“ verleugnet haben, darf nach und nach wieder-ent-deckt und integriert werden.

Das heißt nicht, dass wir alles „gut“ finden müssen, was wir da so entdecken. Aber die Tasache, dass wir in der Lage sind zu SEHEN und zu FÜHLEN, was da ist, ist auf jeden Fall ein Schritt Richtung Ganz-Sein.

Einer der Teile, die im Laufe der Zeit irgendwie vergessen oder oft vernachlässigt wurden, ist der Körper. Denn in den letzten Jahrzehnten wurde das Geistige und der Verstand sehr hoch gehalten (was ja nicht unbendigt schlecht ist – nur geht ein so gelegter Fokus meistens auf Kosten eines anderen: in diesem Fall u.a. auf Kosten des Körpergefühls und des Spürens überhaupt).

Hinzukommt, dass insbesondere das weibliche Körpergefühl stark beinflusst wird durch Wirtschaftlichkeit und Werbung. Dadurch ist es natürlich sehr, sehr herausfordernd, das eigene Gespür von den „sozialen Werten“ zu unterscheiden und dann auch noch einen eigenen (individuell stimmigen) Umgang IN dieser Welt und im Alltag damit zu finden.

Aber natürlich ist Weiblichkeit viel, viel mehr als Körperlichkeit.

Wie zum Beispiel würde eine Wohnung aussehen, die keine Frau bewohnt? Wären da Blumen auf dem Tisch?

Wie würde eine Familie aussehen, in der keine Frau präsent ist? Was würde fehlen?

Wie sähe Mode aus, wenn es keine Frauen gäbe?

Ich weiß, ich bewege mich hier gerade auf sehr heißem Boden, wenn ich gerade die Bereiche anspreche, auf die wir als Frau oft nicht reduziert werden wollen. Natürlich sind wir unbeschreiblich und jede für sich einzigartig!!! Aber ich finde es so schade, wenn die weiblichen Qualitäten der liebevollen Führsorge, der Schönheit, der Wärme oder der Zartheit nicht gewürdigt werden!

Natürlich sieht keine Wohnung aus wie die andere. Es gibt Frauen, die mögen es, die Wohnung kreativ einzurichten und anderen ist dies eher nebensächlich. Es gibt Frauen, die genießen es, mit ihren Kindern zu basteln und andere mögen basteln einfach nicht. Nicht für jede Frau ist es der Traum, eine Familie zu gründen. Und obendrauf haben alle Frauen, „männliche Anteile“ und alle Männer „weibliche Anteile“. Und genau das ist der Punkt, warum wir uns gegenseitig anziehen, uns ergänzen und herausfordern – gleichzeitig.

In der Energiearbeit des Yogas geht es gerade darum, die beiden Pole in uns selbst (Ida und Pingala bzw. die männliche und weibliche Kraft in uns) miteinander zu verbinden und schließlich über alle menschlichen Ebenen (die verschiedenen Chakren) hindurch nach „oben“ zu lenken…

In einer Zeit, in der das Weibliche aber kaum Wertschetzung erfährt – außer dadurch, dass es den Frauen mehr und mehr ermöglicht werden soll, auch männliche Qualitäten zu leben, ist es sehr herausfordernd ein inneres und äußeres Gleichgewicht beider Kräfte zu leben.

Bevor das möglich sein kann, muss das Weibliche zunächst wiederentdeckt und dann wertgeschätzt werden!

Dieser Prozess beginnt bei DIR!

In welchem Kontakt bist du mit deiner eigenen Weiblichkeit?

Wie geht es dir in deinem Körper?

Wie geht es dir mit deiner Blutung?

Mit deiner Fruchtbarkeit?

Mit deinem Zyklus?

Mit deinen Gefühlsschwankungen?

Mit deiner Zartheit?

Mit deiner Kraft?

Wenn wir von Weiblichkeit sprechen, sprechen wir natürlich auch von Sexualität und von den verschiedenen Phasen einer Frau. Wir sprechen von Zyklen, wir sprechen von den Qualitäten des jungen Mädchens, der Mutter, der Zauberin, der Kriegerin, der Amazone und der weisen Frau.

Weiblichkeit ist im Gegensatz zum Männlichen (das von der Sonne symbolisiert wird und für Aktivität steht, für strukturiertes und zielgerichtetes Denken (Logik)), die Qualität des „Dunklen“, des nicht-Sichtbaren, des Mystischen, der Mondin in uns. Das Weibliche ist nicht zielgerichtet, es verläuft zyklisch, gleichzeitig und intuitiv.

Hier geht es nicht um ein entweder oder. Es geht nicht um ein besser oder schlechter, sondern darum, das eine vom anderen zu unterscheiden und beides zu ehren.

Der weibliche Körper symbolisiert das „Aufnehmende Prinzip“. Die Frau hat die Qualität das Leben (und den Mann) in sich aufzunehmen und damit zu bejahen!

Wow! Was für eine Kraft!

Das ist eine heilige Qualität, die durchaus verweigert werden darf!

Sie sollte in jedem Fall geehrt werden, indem wir uns dieses Schatzes bewusst werden!

Es ist eine enorme Stärke, sich seiner eigenen Zartheit bewusst zu sein. Es ist genauso eine Stärke, sich seiner eigenen Stärke bewusst zu sein.

Wenn ich beide Kräft in mir absolut anerkenne, fühle ich mich ganz! Aus dieser Ganzheit heraus passiert Liebe natürlich!

Am 12. Mai gibt es einen Tages-Retreat-Workshop zum Thema „weibliche Kraft“ mit mir (Verena Kamphausen) in Kirchheim unter Teck.

Du bist herzlich eingeladen 🙂