Den eigenen Platz einnehmen…

… ist ein sehr interessantes Thema.

Können wir denn überhaupt an einem Platz stehen, wie ein Baum?

Oder ändert sich (auch unser innerer) Ausdruck nicht oft spontan und wild mit den Geschehnissen im Außen oder den inneren Gedanken- und Bewusstseinsströmungen?

Ist unser „Platz“ – wenn wir so einen haben – vielleicht gerade das Gegenteil eines ein-deutigen Ausdrucks oder Erlebens und vielmehr die Unschuldigkeit, die Unberechenbarkeit und Berührbarkeit des lebendigen Momentes? Also seinem Wesen nach formlos, während er gleichzeitig die Möglichkeit aller Formen enthält und mit Sicherheit, – solange wir uns menschlich erleben, – irgendeine dieser möglichen Formen ausdrückt. (Welche dann wiederum vom Verstand (der ebenfalls eine Form (ein Ausdruck der freien Lebendigkeit) ist) verstanden, eingeordnet und bewertet wird)

Insbesondere angesichts der aktuellen Zeitqualität, in der sich vieles ja neu sortieren muss, passiert eine Positionierung oft vorschnell und leichtfertig gemäß den „alten“ Regeln: Wir glauben das (oder zweifeln das an), was in etwa mit dem konform geht, was uns am vertrautesten ist.

Natürlich! Gerade wenn sich Altbekanntes zu wandeln beginnt, wollen wir ja irgendwo etwas, das „bleibt“.

Bei alledem, was sich aktuell im Beginn einer Neu-Ordnung befindet, wünschen wir uns, um uns einigermaßen „sicher“ zu fühlen, eine Art „Bestätigung“ durch ein Gegenüber: Ein Mindestmaß an Akzeptanz und Gleichgesinnung. Ein Gesehen-Werden, das uns aushält, in dem, was wir SIND.

Es reicht dann, das diese Bestätigung „nur“ aus wenigen Freunden oder gar einer einzigen Person besteht. Ist dies – innerhalb einer so großflächigen Neuordnung, wie sie aktuell geschieht – nicht gegeben, fängt unser innerer Boden an zu wackeln, was sich dann unterschiedlich äußert:

Entweder, wir beginnen die Thematik durch die Irritation mit anderen Augen NEU zu betrachten oder aber wir haben das Gefühl, uns verteidigen zu müssen, was oftmals (selbst mit nachvollziehbaren Argumenten) zu einer gewissen Härte führt, die die Lebendigkeit der Essenz, zumindest in ihrer Erscheinung (also so, wie wir sie dann erleben,) „einfrieren“ lässt.

Die Lebendigkeit bleibt natürlich lebendig. Ihr fehlt nichts, selbst wenn wir uns gegenseitig umbringen. So wie das Wasser, Wasser bleibt, egal ob es in gasförmigen Molekühlen tanzt oder sich in Form von „Eis-Molekühlen“ super langsam bis kaum bewegt.

ABER: Es fühlt sich deutlich anders an, wenn wir um unsere Ansichten streiten oder wenn wir uns gegenseitig inspirieren – und SEIN lassen können.

Allerdings besteht auch ein enormer Unterschied darin, ob wir uns wirklich gegenseitig inspirieren oder ob wir uns einfach nur links liegen lassen, weil wir uns nirgends finden können und uns gegenseitig abwerten. Insbesondere dann, wenn hier nicht nur ein Meinungs- oder Bewusstseinsgefälle besteht, sondern auch noch ein bestehendes, strukturelles Machtgefälle.

Das gerade Beschriebe, sind natürliche Wirkungszusammenhänge, die man (oder Frau) nicht „mir-nichts-dir-nichts“ einfach so auflösen könnte.

(obgleich auch das angesichts der Wildheit und Spontanität von Lebendigkeit immer mal wieder möglich ist).

In der Regel wird es jedoch eher als herausfordernd erlebt, das eigene Festhalten an der eigenen Meinung und die darunter liegende (meist nicht vermutete) Angst zu erkunden, ebenso wie die Hilflosigkeit angesicht der absoluten Freiheit, die in der anderen Person liegt.

Wenn dann noch das Bewusstwerden der aktuellen Machtverhältnisse hinzukommt – und ich spreche hier noch gar nicht von Wirtschaftsinteressen oder dergleichen, sondern einfach von Strukturen, die sich im Laufe unserer Kulturgeschichte etabliert haben, also durchaus auch von Strukturen innerhalb von Familien oder sogar von Strukturen in deinem eigenen Inneren – dann wird es haarig. Denn genau diese Strukturen werden aktuell, angetriggert durch einen unsichtbaren Virus und angetriggert durch alles, was wegen dieses Viruses aktuell getan und nicht getan, gedacht und nicht gedacht, gefühlt und nicht gefühlt wird, in Schwingung gebracht.

Was schwingt hier?

Eine ganz natürliche Neuordnung, so wie sie in kleinen Zyklen jedes Jahr aufs Neue durch die Jahreszeiten geschieht oder innerhalb eines Menschenlebens, wenn wir in die sogenannten „Pubertät“ gehen oder schwanger werden, Mutter werden,… um nur einige Beispiele zu nennen. Auch da drückt sich etwas aus, nimmt Form an, durch uns, durch einen individuellen Körper, durch einen einzigartigen Umgang mit einem Prozess, den wir als Menschheit ja alle irgendwie erleben. Und dennoch ist es jedes einzige Mal NEU. Zutiefst wertvoll und bedeutsam und gleichzeitig so sehr in Bewegung, so vergänglich, dass es im Werden direkt wieder stirbt. Es ist Leere und Fülle zugleich.

Das Gleiche passiert JETZT.

Während wir uns ausdrücken, während wir uns zurücknehmen, während wir beobachten, während wir fühlen, während wir glauben, während wir sagen, was wir für richtig halten, während wir uns nicht trauen, unsere Meinung zu sagen oder während wir noch nicht sicher sind, welche Meinung wir haben. Es passiert, während wir unsere Meinung ändern. Es passiert während wir uns verrennen oder (scheinbar) bewusst für oder gegen etwas kämpfen. Es passiert, während wir weghören, während wir (scheinbar) bewusst entscheiden wohin wir gucken wollen, worüber wir diskutieren oder nicht diskutieren wollen,…

Als Menschheit und als individuelle „Seele“ reifen wir gerade (so wie wir es auch vor Corona in jedem Augenblick, in jeder Begegnung mit uns selbst, der Natur oder einem anderen Wesen oder Thema getan haben). Vielleicht ist es gerade (durch Corona) ein wenig offensichtlicher, so wie eine Geburt eine offentischtlicher Wandel ist oder der Wechsel des Arbeitsplatzes oder der Wohnsituation.

All dies erlebt JEDER (und jede) innerhalb eines Menschenlebens und dennoch erlebt es jede und jeder zeitlich an einem anderen Punkt und auf eine einzigartige Weise.

Wie kannst DU also ganz individuell, da wo du gerade stehst und dich bewegst, deinen Platz einnehmen und zwar nicht als FESTE FORM (denn Lebendigkeit ist ihrem Wesen nach bewegt), sondern IN deiner Berührbarkeit und Authentizität bewegt?

Das ist eine Frage, die man (und Frau) nicht ein für alle Mal beantworten kann. Sie beantwortet sich gewissermaßen nämlich in jedem Augenblick NEU.

Besonders freudvoll gestaltet sich dieses Verständnis des „Platz einnehmens“, wenn wir den physischen, den emotionalenund den energetischen Körper miteinbeziehen. Und das geht besonders gut, wenn wir ihn (alle Körper, die zum Mensch-SEIN gehören) bewegen und berühren.

Wie?

Durch eine einfache Umarmung, die wir auf allen Ebenen zulassen!

Durch einen stillen Blick in die Augen eines anderen – während wir wirklich DA sind, während wir schauen und geschaut werden!

Im Spüren des Windes und der Sonne auf der Haut…

Und natürlich während wir im Yoga nicht bloß äußere Haltungen von Muskeln und Knochen einnehmen, sondern uns auch innerlich berühren lassen.

Herzensgrüße

Verena

www.verena-kamphausen.de

Die aktuelle Zeit – Eine Samenlegung


Ich verstehe, die aktuelle Zeit als eine Art „Samenlegung“.

(So wie im Grunde jeder Moment eine „Samenlegung“ ist).

Wie erscheint dieser Augenblick, wenn du das GANZE Bild anschaust?

Wenn du diesen Augenblick aus der Adlerperspektive aus betrachtest, nicht aus deinem persönlichen Blick heraus, nicht aus DEINER Geschichte heraus. Sondern aus dem Blick, der weiß, dass alles in jedem einzelnen Augenblick der Wandlung unterliegt. Dass in diesem Augenblick immer etwas stirbt und etwas anderes bereits wieder erwächst.

Was glaubst du stirbt gerade?

Nicht nur in dir – sondern global.

Was beginnt sich ganz neu zu formen?

Noch kaum sichtbar, noch nicht klar, nicht eindeutig, alles noch frisch und offen in alle möglichen Richtungen…

Gerade jetzt können wir deutlich spüren, dass wir alle miteinander verbunden sind. Natürlich stecken wir alle in sehr, sehr individuellen Situationen und natürlich werden gerade jetzt Machtverhältnisse, verschiedene Interessen und auch die unterschiedlichen Auswirkungen für jeden und jede von uns sichtbar.

ABER es wird eben auch sichtbar, wie eine einzige Entscheidung eine immense Auswirkungen auf so viele und so vieles hat. Das meine ich jetzt nicht nur politisch, sondern durchaus auch privat. Ob wir uns von dieser Welle wegtragen lassen, unsere Augen verschließen, uns verrennen, in Hoffnung wiegen, aus der Haut fahren, herumwüten, diskutieren oder immer wieder versuchen NEU (frisch) zu schauen und lebendig zu spüren, wahrzunehmen, was ist, das eine vom anderen unterscheiden und dennoch wach bleiben, für das, was sich bewegt, in jedem Augenblick, anstatt uns immer wieder neue SCHEIN-Sicherheiten zu erschaffen, macht für uns und unser gesamtes Körper- und Nervensystem einen riesen Unterschied.

Es macht nicht nur einen riesigen Unterschied dafür, wie wir diesen Moment erleben (wie er für uns erscheint), sondern auch ob sich unser Nerven- oder Immunsystem im Dauerkampf, im Dauerschlaf oder aber in einer wachen, lebendigen „Balance“ befindet.

…und natürlich wirkt sich unser SEIN auch aus auf das Mini-Sytsem unserer Kleinfamilie oder auf eine Freundschaft, usw.

Alles, was jemals getan, gedacht und gefühlt wird, hat eine Wirkung. Meistens sehr direkt. Oft sehr zart und dennoch von immensem Wert. Manchmal sind Folgen auch erst später deutlich spürbar und sichtbar. Wir können da überall hinschauen: Lass es die Auswirkungen von einer Nahrungsmittel-INDUSTRIE sein, die das Wesen des NATÜRLICHEN zugunsten von Profit und „immer Höher und Weiter“ im Laufe der Zeit und einer langen Geschichte mit verschiedenen Zusammenhängen, Autoamtisierungen und politischen Entscheidungen irgendwann vergessen hat. Das ist nur ein Beispiel! Aber es ist dennoch unser aller Realität. Selbst dann, wenn gerade dieses Thema uns persönliche sehr bewusst ist.

Wir haben nicht alle die selben Themen und dennoch erleben wir viele Themen global gemeinsam. Jede und jeder von uns steht aktuell woanders. In unserem Alltag werden wir mit unterschiedlichen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, Fragen und Anforderungen konfrontiert. Gleichzeitig haben wir alle unterschiedliche Talente. Damit wir alle gemeinsam, viele unterschiedliche Bereiche oder aber ein und denselben Bereich auf unterschiedliche Weise erleben, begreifen, formen und gestalten können. In jeder Minute. In jedem Atemzug, durch all die Tage und Jahre hindurch. Dabei gibt es keine Ende. Kein Ende „nach dieser Krise“ und auch keine „böses Erwachen“ in einem Zustand, der sich nicht auch weiter und weiter und weiter bewegen würde.

Das Leben ist Bewegung.

Bei dieser Samenlegung, die immer, immer, immer passiert. In jedem lebendgen Moment. Worum geht es DIR?

Was ist DEIN ganz persönlicher Auftrag? Wo ruft dich das Leben gerade? Ich meine nicht idiell, sondern ganz und gar erdig. Was beschäftigt dich in deinem realen Leben gerade? Ist es dein Job? Das, womit du deine Zeit verbringst? Deine Motivation? Dein (fehlendes) Feuer? Das Gefühl diesem oder jenem genügen zu müssen? Dies oder jenes aufrechterhalten zu müssen? Macht dir etwas Angst? Fühlst du dich hin- und hergerissen?

Was immer es ist… lass dich rufen vom Leben. Lass dich berühren. Von dem „Unerhörten“, vom „Unglaublichen“, von dem, was du niemals gedacht hättest, was du SO nicht erwartet hättest oder auch von dem, was schon so lange zart und kaum merklich ruft.

Lass dir Zeit.

Sei geduldig. Das, was deine Seele wirklich berührt, kannst du nicht verpassen. Es wird wieder und wieder rufen. Es wird in seinem eigenen Rhythmus wachsen, so wie das Gras in seinem eigenen rhythmus wächst. Manchmal scheint es uns zu langsam und manchmal zu plötzlich. Doch den Rhythmus kannst du nicht ändern. Es ist der Rhythmus des Lebens selbst.

Es geht also sicherlich nicht um die perfekte Lösung, nicht um die ganze Welt und nicht um die anderen. Es geht, einzig um diesen lebendigen Moment.

Hast du beim Lesen ein Gefühl bekommen für diese Energie, also für diese Qualität des „Höher, Schneller, Weiter“? (was nur ein Beispiel ist)

Hast du?

Darum geht es. Um DEIN Gespür.

Wir müssen hier nicht das Gleiche spüren. Für dich ist interessant, was für dich interessant ist.

Aktuell prallen Extreme so sichtbar und intensiv aufeinander wie lange nicht. Verschiedene Ansichten über das, was aktuell auf der gesamten Welt passiert, prallen maximal aufeinander. Und ich vermute, dass sich diese Kluft noch weiter intesivieren könnte, in den nächsten Monaten. Vielleicht mit einer kurzen Verschnaufspause…. Aber vielleicht irre ich mich auch.

Manchmal bilden wir uns zu voreilig eine Meinung oder wir werden einfach getriggert, wenn unser Gegenüber so ganz und gar nicht unsere An-SICHT teilen kann. Das nicht-Verstanden-werden des EIGENEN, lässt uns schnell in den Kampf geraten. Wir haben dann spontan das Bedürfnis, uns zu verteidigen, auch wenn wir das eigentlich gar nicht wollen oder für nötig halten.

Andererseits schreit diese Zeit ja gerade danach, SELBST zu denken! Nicht einfach das zu machen, was alle machen und was (scheinbar) immer schon gemacht wurde. Denn natürlich gibt es das nicht. Die Menschen haben sich immer schon geirrt und haben auch immer schon aus ihren Fehlern gelernt. Und natürlich hat das oft Jahre gedauert, Jahrzehnte, Jahrhunderte, Jahrtausende. Oft wurden sogenannte „Fehler“ vertuscht und verleugnet. Vielleicht weil die Scham zu groß war? Weil nicht genug Stabilität vorhanden war, dem Scheitern in die Augen zu schauen? Weil bestimmte Machtstrukturen gewirkt haben… Natürlich ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Und das war es auch noch nie. Und dennoch waren da immer auch diese zauberhaften Momente von Erleuchtung, von Verbundenheit, von Zufriedenheit, von Angekommen-Sein im Moment. Selbst im größten Sturm. Selbst im Krieg.

Es war immer, immer, immer schon BEIDES da.

Und immer schon haben sich verschiedene Qualitäten abgewechselt, miteinander gestritten, gekämpft, sich gegenseitig unterdrückt und sich zusammengetan, Koalitionen gebildet, Neues entdeckt, Frieden geschlossen. Tag und Nacht. Mann und Frau. Clans und Länder. Verschiedene Religionen.

Trennung oder Einheit?

Fluch oder Segen?

Wie gerne würden wir hier einen WIRKLICHEN Ausgleich finden. Ein echtes „auf Augenhöhe“, eine wahre Balance zwischen so vielen Ungleichgewichten und scheinbaren Ungerechtigkeiten.

Mich selbst beflügelt die Bewegung von Balance. Ich bin eine „Waage“. Und manchmal fühle ich mich auch ent-mutigt. Auch hier eine beständige Bewegung…

Sobald wir nicht nur für uns alleine sind, sondern uns in einer Gruppe, in einer Gesellschaft, bewegen und Kontakt haben, fühlen wir uns nur dann RICHTIG wohl, wenn wir die gängigen An-SICHT-en mittragen können, wenn sie uns nicht schaden und wenn wir, falls wir dennoch eine andere Meinung haben, einen freien und guten Platz in der „Masse“ haben. Dabei bleibt unser Blick und unser Gefühl in erster Linie bei uns selbst. Oft haben wir damit schon so viel zu tun, dass diejenigen, die aus dem Raster fallen und keine Stimme (oder nicht die Stimme, die wir für richtig halten) haben (TIERE? Natur? Die scheinbar „Dummen“), keine Beachtung finden oder von uns selbst als „falsch“ abgestempelt werden. Es sei denn, wir fühlen uns selbst zugehörig zu dieser „Gruppe“.

Meine Freiheit endet dort, wo ich die Freiheit eines anderen beschneide…

Leben wir das wirklich?

In unserem kleinen Alltag? Im ganz gewöhnlichen Miteinander Zuhause, im Freundeskreis oder im Büro…

Sind wir da eher diejeingen, die sich freiwillig zurücknehmen, uns nicht so wichtig (und wertvoll) empfinden, uns nicht trauen, unsere (nicht konforme) Meinung zu sagen

oder

sind wir eher diejenigen, die sich ihrer ganz sicher sind, sich selbst kaum in Frage stellen?

Welchen Raum gestehen wir uns und dem anderen ein? Subtil oder offensichtlich. Zu welchem Preis?

Was bleibt auf diese Weise unsichtbar?

Vielleicht ist jetzt gerade eine Zeit angebrochen, in der ein NEUES (es ist immer einmalig) Zurechtrücken stattfindet. Eine Zeit, in der sich ein neues Gleichgewicht bilden könnte!?

Nicht Morgen. Nicht in zwei Monaten. Eher wie eine Samenlegung. Ein erster Anfang. Ein erstes Rütteln, ein erstes Aufhörchen, ein erstes tiefer Hinschauen. Ein erstes (oder zweites, drittes,…) Sortieren. Sich eingestehen. Sich verabschieden. Andere Persepktiven in Betracht ziehen. Ein neues WERT-schätzen. Ein neues Berührt-Sein.

Niemals hat irgendetwas still gestanden. Kein Gleichgewicht und kein Ungleichgewicht kann für immer bestehen in dem, was wir LEBEN nennen. Denn Leben ist ein natürliches Erforschen, ausprobieren, Wirkung erfahren und in eine neue Richtung laufen, wenn die eine ausgereizt oder vollendet ist. Das passiert ganz ntaürlich auf allen Ebenen. Zellular, in der Natur, in der Wirtschaft, in der Politik, in persönlichen Beziehungen,…

Die Welt ist im Begriff ist sich zu verändern (so wie es sich immer schon ent-faltet hat).

Vielleicht dürfen wir in jedem zarten und in jedem offensichtlichen Konflikt lernen, SOWOHL unsere EIGENE MEINUNG zu finden, als auch die Freiheit der anderen gelten zu lassen, ihren Weg, ihre Sicht, ihr erforschen,…

Nicht nur scheinbar im sogenannten „Außen“, sondern zu-lassend IN uns. Die Differenzen er-TRAGEND, sehend, fühlend, ohne damit etwas machen zu müssen, ohne sich einigen zu müssen, ohne sich überzeugen zu müssen,…

Wie wäre es, wenn wir dies für uns ganz persönlich lebendig (fühlend, spürbar) erforschen würden?

Eine neues „Gleichzeitig“….

Gleichzeitig eine Ahnung haben und doch so offen sein, dass sich diese Ahnung weiter entwickel darf.

Für mein eigenes Empfinden einstehen und dem anderen zugestehen, seinen Blick zu haben.

Selbst dann, wenn das Gegenüber aktuell die Macht in der Hand hält? Oder mich verletzt?

Wo ist die Grenze?

Vielleicht ist diese Zeit gerade eine sehr gute Gelegenheit mehr darüber herauszufinden. INDEM wir hinschauen und hinspüren: Wie machen wir es mir unseren Kindern? Wie machen wir es mit unserem Partner? Wie agiert er oder sie uns gegenüber? Wie gehen wir SELBST mit uns um (innerlich)?

Was passiert wenn ich diese oder jene Meinung höre oder lese? Was passiert IN mir?

Wofür bin ich sensibel?

Was berührt mich?

Wo ist es meine Aufgabe etwas zu sagen und wo nicht?

Wo sage ich trotzdem etwas (oder trotzdem nichts). Vielleicht auf eine Weise, die mich später ärgert.

Was kann ich so spürbar lernen – einfach dadurch, dass ich lebendig bin?

Das ist das Wesen von Yoga.

Aus einem größeren Blickwinkel betrachtet, ist diese Zeit etwas anderes, als das Warten darauf, dass es wieder wie früher wird. Sie ist etwas anders, als das Warten auf die große Erlösung und auch etwas anderes als die große Bedrohung.

Dieses JETZT ist absolutes Potential. Absolute Lebendigkeit. Absolute Lebendigkeit, die sich in so so vielen Aspekten und Formen zeigt. Jeder einzelne Mensch ist gerade im Begriff, etwas sehr kostbares zu lernen und ganz, ganz sicher lernt jede Seele etwas absolut einzigartiges, denn jede steht an einem einzigartigen Punkt ihrer Entwicklung und ist auf einzigartige Weise verstrickt (oder verwoben) mit den Geschehnissen (Formen, Ausdrücken) dieser Zeit.

Von Herzen wünsche ich euch und mir, dass wir dieses JETZT nutzen. Keinesfalls sollten wir in Schockstarre, Verzweiflung und Krieg verfallen. Aber selbst das kann natürlich Teil des Lernens und Erforschens sein.

Wie immer.

Alles.

Wer mit mir gemeinsam forschen möchte, kann das unter anderem mit meinem Online-Paket „Auflösung und Wandlung alter, überlebter Strukturen“ tun. Eine Zusammenstellung von Videos, Arbeitsblättern, Audios und einem 30 min. Live-Gespräch zur Vertiefung oder Beantwortung von Fragen.

Mehr dazu findest du hier:

http://www.teck-yoga.de/Online%20Angebote.html

Weiterhin kannst du natürlich auch Teil der Wohnzimmer-Yoga-Community werden oder anders mit mir in Kontakt treten.

Freu mich auf dich!

Verena



Was ist eigentlich Sivananda-Yoga?


Seit 2001 unterrichte ich Yoga – und die Sivananda-Tradition ist sozusagen meine Wurzel!

Es ist die Basis von der aus ich mich körperlich sozusagen ent-deckt habe: Ich habe wirklich innerlich erspürt, wie alles im Körper miteinander in Verbindung steht.

Aber nicht nur das, sondern auch wie sich meine Anspannung, meine Angst oder meine Vertrauen körperlich ausdrückt.

Ich habe gelernt (innerlich erfahren, in meinem ganz gewöhnlichen Alltag, wieder und wieder und immer wieder neu) wie der Geist funktioniert und wie all das Ausrücke von Energie sind…

Sivananda Yoga ist in erster Linie also sicher keine bestimmte Art, Asanas auszuführen, sondern steht für Ganzheitlichkeit. Aus all den Aspekten, die menschliches Dasein ausmachen besteht letztlich auch der Yoga. Bevor ich das jedoch weiter ausführe, möchte ich noch einen kurzen Exkurs in die Welt der Asanas machen, denn das ist ja das, was wir am häufigsten mit Yoga verbinden:

Und um das einmal klarzustellen: Asanas – die Körperhaltungen im Yoga – sind keine ausgedachten Haltungen, die auf irgendeine „besondere“ Person oder gar Tradition zurückgeführt werden könnten. Sie sind quasi menschliches „Allgemeingut“, so wie all die Pflanzen uns da draußen frei zur Verfügung stehen und wir ihre Wirkung ganz frei und lebendig selbst erforschen können – wenn wir wollen.

Wenn ihr euch Babys anschaut (völlig egal in welcher Kultur), dann werdet ihr beobachten können, wie sie alle – von ganz alleine, ohne jegliche Unterstützung – die gleichen Bewegungen machen, um von der „hilflosen“, liegenden Position aus in die Bewegung, ins Rollen, in den Vier-Füßler-Stand und schließlich in die aufrechte Position zu gelangen, um sich (aufrichtig) selbstständig fortzubewegen. Diese körperliche Entwicklung ist gleichzeitig eine Entwicklung in das „Ich“ hinein. Mit der wachsenden Fähigkeit, die eigene Körperhaltung zu verändern, wächst auch die Perspektive, aus der das kleine Kind die Welt betrachten kann. Während es am Anfang nur daliegt und alles lediglich von oben auf es zukommt, kann es irgendwann seinen Kopf heben und die Dinge aus der Bauchlage betrachten. Später fängt es an sich so zu „drehen“, dass es sich um sich selbst drehen kann. Irgendwann kann es sich selbstständig auf Dinge zu bewegen oder von ihnen weg. Dies geschieht langsam. Gemeinsam mit dem Körper wächst die Fähigkeit, die Einflüsse der Umgebung zu verarbeiten.

Im Yoga machen wir im Grunde nichts anderes 😉

Die „Kobra“ (Bhujangasana) und die „Heuschrecke“ (Shalabhasana), sind zentrale Yogapsoitionen der Rishikesh-Reihe (Sivananda-Tradition) – aber auch einiger anderer Yoga-Traditionen. Beide Haltungen sind klassische Bewegungen, die jedes Kind macht, um genug Kraft zu entwickeln, um in den 4-Füßler-Stand zu kommen, und sich so langsam aufzurichten.

Die Aufrichtung des Menschen – im Gegensatz zum völlig anders bewegten SEIN in der Pflanzen- und Tierwelt – steht auch für eine ganz bestimmte Qualität des Bewusstseins. Dies weist nämlich im Menschen völlig andere Qualitäten auf, als eben im Bereich der Tiere, Pflanzen, Mineralien,…

Diese Qualität des Bewusstseins ist natürlich nichts statisches! Es ist (seit Beginn der Menschheit) eine sich immer weiter und weiter entwickelnde Qualität – mit jedem Augenblick des Formannehmens!

Jede Haltung, die wir im Yoga einnehmen, verändert etwas in unserem Energiesystem und in unserem Bewusstsein.

Das gleiche passiert in jeder menschlichen Begegnung: Durch alles, was wir sehen und nicht sehen, durch alles, was wir hören und nicht hören. Es ist ein ganz natürliches Wachsen und Reifen. Und ein ganz natürliches weiteres Form annehmen.

Yoga ist also EINE Form. Es ist eine mögliche Form. Und damit eine „Tür“, durch die wir gehen können.

Sivananda Yoga ist ein Integraler Yoga, bei dem die Körperhaltungen nicht an erster Stelle stehen. So wie menschliches Sein – auch wenn wir das oft vergessen – nicht nur aus Gedanken, Ideen und Interpretationen besteht, sondern AUCH aus einem Körper, Emotionen und einer „Seele“, so berührt der Integrale Yoga all diese Facetten menschlichen Seins:

Raja Yoga (Teil des integralen Yogas) bezieht sich auf die Qualität des Verstandes: Was ist der Verstand? Wie beinflusst er menschliches Sein? Bhakti Yoga (ein weiterer Teil des integralen Yogas) bezieht sich auf die Gefühlsebene und die Möglichkeit von Hingabe. Karma Yoga (ja, gehört auch zum integralen Yoga) greift die Tatsache auf, dass wir handeln. Wir können als Menschen nicht nicht handeln. Selbst wenn wir den ganzen Tag im Bett liegen würden, wäre das ein Art Handlung, die eine Wirkung nach sich zieht. Natürlich ist auch jeder Gedanke eine Handlung (völlig egal ob du daran glaubst, dass es „dein“ Gedanke ist und auch völlig egal ob du daran glaubst oder selbst erforscht hast, dass die Gedanken lediglich „durch“ dich Form annehmen und gleichzeitig dem Gesetz von Ursache und Wirkung unterliegen).

Karma steht für das Gesetz von Ursache und Wirkung.

Achtung: Beim KARMA geht es nicht um Wertung! Es geht einfach nur darum, Zusammenhänge zu erkennen. Wertfrei!

Der Teil in uns, der wertet, ist lediglich der – eigentlich austauschbare Teil – der konditionierten Gedanken. Andere Prägung = andere Vorstellung von „richtig“ und „falsch“.

Selbst wenn wir behaupten, dass wir wissen, dass es EIGENTLICH kein „richtig“ und „falsch“ gibt, – was ist mit unserem realen (unbewussten) Erleben von „richtig“ und „falsch“?

Wenn ich „zu viel“ esse, muss dieses Essen verdaut werden. Wenn ich etwas sage oder nicht sage, gibt es diese oder jene Reaktion von außen und daraufhin wieder eine Reaktion von mir. Vielleicht habe ich die Idee, diese Reaktion steuern zu können, vielleicht meine ich, dass ich das nicht kann (je nachdem woran das Ich gerade glaubt oder was es kürzlich herausgefunden hat). Das alles ist das System von Ursache und Wirkung, das wir Karma nennen und das völlig unabhängig von unserem Glauben, Verstehen und nicht Verstehen ganz natürlich funktioniert.

Jnana Yoga (ein weiterer Teil des integralen Yogas) befasst sich nun mit dem menschlichen Aspekt, der unberührt ist von der Ich-Struktur. Der Teil, der jedoch selbst die Ich-Struktur belebt.

Man könnte es auch so ausdrücken: Der Teil, der selbst in der Ich-Struktur Form annimmt:

Unser „Wesen“, unser „Selbst“, der „göttliche Funken“, unsere „Seele“,…

…und schwupps sind schon wieder alle Vorstellungen (Raja-Yoga) aktiviert 😉

Wo sind denn nun endlich die Yoga-Haltungen versteckt?

Klassisch gesehen gehören diese in den Bereich von Tantra (NEIN! Hier geht es nicht um Sex, sondern um eine „philosophische Richtung“, die sich jedoch nicht im Geistigen verlieren will, sondern ihren Fokus im Bereich des Erfoschens von Menschlichkeit – IM menschlichen Dasein selbst – hat). Im Druchdringen des Mystischen bejaht Tantra Menschlichkeit und wendet sich nicht von ihr ab, so wie viele andere Richtungen, in denen man alles typisch Menschliche leicht als „illusorisch“ oder „niedrig“ im Gegensatz zum „All-Ganzen“ verstehen könnte.

Ist Menschlichkeit nicht gerade ein Teil dieses „All-Ganzen“?

Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich mich von all dem, was ich bis dahin lediglich mit dem Verstand begriffen hatte, zurückziehen musste, um ich SELBST zu werden.

…um selbst zu erforschen!

Wie eine „Pubertierende“ musste ich mir demnach auch meine Yoga-Wurzeln aus der Distanz anschauen. Vieles in mir war in Bewegung geraten. Sicher auch durch die Yogapraxis. Aber mehr noch durch das Leben selbst. Fragen, die ich schon seit meiner Kindheit kannte, wurden auf andere Weise präsent: Wer oder was bin ICH wirklich? Was ist diese verrückte Lebendigkeit? Gibt es tatsächlich irgendwelche „Regeln“?

Ich hatte Philosophie studiert, war schon eine zeitlang Yogalehrerin und bereits Mutter. Ich hatte schon viele Antworten auf meine Fragen gefunden und dennoch war da wie so ein Drängen hinein in eine noch tiefere Authentizität. Ein Drängen nach einem „inneren“, absoluten Wissen, das keine Zweifel mehr zuließ.

Es durchdrang wirklich ALLE Lebensbereiche, nicht nur meine Tätigkeit als (Yoga-)Lehrerin, die ich immer wieder komplett in Frage stellte. Es durchdrang ebenso meine Ideen von Beziehung, Glück, Familie, Geld, Sicherheit, Spiritualität, Wissen im Allgmeinen.

Am Ende – wobei man hier nicht wirklich von einem „Ende“ sprechen kann – stand dann tatsächlich so etwas wie ein Berühren meiner eigenen Innerlichkeit. Jedoch auf eine Weise, die so ganz anders war/ist, als das „Ich“ es sich vorgestellt hatte.

Denn DAS ist nichts, was die Ich-Energie haben könnte!

Und dennoch ist ES stabiler als alles, woran sich diese „Ich-Struktur“ klammert

– insbesondere wenn sie meint, sich selbst zu durchschauen ;- )

Auf diesem weglosen Weg, auf dem ich wirklich alles mögliche immer und immer wieder in Frage gestellt hatte – und genauso oft (meist unbemerkt) versucht habe, mir ein neues, anderes Konzept zurechtzulegen – stellte ich also auch meine Yoga-Wurzeln in Frage, begann nach und nach in meine eigene, authentische Weise des Unterrichtens hineinzuwachsen… …und kehrte irgendwann zu einem Weiterbildungsseminar zu meinen Wurzeln zurück: neugierig, interessiert, aber durchaus auch skeptisch.

Als ich damals also zu meinen Wurzeln zurückfand (ähnlich als würdest du nach sehr, sehr langer Zeit das Haus oder das Dorf deiner Kindheit besuchen), war es natürlich NICHT irgendein theoretisches Wissen, was mich berührte. Ich war durchaus so klar, dass ich all die vermeintlichen „Fehler“, die ich damals kritisiert hatte, immer noch sehen konnte. Aber sie störten den Schatz nicht, der eben auch sichtbar wurde!!!

Das Gleiche passiert wohl auch, wenn du deine eigene Kindheit mit all ihren Höhen und Tiefen, mit all den Geschenken und Verletzungen – die im gewissen Sinne selbst Geschenke waren – mit den Augen der Klarheit siehst.

All die „Fehler“ sind auf einmal „menschlich“ und akzeptiert. So wie ich selbst jeden Tag mit meiner eigenen „Fehlbarkeit“ konfrontiert bin und gerade DURCH sie, tiefer und tiefer blicke, lerne, vergebe (mir und den anderen), immer weiter aufwache – und natürlich Ganzheit BIN!

Vollkommenheit ist etwas völlig anderes, als Perfektion. Perfektion hat ein Gegenteil. Ganzheit enthält alles.

Menschliches Dasein nimmt Form an durch Dualität. Wir begreifen und erleben gerade durch (die scheinbare Trennung von) Körperlichkeit und auch durch das Wechselspiel zweier Pole: Tun und Geschehen lassen, verstehen und nicht verstehen, Liebe und nicht Liebe,…

In meinem Fall war ich – als ich nach einigen Jahren zum „Schnuppern“ zu meinen Yoga-Wurzeln zurückkehrte – so unendlich dankbar für die Fülle, die ich insbesonders bei Yoga Vidya geschenkt bekommen hatte. Es war wirklich so, als würde eine gereifte Frau, die als Teenager das Elternhaus verlassen hatte, um ihren eigenen Weg zu finden, mit neuen Augen nach vielen Jahren nach Hause kommt. Während sie als Teenager einige Dinge an ihren Eltern auszusetzen hatte, war sie inzwischen selbst Mutter geworden. Neben all den „Fehlern“, die ihre Eltern gemacht hatten, war sie nun in der Lage auch die Liebe zu sehen, die die ganze Zeit über dagewesen war. Sie hatte erfahren, dass sie nicht umhin kam, dieselben (und andere) Fehler mit ihren eigenen Kindern zu machen – und dass einige davon gar keine „Fehler“ waren, auch wenn sie von außen vielleicht so aussahen. Sie hatte gelernt, die größeren Zusammenhänge zu sehen. Gleichzeitig was sie dehmütig geworden angesicht dieses unfassbaren Paradoxes von Komplexität und EInfachheit, Form und Leere.

Als ich also zu meinen Wurzeln zurückkehrte, erkannte ich die Fülle, mit der ich all die Jahre (unbewusst) gearbeitet hatte. Und auch wenn sich mein eigener Unterrichtsstil (augenscheinlich) zumindest von der Rishikesh-Reihe etwas entfernt hatte, so ist der integrale Geist noch immer derselbe.

Unterrichten passiert nun aus dem Sehen heraus, was für die Teilnehmer körperlich möglich ist und was energetisch gebraucht wird. Es passiert aus dem heraus, was ich BIN. Ich kann nur DIES hier sein, das genau auf diese Weise Form annimmt (und sich natürlich weiterhin verändert). Das was ich BIN, ist weder gut noch schlecht, weder richtig noch falsch. Und doch lerne ich und lerne ich und lerne ich… während ich gleichzeitig vollständig bin.

Auch ich lege mit meinem Unterricht lediglich eine Basis, mit der jede Seele, jeder Körper, jedes Leben, in jedem Moment „weiterarbeitet“.

Ein besonders kostbares Geschenk der Sivananda-Tradition bei Yoga Vidya – für mich persönlich – war die Einführung und Begleitung der (fortgeschrittenen) Energiearbeit in Verbindung mit intensivem Pranayama (Kundalini Yoga, als Teil von Tantra-Yoga). Zuerst als Technik genutzt, wurde es mit der Zeit eine ganz natürliche Bewegung, die völlig unbahängig von irgendeiner körperlichen Praxis immer offensichtlicher wurde!

Es gab und gibt so viele Lehrer in meinem Leben: tolle Yogalehrer, Satsang-Lehrer, Menschen, die mich geliebt haben und Menschen, die mich nicht geliebt haben – und natürlich jeder Augenblick dieses unglaublichen Lebens, jedes Form-Annehmen meiner eigenen Innerlichkeit, jede Frage, jede Antwort, jedes Verwerfen irgendeiner Antwort…

Was für eine Reise!

Wer Lust hat, zusammen mit mir Yoga zu machen, findet mich in Kirchheim unter Teck oder auf youtube!

Von Herzen

Verena

Was bleibt absolut „heil“, wenn…

…unser „Ich-Gedanke“ (unsere Egostruktur) sich tief verletzt fühlt,

angegriffen,

unsicher,

missverstanden,

überfordert,

gestresst,

wutentbrand,

hilflos,

… ?

Das, was in all diesen Situationen, in all diesen lebendigen Formen, völlig heil und rein bleibt, ist nicht nur eine Idee oder ein Konzept, an dem wir uns festhalten können. Es ist etwas, dass wir alle in uns selbst lebendig ent-decken können.

Vermutlich kennt ihr es bereits!

Es war schon da, als ihr ein kleiner Säugling wart. Damals hatte ihr noch keinen Abschluss, keinen Beruf, nichts geleistet, keinen Besitz, um den ihr hättet kämpfen oder streiten können. Ihr hattet noch nicht einmal Worte oder irgendein gedankliches Verstehen. Ihr wart einfach da. Unschuldig. Dieser Körper war da und bestimmte „Eigenheiten“ und Leben entfaltete sich…

In jenen Momenten war dieses „Heilsein“ (dein „Strahlen“) bereits absolut vollkommen  –  denn es ist nichts, was du erst erreichen oder TUN musst. Du musst es nicht mal erkennen! Es ist einfach deine natürliche Natur 🙂

In unserem Alltag, in dem es SCHEINBAR oft darum geht, etwas „gut“ hinzubekommen, gut zu organisieren oder zu verstehen, wird diese „heile“ Qualität oft übersehen.

Das ist kein Problem. Es ist einfach so, weil unser Fokus woanders liegt.

Wenn wir möchten (also wenn wir uns davon angezogen fühlen), können wir unseren Fokus jedoch auch immer mal wieder auf diese Qualität legen.

Tun wir das lediglich gedanklich, haben wir meist das Gefühl, uns fehle etwas. Da ist dann oft so ein (subtiles) Unbefriedigtsein. So als könnten wir da nicht wirklich ankommen. Es scheint immer so, als wäre die Idee der Vollkommenheit zu groß. Gedanklich und theoretisch und auch wenn wir versuchen, UNS zu vergleichen, mit unserer Vorstellung von „reinem Bewusstsein“, bekommen wir das nie wirklich zusammen…

Das, was wir SIND, ist eine Qualität des SEINS, nicht (in erster Linie) des Wissens.

Wenn wir jedoch ganz spielerisch, erforschend unsere eigene Weise ent-decken, wie wir dies lebendig geschehen lassen: Uns dieser Qualität in uns zuzuwenden –  dann passiert meistens etwas wunderschönes:

Das gesamte Nervensystem fängt an zu entspannen!

…wir beginnen uns lebendig zu fühlen. Und verspüren LUST, genau das zu machen, was uns Freude macht.

…wir kommen in Kontakt mit unserer „Seele“.

…Die Bereiche in uns, die bis eben noch ängstlich, verschlossen waren, beginnen sich zu „öffnen“

…und die eine oder andere (Egostruktur-) Wunde (die Idee, dass wir nicht gut genug sein könnten, nicht schnell genug lernen, nicht stark genug sind oder nicht zart genug), beginnt in ihrem eigenen Tempo langsam zu heilen.

Es gibt Orte, Situationen, Worte, Bücher oder Menschen, die uns hier und da erinnern, unseren Blick auf dieses „innere Licht“ fallen zu lassen. Ich für meinen Teil liebe es, diese Orte aufzusuchen, diesen Worten zu lauschen oder mir Zeit und Raum zu nehmen, diese innere Qualität zu genießen!

Yoga ist (für mich) einer dieser „Räume“.

Am Samstag, den 29.09. (Retreat-Samstag in Kirchheim/Teck) werden wir uns gemeinsam auf die Spur nach dieser „heilen Qualität“ in uns machen. Ich möchte euch dazu die Geschichte vom Krieger Arjuna erzählen, der sich unglücklicherweise mitten auf dem Schlachtfeld gegen seine eigene Verwandschaft stellen soll. In diesem Konflikt (Soll ich kämpfen? Soll ich nicht kämpfen? Soll ich wirklich meine Brüder töten? Wofür soll ich kämpfen? Ist Kämpfen etwas schlechtes? Was soll ich tun? Was ist richtig? Gibt es ein „richtig“? Kann ich auch „nichts“ tun? Wer tut hier überhaupt irgendetwas?) wendet er sich an Gott (Krishna) und es ergibt sich ein Zwiegespräch.

Natürlich werden wir nicht die gesamte Bhagavad-Gita lesen, sondern nur einen kleinen Ausschnitt, der euch inspirieren soll. Ich werde diese Zeilen direkt auf unseren Alltag beziehen. Es wird Zeit für Fragen und Austausch geben und natürlich Zeit für stille Meditation und Asanas.

Nach den letzten (vorbereitenden) Retreat-Samstagen, wird es nun zum Jahresende hin intensiver werden, denn der Herbst läd ganz natürlich zur Innenkehr ein:  Was berührt mich wirklich?

Das, was ich mit „Intensivität“ meine, ist jedoch durchaus für alle Körper geeignet und eher eine „innere“ Qualität.  Es gibt genug Flexibilität für alle Bedürfnisse.

Ich würde mich sehr freuen, wenn noch einige von euch dazustoßen und sich – wenn möglich – bis zum 15.09. fest anmelden.

Von Herzen

Verena