Über das Wünschen… und Neujahrs-Feuer

In der Zeit um den Jahreswechsel hat das „Wünschen“ ja oft eine gewisse Hochkonjunktur:
Was möchte ich im neuen Jahr umsetzten? Was zieht mich an? Was hat sich überlebt?…


Das, was uns dabei als erstes einfällt ist, – wenn wir uns die Zeit nehmen, ein bisschen tiefer hinzuschauen, – manchmal jedoch gar nicht das, was wir uns wirklich, wirklich, wirklich wünschen. Es ist zumindest nicht unbedingt das, was bei genauerem Hinsehen sichtbar wird.

Wenn du dir in den Rauhnächten Zeit genommen hast, in dich hineinzulauschen, ist dir vielleicht aufgefallen, dass sich manchmal das, was wir wirklich, wirklich, wirklich wollen, unter einer anderen Idee oder einem anderen Wunsch versteckt.

Manchmal war der erste, oberflächliche Wunsch mehr eine Idee über das, was das konditioniertes Denken für wünschenswert hält – was also die Eltern, die Freunde, die Tradition oder irgendeine scheinbar neue, (spirituelle) Idee für wünschensWert hält.

Auf dem Weg in die eigene Tiefe wird oft einiges sichtbar, was beim ersten Hinschauen verborgen bleibt.

Zum Beispiel warum dieser oder jener Wunsch (diese oder jene Vision) noch nicht manifestiert ist:

Manchmal liegt nämlich irgendein Glaubenssatz sozusagen „obendrauf“. Dieser Glaubenssatz wirkt manchmal wie eine gegensätzliche Kraft gegen die Vision.

Dass wir etwas nicht verdienen, dass wir noch nicht gut genug sind,… könnte zum Beispiel so ein Glaubenssatz sein.

Manchmal liegt auch eine Wunde oder eine Angst auf dem ursprünglichen Wunsch. Irgendetwas schmerzt noch so sehr, dass da einfach noch kein Boden ist, auf dem etwas Neues wachsen könnte. Das heißt, so ganz wünschen wir uns das Neue nämlich noch gar nicht. Wir sagen es vielleicht oder denken es, wenn wir aber genau hinsehen, sehen wir, dass zuerst noch was anderes dran ist.

Es gibt eine ganz natürliche Reihenfolge. Es kommt nicht zuerst der Winter, dann der Apfel und dann die Blüte.

Natürlich kommt zuerst die Blüte und dann der Apfel. Und das Reifen des Apfels geschieht im Einklang mit allem anderen (der Witterung, den Insekten, dem Boden, der Umgebung,…) in einem ureigenen Rhythmus.

Diese Reihenfolge scheint logisch, aber sie ist vielmehr als das. Sie ist natürlich. Sie muss überhaupt nicht logisch sein. Sie muss nicht verstanden werden. Es reicht, wenn gesehen wird, was JETZT gerade WAHR ist.

Bevor also die Wunde nicht geheilt ist, kann die neue Vision sich nicht erfüllen, denn Wunscherfüllung oder Visions-Realisation ist etwas absolut natürliches. Es passiert ganz natürlich. Sobald eine echte Vision in dir auftaucht, tauchen gleichzeitig mit ihr immer auch alle Kapazitäten des Form-Werdens auf. Es sei denn, es ist keine „echte Vision“, die aus DIR herauskommt (wie ein Same), sondern nur eine fixe Idee (die einer konditionierten Vorstellung entstammt) – oder aber es liegen (wie eben beschrieben) noch andere Themen sozusagen „auf“ dem Wunsch.

Im Grunde ist dieses „Nachforschen“, dieses „Hinschauen“ und „Hinfühlen“ das, was einem Aufwachprozess gleichkommt. Wir beginnen mehr und mehr und mehr zu sehen.

Im Hinschauen erkennen wir zum Beispiel, das hier und da noch dieses oder jenes fehlt oder gemacht werden muss, damit das, was angestrebt wird, Form annehmen kann. Wir erkennen das IN UNS. Ganz klar, sanft, neutral, anerkennend.

Es ist also keine Theorie, sondern wir an-erkennen, was wir sind und was gerade im Wandel ist.

Da steckt keine Bewertung drin. Da ist einfach ein Sehen. Und alleine das ist sehr berührend.

Reifen passiert immer, immer, immer von alleine. Das ist die ganz natürliche Evolution, die überall zu jeder Zeit natürlich passiert – Form annimmt. Wie „tief“ dieses Reifen passiert, hängt jedoch von unserer Bereitschaft ab, tief zu schauen. Diese (Bereitschaft) wiederum, ist nunmal so präsent, wie sie ist. Entweder sie ist da oder nicht. Das kann niemand machen. Da ist niemand, der das entscheidet. Da ist also niemand „gut“, weil Bereitschaft da ist und da ist auch niemand „schlecht“ weil Bereitschaft nicht da ist. Bereitschaft taucht auf oder nicht. So wie alles andere auch.

Zurück zu den Wünschen:

Was fehlt wirklich?

Nimm dir einen Augenblick Zeit, bevor du auf diese Frage antwortest.

Erkennst du die verschiedenen „Ebenen“, auf die BewusstSEINS-Licht scheinen kann?

Die unbewusste Alltagsroutine, die bewusste Geschichte des Ich (bin so und so), die Wunde, der heile Raum,…

Alle sind gleichermaßen, ein jeweils unterschiedliches Form-Annehmen von Lebendigkeit – also dessen, was Lebendigkeit IST.


Am Freitag, 03.01. werden wir im Yogaloft Kirchheim ein traditionelles Feuerritual (Homa) machen.

Feuer =

  • Die Kraft des Verarbeitens, Verdauens, nicht nur der physischen Nahrung und geistiger Eindrücke
  • unsere lodernde Kraft kreativ zu werden und zu maifestieren
  • Licht
  • Wärme
  • zerstörerische Kraft

…im Feuer stehen.

Wir werden mit dem Thema des Wünschens arbeiten, mit Mantren und natürlich werden wir die Qualität des Feuers nutzen.

Ein heiliges Ritual. Eine vedische Feuerzeremonie. Eine Homa.

Ein Ritual ist eine Handlung mit einer bewussten Inention – im Gegensatz zu den konditionierten Mustern, die automatisch und halbbewusst (eher unbewusst) ablaufen.

Wir werden die Homa – obwohl ein altes, traditionelles, vedisches Ritual – sehr einfach gestalten. Denn am Ende zählt doch nur die Einfachheit und das Herz!

Ich freue mich auf euch!!!

Verena