Der wunde Punkt

Bis vor kurzem hätte ich nicht gedacht, wie sehr mich das WIRKLICH interessiert, dieser Moment, wenn ich in meinem wundesten Punkt berührt werde.

DA ist sie WIRKLICH:

Die Lebendigkeit!

In diesem Punkt.

Wenn ich ehrlich bin, bin ich eigentlich ein Leben lang weggelaufen vor dieser Intensität. Ich wollte es lieber sicher. Selbst wenn ich für Augenblicke „gefeiert“ wurde oder wirklich gesehen und für Momente sogar wahrhaft wertgeschätzt für das, was ich da gerade (zufällig, lebendig, überraschend auch für mich) verkörpere, dann konnte ich das eigentlich nicht bis auf den Grund nehmen oder gar aushalten.

Ich bin meistens irgendwo am Anfang stehen geblieben. An dem Punkt wo ich genau WEIß, was es ist.

So als würde man das Leben schon kennen…

Wenn du in diesem Augenblick aber überrascht wirst von dem Geruch, der intensiven Körpererfahrung, den Emotionen, der Energie, die sich durch deinen Körper bewegt…Wenn all das keinen Namen hat und sich in jedem Augenblick weiter bewegt…

Was für eine Wucht da spürbar wird!

Wir sind es gewohnt, das schnell „handhabbar“ zu machen.

Ich kenne das gut. Dann anworte ich innerlich direkt, um es irgendwie auszubalancieren. Mich runterzuholen. Bloss nicht abheben, jetzt.

Oder ich verliere mich in irgendeinem Bild von mir, anstatt es WIRKLICH zu fühlen und es lebendig, frei und wild zu lassen.

Das Gleiche gilt für die Momente von Kritik und nicht-Verstanden-Sein, nicht-Gesehen-Sein. Das gleiche Spiel: Es ausbalancieren. Mit Sätzen, die ich kenne, die ich gelernt habe, um mich zu fangen, mich zu beruhigen oder zu schützen.

Es geht nicht darum, dass all diese Strategien „falsch“ wären. Sie laufen automatisch ab, solange sie dem inneren System irgendwie dienen.

Und dennoch: Dieser Moment, wo du diesem intensiven Augenblick NACKT begegnest…

Wo (du) einfach IST.

Warum auch immer.

Einfach weil es pasiert.

WOW!

DA ist ALLES!

Freu mich auf authentische Begegnungen!

Online und offline

verena@yogalini.de

http://www.teck-yoga.de/Einzelarbeit.html


Den eigenen Platz einnehmen…

… ist ein sehr interessantes Thema.

Können wir denn überhaupt an einem Platz stehen, wie ein Baum?

Oder ändert sich (auch unser innerer) Ausdruck nicht oft spontan und wild mit den Geschehnissen im Außen oder den inneren Gedanken- und Bewusstseinsströmungen?

Ist unser „Platz“ – wenn wir so einen haben – vielleicht gerade das Gegenteil eines ein-deutigen Ausdrucks oder Erlebens und vielmehr die Unschuldigkeit, die Unberechenbarkeit und Berührbarkeit des lebendigen Momentes? Also seinem Wesen nach formlos, während er gleichzeitig die Möglichkeit aller Formen enthält und mit Sicherheit, – solange wir uns menschlich erleben, – irgendeine dieser möglichen Formen ausdrückt. (Welche dann wiederum vom Verstand (der ebenfalls eine Form (ein Ausdruck der freien Lebendigkeit) ist) verstanden, eingeordnet und bewertet wird)

Insbesondere angesichts der aktuellen Zeitqualität, in der sich vieles ja neu sortieren muss, passiert eine Positionierung oft vorschnell und leichtfertig gemäß den „alten“ Regeln: Wir glauben das (oder zweifeln das an), was in etwa mit dem konform geht, was uns am vertrautesten ist.

Natürlich! Gerade wenn sich Altbekanntes zu wandeln beginnt, wollen wir ja irgendwo etwas, das „bleibt“.

Bei alledem, was sich aktuell im Beginn einer Neu-Ordnung befindet, wünschen wir uns, um uns einigermaßen „sicher“ zu fühlen, eine Art „Bestätigung“ durch ein Gegenüber: Ein Mindestmaß an Akzeptanz und Gleichgesinnung. Ein Gesehen-Werden, das uns aushält, in dem, was wir SIND.

Es reicht dann, das diese Bestätigung „nur“ aus wenigen Freunden oder gar einer einzigen Person besteht. Ist dies – innerhalb einer so großflächigen Neuordnung, wie sie aktuell geschieht – nicht gegeben, fängt unser innerer Boden an zu wackeln, was sich dann unterschiedlich äußert:

Entweder, wir beginnen die Thematik durch die Irritation mit anderen Augen NEU zu betrachten oder aber wir haben das Gefühl, uns verteidigen zu müssen, was oftmals (selbst mit nachvollziehbaren Argumenten) zu einer gewissen Härte führt, die die Lebendigkeit der Essenz, zumindest in ihrer Erscheinung (also so, wie wir sie dann erleben,) „einfrieren“ lässt.

Die Lebendigkeit bleibt natürlich lebendig. Ihr fehlt nichts, selbst wenn wir uns gegenseitig umbringen. So wie das Wasser, Wasser bleibt, egal ob es in gasförmigen Molekühlen tanzt oder sich in Form von „Eis-Molekühlen“ super langsam bis kaum bewegt.

ABER: Es fühlt sich deutlich anders an, wenn wir um unsere Ansichten streiten oder wenn wir uns gegenseitig inspirieren – und SEIN lassen können.

Allerdings besteht auch ein enormer Unterschied darin, ob wir uns wirklich gegenseitig inspirieren oder ob wir uns einfach nur links liegen lassen, weil wir uns nirgends finden können und uns gegenseitig abwerten. Insbesondere dann, wenn hier nicht nur ein Meinungs- oder Bewusstseinsgefälle besteht, sondern auch noch ein bestehendes, strukturelles Machtgefälle.

Das gerade Beschriebe, sind natürliche Wirkungszusammenhänge, die man (oder Frau) nicht „mir-nichts-dir-nichts“ einfach so auflösen könnte.

(obgleich auch das angesichts der Wildheit und Spontanität von Lebendigkeit immer mal wieder möglich ist).

In der Regel wird es jedoch eher als herausfordernd erlebt, das eigene Festhalten an der eigenen Meinung und die darunter liegende (meist nicht vermutete) Angst zu erkunden, ebenso wie die Hilflosigkeit angesicht der absoluten Freiheit, die in der anderen Person liegt.

Wenn dann noch das Bewusstwerden der aktuellen Machtverhältnisse hinzukommt – und ich spreche hier noch gar nicht von Wirtschaftsinteressen oder dergleichen, sondern einfach von Strukturen, die sich im Laufe unserer Kulturgeschichte etabliert haben, also durchaus auch von Strukturen innerhalb von Familien oder sogar von Strukturen in deinem eigenen Inneren – dann wird es haarig. Denn genau diese Strukturen werden aktuell, angetriggert durch einen unsichtbaren Virus und angetriggert durch alles, was wegen dieses Viruses aktuell getan und nicht getan, gedacht und nicht gedacht, gefühlt und nicht gefühlt wird, in Schwingung gebracht.

Was schwingt hier?

Eine ganz natürliche Neuordnung, so wie sie in kleinen Zyklen jedes Jahr aufs Neue durch die Jahreszeiten geschieht oder innerhalb eines Menschenlebens, wenn wir in die sogenannten „Pubertät“ gehen oder schwanger werden, Mutter werden,… um nur einige Beispiele zu nennen. Auch da drückt sich etwas aus, nimmt Form an, durch uns, durch einen individuellen Körper, durch einen einzigartigen Umgang mit einem Prozess, den wir als Menschheit ja alle irgendwie erleben. Und dennoch ist es jedes einzige Mal NEU. Zutiefst wertvoll und bedeutsam und gleichzeitig so sehr in Bewegung, so vergänglich, dass es im Werden direkt wieder stirbt. Es ist Leere und Fülle zugleich.

Das Gleiche passiert JETZT.

Während wir uns ausdrücken, während wir uns zurücknehmen, während wir beobachten, während wir fühlen, während wir glauben, während wir sagen, was wir für richtig halten, während wir uns nicht trauen, unsere Meinung zu sagen oder während wir noch nicht sicher sind, welche Meinung wir haben. Es passiert, während wir unsere Meinung ändern. Es passiert während wir uns verrennen oder (scheinbar) bewusst für oder gegen etwas kämpfen. Es passiert, während wir weghören, während wir (scheinbar) bewusst entscheiden wohin wir gucken wollen, worüber wir diskutieren oder nicht diskutieren wollen,…

Als Menschheit und als individuelle „Seele“ reifen wir gerade (so wie wir es auch vor Corona in jedem Augenblick, in jeder Begegnung mit uns selbst, der Natur oder einem anderen Wesen oder Thema getan haben). Vielleicht ist es gerade (durch Corona) ein wenig offensichtlicher, so wie eine Geburt eine offentischtlicher Wandel ist oder der Wechsel des Arbeitsplatzes oder der Wohnsituation.

All dies erlebt JEDER (und jede) innerhalb eines Menschenlebens und dennoch erlebt es jede und jeder zeitlich an einem anderen Punkt und auf eine einzigartige Weise.

Wie kannst DU also ganz individuell, da wo du gerade stehst und dich bewegst, deinen Platz einnehmen und zwar nicht als FESTE FORM (denn Lebendigkeit ist ihrem Wesen nach bewegt), sondern IN deiner Berührbarkeit und Authentizität bewegt?

Das ist eine Frage, die man (und Frau) nicht ein für alle Mal beantworten kann. Sie beantwortet sich gewissermaßen nämlich in jedem Augenblick NEU.

Besonders freudvoll gestaltet sich dieses Verständnis des „Platz einnehmens“, wenn wir den physischen, den emotionalenund den energetischen Körper miteinbeziehen. Und das geht besonders gut, wenn wir ihn (alle Körper, die zum Mensch-SEIN gehören) bewegen und berühren.

Wie?

Durch eine einfache Umarmung, die wir auf allen Ebenen zulassen!

Durch einen stillen Blick in die Augen eines anderen – während wir wirklich DA sind, während wir schauen und geschaut werden!

Im Spüren des Windes und der Sonne auf der Haut…

Und natürlich während wir im Yoga nicht bloß äußere Haltungen von Muskeln und Knochen einnehmen, sondern uns auch innerlich berühren lassen.

Herzensgrüße

Verena

www.verena-kamphausen.de

Yoga ALLEINE üben…


Liebe Yogis und Yoginis!

ONLINE-Yoga (oder Yoga ganz ohne Lehrer und ohne Online)

erscheint

im ersten Augenblick vielleicht als eine blassere Variante von Yoga.

Insbesondere dann, wenn du gewohnt bist, zusammen mit mir (oder einer anderen Lehrerin) und anderen Teilnehmern lebendig in dem geschützen Rahmen eines schönen Yogastudios oder Retreatcenters zu üben.

Tatsächlich ist es aber eher wie der Moment, wo wir von Zuhause ausziehen und unser eigenes Leben beginnen…

Tatsächlich ist diese nun ausschließlich mögliche Art

 alleine Yoga

zu praktizieren, eine Art „Schups“ auf den nächsten, natürlichen Schritt deines ganz gewöhnlichen Reifens!!!

Es ist eine (vom evolutionären Standpunkt aus betrachtet) perfekt geformte Form, um in deine SELBSTermächtigung hineinzuwachsen, anstatt unter der Glocke von „ich schaue nicht hin“, „ich mache, was alle machen“ oder „ich weiß genau was richtig und falsch ist“ FEST zu stecken.

Durch den globalen Rückzug werden viele Dinge sichtbar, die zuvor leichter übersehen werden konnten.
Neben globalen Themen, sind das für dich persönlich auch einfach Fragen nach:

Was ist wirklich WERTvoll für mich?

Was habe ich tatsächlich in meiner Hand?

Wie komme ich spürbar und erlebbar in meine Ruhe und Kraft?

Wenn du dies nämlich wirklich lebendig und für dich spürbar beantworten und nutzen möchtest, dann bist du (immer schon) auf dich alleine gestellt. Denn dies formt sich ja IN Dir!

Es geht jetzt nicht darum, dass es so aussieht, als hättest du alles unter Kontrolle oder als wärest du zufrieden, sondern mehr denn je darum, wie es sich für dich im Inneren darstellt und was du mit dem machst, was sich in deinem Innern zeigt.

„Mehr denn je“ heißt: Es kommt einfach mehr Licht rein.
So wie immer Sommer einfach mehr Licht und Wärme durchdringt.

Im Bezug auf deine Yogapraxis wirst du jetzt vielleicht deutlicher mit deinem „inneren Schweinehund“ konfrontiert oder mit deinem Ehrgeiz, mit deiner Ungeduld, mit deiner Unsicherheit, mit deinem Bedürfnis nach Entertainment oder dem Wunsch Verantwortung abzugeben oder der Angst Kontrolle zu verlieren,…

Was immer es auch sein mag, JETZT ist die Chance daran zu reifen!

Dabei geht es nicht darum, es „richtig“ zu machen!!!

Es geht NICHT um Bewertung: „Oh, ich kann mich gar nicht beruhigen“ oder „Ich kann mich gar nicht aufraffen“ oder „Ich mache immer alles zu schnell“ oder was auch immer.

Es geht um ein VÖLLIG neues Verständnis dieser ALTEN Bewertungsstrukturen, Sicherheiten und Muster!

Etwas klarer zu SEHEN ist etwas anderes, als es zu bewerten!

Etwas zu SEHEN, ist es zu fühlen, wie es IST.

Das hat auch überhaupt nichts mit dem verstandesmäßigen Einordnen zu tun. All das (Einordnen und Bewerten) sind die alten Programme der Angst.
Diese sind uns jedoch so sehr vertraut, dass wir sie gar nicht mehr als Angst wahrnehmen, sondern eher als natürlich oder sogar als „waches Bewusstsein“. Erst bei genauerem Hinsehen wird (vielleicht) deutlich, dass darunter die Angst liegt, „nur“ ein Teil eines riesigen Geflechtes der gesamten Lebendigkeit zu sein, hilflos zu sein, fehlerhaft zu sein,…

Wir haben nicht gelernt mit unserer „Fehlerhaftigkeit“ sanftmütig zu sein. Entweder verleugnen wir sie oder wir beurteilen und verurteilen uns dafür.

Jedes Urteil ist immer Trennung. Jede Angst ist immer Trennung.

Unserem Wesen nach sind wir jedoch mit allem verbunden. Und genau das ist es auch, was wir uns tief im Inneren wünschen: Verbundenheit.
Und zwar keine oberflächliche Verbundenheit, weil wir vielleicht das gleiche „Hobby“ haben, sondern tiefe Verbundenheit, in der wir so sein können wie wir sind.
Und in der wir den anderen/die andere so sein lassen könne, wie er/sie ist.

Das ist klares SEHEN!

Um „dahin“ zu kommen, bedarf es einer Art KONFRONTATION mit der Lebendigkeit in uns, statt den Fokus auf gewohnte Abläufe, Strukturen und Werte (in der Art: „Das ist doch klar, dass das so und so richtig ist“) zu haben.
Diese Konfrontation ist eine, die innerlich bei jedem intim, individuell und sehr persönlich ablaufen muss, WEIL sie wahrhaftig ist.
Kinder kennen Wachstumsschmerzen. Wir kennen emotionale Schmerzen. Es ist ein bisschen wie das „Aufplatzen“ einer zu klein gewordenen Haut. Es ist natürlich, dass wir etwas betrauern, was lange zu uns gehört hat. Aber sicher kennst du das auch, dass oft im Nachhinein sichtbar wird, wie etwas „insgesamt“ gut und förderlich war, WEIL du es genutzt hast! Obwohl es zu Beginn schwierig war.

Weißt du, was ich meine?

Es geht dabei nicht darum, alles „positiv“ zu sehen, sondern darum, es weise zu nutzen!


Was bist du wirklich?


Was bedeutet Lebendigkeit für dich?


Was willst du erleben?


Was berührt dich wirklich?

Falls es dich interessiert hier noch der Link zu meinen Online-Angeboten:

http://www.yogalini.de/Online%20Angebote.html

https://elopage.com/s/Yogalini/wandel-und-aufloesung-alter-ueberlebter-strukturen

Komfortzonen und natürliches Reifen

Gestern wurde ich mal wieder von einem meiner Lehrer inspiriert und möchte hier meine eigenen Gedanken dazu gerne mit euch teilen:

Es geht um unser natürliches Bedürfnis im Gleichgewicht zu ruhen und darum, dass uns das Leben ebenso natürlich aus eben diesem Gleichgewicht immer wieder „heraus haut“.

Warum?

Das, was wir aktuell als unseren persönlichen „Wohlfühlraum“ bezeichnen, ist der Raum, in dem wir uns relativ gut auskennen. Selbst wenn er nicht immer dem „Himmel auf Erden“ entspricht und vielleicht sogar verschiedenste Kompromisse beinhaltet, so ist dieser Raum immerhin bekannt und deswegen allem vorzuziehen, das nicht eindeutig und erkennbar „besser“ ist, als dieser bekannte Raum. Das ist ein natürliches menschliches Bestreben.

Mein Ex-Mann hat neulich zu mir gesagt: „Verena, faul sein ist natürlich. Es ist ein natürliches Prinzip. Guck dir irgendein Tier an, jedes einzelne macht exakt das, was es benötigt. Kein einziges Tier rennt wie besessen durch die Gegend und kriegt schier einen Herzinfakt, nur um irgendwelchen, verrückten Konstrukten zu folgen.“

Er hat Recht.

Und dennoch machen wir (Menschen-Tiere) auch das und zwar genau dann, wenn dieses rastlose, klar definierte Abrackern das ist, was wir für uns ganz persönlich als „Komfortzone“ verstehen.

Jede Komfortzone sieht anders aus, ist sehr individuell.

Sie ist der Raum, der uns das Gefühl gibt, HIER haben wir die Kontrolle, denn die Regeln und Grenzen scheinen eindeutig zu sein.

Diese Eindeutigkeit ist im Grunde aber nichts anderes, als die ewige Wiederholung des Gleichen in einer etwas anderen Variante.

Das ist nun überhaupt nicht schlimm oder schlecht oder sonst irgendwas. Es ist einfach das, was natürlich passiert!!!

Das, was natürlich passiert ist so, als würden wir die selbe Sache von einem etwas anderen Blickwinkel anschauen. Dabei sind die Schritte zart. Wir drehen ein klein wenig den Kopf oder tapsen ein wenig nach rechts oder links und sehen dann ein weiteres Mosaikstück dessen, was wir vor uns haben.

Evolution ist nun das natürlich Bestreben sich zu entwickeln, weitere Möglichkeiten auszutesten, den Raum auszudehen, die aktuelle Grenze zu sprengen.

Deswegen ist alles in Bewegung. Selbst wenn wir uns bemühen, den Kopf nur ein bisschen zu heben und keinen Schritt weiter zu gehen, weil gerade alles so perfekt ist, bewegt sich das Leben dennoch weiter.

Manchmal ist das minimale Heben des Kopfes unser ständiges Rennen, das nur so aussieht, als würden wir uns von der Stelle bewegen. Im Grunde leben wir Tag ein, Tag aus, das selbe Muster von „so ist es richtig, das weiß ich genau“.

Wenn wir die aktuelle Grenze sprengen, dann übertreten wir immer die Grenze dessen, was wir bisher für wahr gehalten haben, denn wir betreten einen unbekannten Raum.

Alles, was wir kennen, ist das Gestern (bzw. das, was uns zu diesem Zeitpunkt möglich war, zu erkennen).

In Wirklichkeit beinhaltet dieser (immer neue) Augenblick tatsächlich die Möglichkeit völlig neu zu schauen!!!

Dann jedoch müssten wir zumindest für Augenblicke die Idee loslassen, dass wir bereits wüssten.

Die Idee vom Wissen gibt uns Sicherheit. Sie erzählt uns, dass sie uns schützt: Vor weiteren Verletzungen, Fehltritten und dergleichen.

Hier gilt es nun ganz genau zu unterscheiden: Welche Stimme spricht gerade in uns?

Ist es die Stimme der Angst, die uns in der bekannten Komfortzone Sicherheit verspricht?

Oder ist es die Stimme, die unser authentisches Gefühl in Bezug auf diese bestimmte Sache ausdrückt?

Sind wir überhaupt in der Lage, diese beiden Stimmen voneinander zu unterscheiden?

Das sind wir eigentlich nur dann, wenn wir schon ein bisschen Übung darin haben im „genau Hinsehen“ und dann, wenn wir dieses ganze „Thema“ (Selbsterforschung) überhaupt irgendwie interessant finden. Ansonsten laufen wir unentwegt in unseren Automatismen – einfach weil es das Einfachste und Effizienteste ist.

Aber selbst dann, wenn wir uns ungern bewegen – vielleicht schon ein bisschen, aber bitte nur so viel, wie ich das Gefühl habe, mein „Ich“ behält in alldem den Überblick -, fließt die Lebendigkeit natürlich weiter.

Es gibt definitiv, absolut nichts innerhalb dieser Lebendigkeit, was auch nur einen einzigen Augenblick still bleibt. Nicht mal so massive Dinge wie Berge, Tische oder Stühle. Die Dinge nutzen sich ab, sie werden dreckig, hier oder dort wackelt ein Stein, wächst eine Blume oder wird eine Blume geplückt.

Jede Beziehung, die wir eingehen, verändert sich mit jedem Wort, das wir sprechen oder nicht sprechen. Plötzlich fühlt es sich hier miteinander anders an – warum? Weil die Person, die hier involviert ist, nicht mehr die selbe ist, die sie gestern noch war, denn mittlerweile hast du dieses oder jenes Buch gelesen, diesen oder jenen Gedanken gehabt, in diese oder jene Augen geschaut,…

Wir können all das nicht festhalten. Dazu ist es überhaupt nicht gemacht. So wie das Wasser dazu da ist zu fließen und das Feuer dazu da zu brennen, so bewegt sich alles – jede einzelne Zelle in uns vibriert! In jedem Moment!

Egal, ob du krank auf dem Sofa liegst, ob du mit dieser Situation niemals gerechnet hast, ob du dir wahnsinnige Vorwürfe machst oder dich befreit fühlst, hungrig bist oder sonst irgendetwas.

Wenn wir uns daran erinnern, könnte es sein, dass wir Lust bekommen, mit dieser Situation zu wachsen, anstatt an ihr zu leiden (oder sie kontrollieren zu müssen).

In jedem Leiden steckt immer der (versteckte) Glaube, dass es etwas geben könnte, das besser wäre, als das, was ist.

Tatsache aber ist, dass JETZT DAS HIER IST.

Tatsache ist, dass das Leben einfach weiter geflossen ist, um dir noch mehr Farben zu zeigen. Eigentlich um nun diese andere Farbnuance zu SEIN!

Aber dein kleines „Ich“ glaubt es besser zu wissen, möchte die alte Haut nicht abstreifen, klebt an der Erinnerung, fühlt sich damit sicher, alles ist wunderbar eingeordnet in dieses oder jenes Konzept von Leben. Hier scheint es planbar und damit das Glück.

Wir suchen Glück in der Regel innerhalb unserer Komfortzone.

Das ist bekanntes Glück.

Wir geben diesem Glück Namen: „sicherer Arbeitsplatz“, „unterstützende Umgebung“, „Harmonische Beziehung“, „bedingungslose Liebe“, „Erleuchtung“, …

…ohne eine echte Ahung davon zu haben, was jeder dieser Bergiffe wirklich ist.

…ohne eine echte Ahnung davon zu haben, dass jeder dieser Begriffe, mit einem Inhalt gefüllt ist, der nicht fest ist, der sich nämlich wandelt mit jedem Atemzug und mit jedem natürlichen Überschreiten unserer aktuellen Bewusstseinsgrenze.

Das, was Leben IST, befindet sich immer außerhalb dessen, was wir mit unseren Meinungen und unserem Wissen versuchen zu begreifen und zu halten.

Denn Leben tanzt..

Glück im Bereich der Komfortzone kann kein Dauerhaftes sein, denn das Leben kickt uns irgendwann wieder raus, aus diesem aktuell bekannten Bereich. Irgendetwas ändert sich immer: Unser Körper, unser Gegenüber, die Umstände, unser Bewusstsein,…

Glück ist ein SEINS-Zustand.

Er ist unsere Natur.

Glück liegt nicht in den Dingen, die sich verändern und die wir so gerne so organisieren würden, dass sie sich zum „Guten“ (Glücklichen) entwickeln.

Glück liegt in dem, was Veränderung IST.

Glück liegt in der „Mitte“ von jedem Atemzug, in der Mitte von jeder schmerzlichen Erkenntnis, in der Mitte von jeder neuen Erfahrung, für die wir noch keinen Namen gefunden haben, die wir noch nicht eingeordent haben in „sinnvoll“, „hilfreich“, „falsch“ oder was auch immer.

Du BIST Glück!

Verspürst du nicht direkt Lust, mit diesem natürlichen Fluss direkt mitzufließen? Da einzutauchen in diese Bewegung, in dieses Unbekannte hinein?

Tiefer zu schauen, mehr zu fühlen, als das, was du bereits kennst? Selbst wenn das aktuell vielleicht bedeutet, sich diesem Schmerz oder dieser Unsicherheit auszusetzen?

Was fühlt sich lebendiger an?

Wofür schlägt dein Herz?

<3

Verena


Wurzelarbeit

Was ist dein Boden?

Worauf stehst du?

Was hält dich stabil?

Was wackelt?

Wo wackelt es?

Traust du dich hinzuspüren?

Wie viel Zeit und Raum bist du wirklich, wirklich, wirklich bereit, dir für deine eigene Tiefe zu nehmen?

Kein Buch, keine Inspiration, kein Workshop der Welt kann dir das geben, was du in deiner Tiefe ganz natürlich findest.

Bist du bereit dort hinzuschauen?

Immer und immer wieder?

Denn das ist der eigentliche Job – DEIN Job!

Es ist nicht damit getan, einmal dein Wesenskern zu „erkennen“ und dann zu glauben, du könntest das, was du bist irgendwie WISSEN oder gar in Besitz nehmen und so nach Belieben „einsetzen“, so als seist du nun für alles „gewappnet“.

Das Leben ist WILD!

Und es ist TIEF.

Auf dem Grund ist es still.

Und an der Oberfläche wild und sehr bewegt.

Beides zugleich.

Und du BIST diese unglaubliche Lebendigkeit.

DAS ist nichts, was man wissen kann. Und jedes Wissen darüber ist so viel Wert wie jede andere Erkenntnis, die sich im Laufe des Lebens ganz natürlich wandelt, sich oftmals als Illusion wieder verabschieden muss, vergessen wird, gar nicht zur Verfügung steht oder zwar gewusst wird, aber eben nicht auf Knopfdruck gefühlt.

Es geht also darum, immer wieder und wieder und wieder NEU „still“ zu werden und zu lauschen:

Was ist wirklich, wirklich, wirklich wahr?

Dieses Lauschen ist KEIN Suchen im Verstand. Es ist ein Lauschen!

Es ist ein Lauschen mit einem offenen Geist und einem offenen Herz, bereit ALLES zu hören – was immer es auch sein mag. Unendlicher Raum.

DAS ist dein Boden.

Bodenlos.

Und dennoch das einzige was wirklich, wirklich, wirklich trägt!

Es lohnt sich absolut diesesn Boden zu erforschen!!!

„Innerlich“.

IN diesem Moment.

Jetzt.

Hier.

Dieser Boden, – diese reine Lebendigkeit -, verkörpert sich in jedem Augenblick. Er nimmt Form an. Form an in Form von Bewegung: „Energie“. In Form einer gewissen Atmosphäre, einer Stimmung, fein oder eher grob, hitzig, kalt oder eher gemäßigt.

Diese Formen sind alles, was wir sind, sehen, hören, fühlen.

Es sind unsere Gedanken, unser Gespür für diesen Augenblick:

Fühlst du dich ruhig? Geerdet? Berührt? Abgeschnitten? Suchend? Bewegt? Aufgewühlt? Angespannt? Zusammengezogen? Zart? Verletzlich? Kraftvoll? Steif?

Alles, die selbe Lebendigkeit.

In allem derselbe Boden.

 

Körperlich gesehen haben wir auch einen Boden: Unseren Beckenboden. Er trägt förmlich unseren gesamten Oberkörper. Und tatsächlich können wir spüren wie er nachlässt, wenn wir uns zum Beispiel wie ein kleines Kind „ertappt“ fühlen und uns für (lassen wir es Mini-Sekunden sein) buchtsäblich in die Hosen machen. Die Beine werden zittrig, wir stehen für einige Augenblicke nicht stabil: Hab ich etwas falsch gemacht?

Um diese Frage, die tief in uns sitzt, überhaupt auszuhalten, müssen wir schon eine gewisse Portion an Vertrauen, Mut und Wurzelkraft ent-deckt haben. Ansonten würden wir uns diese Frage gar nicht stellen. Nicht mal für einen flüchtigen Augenblick. Wir bekommen das Zittern gar nicht mit. Der Fokus liegt einzig auf dem Festhalten an unserer Rüstung: Unsere Glaubenssätze. Es fühlt sich nämlich sehr viel sicherer an, wenn wir zu jedem Zeitpunkt GANZ GENAU WISSEN, was richtig und was falsch ist. Und genau diese Sicherheit gaukeln uns unsere gelernten Konditionierungen vor. Wir haben gelernt, wie man sich zu verhalten hat und auch wie man sich zu fühlen hat. Wir haben gelernt, unsere eigenen Impulse zu vernachlässigen und stattdessen dem zu folgen, was uns unsere Eltern, unsere Lehrer und vor allem unsere Angst (wir nennen es auch gerne den gesunden Menschenverstand) beigebracht haben, um möglichst „erfolgreich“ (gerne auch im gemäßigten Sinne) zu sein und so ein möglichst sicheres und glückliches Leben führen zu können.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte mit dem Fischer und dem Geschäftsmann, der dem Fischer vorschlägt, wie er ein gutes Geschäft machen könnte, um dann später gemütlich in der Sonne liegen zu können…

Wir kennen die Geschichte.

Aber es ist ja nur eine Geschichte. Wir bejahen sie und sie erinnert uns tatsächlich. Vielleicht lassen wir für einen Augenblick los. Den kleinen Finger unserer Faust. Denn wir müssen schließlich unsere Miete trotzdem zahlen und wir haben Kinder zu versorgen und außerdem kaum Raum für solche Fragen. Jedenfalls nicht jetzt. Und schließlich gehe ich ja schon zum Yoga und versuche jeden Tag ein bisschen zu meditieren…

Es geht natürlich nicht darum, in der Sonne zu liegen. Arbeit kann wunderschön und sehr erfüllend sein – insbesondere dann, wenn es die Arbeit ist, die deinem Talent entspricht. Und Yoga machen ist in der Tat eine wundervolle und sehr nährende Sache, ebenso wie sich Zeit zu nehmen, einfach mal nichts zu tun und sich den Wind durch die Haare streichen zu lassen. Und natürlich hat jeder, jeder, jeder und jede von uns Momente der Verzweiflung, der Verwirrung und tausend Fragen ohne Antworten.

Auch das: Alles – jeder dieser Ausdrücke – dieselbe Lebendigkeit.

Und unterdrunter: Immer, immer, immer derselbe Boden.

 

Diesen Boden immer mal wieder zu ent-decken ist ein Glück!

 

Wie können wir ihn entdecken?

Da gibt es so viele Möglichkeiten wie Momente in einem Menschenleben und so viele Arten und Weisen wie Menschen auf dieser Welt.

Eine davon ist das Lauschen.

Das Lauschen und Hineinsinken in diesen Moment.

Immer wieder und wieder und wieder.

Eine andere ist das körperliche Erforschen. Wie fühlt sich mein Körper an? Wie spricht er zu mir?

Nimm dir Zeit die Sprache des Körpers zu erforschen. Hab keine Eile und keine Hektik. Am Ende ist jede Erfahrung dasselbe SELBST. Jede ist gleich wertig. Gleich volle Lebendigkeit.

So viel für heute.

Bald gibt es einen weiteren BLOG-Artikel mit dem Titel: „Wurzelarbeit die Zweite“, da geht es dann um vergangene Erfahrungen (Wunden, Traumen und Schätze) und um die Wurzel der alten Traditionen (Yoga, Meditation,…), die wir ja immer im JETZT neu lernen.

Freu mich schon drauf!

Bis bald,

Verena <3