Mit sich SELBST streng oder weich SEIN – das ist hier die Frage

„Am Montag warst du aber richtig streng“ war das Feedback einer Teilnehmerin, die ich gestern Mittag in der Stadt getroffen hatte.

Ich musste lachen, denn ich wusste genau was sie meinte. Irgendetwas hatte mich in der Yogastunde am Montag Abend „geritten“ und mein Fokus war voll und ganz darauf ausgerichtet, eine Atmosphäre zu schaffen, die alle Anwesenden anhielt WACH zu sein.

Kennst du das Gefühl, immer so ein bisschen im Trott des Bekannten zu schlafen?

Oft ist das Bedürfnis nach Entspannung gar nicht das natürliche Schwenken in das Gegenteil von Aktivität, sondern die natürliche Reaktion auf einen Alltag in dem wir halb-lebig Automatismen tun, von denen wir das Gefühl haben, ihnen hilflos ausgeliefert zu sein.

Was ist es wirklich, wirklich, wirklich, was uns das Gefühl von „Hilflosigkeit“ vermittelt?

Woran halten wir fest, wenn wir meinen, wir seien nicht frei genug JETZT diesen Moment hier lebendiger zu gestalten?

Zurück zum Thema „Strenge“:

Oft bin ich in meinen Stunden sehr zart und weich. Denn ich fühle regelrecht wie es einen Gegenpol braucht zur der Struktur, die von Außen organisiert wird und sich in unserem Inneren wiederspiegelt in der Idee, wir müssten es irgendwie „anders“ machen, besser, klarer, fokussierter, entspannter, lockerer, mutiger,…

Das Problem: Anstatt es WIRKLICH anders zu machen (in einem neuen Augenblick), verschwenden wir alle Energie, die uns JETZT zur Verfügung steht, damit, uns selbst zu verurteilen.

Und manchmal auch noch ein zweites Mal: Wir verurteilen uns auch noch dafür, dass wir uns schon wieder verurteilt haben.

Wo sollten wir wirklich streng mit uns sein?

Oft setzen wir mit unserer Weichheit und unserer Strenge genau an den verkehrten Enden an. Wir sind da streng, wo es Sanftheit bedarf und da nachgiebig, wo wie Klarheit und eine gewisse Strenge brauchen.

Oft hacken wir da, wo wir (oder jemand anderes) vermeintlich einen Fehler gemacht hat, ordentlich auf uns, dem anderen oder der gesamten Situation herum, anstatt ehrlich anzuerkennen, dass das, was passiert ist, aus vielen verschiedenen, vielschichtigen Gründen passiert ist:

  • Ich und mein Gegenüber hatten zu genau diesem Zeitpunkt genau die Energie zur Verfügung, die zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stand
  • Ich und mein Gegenüber hatten zu genau diesem Zeitpunkt genau die Persepktive, die wir in diesem Augenblick hatten
  • Ich und mein Gegenüber hatten in diesem Moment genau den Handlungsspielraum, den wir damals wirklich hatten – und nicht den, den wir uns heute ausmalen können

Wir können uns im Nachhinein zwar ausmalen, wie es gewesen wäre, wenn wir damals dieses oder jenes nicht im Kopf gehabt hätten und stattdessen den Blick mehr auf was weiß ich was gelenkt hätten…

Aber die Wahrheit ist: Wir haben so gehandelt, weil zu diesem Zeitpunkt genau dieses Muster, genau diese Unsicherheit oder was auch immer aktiv war und wir haben in diesem Moment das gegeben, was wir geben konnten.

Alles andere ist Illusion!

Sei hier streng! Denk nicht weiter und weiter und weiter und erzähl es deiner Freundin und reg dich nochmal darüber auf und noch einmal und vertiefe jene destruktive Sicht mehr und mehr.

Sei streng!

Werde still.

Sei ehrlich.

Es war wie es war. Und es ist jetzt vorbei.

Und das gilt direkt – Sekunden nach – jeder Auseinandersetzung mit dir selbst und mit all denen, denen du nahe stehst.

Fühle das Gefühl, was jetzt auftaucht.

Fühle den Schmerz oder was immer es ist und erlaube dem Kopf nicht die Geschichte irgendeine Geschichte darüber zu erzählen. Der Kopf wird niemals in der Lage sein, wirklich alle Zusammenhänge zu durchschauen, denn letztlich bleibt er bei der Logik stehen, während menschliches Sein so so viel mehr ist als das.

Sei streng!

Atme!

Sei mutig genug, dir selbst in diesem Sturm zu begegnen!

Denn all dein Rennen im Kopf ist am Ende nichts anderes als der Versuch, dieses wilde Leben zu kontrollieren und dich wieder auf Spur zu bringen.

Was aber ist diese „Spur“ wirklich?

Sie ist der alte Pfad. Sie ist die Autobahn der alten Glaubenssätze.

Diese „Normalität“ ist bei jedem und jeder von uns individuell verschieden. Die eine kritisiert sich ständig, die andere glaubt immer, dass sie nicht gesehen wird, die nächste versucht mit allen Mitteln das schöne Bild von sich aufrecht zu erhalten… …und am Ende haben wir alle mehr oder weniger diese oder jene Tendenz.

Wenn wir lebendig sein wollen, müssen wir diese alten Autobahnen (=Automatismen) verlassen.

Dazu müssen wir wach sein! Und ehrlich!

Lebendig zu sein bedeutet, dass wir nicht wissen!

Wir wissen nicht, was das hier gerade bedeutet, aber wir sind wild und mutig genug es voll zu leben, es ganz zu fühlen, körperlich, emotional und energetisch.

Nicht lebendig zu sein heißt, dass wir nur halb anwesend sind. Wir sind im „Überlebensmodus“, versuchen nicht unter zu gehen, versuchen den Anforderungen (unseren, eigenen Anforderungen, die irgendwann vor langer Zeit mal an uns gestellt wurden und nun zu unseren eigenen geworden sind) zu genügen. Wir haben total vergessen, die Fragen des Lebens SELSBT zu beantworten.

Als Kinder, als wir noch in unserer Kraft standen, da wussten wir um die Lebendigkeit. Wir wussten, dass die Antworten der Erwachsenen natürlich veraltet sind und für uns nur noch bedingt gelten. Wir ehrten das Wissen der „Alten“ auf so selbstverständliche Weise, dass es keiner Rituale bedurfte. Es war ja ganz natürlich unsere Basis, auf der nun unser Leben aufbaute und auf der sich ganz natürlich, durch unsere lebendigen Erfahrungen, alles bereits Gewusste (durch unser Sein) weiterentwickelte…

Je älter wir wurden, desto mehr begannen wir an dieser inneren Klarheit zu zweifeln. Bis diese Stimme kaum mehr zu hören war…

Den Preis den wir zahlen, wenn wir wilde Lebendigkeit versuchen in starre Gerüste zu packen, ist das Stocken der Lebensenergie. Dies fühlt sich frustriert an, müde, genervt, unlebendig.

Wenn wir diese Energie jedoch wieder in Fließen bringen, können wir auch im „Alter“ noch frisch sein, ganz einfach, weil dieser Moment hier frisch ist!!!

Wir können JETZT eine lebendige Erfahrung machen! Ganz unabhängig von dem, was eben passiert ist!!!

Um die Lebendigkeit in dir wieder ins Fließen zu bringen, fange an dich (deinen Körper) zu bewegen. Am besten unkontrolliert. Verlasse alle Formen des bekannten und tanze wild! Schneide Grimassen! Zapple rum!

Um ein autentisches Körpererleben von Wachheit zu bekommen, kann dich natürlich auch Yoga unterstützen. Du lernst dich innerlich aufzurichten und in deine eigene Aufrichtigkeit hineinzuwachsen. Und du lernst wirklich abzugeben, loszulassen, dich hinzugeben – nicht nur theoretisch im Kopf.

Anstatt dich oder andere zu verurteilen, beginne anzuerkennen was IST!

Anerkennen ist wertfrei!

Es ist einfach der Versuch klar zu schauen.

Im klaren Schauen, darf alles sein!!!

(P.S.: Auch das, was wir nicht so gerne sehen wollten)

Wenn wir damit entspannen, passiert Weichheit.

Hier ist Weichheit sehr heilsam.

Wenn wir nun aber einen Augenblick haben, in dem die Bewusstheit so Hälfte-Hälfte ist, zwischen dem altbekannten Muster und der Möglichkeit WACH zu bleiben,…

DANN sollten wir streng mit uns sein!

Es bedarf Wachheit und einer klaren Ausrichtung, um JETZT nicht in das alte Muster hineinzufallen, dass ich mir selbst nur dann genügen kann, wenn ich zuerst all den scheinbaren Anforderungen genüge.

Was heißt „wach bleiben“?

Wach bleiben ist keine Starre, es ist kein Programm auf das ich zurückgreifen kann. Es ist vielmehr die Bereitschaft, in diesem Augenblick mit diesen stürmischen Wellen hier „still“ zu sein und klar zu unterscheiden, welche Welle ich wirklich, wirklich reiten will!

Ist das hier gerade „meins“ oder folge ich nur der Tradition?

Was macht mich glücklich?

Wofür schlägt mein Herz?

Dieser neue Kontakt mit mir darf wachsen!!! Er muss nicht schon ausgereift sein. Wie sollte er auch?

Wir stehen evolutionär betrachtet (als Menschheit) gerade an einem Wendepunkt in dem theoretisch alle Lebenskonzepte geduldet sind und ständig neue erfunden werden.

Theoretisch ist es kein Problem „schwul“ zu sein, keine Kinder zu bekommen, sich scheiden zu lassen, keine Konfession zu haben oder was auch immer. Überall – d.h. in jeder verkörperten Seele – wird lebendig „erforscht“ wie sich Beziehung gestalten kann, wie Erziehung aussehen kann, wie Arbeit aussehen kann,… …wenn sie WAHRhaftig ist. Wir alle sind mitten drin in diesem „Forschungsprojekt“ und lernen in jedem Augenblick unserer scheinbare Fehler.

Während jedoch gleichzeitig all die alten, konditionierten Glaubenssätze und Traumen in unserem gesamten Nervensystem, Körpergedächtnis und Unterbewusstsein voll aktiv laufen.

Das ist eine ziemlich explosive Mischung.

Hier dürfen wir also definitiv weich mit uns sein

…und müssen defintitiv streng sein, wenn wir wirklich etwas neues, lebendiges erleben wollen!

Die Frage ist nun: Wann passt was?

Am Ende findest du in deiner eigenen Innenschau, in deinem gelebten Alltag, selbst die Augenblicke, in denen Sanftheit gut tut und in denen Sanftheit nur dazu dient weiter zu schlafen!

Wenn du ganz, ganz ehrlich mit dir bist, dann kannst du es glasklar sehen!

Vergiß die Geschichte dazu!

Bleibe still!

Das ist der Fokus <3

Von Herzen,

Verena

P.S.: Wer Lust auf eine Einzelarbeit mit mir hat findet mich (Verena Kamphausen) persönlich in Kirchheim unter Teck und ansonsten per Telefon oder Skype.



Als Menschen haben wir verschiedene Frequenzen zur Verfügung …

Alles, was wir sagen, sprechen wir in einer bestimmten Energie/Frequenz.

Und auch das, was wir wahrnehmen, nehmen wir entsprechend der Qualität wahr, von wo aus wir eben gerade „hören“:
Das mag die Frequenz der Angst sein, die oft dann am präsentesten (aber eben auch am wenigsten sichtbar ist), wenn wir uns am sichersten fühlen. Denn warum fühlen wir uns gerade so sicher? Weil wir glauben, in diesem Moment alles unter Kontrolle zu haben. Wir scheinen genau zu wissen, was in diesem Moment passiert und ebenso wissen wir, wie wir uns hier zu verhalten haben, damit wir „sicher“ und „erfolgreich“ aus dieser Situation heraus kommen: Verstanden und Anerkannt.

So spricht oft die Frequenz des Verstandes mit seinen konditionierten Mustern und unbewussten Strukturen. Nicht, dass diese Frequenz irgendwie minderwertig wäre. Sie ist wunderbar. Sie ist eben eine Frequenz, die zum Mensch-Sein dazu gehört. Sie ermöglicht uns unglaublich viel, nämlich das systemische Begreifen innerhalb von Raum und Zeit.

Aber es ist nicht die einzige Qualität menschlichen Seins. Und: natürlich können wir unseren Verstand auch nutzen, mit weniger aktiver Angst-Energie.

In der Regel aber ist uns die Angst-Energie nicht einmal wirklich bewusst. Wir lernen sie erst dadurch mehr und mehr kennen, wenn wir Momente mit weniger Angst erleben. Momente, in denen wir auf einmal in der Lage sind, klar zu sehen und dabei nicht zu bewerten. Statt dessen tut sich ein weiter Raum auf, in dem alles gesehen ist und gleichzeitig vollkommen akzeptiert und angenommen. Es ist ein anderes Gefühl von „Liebe“, als wir es normalerweise vermuten…

Das ist die Frequenz des Herzraumes, die aufgrund ihrer unfassbaren Sanftheit und Weite gar nichts einordenen muss…

Es ist in etwa, wie das ändern der Frequenz am Radio!

Um uns auf die verschiedenen Frequenzen mehr oder weniger bewusst einstimmen zu können, müssen wir sie zuerst mehr und mehr kennenlernen!

Wenn wir Mantren hören (oder singen), dann rückt unser konditionierter Verstand allein schon wegen der anderen Sprache, die ja nicht unsere Alltagssprache ist, ein bisschen in den Hintergrund.

Und das Melodische spricht ebenfalls einen ganz bestimmten Teil unsers Seins an: Es ist die Qualität des „Fließen lassens“, der Hingabe, der fließenden Bewegung, statt der Statik des „so und so ist es“.

Die „Energie“ der Mantren ist immer lichtvoll. Sie beziehen sich niemals auf die alltäglichen Kleinlichkeiten des Mensch-Seins, diese oder jene Situation, sondern immer auf das, was jenseits dieser Kleinlichkeiten auch noch präsent ist.

Beim Hören und Singen von Kirtan, nähren wir also diese Qualität, die immer auch schon in uns schwingt, die wir aber im Gewusel des Alltags so leicht übersehen und überhören.

Am 17.05. (Freitag) ist es wieder soweit:
Es gibt eine weitere Yogastunde mit live Musik (Mirko Mitschele) und mir, mit anschließendem gemeinsamen Singen
im Yogaloft Kirchheim 18:00- ca. 21:00 Uhr

Verbindliche Anmeldung bis zum 15.04. 35,-€ danach 40,-€

Ich freue mich auf einen wunderbaren Abend mit euch

Was passiert, wenn wir den Kopf ablegen?

Jede Asana (jede Körperhaltung), die wir einnehmen, entspricht einer bestimmten Qualität. Das passiert ganz automatisch, ohne dass wir irgendetwas dafür tun müssten, denn unser Körper ist ganz natürlich Ausdruck von Lebendigkeit. Wir spüren das zum Beispiel wenn aufgeregt sind und ein mulmiges Gefühl im Bauch haben oder wenn unsere Augen müde sind und wir nicht mehr konzentriert nach außen schauen wollen…

Das heißt: Unser Körper zeigt uns gewissermaßen, was „innerlich“ gerade so abgeht. Er zeigt uns wieviel Kraft gerade zur Verfügung steht, er zeigt uns unsere wunden oder weichen Stellen…

Das heißt aber auch, dass – wenn wir anfangen unseren Körper zu bewegen – auch unsere inneren Strukturen mitbewegt werden. Wir stärken also beispielsweise unsere Basis (unseren Beckenboden) und damit berühren wir u.a. auch das Thema unseres Urvertrauens. Oder wir dehnen und öffnen vorsichtig (körperliche) Bereiche, die vielleicht seit langer Zeit hart und zusammengezogen waren und damit rühren wir ganz automatisch auch unsere eigene Berührbarkeit an.

Unser Körper ist Ausdruck unserer Schutz-, Flucht-, und Kampfreflexe – und all diese werden angesprochen, sobald wir mit einem körperlichen „Schmerz“ konfrontiert werden (damit arbeiten wir zum Beispiel in den passiven Yin-Haltungen ganz bewusst).

Was passiert nun, wenn wir unseren Kopf ablegen?

In den letzten Jahrzehnten hat sich das menschliche Denken zu einem immer schärferen Werkzeug herausgebildet. Und das ist wunderbar! Wir haben gelernt, uns unseres eigenen Verstandes mehr und mehr zu bedienen. Wobei man jedoch ehrlicherweise sagen muss, dass wir sehr, sehr oft eher die Gedanken (und Traditionen (auch spirituelle Traditionen)) von anderen denken, anstatt wirklich unseren eigenen Verstand zu benutzen. Ein Grund dafür ist sicherlich der, dass wir uns wenig Raum und Zeit nehmen, genauer Hinzuschauen! Oftmals scheinen wir so sehr beschäftigt, dass es notwendig ist, in Automatismen zu verfallen, anstatt Energie aufzuwenden, wirklich neu zu schauen – und dann vielleicht eben auch mal zuzugeben, dass man falsch lag oder es mittlerweile anders sieht oder dass man noch gar nicht so genau weiß, was man eigentlich darüber denkt!

Da ich menschliches Sein als ein sehr „komplexes Gebilde“ verstehe, sehe ich das Denken als einen wertvollen Teil dieses Seins – aber eben nicht als den einzigen.

Wenn ein Bereich lange Zeit intensive Aufmerksamkeit bekommt und dadurch wächst und sich ausbildet, kommt es vor, dass andere Bereiche zu kurz kommen und irgendwann ein enormes Ungleichgewicht entsteht. In der Regel gleicht das Leben das irgendwann ganz automatisch aus. Denn unser menschliches Leben formt sich gerade durch die Spannung (mindestens) zweier Pole.

Die Ganzheit wird erst sichtbar und erfahrbar durch das Gegenteil. Wir lernen über die Liebe u.a. dadurch, dass wir erfahren, wie sich die Abwesenheit von Liebe anfühlt…

Zum menschlichen Sein gehört neben dem notwendigen gedanklichen Erfassen von Lebendigkeit auch das körperliche Erleben von Kraft, Kraftlosigkeit, Anspannung, Entspannung, Weichheit, Verletzlichkeit, Sinnlichkeit, Genuss, Schmerz,…

…ebenso wie das emotionale Erleben von Lebendigkeit. Und auch „feinere“ Ebenen von Energie sind durchaus individuell und real erlebbar.

Wenn wir unseren Fokus lange Zeit im Kopf haben, kommt es vor, dass wir uns dort verhaspeln. Dann brauchen wir ein bisschen Aus-Zeit um wieder neu und weit denken zu können. Dabei kann uns u.a. der Körper und Körperarbeit dienlich sein.

Manchmal ist es hilfreich, ganz neue gedankliche Inspirationen einzuholen, um einen neuen Blick zu bekommen.

Manchmal ist es heilsam, die komplette Geschichte mal für einen Moment loszulassen und gar nichts wissen zu müssen und stattdessen mit der Erleichterung des nicht-Wissen-müssens zu sein (die u.U. vielleicht auch zunächst erst einmal als furchterregend erlebt wird – denn oftmals identifizieren wir uns wirklich komplett mit unseren Gedanken über uns und eine bestimmte Situation. Deswegen haben wir auch oft das Gefühl, genau diese Sichtweise verteidigen zu müssen).

Was passiert aber, wenn wir unsere Sicht komplett anerkennen und gleichzeitig offen dafür sind, dass diese Sicht nicht alles ist?

Sondern nur eine Sichtweise.

Was passiert?

Wenn wir uns einen Moment Zeit nehmen, mal ganz authentisch und selbstständig nachzuforschen, werden wir herausfinden, dass Gedanken zunächst ungefragt erscheinen. Auch wenn sich Gedanken also quasi durch uns ausdrücken, so erscheinen sie doch zunächst ungefragt (in uns). Wir sind also nicht diese (tollen oder schrecklichen) Gedanken. Wir könnten auch ganz anders darüber denken…

Tun wir aber nicht.

Egal warum, wir gerade genau dieses hier für bedeutsam halten, – HIER entfaltet sich gerade diese Form.

Und wir sind Ausdruck dieser Form und gleichzeitig Beobachter dieses Ausdrucks.

Im Anschluss an das Auftauchen eines Gedankens, legt sich das Bewusstsein mehr oder weniger darauf (d.h. der Gedanke wird uns mehr oder weniger bewusst oder eben nicht bewusst) und zusätzlich wird dieser Gedanken mehr oder weniger für wahr gehalten – oder für weiter erforschungsbedürftig erachtet. Gleichzeitig mit dem Gedanken (bzw. kurz darauf) zeigt sich dann auch ein entsprechendes Gefühl zu jenem Gedanken. Dieses veranlasst uns direkt zu einer Reaktion, der – je nach innerer Struktur – blind gefolgt wird oder die mit mehr oder weniger Spielraum erforscht wird.

Wenn wir unseren Kopf jetzt ablegen, passiert etwas in unserem Körper- und Nervensystem. Denn wir legen den Teil ab, mit dem wir uns zumeist indentifizieren. Ohne, dass wir irgendetwas dafür tun müssten, entspannt etwas in unserem System. Und das kannst du ganz einfach selbst überprüfen:

Leg deinen Kopf einmal vor dir auf den Boden ab.

Was passiert?

Was passiert, wenn du gar nicht „nach draußen in die Welt“ schauen kannst und damit auch nicht so wie sonst in das ganze Spiel von „ich“ und „du“ eintreten kannst. Du siehst – selbst wenn du die Augen jetzt öffnest – nicht weit, sondern gerade auf den Boden, auf den Platz, an dem du stehst (bzw. gerade sitzt/liegst).

Du bist weniger mit dem konfrontiert wie irgendetwas aussieht, was die anderen machen, wie es bei den anderen aussieht,…

Du bist mehr bei dir.

Stell dir jetzt vor, jemand würde dich ansprechen und mit dir über irgendeine Sache diskutieren wollen. Was würdest du tun? Du würdest deinen Kopf heben und deinen Standpunkt deutlich machen wollen, indem du dem anderen auf Augenhöhe gegenüber trittst (inklusive all deiner anderen energetischen, psychischen und körperlichen Muster von Vertrauen, Schutz, Angst und Kontrolle).

Hier kannst du einen Eindruck davon bekommen, wie die Körperhaltungen (immer schon) wirken – in die eine und in die andere Richtung.

Wenn du mehr darüber herausfinden magst, dann komme doch mal in eine meiner Yogastunden (in Kirchheim/Teck) oder besuche micht auf youtube:

Yin-Yoga:

https://www.youtube.com/edit?o=U&video_id=rY1O4kpdpNQ

 

Yoga für die Schultern/Rücken:

https://www.youtube.com/edit?o=U&video_id=LSGox63HTgs

 

Gespräch über „Raus aus dem Kopf – Rein in den Moment“:

https://www.youtube.com/edit?o=U&video_id=TkKhbRsrCCg

 

Ich freu mich auf dich!

Von Herzen, Verena

Liebe schadet der Liebe nicht – oder der Umgang mit „Arsch-Engeln“

Den Ausdruck „Arschengel“ hab ich zum ersten Mal im letzten Sommer während eines Familien-Urlaubs von einer Freundin gehört. Er stammt wohl vom Robert Betz und bezeichnet genau die Menschen, die unsere „Knöpfe“ drücken. Menschen, die uns besonders herausfordern, nerven, verletzten, belügen, betrügen,… was auch immer. Menschen, die etwas in uns auslösen und zwar unsere verletzliche Seite. Und genau darin liegt ihr Fluch – aber auch ihr Segen. Denn durch ihr SEIN, bringen sie uns mit etwas in Kontakt: Mit unserer eigenen Lebendigkeit.

Oft sind sie wie eine Art Schlüssel. Sie öffnen eine Tür, die es uns ermöglicht uns selbst näher zu kommen.

Oder aber:  Zuerst einmal (scheinbar) gegen den anderen (und gleichzeitig aber immer auch GEGEN uns selbst) zu kämpfen.

Soweit ich mich erinnere, schlägt Robert Betz vor, genau nachzuschauen: Welche Wunde berührt dieser Mensch (diese Situation) in mir? Und dann (statt mit dem anderen Menschen ins Gericht zu gehen), sich genau dieser Wunde zu widmen.

Wie können „Wunden“ heilen?

Sie heilen nicht, indem wir erkennen, wie sehr jemand anders vermeintlich daran beteiligt war, dass es diese Wunder überhaupt gibt. Also nicht indem wir den „Schuldigen“ suchen. Auch nicht, indem wir uns selbst die „Schuld“ für etwas geben, das wir getan oder eben nicht getan haben.

Oft ist ein erster „Schritt“ durchaus ein klares Erkennen verschiedener Zusammenhänge und (schmerzhaften) Realitäten. Aber um „Frieden“ zu schließen und neue Kraft, folgt immer ein „warmes“, „wohlwollendes“, „anerkennendes“ JA! dass durchaus „tiefer“ und „feiner“ ist als logische Gedankenformen.

Ein JA! dass nichts will, muss oder sollte. Ein JA! dass nichts bereut, dass nicht alles verstehen muss und dass auch keine Meinung fordert.

Es ist vielmehr eine JA! des unendlichen Raumes, der Weite und der Tiefe. Ein JA! zum Leben selbst.

In einer der „Weihnachtsferien-Yogastunden“ (in Kirchheim/Teck) habe ich über den Umgang mit Feinden gesprochen. Also eigentlich habe ich vorgelesen aus einem Buch, in dem es u.a. um den Umgang mit diesen schwierigen Situationen/Menschen geht, die wir als „feindlich“ empfinden.

Warum empfinden wir manches als feindlich?

Weil es das, was wir als ICH begreifen, anzugreifen scheint: Meine Meinung, meine Bedürfnisse, meine Wünsche, meine Geheimnisse, meine Wunden.

Das alles wollen wir schützen, denn wir meinen, dass dies nötig ist, denn manchmal fehlt es uns an Vertrauen.

Die Zeilen, die ich gelesen habe, schlagen einen anderen Umgang mit diesen Situationen vor und diesen möchte ich gerne mit euch teilen:

Wenn du selbst entdecken möchtest (also lebendig ent-decken – nicht nur theoretisch begreifen), dass du selbst LIEBE BIST (und Liebe kein äußeres Gut, dass du tun/machen könntest), dann gibt es ein ganz einfaches Experiment: Liebe deine Feinde!

„Angesichts deiner Feinde kannst du dir sicher sein, dass alle Liebe, derer du fähig bist, nicht durch äußere Faktoren ausgelöst wird. Du liebst deinen Gegener nicht wegen seiner Freundlichkeit, seiner zugewandten Art oder weil du dir davon einen Gewinn versprichst. Angesichts deiner Feinde erkennst du, dass du Liebe bist – und auch die Quelle deiner Liebe. Das ist der wesentliche Grund, weshalb ich dich auffordere deine Feinde zu lieben. Nicht damit du schwach oder passiv dich ausnutzen lässt, nicht um deinem Gegener den Vorteil zu überlassen, sondern um zu begreifen, dass du Liebe bist. Mit dieser Erkenntnis übernimmst du das Kommando.

Keine äußeren Dinge können dich lehren, wer du wirklich bist. Doch so lange du glaubst, dass sie das könnten, wirst du immer die äußere Welt um Erlaubnis für deine Existenz bitten. Diese Zwangsvorstellung ist dein wahrer Feind.“

Liebe ist die Essenz deines wahren Seins. Sie ist nichts, was du tust oder lässt, gibst oder nicht gibst, empfängst oder nicht empfängst. Sie ist keine Ware oder Substanz, die gewonnen werden kann. Liebe unterliegt nicht den Gesetzen von Fülle und Mangel. Sie ist das, was du BIST.

Aus diesem Grund ist Liebe bedingungslos.

Sie ist bedingungslos, weil sie dein Ursprung ist, dein SEIN, nicht etwas, das bedingunglos getan wird! Jedes Tun ist gewissermaßen bedingt, denn die Existenz hat Bedingungen und Beziehungen daher auch. Wenn Liebe tatsächlich nur aus Tun bestünde, könnte wir dem nicht entgehen.

Die Liebe steht oben. Sie versetzt den Geist in Schwingung und „gebietet“ den Urteilchen. Daraus ist die gesamte Schöpfung entstanden.

Der Geist schwingt entsprechend „unserer“ Liebe. Wie ein See voller Fische: Jeder Fisch versetzt das Wasser auf unterschiedliche Weise in Schwingung. Genauso versetzt deine Liebe den Geist auf einzigartige Weise in Schwingung. Keine Liebe fühlt sich genauso an wie die deiner Mutter. Die Liebe jedes Menschen fühlt sich einzigartig an. So reagiert der Geist und würdigt jedermanns einzigartigen Ausdruck. In jedem Augenblick.

Die „Urteilchen“ sind die „Bausteine“ der komplexen Existenz. Es gibt viele dieser  Teilchen zwischen dir und deinem Gegenüber. Wer setzt sie in Schwingung? Und in welche?

Wenn du mitten in einem Sturm stehst – und dabei ist es egal, ob der Sturm ein Gefühlssturm, eine Streitsituation oder eine Naturgewalt ist – wenn du mitten in einem Sturm stehst, und du glaubst, dich schützen und verteidigen zu müssen, vor diesem gewaltigen „Gegner“, könntest du die Schönheit des Sturms entdecken. Erkenne die Kräfte, die ihn ausmachen. Liebe ihn bis in seinen tiefsten Kern hinein. Finde das, was ihn bedingt, bis du eins mit ihm bist. Je nachdem wie sicher du dir bist, können verschiedenen Dinge geschehen. Der Sturm könnte sich einfach in Luft auflösen oder in einen sanften Regen verwandeln. Vielleicht würde er auch einfach den Kurs ändern. Zumindest würde er dir nicht schaden, denn Liebe schadet der Liebe nicht!

(Wenn du aber vergessen hast, dass du Liebe bist und für einen Moment fälschlicherweise glaubst, du seist geringeres als das, was wird dann passieren? Du wirst das Bedürfnis haben, dich zu schützen. Du wirst dich verteidigen und so handeln, als wäre das wirklich nötig. Und genau das wirst du erfahren: Denn die Liebe ist unendlich und lässt dich JEDE Erfahrung machen. Also auch die von Krieg, Macht und Kontrolle.)

Was fühlt sich besser an? Was wählst du?